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Formel E: BMW-Sieger Jake Dennis: „Wusste gar nicht so richtig, was ich erwarten sollte“, die Stimmen aus London

Sieger Jake Dennis BMW ©FIA FormulaE

Nach einer taktisch cleveren und fahrerisch souveränen Leistung hat der Brite Jake Dennis bei seinem Heimspiel in London seinen zweiten Sieg in der Formel E für BMW i Andretti Motorsport gefeiert. Der Titelkampf in der Formel E spitzt sich drei Rennen vor dem Saisonende zu. Mittendrin: 16 Piloten, die um die WM-Krone balgen.

„Ich bin superglücklich“, sagte Lokalmatador Dennis. „Als ich ins Rennen gegangen bin, wusste ich gar nicht so richtig, was ich erwarten sollte. Das Rennen war anders als sonst, da Energiemanagement kaum eine Rolle gespielt hat. „

Bereits im ersten Renndrittel übernahm Dennis die Führung, konnte sich vor der Nutzung des zweiten Attack Modes von der Konkurrenz absetzen und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Nach seinem Premierensieg in Valencia stand Dennis damit bereits zum zweiten Mal in seiner Debütsaison in der Formel E ganz oben auf dem Treppchen.

Hier die Stimmen aus London:

„Ich hatte einen harten Kampf mit Alex Lynn, und ich habe versucht, ihn unter Druck zu setzen“, führte der Sieger weiter aus. „Wir haben es dann riskiert, vor ihm zu bleiben, als er seinen zweiten Attack Mode genommen hat. Ich wusste, ich kann ihn hinter mir halten, konnte aber nicht einschätzen, ob sich das später auszahlen würde.

Zum Glück hat er einen kleinen Fehler gemacht, ich konnte vor meinem zweiten Attack Mode drei Qualifying-Runden hinlegen und einen Zwei-Sekunden-Vorsprung herausfahren. Danach ging es darum, den Sieg ins Ziel zu bringen.

Ich hatte jedoch heftige Vibrationen hinten rechts. Das war vielleicht 15 Runden vor Schluss. Ich habe ab diesem Zeitpunkt keinen Randstein mehr mitgenommen, nur um sicherzugehen, dass ich durchkomme. Jetzt Dritter in der Fahrerwertung zu sein, damit hätte ich zu Saisonbeginn niemals gerechnet“, erklärte der BMW-Pilot.

Nyck de Vries, P2, Mercedes:

Es ist klasse, dass wir uns heute mit diesem zweiten Platz auf dem Podium zurückmelden konnten. Hinter uns liegt eine schwierige Phase in dieser Saison, das lag teils an uns selbst, teilweise lag es aber auch außerhalb unserer Kontrolle.

Umso schöner ist es, hier in London aufs Podest gefahren zu sein. Das gilt ganz besonders, wenn man bedenkt, wie uns das mit dieser Aufholjagd vom neunten Startplatz gelungen ist. Es ist fantastisch, das Team mit so einem Ergebnis für all die harte Arbeit in den vergangenen Wochen und Monaten zu belohnen – und das bei einem der Heimrennen des Teams hier in London.

Alex Lynn, P3, Mahindra:

Es ist ein anständiger Job, wir haben die Pole geholt – und sind Dritter geworden – mit einer soliden Pace, aber wir hatten nicht genug gegen Jake & Nyck gegenzuhalten. Wir wissen, dass das Rennen nicht unsere stärkste Stärke ist, also müssen wir damit zufrieden sein.“

Siegerpodest E-Prix in London ©FIA FormulaE

Andre Lotterer, P4, Porsche:

Das sind gute Punkte, die ich mitnehme, trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden. Ich habe den Attack Mode verpasst, und das hat mich einen Platz auf dem Podium gekostet.

Ich war da sehr dicht hinter meinem Vordermann und konnte deshalb die Linien nicht richtig sehen. Dadurch habe ich eine davon nicht überfahren und musste einen erneuten Versuch starten. Schade. Nun fokussieren wir uns auf morgen.

Rene Rast, P5, Audi:

Das war heute ein guter Tag, aber auch ein verrücktes Rennen. Ich habe bei einigen Berührungen am Start ein paar Teile verloren, außerdem stand mein Lenkrad ein wenig schief, aber wir haben trotzdem acht Plätze gutgemacht. Das ist eine gute Ausgangsposition für morgen und die nächsten Rennen.

Lucas di Grassi, P6, Audi:

Mal haben wir Positionen gewonnen, dann wieder verloren – deshalb sind wir nicht so weit nach vorn gekommen wie gehofft. Die Punkte heute sind dennoch extrem wichtig, denn ich habe noch nie einen engeren Titelkampf gesehen als drei Rennen vor Schluss in dieser Saison.

Stoffel Vandoorne, P7, Mercedes:

Heute war ein guter Tag für das Team. Nyck ist auf das Podium gefahren und ich konnte mich von P14 nach vorne arbeiten. Los ging es mit einem Zwischenfall im zweiten Training am Vormittag, in dem ich Aquaplaning hatte und deswegen keine Runde fahren konnte. Damit habe ich mir das Leben selbst schwer gemacht und ich ging quasi blind ins Qualifying.

Im Rennen konnte ich mich von Startplatz 14 bis in die Punkte nach vorne kämpfen. Das ist angesichts der Startposition ein ordentliches Ergebnis. Ich glaube nicht, dass heute im Rennen noch mehr drin gewesen wäre. Die Abstände wurden schon früh im Rennen festgelegt und am Ende konnte man nicht mehr viele Positionen gutmachen. Es war ein solides Rennen, in dem wir ein paar Punkte einfahren konnten. Morgen erhalten wir im zweiten Lauf eine weitere Chance, bei der wir hoffentlich das heute Gelernte in die Praxis umsetzen können.

Antonio Felix da Costa, P8, DS Techeetah:

Wir hatten den typischen Kampf im Qualifying, weil wir in Gruppe 1 waren, und obendrein trocknete die Strecke diesmal ab, so dass alle nach uns schneller waren… Von P17 zu starten und Neunter zu werden ist nicht schlecht, es war ein schwieriger Tag, aber wir haben einige sehr wertvolle Punkte für die Team- und Fahrerwertung geholt. Langsam holen wir sie ein.

Edoardo Mortara, P9, Venturi:

Wegen des schlechten Wetters und der Streckenentwicklung war das Qualifying in der Gruppe 1 heute ein großer Nachteil, aber ich denke, wir haben eine gute fliegende Runde gezeigt, indem wir unsere Session getoppt haben. Im Rennen war es sehr schwierig, zu überholen, und da wir von P16 gestartet sind.

Wir hatten Glück, in die Top 10 ins Ziel zu kommen, denn beide Nissan wurden disqualifiziert. Wir haben Glück, dass wir morgen wieder ein Rennen fahren können, und hoffentlich können wir die Ergebnisse erzielen, von denen wir wissen, dass wir dazu in der Lage sind.

Andre Lotterer,Porsche London E-Prix 2021 ©Porsche

Pascal Wehrlein, P10, Porsche:

Heute lief es nicht gut für mich. Das Qualifying war schwierig. Die Strecke war noch feucht, als ich mit meiner Gruppe unterwegs war. Danach trocknete sie immer weiter ab, so dass die kommenden beiden Gruppen klar im Vorteil waren. Mein Rennstart war auch nicht besonders gut. Der eine Punkt ist nur ein kleiner Trost. Doch morgen greife ich wieder an.

Jean-Eric Vergne, P12, DS Techeetah:

In der Gruppe 1 zu sein, ist immer knifflig. In dieser Situation haben wir uns entschieden, den Antriebsstrang zu wechseln, um für das Ende der Saison sicher zu sein, auch wenn uns das eine Durchfahrtsstrafe gekostet hat. Heute fühlte sich das Auto wirklich gut an, daher kann ich das morgige Rennen kaum erwarten.

Mitch Evans, P14, Jaguar:

Ich hatte einen guten Start ins Rennen und bin in die Punkte gefahren. Ich hatte einen Schaden an der Frontpartie und am Heck und musste an die Box fahren, was frustrierend ist. Nach dem Boxenstopp wollten wir draußen bleiben und so viel wie möglich für morgen lernen. Das Rennauto war schnell, also haben wir morgen eine weitere gute Chance.

Oliver Turvey, P15, NIO:

Es war ein schwieriger Tag mit kniffligen nassen Bedingungen im Training und wechselhafter feuchter Strecke im Qualifying. Ich hatte im Qualifying mit dem Auto zu kämpfen und war enttäuscht, am Ende auf P19 zu stehen.

Der Start zum Rennen verlief gut, ich konnte mich in der ersten Runde um vier Positionen nach vorne arbeiten. Leider habe ich mir nach ein paar Runden einen Schaden an der vorderen Spurstange zugezogen, als ein anderes Auto überholte, wodurch die Lenkung verstellt wurde. Wir haben es geschafft, das Rennen mit diesem Schaden zu beenden und mehr über das Auto zu lernen, was für morgen nützlich sein wird.

Maximilian Günther, P18, BMW:

Gratulation an das gesamte Team. Leider konnte ich von meiner Position aus nicht verfolgen, was vorne im Rennen so los war. Aber das war natürlich ein starker Job von Jake mit einem super Qualifying und einem super Rennen. Ich selbst habe mich im Training sehr gut gefühlt im Auto, auch im Qualifying, aber dann hatte ich leider einen Crash.

Das hat uns für diesen Tag alle Chancen genommen, was bitter ist, aber eben auch Teil des Geschäfts. Ich habe im Rennen versucht, alles rauszuholen, war aber weit entfernt von einem Punkteergebnis. Morgen ist ein neuer Tag, darauf konzentrieren wir uns jetzt.

Sam Bird, Ausfall, Jaguar:

Der heutige Tag war nicht ideal. Ich bin mir nicht ganz sicher, was passiert ist, aber letztendlich waren zu viele Leute auf dem gleichen Teil der Strecke unterwegs und ich kam am schlechtesten weg. Es ist frustrierend, aber es ist kein großer Schaden in den Punkten. Es wird Zeit, sich auf morgen zu konzentrieren.

Norman Nato, Ausfall, Venturi:

Die Streckenentwicklung war im Qualifying ein Vorteil für mich, und von Gruppe 4 aus konnte ich von P6 starten. Im Rennen war es sehr schwierig, zu überholen, und während meines ersten Angriffsmodus versuchte ich, Sette Camara zu überholen, aber wir kamen in Turn 16 zusammen.

Von da an und mit der Strafe war es Schadensbegrenzung und es gab sehr wenig, was ich tun konnte. Heute war eine große Chance, viele Punkte zu holen, und es ist eine bittere und schwierige Pille, die man schlucken muss. Wir müssen verstehen, wo wir mit der Rennstrategie falsch lagen und morgen stärker zurückkommen.

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