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Formel E: Trotz magerer Ausbeute in Puebla- Mercedes schnuppert weiter am WM-Titel

Mercedes-Pilot de Vries vor Vandoorne,S7_Mexiko, Sonntag, 20. Juni 2021 @ LAT Images

In der Formel E ist aktuell kein Favorit für die Meisterschaft auszumachen. Jedes Renn-Wochenende steht ein andere Fahrer am obersten Siegertreppchen, zuletzt Venturi-Pilot Edoardo Mortara in Puebla, der sich dadurch die WM-Führung geangelt hat.

Mittendrin um den WM-Titel spielt Mercedes mit. Trotz magerer Ausbeute in Mexico haben sowohl Nyck de Vries als auch Stoffel Vandoorne beste Karten auf die Titelkrone. In der Teammeisterschaft ist die komfortable Führung auf nur noch drei Punkten zusammengeschmolzen.

„Dies ist ein schmerzhaftes Wochenende, denn wir wissen, dass wir das Potenzial besitzen, um bessere Ergebnisse zu erzielen“, ärgerte sich Mercedes-Teamchef Ian James nach dem Sonntagsrennen in Puebla.

„Das haben wir bereits bewiesen und ich sehe es, wenn ich mit den Menschen zusammenarbeite, von denen ich an der Strecke und in den Fabriken umgeben bin. Wir werden diese schwache Punkteausbeute in der Schlussphase der Saison spüren, da wir wissen, dass jeder einzelne Punkt im Kampf um die Meisterschaft entscheidend sein wird. Noch stehen wir an der Spitze, aber unsere Konkurrenten holen auf“, erklärt der Brite.

Beim Auftritt in Mexico gab es am Samstag mit Platz 7 durch Vandoorne und Platz 9 (de Vries) zwar zwei Top Ten-Ergebnisse, doch die Nullnummer tags darauf bedeutete einen herben Rückschlag im Kampf um die WM-Krone. Am Sonntag hatte de Vries nicht gerade das Glück auf seiner Seite, als ihm Audi-Pilot Lucas di Grassi nach Aktivieren des Attack Mode ins Heck fuhr.

„Nyck wurde buchstäblich zu einem Passagier, als ihm ein anderer Fahrer von hinten ins Auto fuhr. Die Schäden an Nycks Fahrzeug waren danach so groß, dass er das Rennen nicht fortzusetzen konnte und aufgeben musste“, erklärte James den Ausfall des Niederländers.

Nachteil: Quali-Gruppe 1

Problem dabei für die Top 6: Sie müssen im Qualifying immer in Gruppe 1 auf Zeitenjagd gehen, die in den meisten Fällen für die schwierigsten Streckenbedingungen sorgt- so auch in Mexico. Das wurde in Puebla noch zusätzlich erschwert, weil es vor dem Wochenende viel geregnet hatte und nun Wasser durch den Asphalt nach oben drückte.

Das machte die Streckenverhältnisse in Gruppe 1 noch unvorhersehbarer. Die Startplätze 17 (Vandoorne) und 19 (de Vries) waren nicht die Resultate, die man sich im Mercedes-Lager gewünscht hatte. Mächtig Verkehr und Rad-an-Rad-Kämpfe im Mittelfeld waren vorprogrammiert.

„Dadurch ist man am Start des Rennens direkt im Hintertreffen und steckt mitten in den Mittelfeldkämpfen. Aber das ist Teil des Formats und ich glaube wirklich, dass wir als Team großartige Arbeit geleistet haben. Es war nur Pech, dass wir zweimal von hinten getroffen wurden“, erklärte de Vries seinen Ausfall.

Stoffel Vandoorne,S7_Mexiko, Sonntag, 20. Juni 2021 @ LAT Images

Vandoorne ging es nicht viel besser, der bereits in der Anfangsphase des Rennens mit einem beschädigten Frontflügel zu kämpfen hatte. „Das war heute ein schwieriges Rennen“, sagte der Belgier.

„Schon als sich das Feld durch die erste Kurve quetschte, hatte ich eine Berührung mit einem anderen Fahrer und verlor ein Teil meines Autos. Danach war mein Rennen praktisch von der ersten Runde an beeinträchtigt. Die Fahrzeugbalance war recht knifflig und es war ehrlich gesagt schwierig, es auf der Strecke zu halten. Gestern konnten wir uns im Rennen noch nach vorne kämpfen, aber heute haben wir das nicht hinbekommen“, zeigte sich Vandoorne enttäuscht, der mit Platz 13 punktelos blieb.

WM-Titelkampf bleibt spannend

In der Teammeisterschaft bleibt das deutsche Team noch in Führung, der Vorsprung auf Verfolger DS Techeetah beträgt allerdings nur noch drei Punkte. Dahinter lauert kräftig die Konkurrenz, die ersten fünf Team sind nur durch 14 Punkte getrennt. Spannung ist also garantiert im Endspurt der erste Formel-E-Weltmeisterschaft.

Wie man Effizienz Punkte sammeln kann, zeigte eindrucksvoll Edo Mortara in Mexico. Der Venturi-Pilot mit Mercedes-Kundenmotor angelte sich nach Platz 3 vom Samstag und dem Überraschungssieg tags darauf die Meisterschaftsführung mit nunmehr 72 Punkten. De Vries als Tabellensechster (59 Punkte) und Vandoorne als Siebter (54 Punkte) liegen in Schlagdistanz zum Italo-Schweizer. Noch sind insgesamt 180 Punkten bei sechs ausstehenden Rennen zu vergeben.

Nächste Gelegenheit für das Mercedes-Team im Titelkampf weiter Boden gut zu machen ist der „Doubleheader“ in New York, der am 10.7 und 11.7. ausgetragen wird. Nach der Rückkehr in die britische Hauptstadt London (24.7./25.7.) folgt das Grande Finale in Berlin (14.8./15.8.), wo womöglich erst der erste Formel-E-Weltmeister gekürt wird. Der Traum von Mercedes lebt weiter …

 

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