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Formel E: Porsche in Monaco ohne Fortune – fulminante Aufholjagd von Lotterer bleibt unbelohnt

Andre Lotterer in Monaco E-Prix 2021 ©Porsche

Kein Erfolgserlebnis für das deutsche Team Porsche beim prestigeträchtigen Monaco E-Prix. Eine Nullnummer sorgte beim spektakulären siebten Saisonrennen im Fürstentum für große Enttäuschung im Porsche-Lager.

Eine fabelhafte Aufholjagd zeigte Andre Lotterer, der als Neunter die Ziellinie überquerte, am Ende aber ohne WM-Punkte blieb.

Schlimmer noch traf es Teamkollege Pascal Wehrlein, der vorzeitig nach einem Reifenschaden ausschied.

Wehrlein vor Lotterer, Porsche @Porsche

Mit viel Optimismus reiste Porsche ins mondäne Monte-Carlo. Nach dem Aufwärtstrend der letzten Rennen träumte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller vom Premierensieg in der Formel E- doch darauf wurde nichts.

Harte Positionskämpfe, spektakuläre Überholmanöver und Spannung vom Start bis ins Ziel setzten den Ton für das bisher beste Saisonrennen, das erstmals auf den Grand-Prix-Kurs von Monaco ausgetragen wurde.

Mittendrin Andre Lotterer, der nach einem verkorksten Qualifying nur von Startplatz 19 ins Rennen ging. „Im Qualifying ging für mich nicht viel zusammen, dafür lief es im Rennen umso besser“, notierte der Deutsche. Wohl nur die wenigsten Beobachter hatten den Deutschen auf den Zettel für eine Spitzenplatzierung, denn Überholen gilt in Monaco als fast unmöglich.

Lotterer bläst zur Aufholjagd

Lotterer hatte nicht viel zu verlieren und startete vor seiner Haustür eine fulminante Aufholjagd. Nach dem Start verlor er zunächst eine Position und reihte sich hinter Dragon-Pilot Nico Müller auf P20 ein. Nach dem ersten Crash in Runde 1 ausgangs der berühmten Haarnadelkurve vor dem Hotel Fairmont, bei dem Sims, Wehrlein, Dennis und Vandoorne involviert waren, schlüpfte Lotterer durch- Platz 16 hinter seinem Teamkollegen Wehrlein.

Die Aufholjagd des 39-jährigen Duisburger war eröffnet. Nach drei Umläufen passierte Lotterer erstmals seinen Teamkollegen Wehrlein und lag auf P15. In der Folgezeit blieb Lotterer geduldig, hielt sich aus allen Scharmützel heraus, ohne dabei Positionen gewinnen zu können.

Monaco E-Prix 2021 Schwimmbad @Porsche

In Runde 12 zündete Lotterer seinen zweiten obligatorischen Attack Mode und schnappte sich mit Powerüberschuss zunächst Venturi-Pilot Norman Nato- Platz 14. In den folgenden beiden Runden ging der Deutsche auch an Lucas di Grassi (Audi) und Sebastien Buemi (Nissan) vorbei- P12.

Als di Grassi seinerseits den Attack Mode einsetzte, musste sich Lotterer wieder hinter dem Brasilianer anstellen. In Runde 19 passierte er im Porsche 99X Electric erneut Buemi und lag in Reichweite eines Top Ten-Platzes- Platz 12. Und es kam noch besser.

Nach dem Re-Start- Audi-Pilot Rene Rast landete in der Leitplanke, das Safety-Car musste ausrücken-  konnte Lotterer an den zweiten Venturi-Piloten Edoardo Mortara vorbeigehen- P11. In der Schlussphase passierte er Alex Lynn im Mahindra und erneut di Grassi.

Als Neunter überquerte Lotterer die Ziellinie. Doch die Freude über das glückliche Ende seiner sehenswerten Aufholjagd währte allerdings nicht lange, da der Deutsche im Duell gegen di Grassi zu angriffslustig zu Werke ging und nachträglich eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe von der Rennleitung aufgebrummt bekam. Dadurch fiel Lotterer auf Platz 17 zurück und ging leer aus.

„Ich habe mich anfangs aus allen Zweikämpfen herausgehalten, habe versucht, Energie zu sparen und in einen guten Rhythmus zu kommen. Das ist mir auch gelungen“, erklärte Lotterer nach Rennende.

„Wir wollten unbedingt in die Punkte, was vom 19. Startplatz vor allem in Monaco ein ziemlich ehrgeiziges Ziel ist. Doch ohne die Zeitstrafe ganz zum Schluss hätten wir es geschafft“, ärgerte sich der Tabellenachtzehnte. Die famose Aufholjagd blieb letztendlich unbelohnt.

Porsches Einsatzleiter Amiel Lindesay zeigte sich mit der Leistung von Lotterer zufrieden. „In Monaco vom 19. auf den neunten Platz vorzufahren, das schaffen nicht viele. Leider wurde er durch die Zeitstrafe um den verdienten Lohn gebracht.“

Pascal Wehrlein: vorzeitig Feierabend

Ein enttäuschendes Rennen zeigte Lotterers Teamkollege Pascal Wehrlein. Nach einem vielversprechenden Qualifying mit Platz 8, verspielte der Porsche-Neuzugang bereits in der ersten Runde alle Chancen auf ein Spitzenergebnis. Der Deutsche verlor nach dem Start gleich drei Positionen und war anschließend wegen des oben angesprochenen Crashs in der Haarnadelkurve aussichtslos ins Hintertreffen geraten. Fünf Runden vor Rennende mußte Wehrlein nach einem Auffahrunfall das Rennen vorzeitig aufgeben- Reifenschaden.

„Mein Start im Rennen war nicht optimal“, gab Wehrlein offen zu. „In der Haarnadel wurde ich von hinten angeschoben. Dabei hat mein Auto ziemlich viel abbekommen.“

Amiel Lindesay, Porsche @Porsche

Einsatzleiter Lindesay sagte zu Wehrleins Leistung. „Pascal ist ein starkes Qualifying gefahren und hat die Super Pole nur knapp verfehlt. Der Start war nicht ideal. Als er dann in der Haarnadel mitten im Stau steckte, war eine Top-Platzierung schon in dieser Anfangsphase außer Reichweite“, so der Franzose.

Der Puebla E-Prix in Mexiko am 9. Juni gibt Porsche eine kleine Verschnaufspause. „Bis zu den nächsten Rennen in Mexiko sind es sechs Wochen. Diese Zeit werden wir nutzen, um uns optimal auf die Herausforderungen der zweiten Saisonhälfte vorzubereiten“, erklärt Lindesay.

Vielleicht klappt es dann mit dem Premierensieg…

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