Zum Inhalt springen

DTM: Tabellenführer Kelvin van der Linde vor Assen-Gastspiel:“Gute Tipps vom Bruder“

Kelvin und Sheldon van der Linde,DTM Lausitz 2021 ©Hoch Zwei

Das Gastspiel der DTM in Assen am kommenden Wochenende wird zur Belastungsprobe für Tabellenführer Kelvin van der Linde. Nur noch 12 Punkten beträgt der Vorsprung des Abt-Piloten vor Liam Lawson (AF Corse).

Dahinter lauern mit Maximilian Götz (HRT) und Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport) zwei weitere potentielle Titelkandidaten, die in Schlagdistanz zu van der Linde aufgerückt sind. „Das schwierigste DTM-Wochenende des Jahres haben wir hinter uns“, sagt van der Linde. „Deshalb ist die Vorfreude auf Assen groß.“

Van der Linde hat das Renn-Wochenende am Red Bull Ring abgehakt, das ganz klar an Lawson & Co ging. Alle drei van der Linde-Jäger machten mit vielen Punkten fette Beute in Österreich, während der DTM-Leader mit Platz fünf respektive sechs Schadensbegrenzung auf höchsten Niveau betrieb.

Es ist dem Abt-Piloten zu Gute zu halten, dass die Audi R8 LMS GT3 in Spielberg auf Grund der von AVL durchgeführten Performance of Balance (BoP) chancenlos waren. Neben dem Abt-Team kam auch die zweite Audi-Mannschaft -Team Rosberg- in der Steiermark nicht so richtig in die Spur. Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen sprach von einer nicht optimalen Audi-BoP.

In Assen soll es wieder nach vorne gehen. Dazu war van der Linde als Vorbereitung zwischen Spielberg und Assen am vergangenen Wochenende mit dem Phoenix Racing Team beim 6- Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife (NLS) im Einsatz, nach vier Runden war jedoch frühzeitig Feierabend.

Tipps vom Bruder Sheldon

Assen bedeutet Neuland für den Abt-Piloten. „Assen ist eine neue Strecke für mich“, so der Südafrikaner. „Ich habe mich im Simulator intensiv vorbereitet und hoffe, dass ich es am Rennwochenende umsetzen kann.“ Dabei kann sich der Tabellenführer auf seinen Bruder Sheldon van der Linde (BMW Walkenhorst Motorsport) verlassen. Sheldon van der Linde feierte im vorigen Jahr seinen ersten DTM‑Sieg in Assen und damit den ersten eines südafrikanischen Rennfahrers in der Traditionsserie.

„Mein Bruder Sheldon hat dort im letzten Jahr seinen ersten Sieg in der DTM gefeiert. Er hat mir gute Tipps gegeben. Ich denke, Assen ist eine gute Strecke für uns“, blickt der 25-jährige Audi-Pilot der Herausforderung positiv in den Niederlanden entgegen.

Für Kelvin van der Linde geht es bei seiner Assen-Premiere darum, die Führung in der Fahrerwertung ein weiteres Mal zu verteidigen. In der Teamwertung möchte ABT Sportsline zurück an die Tabellenspitze, die die Allgäuer an das Red Bull Alpha Tauri AF Corse-Team verloren hat. Der Rückstand beträgt 21 Zähler.

Abt-Teamchef Thomas Biermeier ist jedenfalls überzeugt, dass die Allgäuer in den Niederlanden wieder vorne mitmischen können. „Jeder im Team hofft, dass der Red Bull Ring eine Ausnahme war und wir ab Assen wieder bei allen Rennen in der Lage sind, mit dem Audi R8 LMS um Siege zu kämpfen“, so Biermeier.

„Assen ist eine schwierige Strecke, auf der wir in den letzten beiden Jahren mit den Class-1-Autos gut aussortiert waren. Ich bin überzeugt, dass wir das auch dieses Mal sein werden“, fügt der Abt-Verantwortliche hinzu. 

Mike Rockenfeller: Gute Erinnerungen an den Niederlanden

Auch für Teamkollege Mike Rockenfeller waren die Niederlande immer eine Reise wert. 2013 krönte sich „Rocky“ damals noch in Zandvoort vorzeitig zum DTM-Champion. 2019 gewann Rockenfeller in Assen mit einer gewagten Strategie, die seinen Ruf als „Reifenflüsterer“ untermauerte. Die Reifen spielten in der kurzen Class-1-Ära der DTM in Assen eine entscheidende Rolle.

Der neue DTM-König, Mike Rockenfeller,Audi (c)Audi

„Ich freue mich extrem auf Assen“, fiebert der 37-jährige Rockenfeller dem Assen-Gastspiel heftig entgegen. „Ich bin schon immer gerne DTM in den Niederlanden gefahren – in Zandvoort genauso wie in den letzten Jahren in Assen. Die Strecke ist fahrerisch und technisch sehr anspruchsvoll. Auch sehr schnell.

Das Überholen ist nicht ganz so leicht, aber möglich. In den vergangenen Jahren hatten wir dort immer mit Reifenverschleiß zu kämpfen. Ich gehe davon aus, dass das in diesem Jahr etwas weniger wird, aber noch immer ein Thema ist.

Das heißt, man braucht ein Auto, das gut zum Reifen ist. Nach dem für mich enttäuschenden Wochenende in Spielberg hoffe ich, am Samstag und am Sonntag um den Sieg kämpfen zu können“, hofft „Rocky“ in der „Kathedrale des Motorsports“ zurückzuschlagen.

Der Tabellenachte möchte in der Meisterschaft weiter nach vorne klettern und sich für das nächste Jahr empfehlen. Noch steht nicht fest, wo Rockenfeller 2022 fährt, dessen Werksvertrag bei Audi ausläuft. Zum Einen liebäugelt der Routinier mit einem Start in den USA, insbesondere den Langstreckenrennen. Andererseits möchte der DTM-Champion von 2013 weiterhin der DTM die Treue halten.

Sophia Flörsch: erste Punkte mit konventioneller Lenkung?

Last but not least hofft Sophia Flörsch im dritten Audi R8 LMS GT3 weitere Fortschritte zu machen. Die Münchnerin wartet immer noch auf ihre ersten DTM-Punkte. In Assen erwartet die Abt-Pilotin ähnlich wie Teamkollege van der Linde Neuland. „Ich war noch nie in Assen, dementsprechend wird es dahingehend herausfordernd“, sagt Flörsch.

Sophia Flörsch, Abt,DTM Spielberg ©Hoch Zwei

„Ich kenne die Strecke nur vom Simulator. Ich bin relativ viel gefahren, um mich vorzubereiten und weiß, wo es langgeht. Ich habe mir auch viele Videos angeschaut. Ich freue mich auf jeden Fall auf das Wochenende. Es sind ja wieder Fans an der Rennstrecke erlaubt und es wird für mich hoffentlich da losgehen, wo wir am Red Bull Ring in Rennen 2 aufgehört haben“, hoffte die Deutsche weiter Fortschritte zu machen. 

Flörsch’s Audi R8 LMS GT3 wurde zuletzt in Spielberg wie der BMW M6 GT3 von Timo Glock (Rowe Racing) auf eine konventionelle Lenkstange umgerüstet und wird damit auch die letzten sechs Rennen bestreiten. Zuvor nutzten beide Piloten die von Schaeffler Paravan entwickelte Steer-by-Wire-Technologie Space Drive. Lediglich Mücke-Pilot Maximilian Buhk nutzt als einziger Fahrer die elektronische Lenkung.

Da die Technik noch nicht komplett ausgereift ist und noch mehr Entwicklungszeit investiert werden muss, hofft Flörsch sich einzig und allein auf ihre Performance fokussieren zu können. Vielleicht gelingen in Assen die ersten DTM-Punkte?

In Bezug auf den engen Titelkampf zwischen van der Linde und Lawson, Götz und Wittmann glaubt Flörsch fest an ihren Teamkollege , wie sie heute Mittag in einer virtuellen DTM-Pressekonferenz sagte. „Kelvin ist ein sehr gute GT3-Fahrer, er kennt das Auto am Besten von allen Piloten im Grid“, so Flörsch.

Einen Nachteil kann die Abt-Pilotin nicht ausmachen, dass ihr Teamkollege wie sie noch nie in Assen am Start war. „Überall wo er hinkommt, ist er wirklich schnell. Es wird für ihn wie für mich eine Herausforderung. Er versucht immer, P1 zu behalten. Abt setzt alles daran und arbeitet hart dafür, zu siegen“, so die DTM-Newcomerin.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: