Zum Inhalt springen

Formel E: Acronis – Cyber Protection in der Formel E, Sieg beim Saisonfinale in Berlin

Tom Blomqvist, NIO @NIO

Die Formel E zu Gast beim großen Saisonfinale in Berlin und mittendrin Patrick Pulvermüller, der seit sechs Wochen das Steuer bei Acronis- einem Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen- übernommen hat.

Die Formel E greift allzu gerne auf die Expertise des Unternehmens Acronis in Form von Cyber-Security zu. Die drei Teams DS Techeetah, NIO und Venturi bilden eine strategische Technologiepartnerschaft mit Acronis, das den Rennställen Cyber-Protection für ihre Werke in Frankreich, Großbritannien oder Monaco und die Infrastruktur an den Rennstrecken dieser Welt sowie für Geschäftsanwendungen bereitstellt.

„Bildpresse2010.blog“ kommt auf Einladung von Acronis zum großen Showdown in die deutsche Bundeshauptstadt. Der erste Formel-E-Weltmeister unter 18 möglichen Titelkandidaten wird ermittelt.

Bevor sich Mercedes-Pilot Nyck de Vries zum neuen Weltmeister krönt, treffe ich mich im exklusiven Emotion Club der Formel E zu einem Interview mit Patrick Pulvermüller, der seit 1. Juli zum neuen CEO von Acronis ernannt wurde. Der aus dem niederbayerischen Bad Griesbach stammende Pulvermüller feiert in Berlin seine Formel-E-Premiere.

Patrick Pulvermüller CEO Acronis @Acronis

Das Ambiente des Formel-E-Zirkus hinterläßt beim 46-jährigen Pulvermüller mächtig Eindruck. „Ich würde es beschreiben als freundschaftlich, offen und locker“, sagt Pulvermüller. „Ich bin das erste mal bei der Formel E vor Ort und dass wir alle hier zusammen sind, finde ich ganz, ganz toll. Es ist eine ganz andere Atmosphäre, hier vorne sind alle Teamchefs anzutreffen.

Ich habe mich mit allen drei Teamchefs, die wir sponsern und unterstützen, getroffen und es war quasi ein gegenseitiges ‚die Hand geben‘. Das habe ich so in anderen Sportarten noch nicht erlebt. Das finde ich schön, weil das macht es nochmal kollegialer und spannender. Das zeigt auch, dass wir alle gemeinsam nach vorne arbeiten.“

Das in der Schweiz und Singapur angesiedelte Unternehmen Acronis -2003 gegründet- stellt innovative Cyber Protection-Lösungen im Bereich Backup-, Storage- und Disaster Recovery zur Verfügung, mit denen die Ausfallsicherheit verbessert und effizientere sowie sichere Arbeitsabläufe für die Rennsport-Teams geschaffen werden.

Der Fußball zählt nicht nur weltweit zu den beliebtesten, sondern auch zu den größten Sportarten, die Acronis unterstützt. Ajax Amsterdam, Atletico Madrid, Inter Mailand oder Mancester City lauten die illustren Namen, die auf den Branchenanbieter im Bereich Cyber-Protection und Datenspeicherung in der hybriden Cloud setzen.

It’s all about data

Sport-Sponsoring bedeutet für Acronis eine ganze Menge. Im Sport fallen inzwischen gigantischen Datensammlungen an, egal ob Motorsport oder Fußball. Hunderte Gigabyte an Telemetrie-Daten erfassen die Rennställe und produzieren in ihren Fabriken Terabytes an Engineering- und Testdaten. IT-Infrastruktur und Kommunikation gehören zu den wichtigsten Prioritäten in der Motorsport-Szene.

Jaguar im Grid @EHirsch

„Wir sind ja nicht nur im Motorsport aktiv, auch in anderen Serien, außerhalb Deutschlands, sind wir stark vertreten, beispielsweise im Football in den USA“, sagt Pulvermüller. „Daten ist alles, worum es bei uns geht. Im Sport gibt es heutzutage ganz viele Daten. Diese Strukturen zu lernen, zu verstehen und immer sicher zu bereitstellen, dass es immer die richtigen Daten sind, ist das eine wichtige Thema.

Das andere Thema ist, besser zu verstehen, wie gewisse Dinge in Industrien passieren. Die Formel E ist in dem Zusammenhang für uns ganz, ganz wichtig. Da durch die Formel E sehr enge Beziehungen zu den ganzen Automobilherstellern bestehen, deutlich enger nochmals als in der Formel 1, hilft es uns besser zu verstehen, wohin die Automotive-Industrie zusteuert.

Cyber-Security ist heute das Kernthema, woran wir seit Jahren arbeiten. Heute umfasst Cyber-Security im Automotiv-Bereich ungefähr 10% des gesamten Marktes. In fünf bis sechs Jahren liegen wir eher bei 25%. Daher möchten wir mit im Boot sein und besser verstehen, wohin die Reise geht“, unterstreicht der deutsche CEO das Engagement.

Datenangriffe nehmen rasant zu

Die Datenkriminalität nimmt in allen Lebensbereichen -sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld- rasant zu. Der Sport bildet da keine Ausnahme. Rund um die Uhr sind Attacken jederzeit möglich. Die Motorsport-Teams sind einem harten Wettbewerb ausgesetzt, dessen IT-Infrastruktur rund um den Erdball funktionieren muss.

Venturi bei der Arbeit,Formula E 2020-2021: Berlin E-Prix I ©Venturi,Carl Bingham / LAT Images

„Die Cyberkriminalität wächst ja leider exponentiell“, bestätigt Pulvermüller. „Gerade letzte Woche gab es wieder drei Angriffe, mittlerweile ist jede Woche etwas los. Es sind verschiedene Dinge, die da wichtig sind. Zum Einen, das man die Daten überhaupt hat und nicht verliert.

Es ist ganz wichtig, das diese Daten vor Verlust geschützt sind, weil es mir ja nichts hilft, wenn ich über verschiedene Rennen Motordaten und sonstige Daten sammle und diese dann plötzlich verschwunden sind. Dann habe ich kein Vergleichsprofil mehr. Datensicherheit ist elementar wichtig.

Das nächste Thema betrifft die Daten selbst, ob es wirklich die Daten sind, die ich ursprünglich aufgenommen habe. Wurden sie eventuell verändert? Die Angriffe steigen exponentiell, die Nachfrage nach Lösungen steigt dagegen noch nicht exponentiell. Das ist eine große Gefahr, woran wir arbeiten. Alle Daten sind wichtig. Die Datenkonsistenz ist wichtig und das ist etwas, wo wir an allen Ebenen anpacken und mithelfen, um das sicherzustellen.“

Acronis-Partner Venturi gewinnt Saisonfinale in Berlin

Zurück zur Formel E: Im Qualifying zum Samstagsrennen dominieren die von Acronis unterstützen Teams DS Techeetah und Venturi. Der Franzose Jean-Eric Vergne schnappt sich die Pole-Position vor seinem Teamkollegen und amtierenden Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa. Titelaspirant Edoardo Mortara vom Team Venturi hat sich mit Platz vier ebenso eine hervorragende Ausgangsposition für das Rennen geschaffen. Teamkollege Norman Nato liegt knapp dahinter auf Platz fünf.

DS Techeetah Garage ©EHirsch

Unter den ersten Fünf befinden sich also vier Piloten mit Acronis-Logo, da schlägt das Herz von Pulvermüller höher. „Ich würde gerne sagen, das liegt an unserer Software“, so der Acronis-CEO schmunzelnd. „Nein, wir sind überglücklich. Wir haben gestern Abend mit dem Team gesprochen. Für uns kann es so oder so nur gut ausgehen. Darauf freue ich mich.“

Das Rennen am Samstag gewinnt zwar Audi-Pilot Lucas di Grassi, doch Platz zwei für Mortara und Platz vier für Nato (beide Venturi) respektive Platz sechs und sieben für die beiden DS-Techeetah-Piloten Felix da Costa und Vergne kann sich wahrlich sehen lassen.

Am Sonntag kommt es noch besser. Norman Nato feiert seinen Premierensieg in der Formel E für die Venturi-Mannschaft, Tom Blomqvist vom NIO-Team -das auch von Acronis unterstützt wird- sorgt mit Platz zehn für eine faustdicke Überraschung. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Mortara hat sich beim Startunfall am Sonntag einen Rückenwirbel gebrochen, als der Italo-Schweizer auf das Auto von Jaguar-Pilot Mitch Evans aufgefahren war. Der Venturi-Pilot musste damit die Segel im Titelkampf streichen.

Geschäftsbeziehungen pflegen

Wie wichtig das Branding in der Formel E für Acronis ist, möchte ich von meinen angenehmen Gesprächspartner wissen. „Es ist immer positiv, auf der Gewinnerseite zu sein“, sagt Pulvermüller. „Aber es ist nicht das, weshalb wir das Sponsoring machen. Wir nutzen diese Events, um mit unseren wichtigsten Kunden, Distributoren, Serviceprovider zusammen eine schöne Veranstaltung zu erleben.

Ich hatte heute den ganzen Vormittag sehr viel Zeit mit unseren Kunden verbracht. Gestern Abend hatten wir gemeinsam ein wunderschönes Abendessen, es ist das Ambiente drumherum, das wir zusammensitzen und reden können. Das ist viel wichtiger als die Teams zu sponsern, die nicht in den Top drei landen“, erklärt Pulvermüller.

Emotion Club in Berlin E-Prix ©EHirsch

Ich kann die Aussagen Pulvermüllers nur unterstreichen, wenn ich mich hier im Emotion Club bewege. Tolles Ambiente, ein unterhaltsamer Saxophonspieler, köstliches Essen und erfrischende Getränke machen den Aufenthalt hier besonders angenehm. Oben auf der Terrasse gibt es einen herrlichen Blick auf das Renngeschehen, wenn Vergne & Co um den Sieg kämpfen.

Deutsche Teams: Fehlanzeige

Wie laufen die Vorbereitungen auf die neue Formel-E-Saison, gibt es Pläne, weitere Teams für Acronus zu gewinnen, frage ich den Pulvermüller. „Momentan ist die Planung, mit den Bestandsteams NIO, DS Techeetah und Venturi weiterzumachen“, so der Deutsche. „Sie werden uns zukünftig in der Formel E sehen. Sie werden uns auch in vielen anderen Sportarten sehen, weil wir sehr daran an diese Verbindung glauben“, notiert der 46-jährige gebürtige Niederbayer, der in Köln lebt.

Was auffällt, dass unter den vier deutschen Formel-E-Teams kein einziges mit Acronis-Logo um Siege fährt. Besteht offenbar kein Interesse an den in der Elektro-Rennserie involvierten deutschen Hersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche? „Als Kunde arbeiten wir mit diesen zusammen, in der Formel E hat es nie die Gelegenheit dazu gegeben“, erklärt Pulvermüller.  „Das sind hoffentlich alle zufriedene Kunden von uns“, so Pulvermüller.

Neben den deutschen Formel-E-Teams gibt es auch in der deutschen Fußball-Bundesliga keinen einzigen Bundesliga-Verein mit Acronis-Logo. Der 1.FC. Köln wäre doch der prädestinierte Bundesliga-Verein für den in Köln lebenden Pulvermüller. „Der 1.FC Köln ist ein spannendes Thema, ganz egal in welcher Liga er gerade spielt“, so Pulvermüller.

„Das Herz meiner fünf Kinder schlägt immer für den 1.FC Köln, obwohl mein Herz eher für einen Verein im Süden von Deutschland schlägt. Wir unterstützen viele bekannte Teams ausserhalb Deutschlands. Ganz ehrlich, ich habe es noch nicht ganz verstanden, warum wie es in Deutschland noch nicht geschafft haben“, gibt Pulvermüller offen zu. Was nicht ist, kann ja noch werden…

Formel E Berlin im Emotion Club

Zurück zur Formel E: Draußen auf dem Grid laufen die Vorbereitungen für den Berlin E-Prix auf Hochtouren. An jedem Gen2-Auto sitzen, knien oder stehen die Renningenieure mit Laptops in der Hand. It’s all about data. Ein unvergesslicher Formel-E-Tag neigt sich dem Höhepunkt zu.

Während ich den Audi-Sieg im Emotion Club in angenehmer Atmosphäre und bei herrlichen Sommerwetter erlebe, analysieren die Teams im Hintergrund jetzt intensiv die gewonnenen Daten auf der Strecke für das letzte Saisonrennen – mit tatkräftiger Unterstützung von Acronis.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: