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Formel E: Edo Mortara gewinnt überraschend Sonntagsrennen, Pascal Wehrlein verliert Podiumsplatz

Sieg Edo Mortara,Formula E 2020-2021: Puebla E-Prix II ©Sam Bloxham / LAT Images

Venturi-Pilot Edoardo Mortara hat überraschend den neunten Saisonlauf in Puebla gewonnen. Der Italo-Schweizer setzte sich zunächst gegen Pascal Wehrlein durch, der nachträglich eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam und Vierter wurde. Zweiter wurde Nick Cassidy (Virgin) vor Pole-Setter Oliver Rowland (Nissan).

„Was für ein Wochenende“, jubelte Mortara nach seinen insgesamt zweiten Formel-E-Sieg seiner Karriere.

Die beiden Deutschen Max Günther (BMW) -Platz 7- und Rene Rast (Audi) -Platz 10- sammelten ebenso WM-Punkte.

„Gestern standen wir als Dritter auf dem Podium und heute sind wir zwei Schritte weiter gegangen und haben den Sieg geholt“, erklärte der Sieger. „Allein 40 Punkte an einem Rennwochenende zu holen ist unglaublich und nach dem Sieg heute bin ich ehrlich gesagt sprachlos.

Das war das beste Rennwochenende in meiner gesamten Karriere. Das Team lieferte heute eine exzellente Strategie, aber das machte es nicht zu einer einfachen Fahrt.

In den letzten 10 Runden setzte mich Pascal [Wehrlein] immens unter Druck, vor allem weil er mehr nutzbare Energie hatte. Das bedeutete, dass wir einen Weg finden mussten, um mehr Energie zu sparen, ohne dabei an Geschwindigkeit einzubüßen.

Es war schwierig, ihm zu widerstehen, aber wir haben keine Fehler gemacht und konnten unser Potenzial voll ausschöpfen, um an die Spitze zu kommen. Es ist ein unglaublich stolzer Moment für mich und das Team, auf dem obersten Treppchen zu stehen. Ich kann es gar nicht richtig glauben“, hielt der neue Formel-E-Tabellenführer fest.

Edo Mortara,Formula E 2020-2021: Puebla E-Prix II ©Andrew Ferraro / LAT Images

Rowland gewinnt den Start

Pole-Setter Nissan-Pilot Oliver Rowland, der am Samstag beim Start noch gepatzt hatte, legte einen excellenten Beginn und verteidigte die Führung vor Mortara, der Wehrlein in der ersten Kurve düpieren konnte.

Zahlreiche Überholmanöver prägten das Rennen, doch Mortara ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Der Venturi-Pilot zeigte wie schon am Samstag – Platz 3- eine bärenstarke Leistung, blieb cool und ließ sich auch von einem heranstürmenden Wehrlein nicht beirren.

Die Aktivierungszone in Mexico war speziell, denn abseits der Ideallinie verloren die Piloten beim Aktivieren mehr als drei Sekunden Zeit und Positionen.

Mortara behielt in der Anfangsphase P2 und übernahm erstmals die Führung vor Wehrlein, als der führende Rowland in Runde 4 seinen ersten Attack Mode aktivierte. Zwei Runden später setzte Mortara das erste Mal den Power-Boost ein und verlor zwei Positionen. Jetzt war der Porsche-Pilot Wehrlein erstmals in Front, der allerdings die Führung nur eine Runde später wieder an Mortara verlor.

Wehrlein und Rowland – bereits seiner zweiter Attack Mode- holten sich ihren Extra-Powerschub ab. Dahinter krachte es im hinteren Mittelfeld. Mercedes-Pilot Nyck de Vries wurde unsanft von Samstagssieger Lucas di Grassi (Audi) im Heck getroffen- Reifenschaden und das Aus für den Niederländer. Di Grassi erhielt für diese Aktion eine Durchfahrtsstrafe in der Boxengasse aufgebrummt.

Mortara: erfolgreicher Overcut rennentscheidend

Als in Runde 11 Wehrlein seinen zweiten Attack Mode zündete, hieß die Reihenfolge der Top Five: Mortara vor Rowland, Cassidy, Wehrlein und DS Techeetah-Pilot Jean-Eric Vergne.

Der Venturi-Pilot mit Mercedes-Antriebsstrang kitzelte alle Leistungsreserven aus sich heraus, fuhr sich einen einen Vorsprung auf die Verfolger heraus. Das zahlte sich aus, denn mit der gelungenen Overcut-Strategie – Mortara aktivierte den Attack Mode, ohne die Führung zu verlieren- sicherte sich der 34-Jährige seinen zweiten Sieg in seiner Karriere.

Wehrlein übte in der Folge zwar mächtig Druck auf Mortara aus, doch der Deutsche biss sich die Zähne aus- kein Durchkommen, am Ende zunächst als Zweiter über die Ziellinie.

Wehrlein: Fanboost kickt ihn aus den Top Three raus

Die Rennleitung brummte Wehrlein, der schon am Samstag der Sieg aberkannt und disqualifiziert wurde, nachträglich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe auf, da der Deutsche seinen gewonnenen Fanboost nicht ordnungsgemäß zündete. Da die Batterieleistung des Porsche-Piloten gegen Rennende ziemlich am Ende war, konnte Wehrlein nicht die vorgeschriebene Mindestleistung von 240 kW nutzen- Podestplatz verloren, Platz 4. Der Deutsche hatte am Wochenende nicht gerade das Glück auf seiner Seite.

Pascal Wehrlein Porsche Mexico ©Porsche

„Wir waren das ganze Wochenende über sehr stark“, betonte Wehrlein. „Im Vergleich zum letzten Rennen haben wir einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Das freut mich sehr. Meine Beziehung zum Team wird von Rennen zu Rennen besser. Ich verstehe, wie ich mit dem Porsche 99X Electric noch schneller sein kann, und das Team versteht, wie ich das Auto gerne hätte.

Wir können stolz sein auf die Fortschritte, die wir gemeinsam machen. Erster und Zweiter im Qualifying, Erster und Zweiter im Rennen – ohne die Disqualifikation und die Zeitstrafe wären wir jetzt ganz vorne in der Meisterschaft. Ich freue mich schon auf die Rennen in New York City“, richtete Wehrlein den Blick nach vorne.

Noch zwei Deutsche in den Top Ten

Hinter Mortara komplettierten Cassidy- sein erster Podiumserfolg- und Rowland das Siegertreppchen. Wie erging es den andefren Deutschen?

BMW-Pilot Max Günther zeigte eine solide Vorstellung und sammelte als Siebter sechs WM-Punkte, dessen Teamkollege Jake Dennis mit Platz 5 erneut positiv auffiel. Rene Rast, der als Letzter gestartet war, pflügte durch das halbe Feld und startete eine imposante Aufholjagd. Der Audi-Pilot schaffte es noch in der Schlussrunde an Virgin-Pilot Robin Frijns vorbeizugehen und sich Platz 10 zu schnappen. Dazu holte sich der Deutsche die schnellste Rennrunde und belohnte sich mit einem weiteren WM-Punkt.

„Ein sehr aufregendes Rennen“, sagt René Rast. „Wir haben eine etwas andere Strategie gewählt und viel Energie gespart. So haben wir immerhin noch zwei Punkte geholt. Es überwiegt die Freude über das Podium am Samstag und die gute Platzierung in der Meisterschaft“, sagte der Audi-Pilot nach dem Rennen.

Dagegen enttäuschte Porsche-Pilot Andre Lotterer erneut und kam nicht über Platz 17 hinaus. Ein Wochenende zum Vergessen für den Deutschen. Enttäuschung auch im Mercedes-Lager. Stoffel Vandoorne blieb nach Platz 13 punktelos in Puebla.

Mahindra-Pilot Alex Lynn schob sich zwischen dem BMW-Duo Dennis und Günther auf Platz 5. Die weiteren WM-Punkte gingen an Vergne als Achter und Jaguar-Pilot Mitch Evans als Neunter.

Führungswechsel in der Meisterschaft

In der Meisterschaft gab es einen Führungswechsel. Mortara übernahm die Führung mit 72 Punkten vor Frijns (62), der zwei Nullnummern am Wochenende einstecken musste. Dahinter lauern mit Antonio Felix da Costa (Ds Techeetah), Rast und Evans gleich drei Fahrer mit je 60 Punkten.

Ergebnis 9. WM-Lauf Puebla E-Prix:

Resultat Puebla II ©FIAFormulaE

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