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Formel E: In neue Rolle geschlüpft- Mercedes vom Gejagten zum Jäger

Vandoorne, Mercedes,S7_New York City, Sonntag, 11. Juli 2021 - ©LAT Images

Der New York City E-Prix verlief gar nicht nach dem Geschmack von Mercedes. Keine Punkte für Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne in „Big Apple“ bedeuten einen herben Rückschlag im Kampf um die WM-Krone.

„Es ist mehr als enttäuschend, dass wir die Heimreise morgen ohne einen einzigen Zähler im Gepäck antreten müssen“,gab sich Mercedes-Teamchef Ian James ziemlich enttäuscht ob des Abschneidens seiner beiden Schützlinge. Mercedes ist jetzt in die Rolle des Jägers geschlüpft, vom Gejagten zum Jäger.

Vier Rennen (London und Berlin) verbleiben noch bis zu Saisonende. Der Titelkampf ist voll entbrannt, nicht weniger als 15 Fahrer können noch Formel-E-Weltmeister werden. „Unsere Konkurrenten haben an diesem Wochenende gepunktet und wir wurden langsam vom Gejagten zum Jäger“, stellt James fest. „Wir sind jedoch fest entschlossen und voll motiviert, um für den Rest der Saison weiter um jeden möglichen Punkt zu kämpfen.“

In der Tat kämpft Mercedes momentan um den Anschluß. Als Tabellenführer kam der deutsche Autohersteller in der Teamwertung zur Premiere nach New York, als Tabellenfünfter mussten sie enttäuscht die Heimreise antreten. Doch viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Bereits in zehn Tagen erfolgt die Formel-E-Rückkehr nach London, der nächste „Doubleheader“ steht an. Wiedergutmachung ist angesagt.

James, ein ruhiger und besonnener Teamchef, wirft die Flinte noch lange nicht ins Korn. Sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung sind beide WM-Titel für Mercedes noch drin. „Das sind vier Chancen an zwei Austragungsorten, die uns beide sehr am Herzen liegen: London und Berlin. Und ich bin zuversichtlich, dass wir sie nutzen werden – die Weltmeisterschaft ist noch immer offen“, gibt sich der Brite kampfbereit, der beim Heimspiel in die Erfolgsspur zurückkehren will.

Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, das Ruder herumzureißen. „Die Mannschaft besitzt diesen Kampfgeist und das Team sieht sich gerade schon die Daten an und lässt nichts unversucht, um sicherzustellen, dass wir wieder zurückkommen“, verrät James.

Mercedes hat in der Teamwertung aktuell 33 Punkte Rückstand auf das führende Virgin-Team. In London und Berlin gilt es für die Abwärtsspirale zu durchbrechen.

Nyck de Vries: Waren nicht stark genug

Nyck de Vries, der in der WM aktuell auf Position 10 liegt, gibt nach der Nullnummer in New York offen zu. „Ich denke, die zugrundeliegende Erkenntnis ist, dass wir an diesem Wochenende nicht so konkurrenzfähig waren“, so der Niederländer, der in Big Apple nicht über die Plätze 13 und 18 hinauskam.

Zu wenig im Titelkampf, zumal die Konkurrenz gute Punkte sammelte.  Immerhin besteht Grund zur Hoffnung, denn der Rückstand in der Meisterschaft auf Tabellenführer Sam Bird (Jaguar) beträgt lediglich 22 Punkte.

Nyck de Vries,S7_New York City, Sonntag, 11. Juli 2021 © LAT Images

Ein gutes Wochenende mit vielen Punkten und de Vries ist wieder voll im Geschäft. Wie unberechenbar die Formel E in dieser Saison ist, zeigt gerade der Tabellenführer. Bird kam als Tabellendreizehnter nach New York, räumte dort mit Sieg und Pole mächtig Punkte ab und angelte sich die Führung.

De Vries hat der Mut nicht verlassen, im Gegenteil, der Niederländer geht in die Vollen. „Jetzt müssen wir alles genau analysieren, um sicherzustellen, dass wir in London gestärkt zurückschlagen können“, so der Mercedes-Pilot.

Stoffel Vandoorne: „Fehlte die Pace“

Teamkollege Stoffel Vandoorne erging es nicht viel besser, ein Ausfall am Samstag folgte ein 12. Platz tags darauf. Nichts zählbares für Vandoorne, die Enttäuschung war dem Belgier sichtlich anzumerken.

„Im Rennen kam ich von P20 auf P12 nach vorne, mehr war heute nicht drin“, so Vandoorne. Ich hätte vielleicht noch eine Position herausholen können, aber mehr sicher nicht. Uns fehlte ein wenig die Pace und ich hatte mit dem rechten Hinterreifen zu kämpfen, der praktisch schon vor dem Start kaum noch Gummi drauf hatte.

Es ist schwierig zu sagen, wie sehr sich das auf die Gesamtperformance ausgewirkt hat, aber es war ein harter Tag für uns und nicht leicht, sich weiter zu verbessern“, sagte der Mercedes-Pilot, derRückstand auf Bird sich durchaus berechtige Hoffnungen auf den WM-Titel machen darf. Als Zwölfer beträgt der Rückstand auf Bird 27 Punkte, nicht uneinholbar.

Ian James, S6_Santiago de Chile, Donnerstag - ©Sebastian Kawka

Dazu bedarf es einer Leistungssteigerung im Mercedes-Lager. Hoffnung gibt zudem die Tatsache, dass beide Mercedes-Fahrer in London in Qualy-Gruppe 2 antreten. Denn bisher war die Gruppe 1, in der de Vries und Vandoorne gemeinsam bis zum Puebla-Doubleheader immer auf Zeitenjagd gehen musste, im Nachteil auf Grund des fehlenden Grips. „Gleichzeitig hatten wir vielleicht auch ein bisschen Pech mit der ersten Gruppe im Samstags-Qualifying und dem Regen in der zweiten Qualifikation am Sonntag, der unsere Gruppe beeinträchtigt hat“, erklärte de Vries.

Nichtsdestotrotz heißt es für Mercedes, die Köpfe zusammenzustecken und gestärkt bis London zurückzukommen. „Und wenn es eine Truppe gibt, der ich zutraue, sich davon zurückzumelden, dann ist es dieses Team“, motiviert Teamchef James seine Mannschaft. Schließlich soll der WM-Titel her…

 

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