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DTM: BMW-Sieg in Zolder, verärgerter Tabellenführer, die Stimmen aus Zolder

Marco Wittmann ,DTM Zolder 2021 ©DTM

Marco Wittmann strahlte über beide Ohren. Der zweifache DTM-Champion gewann das Sonntagsrennen in Zolder und bescherte seinem Team Walkenhorst Racing den Premierensieg in der DTM.

„Ich kann es nicht ganz glauben, um ehrlich zu sein“, war der Franke sprachlos. „Zwei Jahre seit meinem letzten Sieg, das klingt nach einer zu langen Zeit.

Wir hatten keine hohen Erwartungen hier, weil die Strecke unserem Auto eigentlich nicht liegen sollte. Aber wir hatten ein wirklich gutes Paket“, so Wittmann.

Der BMW-Pilot siegte vor Maximilian Götz (HRT) und Liam Lawson (Ferrari).

Neben Wittmann und Götz hätte eigentlich Lucas Auer stehen sollen, doch eine Zeitstrafe gegen den Österreicher und sein Mercedes-AMG Team WINWARD Racing (WWR) einen Podestplatz gekostet.

Als Zweiter ins Ziel gekommen, verhängte die Rennleitung wegen eines Boxenstopp-Vergehen insgesamt zehn Strafsekunden gegen den 26-jährigen Kufsteiner, die den Tiroler auf den fünften Platz zurückwarfen.

Start,DTM Zolder 2021 ©DTM

Für Action im Feld sorgte Lokalmatador Esteban Muth. Der 19-jährige Belgier zeigte im T3-Lamborghini einige brachiale Überholmanöver und lieferte sich vor allem mit dem Gesamtführenden van der Linde großartige Duelle. Am Ende wurde Muths Auftritt mit Platz neun belohnt.

Für Ärger sorgte im Abt-Lager Auers Teamkollege Philip Ellis, der nach Meinung der Allgäuer Tabellenführer Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller bewußt einbremste. Van der Linde kam auf Platz acht und verteidigte seine Meisterschaftsführung, Rockenfeller erreichte Position zehn.

Hier die Stimmen aus Zolder:

Maximilian Götz, P2, HRT Mercedes:

Heute war einmal mehr zu sehen, dass im Motorsport immer etwas drin ist. Auch bei einer schlechten Ausgangslage muss man bis zum Schluss kämpfen. Wir haben es heute sehr gut gemacht, die Strategie war die richtige, die Pace war da. Was gestern gegen uns gelaufen ist, lief heute für uns.

Vincent Abril, Ausfall, HRT Mercedes:

Am Samstag hatten wir ein hartes und hektisches Rennen. Ich war aber sehr zufrieden mit meiner Leistung und der des Teams.

Heute bin ich sehr frustriert: In meiner Karriere ist es noch nie vorgekommen, dass ich ein Rennen quasi direkt nach der ersten Kurve beenden musste. Ich denke immer positiv, aber das ist schon ein herber Rückschlag.

Sean Paul Breslin, Teamchef Mercedes-AMG Team HRT:

Es war heute erneut eine hervorragende Mannschaftsleistung mit einem Podiumserfolg und wichtigen Punkten für die Meisterschaft. Ich möchte unserem gesamten Team explizit für ihre wieder einmal fantastische Performance danken.

Wir hatten in beiden Rennen den schnellsten Boxenstopp, das harte Training hat sich heute also ausgezahlt. Das Ausscheiden unseres zweiten Fahrzeuges ist natürlich ein Wermutstropfen, aber wir werden das verkraften und noch stärker zurückkommen.

Liam Lawson, P4,  Ferrari:

Das Samstagsrennen war natürlich enttäuschend, da wir viele Punkte in der Meisterschaft verloren haben. Aber für einen Fahrer ist es wichtig, so ein schlechtes Rennen einfach abzuhaken und weiterzumachen.

Über die Punkte, die ich am Sonntag als Dritter geholt habe, bin ich sehr glücklich. Wir haben versucht, die Jungs vor uns mit einem Overcut zu überholen, aber wir konnten letztlich ihren Speed nicht ganz mitgehen – Glückwunsch an sie.

Mit Blick auf die Meisterschaft haben wir trotz des Podiums am Sonntag alles in allem Punkte eingebüßt. Man sieht also, wie wichtig es ist, in dieser engen Meisterschaft konstant zu punkten.

Alex Albon, P6, AlphaTauri Ferrari:

Insgesamt bin ich mit der Verlauf dieses Wochenendes zufrieden. Ich habe beim Verständnis des Autos auf jeden Fall einen Schritt nach vorn gemacht. Zwar habe ich immer noch das Gefühl, dass wir nicht all unsere Chancen genutzt haben, aber in beiden Rennen gepunktet und am Samstag aufs Podium gefahren – alles gut.

Nico Müller, P4, Rosberg Audi:

Ich bin von Rang fünf gestartet, was eine ordentliche Ausgangsposition war. Beim Restart nach einer Safety-Car-Phase wurde ich dann unfair von Mike Rockenfeller rausgedrückt und habe so viele Plätze verloren.

Danach konnte ich dank einer guten Pace und eines starken Boxenstopps meines Teams wieder bis an die Führenden heranfahren. Hätte das Rennen ein paar Runden länger gedauert, hätte ich vielleicht sogar noch Rang drei angreifen können.

Grundsätzlich können wir mit der vierten Position einigermaßen zufrieden sein, müssen aber weiterarbeiten. Dann können wir auch bald wieder um Siege kämpfen, denn dafür sind wir hier.“

Dev Gore, P17, Rosberg Audi:

Im Qualifying hatte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr als Rang 13 erhofft. Im Rennen habe ich beim Restart ein paar Plätze verloren. Wir haben dann versucht, mit einem frühen Boxenstopp wieder Positionen zu gewinnen, aber leider bin ich hinter Christian Klien und Timo Glock rausgekommen.

Ich war schneller, konnte sie aber nicht überholen. Am Ende habe ich ein riskantes Manöver gewagt und bin mit Timo kollidiert. Generell war positiv, dass unsere Performance insgesamt wieder besser ist, aber ich konnte es leider nicht in gute Ergebnisse umsetzen.

Kimmo Liimatainen (Teamchef Rosberg):

Dieses Rennen hat bestätigt, dass wir dabei sind, unsere Probleme vom Lausitz-Wochenende in den Griff zu bekommen. Noch sind wir zwar nicht da, wo wir sein wollen, aber die Richtung stimmt.

Nico hatte früh im Rennen Pech, denn beim Restart wurde er neben die Strecke gedrückt. So ist er nach zwei Kurven aus den Top Ten rausgefallen. Wir haben dann lange mit seinem Pflichtboxenstopp gewartet und diese Strategie hat gut funktioniert.

Nico ist aber auch richtig stark gefahren. Dieser Lauf hat gezeigt, dass Nico, das Auto und das Team in der DTM ganz vorne mitfahren können. Bei Dev war vor allem das Qualifying positiv, besser als Rang 13 war er in der DTM noch nie. Im Rennen hatte er einige Positionskämpfe, in denen er sich noch zu behaupten lernen muss. Aber insgesamt sehe ich sein Wochenende positiv.

Lucas Auer, P5, Winward Racing:

Ich wusste, ich habe eine Chance, sobald der BMW vor mir aus der Box kommt. Aber diesen Angriff hat er gut gekontert.

Danach habe ich hinter ihm Druck gemacht und auf unsere starke Pace über die Distanz gehofft. Und in der zweiten Rennhälfte hatten wir auch das schnellste Auto.

Vorbei kam ich leider nicht mehr, aber wir waren trotzdem flott unterwegs. Dass die Strafe dann alles ruiniert hat, ist natürlich ein Jammer. Aber sie hat nichts mit mir zu tun, also war es aus meiner Sicht dennoch ein gutes Rennen.

Christian Hohenadel, Teamchef WWR:

Es war eine unglückliche Situation. Wir wollten Luggi früh an die Box holen, um einen Undercut gegen Wittmann zu versuchen, gleichzeitig mussten wir aber damit rechnen, dass Philip reinkommt, weil sein Auto nach der Kollision nach dem Start beschädigt war.

Deswegen haben wir Luggi noch eine Runde draußen gelassen, sind aber stehen geblieben, falls Ellis kommt. Es gibt verschiedene Sichtweisen zu dieser Situation. Wir müssen jene der Rennleitung akzeptieren, daher legen wir auch keine Berufung ein.

Es ist natürlich jammerschade, weil wir heute den Speed zum Gewinnen gehabt hätten. Das nehmen wir mit zum nächsten Rennen!“

Philip Ellis, P16, Winward Racing:

Den Vorfall nach dem Start muss ich auf meine Kappe nehmen, es tut mir sehr leid für Abril. Der Tag fing im Qualifying schon schlecht an, und er wurde im Rennen nicht besser.

Kelvin van der Linde ,DTM Zolder 2021 ©DTM

Kelvin van der Linde, P8, ABT Audi :

Der Samstag war ein Traumtag mit dem Doppelsieg für ABT, einer guten Strategie und einem schnellen Boxenstopp. Ich kann meinen Jungs nur danken: Das war mega!

Der Sonntag lief nicht so perfekt, aber das werden wir im Detail analysieren. Im Motorsport gibt es immer Höhen und Tiefen. Unser Ziel für dieses Wochenende war, die Meisterschaftsführung zu verteidigen oder sogar auszubauen. Das haben wir geschafft.

Mike Rockenfeller, P10, ABT Audi:

Es war ein positives Wochenende. Die Pace war an beiden Tagen gut. Kelvin und ich waren in beiden Qualifyings schnell. Am Samstag bin ich im Rennen von Platz fünf auf zwei gefahren – das kann sich sehen lassen.

Das Wichtigste für mich ist, ein immer besseres Gefühl für das Auto zu haben. Am Sonntag hat uns etwas das Glück gefehlt. Was Philip Ellis auf der Strecke gemacht hat, war aus meiner Sicht nicht sehr sportlich. Aber man sieht sich immer zweimal im Leben.“

Sophia Flörsch, Ausfall, Abt Audi:

Zolder kann man abhaken, das war alles andere als gut. Die Strecke ist schwierig und wir waren nicht schnell genug. Es kann nur besser werden. Ich wünsche dem Team auf jeden Fall alles Gute für den Nürburgring. Ich werde die Daumen drücken und es von Le Mans aus verfolgen – und dann sehen wir uns am Red Bull Ring wieder.

Thomas Biermaier, Teamchef Team ABT Sportsline:

Wenn man in der DTM einen Doppelsieg feiert, die Führung in der Fahrerwertung ausbaut und die Führung in der Teamwertung übernimmt, dann war es definitiv ein gutes Wochenende. Der Samstag war Werbung par excellence für ABT Sportsline. Am Sonntag war unser erstes Problem, das viele Zusatzgewicht in die Autos zu bekommen.

Trotzdem hatten wir nach dem Qualifying eine sehr gute Ausgangsposition. Schade, dass schon so früh in der Saison Spielchen beginnen, wie wir sie aus der DTM von früher kennen. Das hat uns viele Punkte gekostet.

Hans-Peter Naundorf, Teamchef ROWE RACING:

Zolder war für uns als Team ein schwieriges Pflaster, da die Rennstrecke dem Team, den Fahrern und den Fahrzeugen einiges abverlangt hat. Wir hatten Schäden an den Autos und technische Probleme, die am Freitag und am Samstag unsere Abläufe beeinträchtigt haben.

Erst nach dem sehr unglücklich verlaufenen Qualifying am Sonntag haben wir bei Sheldons Auto die richtige Pace gefunden, und er hat mit einer großartigen Leistung und einer guten Strategie noch ein paar Punkte für das Team geholt.

Timos Auto hatte im Qualifying gleich mehrere Schäden, das werden wir zu Hause noch einmal genau untersuchen.“

Timo Glock, P17, ROWE Racing  BMW:

 Für mich war das ein Wochenende zu Abhaken. Es gab an beiden Tagen leider einige technische Probleme. Am Sonntag kam dann noch mehr zusammen, als mir im Qualifying erst die Motorhaube aufgegangen ist und dabei auch der Frontsplitter noch einen Schlag abbekommen hat.

Im zweiten Versuch ist schließlich die Antriebswelle gebrochen und ich bin einfach nur ausgerollt, ohne noch etwas tun zu können. Das Team hat das Auto zwar bis zum Rennen repariert, aber die Performance war einfach nicht mehr da.

Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen und am Nürburgring einen neuen Anlauf zu nehmen.“

Sheldon van der Linde, P7, ROWE Racing BMW:

 Von diesem Wochenende bleiben für mich gemischte Gefühle. Ich glaube, wir hätten ein paar Punkte mehr verdient gehabt, aber nach dem unglücklichen Qualifying am Sonntag ging es nur darum, sich noch vor in die Punkteränge zu kämpfen.

Das hat zwar geklappt, weil das Auto sehr gut gelaufen ist. Aber wenn man sieht, dass Marco Wittmann so schnell war, dann hätten wir das auch schaffen können. Vielleicht nicht einen Sieg, aber sicher ein paar mehr Punkte für die Meisterschaft.

Daniel Juncadella, P12, GruppeM Racing Mercedes:

Meine Hand war nach dem gestrigen Zwischenfall etwas geprellt, aber ich hatte keine Probleme beim Fahren. Das Qualifying war okay, aber wir hatten Pech mit einer roten Flagge, so dass es nur für P5 gereicht hat.

Die 10 Plätze in der Startaufstellung machten alles noch ein bisschen schwieriger. Der Boxenstopp war gut, aber danach war unsere Pace nicht mehr so stark, um ehrlich zu sein.

Wir müssen das einfach analysieren, denn im Vergleich zu unseren Konkurrenten fehlte uns eine Menge. Wir müssen also arbeiten und versuchen, es für den Nürburgring in Ordnung zu bringen.“

 

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