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Formel E: Alex Lynn feiert Premierensieg in London, Schwarze Flagge für Lucas di Grassi

Alex Lynn (GBR), Mahindra Racing, 1st position ©FIA FormulaE

Premierensieg für Alex Lynn. Der Brite hat das Sonntagsrennen vor Mercedes-Pilot Nyck de Vries und Mitch Evans (Jaguar) in London gewonnen. Was für ein Rennen…

„Es ist ehrlich gesagt schwierig, Worte zu finden“, so der großgewachsene Brite zu seinem Heimsieg. Lucas di Grassi, der als Erster ins Ziel kam, wurde disqualifziert, bester Deutscher wurde Pascal Wehrlein auf Platz fünf vor Maximilian Günther (BMW).

Alex Lynn (GBR), Mahindra Racing, M7Electro ©FIA FormulaE

Pole-Setter Stoffel Vandoorne (Mercedes) blieb am Start vorne, dahinter positionierten sich Oliver Rowland im Nissan und Alex Lynn (Mahindra).

Beide Nissan-Piloten crashen

Den ersten Aufreger lieferte Sebastien Buemi im Nissan, der Audi-Pilot Rene Rast ins Aus beförderte. Buemi packte die Brechstange aus und drückte den Deutschen an die Mauer, dessen Auto so derart beschädigt wurde, dass er nicht mehr weiterfahren konnte- Ausfall für den Audi-Piloten. Das Safety-Car rückte aus, um das Feld zusammenzuführen, Rasts Auto musste erst geborgen werden. Buemi bekam von der Rennleitung dafür eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt.

Nicht viel besser machte es Andre Lotterer (Porsche) in Runde 10, der den amtierenden Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa mit aktivierten Attack-Mode ins Aus beförderte. Der Deutsche machte beim Überholversuch des Portugiesen die Tür zu und drückte den DS Techeetah-Piloten in die Mauer. Das Aus für da Costa, Durchfahrtsstrafe für Lotterer. Das Safety-Car rückte zum zweiten Mal aus.

Geniestreich Lucas di Grassi mißlingt

Jetzt packte Audi die Trickkiste aus, doch der Plan ging nicht auf. Lucas di Grassi bog in die Box ein, da das Fahrerfeld hinter dem Safety-Car bummelte. Di Grassi fuhr durch die Boxengasse durch, ohne komplett anzuhalten.Und plötzlich lag der Brasilianer an der Spitze. Im Fahrerlager traute man seinen Augen nicht. Wie hat di Grassi das gemacht?

Die Rennleitung sah sich diese Szene anhand von Telemetriedaten an und verhängte eine Durchfahrtsstrafe für di Grassi. Da dieser der nicht nachkam, wurde ihm die Schwarze Flagge gezeigt- Disqualifikation. Audis Teamchef Allan McNish sagte im Sat.1-Interview, dass seine Mannschaft einen möglichen Reifenschaden in der Box nachkommen wollte, doch die Rennleitung roch den Braten und bestrafte di Grassi.

Viel Carbon- und Lackaustausch

Man merkte, dass es um die Wurst gegen Saisonende ging, denn die Gangart wurde von Runde zu Runde ruppiger. Nach dem Restart ließ sich Nissan-Pilot Oliver Rowland nicht lumpen und fuhr Pole-Setter Vandoorne völlig unmotiviert ins Auto. „Immer die gleichen Spinner“, kommentierte Sat1-Experte Daniel Abt die Szene des Briten. In der Vergangenheit gerieten Abt und Rowland auch des öfteren aneinander…

Selbst Tabellenführer Sam Bird gingen die Nerven durch, im Kampf um ein Top-Ten-Resultat crashte der Jaguar-Pilot mit Norman Nato (Venturi). Beide Fahrer mussten aufgeben, Bird bekam für diese Aktion eine Start-Rückversetzung für Berlin um drei Plätze.

Am Mikrophon regte sich TV-Experte Abt maßlos auf. „Es wird nur in die Karre gefahren, es ist wie Amateursport“, schüttelte der Ex-Formel-E-Pilot den Kopf.

Mercedes in der Pole-Position

Ach ja, gefahren wurde übrigens auch noch. Lynn ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr seinen ersten Formel-E-Sieg souverän nach Hause. De Vries zeigte eine bärenstarke Performance und kam als Zweiter ins Ziel- die Führung in der Weltmeisterschaft vor dem großen Showdown in Berlin in drei Wochen. Was für eine fulminante Rückkehr der Sterne-Fahrer.

Durch die Pole von Vandoorne, der als Zwölfter im Rennen punktlos blieb, übernahm Mercedes Platz zwei in der Teammeisterschaft, nur sieben Zähler hinter dem neuen Führenden Envision Virgin.

Wie erging es den anderen deutschen Fahrern? Pascal Wehrlein im Porsche zeigte ein solides Rennen und kam als Fünfter vor Max Günther (BMW) ins Ziel, zeigte ebenfalls eine Formsteigerung gegenüber Samstag. Lotterer hatte nach der Durchfahrtsstrafe keine Chance mehr auf eine Spitzenplatzierung und wurde auf P 18 gewertet.

Dragon-Pilot Joel Eriksson erbte durch di Grassis Disqualifikation P10 und feierte damit seinen ersten WM-Punkt. Teamkollege Sergio Sette Camara schaffte mit P8 ein tolles Mannschaftsergebnis für den Penske-Rennstall.

WM so spannend wie nie zuvor

In der WM reist Nyck de Vries als WM-Führender mit 95 Punkten nach Berlin zum großen Showdown (14.8./15.8.). Dahinter lauert Virgin-Pilot Robin Frijns, der mit P4 wichtige WM-Zähler einheimste. Der Virgin-Pilot, der noch kein Rennen in dieser Saison gewinnen konnte, könnte für die Überraschung in Berlin sorgen.

Bird, der vor heimischer Kulisse ein rabenschwarzes Renn-Wochenende erlebt, fiel auf Platz drei zurück (81 Punkte). Bester Deutscher bleibt Rene Rast, der als Zehnter 72 Punkte auf seinem Konto stehen hat. Durchaus noch Chancen, Weltmeister zu werden.

Berlin wird sich freuen, der große Showdown in der deutschen Bundeshauptstadt kann beginnen…

Ergebnis Saisonrennen 13 London:

Ergebnis,London 2 ©FIA FormulaE

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