Zum Inhalt springen

Formel E: Porsche vor London-Premiere:“Wollen jetzt unseren ersten Sieg“

Pascal Wehrlein, Tag Heuer Porsche, Porsche 99X Electric ©FIA FormulaE

Endspurt in der Formel-E-Saison 2021. In London geht es für das deutsche Porsche-Team darum, im Titelkampf hartnäckig dranzubleiben. „Wir werden weiter Druck auf die Spitze machen“, lautet die Kampfansage von Porsches Formel-E-Einsatzleiter Amiel Lindesay.

„Nachdem wir unsere Rennperformance zuletzt nachhaltig verbessert haben, wollen wir jetzt unseren ersten Sieg.“

Der Premierensieg brennt dem Zuffenhausener Sportwagenhersteller unter den Nägeln. Pascal Wehrlein hat noch alle Trümpfe in der Hand, erster Formel-E-Weltmeister zu werden.

Ein Sieg soll her. „Der Kampf um den Weltmeistertitel ist nach wie vor völlig offen“, erklärt Lindesay. „Pascal hat noch alle Chancen, in die Entscheidung einzugreifen, zumal wir uns in den letzten Rennen in Puebla und New York City in einer starken Form präsentiert haben“, so der Franzose.

Amiel Lindesay,Porsche ©Porsche

Klar ist, dass Porsche beim „Doubleheader“ in der britischen Hauptstadt nicht nachlassen darf und dicke Punkte einstreichen muss. Der WM-Kampf ist so eng, eine kleine Schwächephase kann sich keiner der Titelaspiranten leisten.

„Unser Ziel ist ganz klar ein Platz in den Top 3“, übt Lindesay ein bisschen Druck auf seine beiden Schützlinge Wehrlein und Andre Lotterer aus. In der Teamwertung rangiert Porsche derzeit auf Position 7.

Pascal Wehrlein: Kommt der Befreiungsschlag in London?

In der Tat befindet sich Wehrlein aktuell in bestechender Form. Der Sieg in Puebla wurde ihm aberkannt, an seiner Gesamt-Performance ändert das jedoch nichts. „Wir haben schon ein Rennen gewonnen, jedenfalls auf der Strecke“, weiß der Deutsche. „In Puebla war ich als Erster im Ziel, und das ist das, was für mich zählt. Dass wir diesen Sieg verloren haben, ändert nichts an unserer guten Performance und daran, dass wir an diesem Tag die Schnellsten waren.

Klar, der erste offizielle Sieg fehlt noch, doch wir fahren permanent vorne mit. In den letzten Rennen waren wir sehr stark, waren viermal in der Super Pole. Es gibt also sehr viel Positives, das wir nach London mitnehmen. Das Auto ist schnell und ich fühle mich wohl. Wenn wir in London einen Tag erleben, an dem alles passt, gewinnen wir“, hofft der Porsche-Pilot auf den großen Befreiungsschlag.

Ein Sieg Wehrleins würde ihn weit in der Tabelle nach vorne spülen. Der Gesamtneunte der Meisterschaft hat einen Rückstand von nur 21 Punkten auf Tabellenführer Sam Bird (Jaguar). Bei noch vier ausstehenden Rennen nicht uneinholbar, zumal die neue Strecke in London für alle Teams und Fahrer Neuland bedeutet. „Erstmal freue ich mich auf jede neue Strecke“, fiebert der Deutsche der London-Premiere entgegen.

„Die muss man kennenlernen, muss sich darauf einschießen, und das ist eine Herausforderung, die mir immer sehr viel Spaß macht. Ich glaube schon, dass es für uns ein Vorteil ist, wenn wir auf Strecken fahren, auf denen uns die anderen Teams in puncto Erfahrung nichts voraushaben.

Ich freue mich jedenfalls sehr auf London. Die Stadtkurse in der Formel E mit wenig Grip und viel Schmutz sind immer eine Herausforderung. Die in London ganz besonders“, weiß Wehrlein.

Andre Lotterer ©Porsche

Andre Lotterer auf der Überholspur

Teamkollege Andre Lotterer kommt mit viel Selbstvertrauen in die britische Hauptstadt. Zuletzt feierte der Deutsche in New York erstmals in dieser Saison zwei Top-Ten-Resultate en suite. Platz 8 und Platz 5 waren Balsam auf die Wunden Lotterers, der in der Vergangenheit viel Kritik einstecken musste. Wohin geht die weitere Reise für den Deutschen?

„Der Abstecher nach New York City war eine tolle Erfahrung“, sagt der Porsche-Pilot. „Im Rennen 11 mit beiden Autos um eine Podiumsplatzierung zu kämpfen, gibt uns im Hinblick auf die restlichen Rennen dieser Saison ein wirklich gutes Gefühl. Wir haben erneut gezeigt, was wir eigentlich schon lange wissen, nämlich dass wir alles haben, um vorne mitzufahren.

Wir sind ein relativ neues Team in dieser stark besetzten Weltmeisterschaft, trotzdem können wir mit den Besten mithalten. Ich bin mir sicher, dass wir unseren Anspruch in London mit einer weiteren starken Vorstellung untermauern können“, bekräftigt Lotterer, der mit Wehrlein in New York über weite Strecken Rad an Rad fuhr.

Die Rennstrategie bei Porsche hätte in New York noch effizienter gestaltet werden können, dann hätte es zumindest für einen Porsche-Piloten für das Treppchen gereicht. Doch da Wehrlein und Lotterer gleichzeitig ihren Attack Mode aktivierten, anstatt sich gegenseitig abzuschirmen, entwischte ihnen der amtierende Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa. Der Portugiese schlüpfte durch und ließ sich Platz 3 nicht mehr nehmen.

„Porsche gibt seinen Fahrern in so einem Fall traditionell freie Fahrt, sie dürfen sich nur nicht berühren“, bestätigt Einsatzleiter Lindesay. „Das war zum ersten Mal in dieser Saison, dass beide so weit vorne lagen und um eine Podiumsplatzierung kämpften. Unsere Strategie hat funktioniert und brachte gute Punkte für das Team. Wir werden weiterhin versuchen, unsere Autos auf der Strecke in die bestmögliche Position zu bringen, so dass sie maximale Punkte nach Hause fahren können“, so der Franzose.

Lotterer hat den Turnaround zumindest geschafft, als Titelkandidat kommt er jedoch bedingt in Frage. „Für Andre wird es etwas schwieriger, aber auch er kann in der Tabelle noch einen großen Sprung machen“, glaubt der Porsche-Verantwortliche.

Die Strecke
Die neue Strecke im Osten Londons kommt Neuling Porsche entgegen. Erstmals in der Geschichte der Elektro-Rennserie wird ein Rennen im Freien und in der Halle gefahren. Die 2,25 Kilometer lange Strecke mit 22 Kurven führt durch das in East London an der Themse gelegene ExCeL-Messezentrum – und gefahren wird sowohl in der Halle als auch im Außenbereich.

„Was wir über die Strecke wissen, hört sich alles recht spannend an“, sagt Lotterer. „Was ich mich noch frage: Ist in der Halle die Klimaanlage an, wenn es draußen heiß ist? Und was ist, wenn es regnet? Die Formel E ist wirklich immer für Überraschungen gut. Doch was auch kommt, wir sind wie immer gut vorbereitet“, bestätigt der Deutsche.

Der Betonboden in der Halle wurde mit einer speziellen Substanz behandelt, um den Grip zu verbessern und den Untergrund zu schonen. Die Höhenunterschiede zwischen Indoor- und Outdoor-Bereich wurden mit Rampen überbrückt.

„Ich freue mich auf London“, fiebert Lotterer dem Großbritannien-Gastspiel entgegen. „Für mich ist das eine Premiere in einer aufregenden Location und auf einer außergewöhnlichen Strecke. In New York City war ich mit meinem Auto sehr zufrieden im Rennen. Ich muss mich im Qualifying noch verbessern, um von weiter vorne zu starten.

Dann hätte ich ein wesentlich leichteres Leben. Daran arbeite ich mit dem Team, und wir haben auch schon gute Fortschritte gemacht. Die Basis ist da, um Topergebnisse einzufahren“, erklärt der Deutsche, der mit einer Überraschung die Tabelle gehörig durcheinander würfeln möchte.

Schließlich soll der erste Sieg her…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: