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DTM: Lucas Auer strahlender Sieger, Titelkrimi spitzt sich zu, die Stimmen aus Assen

Lucas Auer, DTM Assen©Hoch Zwei,DTM

Hitchcock-Krimi in der DTM. Die vier Titelkandidaten schenkten sich beim Sonntagsrennen in Assen nichts und bleiben vor dem großen Doppel-Finale in Hockenheim (01.-03. Oktober) und Norisring (08.-10. Oktober) weiter mittendrin im heiß umkämpften Titelkampf.

Der strahlende Sieger in den Niederlanden war jedoch ein Tiroler. Lucas Auer im Winward Mercedes-AMG feierte seinen ersten Saisonsieg. „Ein perfekter Tag! Nach den zuletzt eher schwierigen Rennen schmeckt dieser Sieg umso süßer“, strahlte Lucas Auer über beide Ohren.

DTM Assen ©Hoch Zwei,DTM

Schon im Qualifying setzte der Österreicher ein dickes Ausrufezeichen, als der Mercedes-Pilot die schnellste Zeit mit 1:32,414 Minuten in den Asphalt des 4,555 Kilometer langen Strecke in Assen brannte. Für Auer war es die erste Pole-Position seit Oktober 2018 und die zehnte Pole seiner DTM-Karriere. Diese große Chance kam wie gerufen und Auer nutzte seine perfekte Ausgangsposition, der sich auf seine Winward-Mannschaft hundertprozentig verlassen konnte.

„Dickes Dankeschön an mein Team“, sagte Auer. „Der Mercedes-AMG GT3 ist gelaufen wie ein Uhrwerk, Strategie und Boxenstopp haben perfekt funktioniert. Gegen Ende hat mir Liam das Leben nochmal etwas schwer gemacht, aber mir war klar, dass er es in seiner Situation nicht mit Gewalt versuchen würde und er nur vorbeikäme, wenn ich einen Fehler mache“, betonte der Österreicher.

Der Red Bull-Ferrari-Pilot Liam Lawson, der sich in Assen die Tabellenführung in der Meisterschaft von Kelvin van der Linde angelte, war gegen Rennende drauf und dran, Auer den Sieg abspentig zu machen. Doch der Tiroler leistete sich keine Schwäche und fuhr den Sieg nach Hause.

„Also habe ich eben keinen gemacht und nichts mehr anbrennen lassen … Ich freue mich riesig über diesen Erfolg, der uns allen für die letzten beiden Rennwochenenden nochmals zusätzlichen Auftrieb verleiht“, resümierte der 27-jährige Mercedes-Pilot, der in der Tabelle mit 96 Punkten Platz 7 einnimmt.

Liam Lawson: neuer Leader

DTM-Boss Gerhard Berger, Onkel von Lucas Auer, wird der erste Saisonsieg besonders gefreut haben. Grund zur Freude hatte auch Lawson, deir nach seinen beiden Sieg am Red Bull Ring auch in Assen eine fette Punktausbeute einstrich. Samstag P3 und Sonntag P2 hinter Auer bedeuten reichlich Punkte, der Lohn: die verdiente Tabellenführung für den 19-jährigen Neuseeländer.

„Dieses Wochenende war in Sachen Punkten sehr gut für uns“, stelle Lawson fest. „Die Führung in der Meisterschaft zu übernehmen ist wirklich positiv. Jetzt müssen wir versuchen, sie an den letzten beiden Rennwochenenden zu behaupten. Die Pace war heute sehr gut. Ich konnte zu 90 Prozent des Rennens Vollgas geben und habe versucht, Lucas Auer einzuholen, aber konnte nicht mehr nah genug an ihn ran. Glückwunsch an ihn und sein gesamtes Team“, sagte der neue Meisterschaftsführende.

Siegespodest,DTM Assen@DTM,Hoch Zwei

Marco Wittmann: Kampf gegen Kelvin van der Linde mühsam

Mit 175 Zählern führt Lawson vor Marco Wittmann, der zehn Punkte dahinter auf Platz zwei liegt. Wittmann ergatterte Platz drei den letzten Podiumsplatz, da Daniel Juncadella auf Position drei liegend eine Runde vor Schluss wegen eines Reifenplatten ausrollte und seinen Podiumsplatz verlor.

„Mir tut es leid für Daniel Juncadella, der ganz am Schluss wohl mit einem Reifenschaden ausgeschieden ist“, zeigte Wittmann sein Bedauern gegenüber den routinierten Spanier. „Dennoch nehme ich das Podium und vor allem die Punkte gerne mit. Ich habe sehr hart dafür kämpfen müssen, zuerst mit den Ferrari und dann mit Kelvin van der Linde, der es mir mit wesentlich frischeren Reifen sehr schwer gemacht hat“, resümierte Wittmann.

Der zweifache DTM-Champion lieferte sich während des Rennens rundenlang sehenswerte Kämpfe zuerst mit den beiden Ferrari-Piloten Lawson und Alex Albon, gegen Rennende mit Audi-Pilot Kelvin van der Linde. Zudem hatte Wittmann den Nachteil, durch seinen Samstagssieg 25 Kilogramm mehr Gewicht im Auto zu haben.

Auf Nachfrage von „bildpresse2010.blog“ offenbarte Wittmann in der Pressekonferenz, dass das Duell gegen van der Linde schwieriger gewesen sei als der Kampf gegen die Ferraris. „Kelvin stoppte gestern als Letzter und hatte von allen die besten Reifen“, sagte Wittmann. „Es war gegen ihn sehr schwierig, in Turn 5 rückte er mir immer näher auf die Pelle, wir berührten uns kurz. Am Ende war es herausfordernder und mühsamer gegen Kelvin die Oberhand zu behalten“, so der BMW-Pilot gegenüber „Bildpresse2010.blog“. Wittmann konnte den abgelösten Tabellenführer van der Linde in Schach halten und überholte mit Platz zwei den Südafrikaner auch in der Meisterschaftstabelle.

Der Audi-Pilot hatte in Assen kein einfaches Renn-Wochenende. Am Samstag mißlang die Strategie, den Boxenstop so lange wie möglich hinauszuzögern, um am Ende die frischeren Reifen zu haben. Eine Safety-Car-Phase durchkreuzte die Pläne von van der Linde. Am Sonntag bewies der Audi-Pilot Nervenstärke, als er seine erste Qualifying-Runde wegen einer Roten Flagge abbrechen musste -Teamkollegin Sophia Flörsch landete im Kiesbett-, und fand sich zunächst auf dem letzten Startplatz wieder.

Am Ende hatte er nur eine einzige Runde, um sich in der Startaufstellung zu verbessern. Der Südafrikaner hielt dem großen Druck stand und holte sich im allerletzten Moment noch Startplatz fünf. Im Rennen ließ sich van der Linde ebenfalls viel Zeit bis zum Boxenstopp, erst nach 20 Runden steuerte er die Abt-Box an, während die drei anderen Titelkandidaten viel früher neue Michelin-Reifen abholten.

„Das war ein schwieriges Wochenende für uns“, sagte van der Linde. „Am Samstag hatten wir Pech mit dem Safety-Car, sonst wäre Platz drei oder vier möglich gewesen. Am Sonntag haben wir auch dank der Strategie und einem schnellen Boxenstopp das Maximum aus unseren derzeitigen Möglichkeiten herausgeholt.

Vielen Dank an mein Team und meine Jungs. Meine Runde im Qualifying war eine der besten, die ich je gefahren bin. Jetzt sind wir die Underdogs im Titelkampf. Es kommen noch vier Rennen, und wir werden weiter alles geben, um unser großes Ziel zu erreichen“, bläst der Südafrikaner zur Attacke, der im Titelrennen auf P3 zurückgefallen ist.

Maximilian Götz: noch alle Karten im Titelkampf

Als Vierter im Bunde hat sich Maximilian Götz alle Chancen offengehalten, im Titelkampf weiter mitzuspielen. Der Mercedes-Pilot belegte nach Platz vier im Samstagsrennen am Sonntag P6. „Heute waren wir leider etwas zu langsam, um nach vorne mehr Druck machen zu können“, sagte Götz.

„Wenn man in Assen einmal im Verkehr feststeckt, wird es sehr schwierig. Das Rennen gestern war sehr aufregend: Mehrere Restarts, starke Manöver – für die Fans eine tolle Sache. Ich freue mich über die Zähler, die ich sammeln konnte, aber die Konkurrenz hat auch gepunktet. Jetzt geht es in Hockenheim weiter“,-Pilot sein Wochenende zusammen. 

Nur 20 Punkte beträgt der Rückstand des Tabellenvierten auf Lawson. Vier Rennen vor Saisonende ist die Meisterschaft offener denn je. Ein wahrer Hitchcock-Krimi…

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