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Formel E: Mercedes- Stoffel Vandoorne aus Titelkampf rausgekickt, Nyck de Vries übernimmt WM-Führung

Stoffel Vandoorne, Mercedes,S7_London, Sonntag, 25. Juli 2021 © LAT Images

Es hätte das ganz große Wochenende von Mercedes werden können. Beim London E-Prix zeigte sich das Team von Ian James stark formverbessert. Unter den wachsamen Augen von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sind Nyck de Vries mit P2 und Stoffel Vandoorne mit P7 beim Samstagsrennen in die Erfolgsspur zurückgekehrt, die lange Durststrecke schien beendet.

Tags darauf lief zunächst alles nach Plan für den deutschen Autohersteller. Vandoorne angelte sich die Pole-Position, Teamkollege de Vries steuert den Mercedes-EQ Silver Arrow 02 auf Position vier. Doch dann kam Oliver Rowland, der Vandoornes Titelträume unsanft ein Ende setzte.

„Es tut einfach nur weh, dann so viele Punkte und einen weiteren potenziellen Sieg zu verlieren“, trauerte Vandoorne dem verpassten Sieg nach. „Diese Punkte sind in dieser Meisterschaft und einer so eng umkämpften Saison wie dieser super wichtig“, fügte der Mercedes-Pilot hinzu.

Stoffel Vandoorne, London E-Prix ©FIA FormulaE

Der Belgier war auf dem Weg zu seinem dritten Formel-E-Sieg für Mercedes, doch Nissan-Pilot Rowland hatte etwas dagegen und riß Vandoorne mit einer unmotivierten Attacke aus allen Titelträumen.

Frust pur bei Vandoorne

Der Brite stand in der Rechtskurve zu Turn 10 zu lange auf dem Strompedal, verbremste sich und rammte den Mercedes-Piloten. Vandoornes Arbeitsgerät wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, der Belgier wurde durchgereicht und musste am Ende mit Platz 15 vorliebnehmen.

„Ich bin von der Pole Position gestartet, habe das Rennen lange angeführt und hatte alles unter Kontrolle“, sagte Vandoorne. „Jetzt dann ohne Punkte dazustehen, ist sehr frustrierend für mich“, ärgerte sich der 29-jährige Wahlmonegasse maßlos.

Bis auf Runde zehn- Vandoorne aktivierte gerade den Attack Mode- führte der Belgier das Feld 12 Runden lang an, ehe Rowland die Brechstange auspackte. Teamkollege de Vries, der kurzzeitig die Führung übernommen hatte, überließ Vandoorne wieder die Führung, ehe es zur zweiten Safety-Car-Phase kam.

Porsche-Pilot Andre Lotterer hatte den amtierenden Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa unsanft ins Aus befördert, der MINI Electric Pacesetter rückte aus. Nach dem Restart kam es zu der verhängnisvollen Aktion des Nissan-Piloten.

„Ich bin natürlich unheimlich enttäuscht. Das war heute ein harter Nachmittag für mich“, so der Mercedes-Pilot, der mit einem möglichen Sieg einen gewaltigen Sprung in der Meisterschaft gemacht hätte. Hinter seinem Teamkollegen de Vries und Virgin-Pilot Robin Frijns wäre Vandoorne auf Platz drei in der Tabelle geklettert und hätte sich für Berlin positioniert.

Rowland entschuldigt sich

So rangiert der Mercedes-Pilot mit 32 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen de Vries nur auf Platz 13. Acht lange Rennen lang stand Vandoorne nicht mehr auf dem Podest, da wäre ein London-Sieg Balsam auf die Wunden des Mercedes-Piloten gewesen. Übeltäter Rowland nahm den Crash auf seine Kappe, gestand reumütig sein Vergehen.

„Wir hatten ein gutes Qualifying und eine gute Rennpace, aber ein Fehler von mir im Rennen mit Stoffel ruinierte sein Rennen und mein Rennen. Es tut mir leid für ihn und für das Team“, entschuldigte sich der Brite beim Belgier.

In der Sat1-Liveübertragung wunderte sich TV-Experte Daniel Abt über Rowlands Attacke. „Immer die gleichen Spinner“, so Abt, der in der Vergangenheit selbst öfters mit dem Briten zusammenkrachte. „Er sollte mal zwei Rennen zuschauen“, riet ihm der ehemalige Audi- und Nio-Formel-E-Pilot.

Für Vandoorne ein schwacher Trost, der zumindest mit dem Mercedes-Team – aktuell Platz zwei- den WM-Titel noch erringen kann.

In der Fahrerwertung bräuchte Vandoorne beim Saisonfinale in Berlin schon zwei Sahnetage, um sich als neuer Formel-E-Weltmeister zu krönen. Aber in dieser Formel-E-Saison ist alles Unmögliche möglich…

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