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Formel E: Mercedes vor London-Heimspiel- Quo vadis? Zurück im Titelkampf?

Nyck de Vries,S7_New York City, Sonntag, 11. Juli 2021 -©LAT Images

Quo vadis Mercedes? Beim Heimspiel des Mercedes-Teams in London, das zwei Fabriken in Brackley und Brixworth besitzt, geht es um die Frage, ob Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne im Titelkampf noch einmal zurückkehren können?

„Hinter uns liegt eine relativ harte Phase der Saison, entsprechend ist es ein guter Zeitpunkt, um uns zurückzumelden und wieder eine gute Punkteausbeute einzufahren“, sagt de Vries, der als Meisterschaftszehnter lediglich 22 Punkte Rückstand auf Leader Sam Bird (Jaguar) hat.

Premiere für den Niederländer und das Mercedes-Team in London, wo die Saisonläufe 12 und 13 auf dem Programm stehen. Bereits morgen am Freitag findet das erste Freie Training statt, um sich auf die größte Besonderheit des Kurses einzustellen. Die Strecke verläuft entlang der Themse und durch das Exhibition Centre London (ExCeL) durch eine Messehalle, einen Indoor- und Outdoor-Bereich hat es in der Geschichte der Formel E so noch nie gegeben.

Mercedes,S7_New York City, Sonntag, 11. Juli 2021 ©LAT Images

Entsprechend hoch die Freude bei Mercedes-Teamchef Ian James. „Dieses Rennwochenende ist etwas ganz Besonderes, da es eines unserer Heimrennen in dieser Saison ist“, so der Brite. „Zwei unserer Fabriken liegen in Brackley und Brixworth und deshalb hoffen wir, dass wir alle unsere Teammitglieder mit unserer Leistung auf der Rennstrecke stolz machen können. Das Team hat im Laufe dieses Jahres fantastische Arbeit geleistet“, lobt James seine Truppe.

Die letzten Saisonrennen verliefen jedoch nicht nach dem Geschmack des Mercedes-Verantwortlichen. In der Teamwertung verlor der deutsche Autohersteller die Tabellenführung an Envision Virgin, auf Platz 5 ist die Truppe um Teamchef James zurückgefallen. Aus den letzten fünf Rennen holten de Vries und Vandoorne jeweils nur zwei Punkte respektive sechs Punkte (Puebla) – zu wenig im hautengen Meisterschaftskampf, wo es um jeden einzelnen Zähler geht.

Nyck de Vries: Hausaufgaben erledigt

De Vries kann es daher kaum erwarten, in London auf das Strompedal zu steigen. „Nach dem zurückliegenden Rennwochenende in New York freue ich mich sehr darauf, beim London E-Prix wieder in Europa zu fahren“, so der Niederländer.

„Immerhin ist es eines unserer Heimrennen, bei dem wir für die unermüdlich arbeitenden Teammitglieder in den Fabriken in Brackley und Brixworth eine starke Performance abliefern möchten. Wir haben unsere Hausaufgaben für den Double-Header gemacht und ich denke, dass wir bereit sind, an diesem Wochenende zum ersten Mal auf der neuen Strecke in London zu fahren. Jetzt wollen wir das Beste daraus machen“, hofft der Mercedes-Pilot in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Zwei Siege stehen auf dem Konto des Niederländers, der seine Erfolgsbilanz im Osten Londons aufbessern will. Wie schnell eine Positionsverschiebung in der Formel-E-Weltmeisterschaft vonstatten geht, bewies Tabellenführer Bird zuletzt mit seinem Sieg in New York, der von Tabellenplatz 13 die Meisterschaft übernahm.

Stoffel Vandoorne: Pace wiederfinden

Teamkollege Vandoorne, der mit drei weiteren Piloten (Lucas di Grassi, Max Günther, Jake Dennis) 54 Zähler auf seinem Konto hat und Position 13 einnimmt, vertraut auf die mannschaftliche Geschlossenheit des Teams, um im Titelkampf weiter Ansprüche anzumelden.

Stoffel Vandoorne,S7_New York City, Sonntag, 11. Juli 2021 © LAT Images

„Hoffentlich sind wir in London wieder konkurrenzfähiger, ähnlich wie wir es zu Beginn der Saison waren“, sagt der Belgier vor dem „Doubleheader“ in London. „Unser Hauptfokus liegt darauf, unsere Pace wiederzufinden und dann bin ich sicher, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen können.“

Ähnlich sieht es Teamchef James, der alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um Mercedes wieder nach ganz vorne zu bringen. „Wir sind großartig in die Saison gestartet und führten die Teammeisterschaft über mehrere Rennwochenenden hinweg an“, so James. „Bei den jüngsten Rennen hatten wir jedoch damit zu kämpfen, unser Paket zu optimieren und wir konnten nicht die Ergebnisse erzielen, von denen wir wissen, dass wir sie erreichen können. Das lag manchmal an externen Faktoren, in anderen Fällen an internen, aber wir sind fest entschlossen, das Ruder herumzureißen“, lautet die Devise des Mercedes-Verantwortlichen.

Das der Mercedes-Antriebsstrang zu den Besten im Formel-E-Zirkus gehört, steht außer Frage. Mercedes‘ Kundenteam Venturi bewies nachdrücklich, das Potential der Mercedes-Power. In Mexico erzielte Edoardo Mortara Platz 3 und feierte tags darauf seinen ersten Saisonsieg, der ihn vorübergehend an die Sonne der Tabelle hievte.

London Circuit ©FIA FormulaE

Streckenlayout: enorme Herausforderung

Der Kurs in London mit seinem einzigartigen Indoor- und Outdoorbereich bereitet jeden Fahrer offenbar Kopfzerbrechen. Der 2,252 km lange Kurs besteht aus 22 Kurven und bringt vor allem mit Blick auf das geringere Energiemanagement ganz besondere Herausforderungen mit sich. Die Bremsen könnten eine entscheidende Rolle spielen.

„Allerdings ist die Strecke ganz anders als die, auf denen wir zuletzt gefahren sind“, bestätigt Vandoorne. „Zudem ist der Kurs für alle neu und ziemlich einzigartig, da ein Teil durch eine Halle führt. Insgesamt ist die Strecke sehr eng und verwinkelt, besitzt viele Haarnadelkurven und eine einzigartige Charakteristik.

Das wirkt sich wahrscheinlich besonders unter Rennbedingungen aus, wo uns alle im Hinblick auf das geringere Energiemanagement Neuland erwartet. So eine Herausforderung hatten wir in der Vergangenheit noch nicht. Das wird die Bremsen, die Reifen und auch die Batterien mehr belasten. Es wird also interessant zu sehen, wie sich das auswirkt“, herrscht beim Belgier noch eine gewisse Unsicherheit.

Doch das macht die Formel E in dieser Saison aus, nichts ist sicher. Mal sehen, wer als Tabellenführer zum großen Showdown nach Berlin (14.8./15.8.) reist und ob sich Mercedes in der deutschen Bundeshauptstadt weiterhin berechtige Hoffnungen auf die Titelkrone machen darf. Dazu muß im Heimrennen in der britischen Hauptstadt in die Erfolgsspur zurückgekehrt werden…

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