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DTM: ROWE-Teamchef Naundorf: „DTM ist wie die Fußball-Bundesliga“

JP Naundorf ROWE Racing ©ROWE Racing

Am kommenden Wochenende geht die Fussball-Bundesliga mit Serienmeister Bayern München zu Ende. In der DTM geht die Saison 2021 im Juni dagegen beim Auftaktrennen in Monza (18. bis 20. Juni) erst so richtig los. Beide Sportwelten haben dennoch Gemeinsamkeiten wie ROWE-Racing-Teamchef Hans-Peter Naundorf im Interview bei ‚dtm.com‘ erklärt.

„Allein schon aus diesem Grund ist die DTM reizvoll, denn es gibt nicht ein Highlight, sondern die DTM ist wie die Fußball-Bundesliga, mit acht Spieltagen und mit 16 Spielen“, so Naundorf.

„Wenn man bei einem 24h-Rennen ausfällt, muss man ein Jahr auf die nächste Chance warten. In der DTM folgt die nächste Chance schon am nächsten Tag oder in zwei Wochen“, führt der ROWE-Verantwortliche weiter aus.

Das Team von ROWE Racing steigt erstmals mit den beiden BMW-Werkspiloten Timo Glock und Sheldon van der Linde in die DTM ein. Neuland für die Mannschaft aus dem saarländischen St. Ingbert. Bislang galt die Konzentration stets auf Saisonhöhepunkte, vornehmlich die 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps. Dieses Jahr kommt mit der DTM eine komplette Meisterschaft hinzu.

„In der Tat haben wir uns bisher immer auf Highlights konzentriert, nie auf eine Meisterschaft“, so Naundorf. „Mit hoher Arbeitsleistung haben wir uns auf zwei Höhepunkte – Nürburgring und Spa – vorbereitet, alles andere waren Vorbereitungsrennen. Dabei ist das Budget Jahr für Jahr stetig angestiegen“, verrät der Teamchef, der mit knapp 20 Festangestellte und einigen freien Mitarbeitern das Abenteuer DTM in Angriff nimmt.

2020 gelang ROWE Racing der ganz große Coup: Mit BMW gewann ROWE Racing den 24h-Klassiker in der Eifel, nur 28 Tage später triumphierte der Rennstall, dieses mal mit Porsche, auf dem Grand-Prix-Kurs in den belgischen Ardennen.

Mit den Erfolgen im Rücken und der Erfahrung seines Teams im GT-Rennsport blickt Naundorf zuversichtlich in die anstehende DTM-Saison. Der BMW M6 GT3 kennt die saarländische Truppe aus dem Effeff. „Es ist sehr wichtig, das Auto zu verstehen. Wir wissen, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen. Das ist eine wertvolle Basis, um in der DTM zu bestehen“, erklärt Naundorf.

JP Naundorf Teamchef ROWE Racing ©Gruppe C Photography

Fahrer im Mittelpunkt

Dabei kann er auf zwei erfahrene DTM-Piloten zurückgreifen. Publikumsliebling Timo Glock fährt seit 2013 in der Serie. Sheldon van der Linde greift seit 2019 ins BMW-Lenkrad, der seine dritte DTM-Saison bestreitet und bereits einmal ein Rennen gewinnen konnte. „Der Fahrer steht im Mittelpunkt, nur dieser eine Fahrer pro Auto“, weiß Naundorf.

„Das gibt es im GT-Rennsport so nicht. Da ist praktisch alles ein Kompromiss. Das geht schon bei der Einstellung des Sitzes los, und dann kommt im GT-Sport auch die Psychologie zwischen den Fahrern ins Spiel. Vielleicht haben DTM-Teams in diesem Punkt einen Vorteil, sich vollständig auf einen Fahrer einzustellen. Das werden wir sicher schnell lernen.“

Naundorf ist überzeugt davon, mit Glock und van der Linde die passenden Piloten an Land gezogen zu haben. „Die richtigen Fahrer zu haben, ist extrem wichtig. Wir setzen schon lange keine Paydriver mehr ein. Unser Partner und wir als Team haben einen anderen Anspruch. Klar ist natürlich auch, dass nach unseren Erfolgen auch die Erwartungshaltung gewachsen ist“, so Naundorf.

„Beide Fahrer sind sehr umgänglich, sind gute Teamplayer, passen auch charakterlich gut ins Team. Diese Erkenntnis hat uns gewissermaßen erleichtert. Genau das hatten wir erhofft. Jetzt kann ich sagen: Wir haben eine sehr gute Fahrerpaarung. Beide bringen einige DTM-Erfahrung mit, beide bringen sich aktiv ein. Das lief von Anfang an sehr professionell, und es macht uns Spaß, auch andere Arbeitsweisen kennenzulernen. So arbeiten wir sehr zielorientiert. Das gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt Naundorf.

Rowe racing,DTM Test Hockenheimring ©DTM

Zwei gute Piloten im Stall zu haben, wird enorm wichtig werden im Kampf um die DTM-Meisterschaft. Die Wettbewerb ist extrem stark, Top-Fahrer und -Teams buhlen um den ersten GT-Titel in der neuen Ära der DTM. Abt Sportsline und Team Rosberg (beide Audi) haben bereits zahlreiche DTM-Titeln gesammelt, die auf weitere Erfolge brennen. Die Mercedes-Teams zeigten sich bei den beiden offiziellen Testfahrten von ihrer Schokoladenseite, dazu kommt Neueinsteiger Ferrari.

„Das ist das stärkste Konkurrenz-Umfeld, das GT3-Serien zurzeit zu bieten haben. Es gibt zwei alteingesessene, sehr erfolgreiche DTM-Teams, dazu AF Corse, die alles gewonnen haben, was man im GT-Sport gewinnen kann“, erklärt Naundorf.

Das Medieninteresse und die Resonanz in der DTM ist immens, das musste auch der ROWE-Verantwortliche bereits feststellen. „Ich muss derzeit mindestens 20 Prozent meiner Zeit für Medienarbeit aufbringen. Das bringt die DTM mit sich, und das haben wir ja auch gewollt. Ansonsten ist das Projekt DTM für uns gut angelaufen. Die geänderte Ausrichtung der DTM verläuft aus unserer Sicht mehr als zufriedenstellend.“

Der DTM-Saisonstart kann endlich kommen. Bye, bye Fussball-Bundesliga …

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