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Formel E: Porsche brennt auf Premierensieg im Big Apple

2019 New York City E-prix I ©Sam Bloxham / LAT Images

Porsche brennt nach dem Fiasko von Mexico auf den Premierensieg in New York. „In den Straßen von New York werden wir ganz besonders motiviert antreten und noch stärker sein als in Puebla“, verspricht Amiel Lindesay, Porsche-Einsatzleiter Formel E. „Wir gehen optimal vorbereitet an den Start und wollen endlich unseren ersten Sieg holen.“

Insbesondere Pascal Wehrlein dürfte nach seiner bärenstarken Vorstellung in Puebla bis in die Haarspitzen motiviert sein, den herbeigesehnten Sieg im Big Apple für Porsche zu holen.

Der Deutsche fuhr in Puebla als Erster über die Ziellinie, wurde jedoch durch eine nachträgliche Disqualifikation um den verdienten Lohn für seine grandiose Leistung gebracht.  Das Porsche-Team hatte die Reifen des Porsche 99X Electric nicht ordnungskonform deklariert, der deutsche Sportwagenhersteller muß also weiter auf den ersten Formel-E-Sieg warten. Ähnlich erging es Teamkollege Andre Lotterer, der allerdings bei der Vergabe der Spitzenplätze in Puebla keine Rolle spielte.

WM-Führung verspielt

Porsche verzichtete auf einen Einspruch gegen die Disqualifikation, der zunächst im Raum stand. Ein Premierensieg am Grünen Tisch hätte für den deutschen Autohersteller einen fahlen Beigeschmack hinterlassen.

Zu allen Übel leistete sich Wehrlein beim zweiten Auftritt in Puebla einen unnötigen Lapsus, der ihm einen weiteren Podestplatz kostete. Als Zweiter im Ziel brummte ihm die Rennleitung nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe auf und fiel auf P4 zurück, weil der Deutsche seinen zuvor gewonnenen Fanboost im Rennen nicht regelkonform zündete. 31 Punkte kosteten den Porsche-Neuzugang die beiden Fehler, die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft war damit vergeigt.

Pascal Wehrlein, Porsche ©Porsche

„Wir alle haben in Puebla einen super Job gemacht und hätten diesen ersten Sieg auf jeden Fall verdient gehabt“, zeigt sich Wehrlein sichtlich enttäuscht. „Doch so groß die Enttäuschung im ersten Moment auch war – wir müssen jetzt weiter hart arbeiten und versuchen, die nächsten Chancen zu nutzen. Die Ereignisse von Puebla haben wir gründlich analysiert.

Doch jetzt konzentrieren wir uns auf New York. Wir werden alles tun, um auch dort wieder das Beste aus uns und unserem Paket herauszuholen. Wenn uns das gelingt, werden wir sicherlich erneut so stark sein wie in Puebla“, bläst der 26-jährige Deutsche zum Angriff.

Kein einfaches Unterfangen, denn für Porsche bedeutet der Auftritt in den Straßen von Brooklyn absolutes Neuland. Im Vorjahr fiel das Gastspiel in den USA wegen der Corona-Pandemie aus. Immerhin fuhren sowohl Wehrlein (Mahindra)  als auch Lotterer (DS Techeetah) mit ihren früheren Arbeitgebern bereits Rennen in New York. Dabei konnte Wehrlein zuletzt beim „Doubleheader“ 2019 mit Platz 7 Punkte sammeln.

„Die Strecke ist neu für das Team, doch ich bin dort schon gefahren“, so der Deutsche. „Es ist ein typischer Stadtkurs, sehr eng und man hat nur Mauern um sich herum. Solche Strecken liebe ich für die Formel E“, freut sich Wehrlein auf den Auftritt in der Stadt, die niemals schläft.

In der Meisterschaft rangiert der Deutsche auf Position 12, der Rückstand auf Tabellenführer Edoardo Mortara (Venturi) beträgt lediglich nur 24 Punkte. Mit Siegen im Big Apple spielt Wehrlein bei der Vergabe der WM-Krone ein gehöriges Wörtchen mit. Ein Patentrezept hat der Porsche-Neuzugang bereits in petto. „Wichtig wird sein, von weit vorne zu starten und ohne Probleme durch die erste Runde zu kommen, denn an einigen Stellen ist die Strecke richtig eng“, erklärt Wehrlein.

Für Porsches Einsatzleiter Lindesay gibt es daher nur ein Ziel: der Sieg muß her. „Für das Team ist der New York City E-Prix in der Tat neu, doch Andre und Pascal sind dort schon Rennen gefahren“, so Lindesay. „Ihre Erfahrungen spielen bei unserer Vorbereitung eine wichtige Rolle. Obwohl die Strecke für uns neu ist, sind wir sehr zuversichtlich, dass wir in den USA dort weitermachen, wo wir in Mexiko aufgehört haben“, sagt der Franzose.

Andre Lotterer muß liefern

Wehrleins Teamkollege Andre Lotterer erlebt bisher eine sehr schwache Saison. Acht Nullnummern stehen einem zweiten Platz beim Valencia E-Prix gegenüber, zu wenig für den ambitionierten 39-jährigen Deutschen. Teamkollege Wehrlein hat ihm aktuell ganz klar den Rang abgelaufen.

Andre Lotterer, Porsche ©Porsche

Daher muß Lotterer in New York liefern, der zuletzt in Mexico nicht glänzen konnte. „Puebla war für mich kein einfaches Wochenende“, gibt Lotterer offen zu. „Im Rennen 8 tat ich mir schwer, ohne zu wissen, was genau los war. Im Rennen 9 hat dann die Performance gestimmt, bis ich das Werbebanner mitgerissen habe.

Wir haben auf jeden Fall viele Daten gesammelt, haben uns angeschaut, was gut war und was weniger gut. Das ist in die Vorbereitung auf New York eingeflossen. Ich bin zuversichtlich, dass es dort wieder besser für mich läuft. Das ganze Team unterstützt mich und arbeitet so fokussiert, irgendwann muss es einfach klappen“, hofft der Porsche-Pilot in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Lotterer freut sich jedenfalls auf den Ausflug in die USA. „In New York kommt endlich wieder Stadtkurs-Feeling auf“, so Lotterer. „Die Strecke ist etwas holprig, da braucht man schon ein gutes Chassis. Unserem Auto sollte sie liegen.“ Dann kann ja dem ersehnten Premierensieg nichts mehr entgegenstehen…

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