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DTM: Lausitzring- letzter DTM-Test vor Saisonbeginn 2021

Rowe racing,DTM Test Hockenheimring ©DTM

The Final Countdown: Morgen steigt auf dem Lausitzring der letzte offizielle DTM-Test. Der Vorsaison-Test erstreckt sich über drei Tage bis Donnerstag. Nahezu 20 DTM-Piloten feilen am Set-Up, um bestens vorbereitet für den Saisonauftakt in Monza zu sein.

„Ich brauche definitiv noch mehr Runden“, unterstreicht Audi-Pilot Mike Rockenfeller vom ABT Sportsline.

Der Champion von 2013 startet in seine 15. DTM-Saison, wechselte vor der Saison von Phoenix zu den Allgäuern. „Es ist spannend, gerade auf Grund der Änderungen im technischen Reglement. Ich glaube, dass die DTM ein tolles Jahr hinlegen wird“, so „Rocky“, der mit Kelvin van der Linde und Sophia Flörsch gleich zwei neue Teamkollegen bekommen hat.

Abt Sportsline mit dem Audi R8 LMS GT3 @ABT

Die einzige Fahrerin im DTM-Feld, die erste Rennfahrerin in der DTM seit 2012, freut sich auf ihr neues Auto, nachdem sie in Hockenheim noch mit einem Testträger unterwegs war. Die Münchnerin greift dabei wie Timo Glock (ROWE Racing) und Gary Paffett (Mücke Motorsport) auf die Steer-by-Wire-Technologie von Schaeffler Paravan zurück. Dabei fehlt die mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe, stattdessen überträgt ein Steuergerät die von einem Sensor am Lenkrad erkannten Lenkbewegungen des Fahrers elektrisch über ein Kabel („by wire“) an einen Elektromotor am Lenkgetriebe, der dann die Lenkbefehle ausführt.

„Wenn der neue R8 gut marschiert, wird er meine große Liebe“, sagt die 20-Jährige, die einen Audi R8 LMS von ABT Sportsline steuern wird. „Im Vergleich zur Formel 3 muss ich meine Aggressivität an Gas und Lenkrad zügeln“, hat sie aus dem ersten Test mitgenommen. „Auch Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle sind für mich noch ungewohnt“, sagt Flörsch, die sich ungemein auf die Saison freut.

Glock & Co mit nur 2 Testttage, van der Linde fehlt gänzlich

Die beiden BMW-Piloten Timo Glock und Marco Wittmann werden nur am Dienstag und Mittwoch testen, weil ihre beiden BMW-Teams dann vorzeitig zum Renneinsatz an den Nürburgring reisen. Das ROWE Racing-Team startet am Wochenende in der Eifel mit dem BMW M6 GT3 beim NLS-Rennen, ebenso die Walkenhorst-Mannschaft.

Der zweimalige Champion Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport) hat noch keinen Favoriten ausmachen können. „Durch die verschiedenen Fahrzeugkonzepte wird es auf verschiedenen Strecken unterschiedliche Favoriten geben. Prognosen sind daher umso schwieriger.“ Beim ersten offiziellen Test, Anfang April in Hockenheim, war Wittmann mit 246 Runden der emsigste Fahrer. „Neues Team und ein anderes Fahrzeug – wir müssen das Limit erst entdecken“, so der zweifache DTM-Champion.

Walkenhorst Motorsport,DTM Test Hockenheimring ©DTM

Glocks Teamkollege Sheldon van der Linde reist erst gar nicht in die Lausitz, spart sich die Reise nach Brandenburg. Mercedes-Pilot Gary Paffett und Nico Müller (Audi) testen ebenfalls nur zwei Tage (Dienstag und Mittwoch), da am Wochenende in der Formel E der Monaco E-Prix in Monte Carlo auf dem Programm steht. Paffett fungiert bei Mercedes als Berater, Müller greift für den US-Rennstall Dragon ins Lenkrad. Am vergangenen Wochenende stand Müller beim NLS-Rennen in der Nordschleife im Einsatz- momentan viel Arbeit für den Schweizer.

Der junge Belgier Esteban Muth, der erst vor wenigen Tagen mit T3 Motorsport in die DTM eingestiegen ist, glänzt am Lausitzring durch Abwesenheit. Der Lamborghini Huracán ist noch nicht einsatzbereit.

Dafür rückt das Ferrari-Team AF Corse erstmals mit allen drei Red Bull-Piloten zu den dreitägigen Testfahrten an. Nick Cassidy erlebt seine Premiere als DTM-Fahrer. Der Neuseeländer wird sich das Cockpit des AlphaTauri Ferrari 488 GT3 Evo mit Formel-1-Fahrer Alex Albon teilen. Cassidy reist von der Lausitz gleich weiter ins mondäne Monaco, der bei Virgin in der Formel E antritt.

Jungstar Liam Lawson absolviert mit Ferrari die gesamte Saison, kennt den Lausitzring aus der Vergangenheit. „Die DTM ist eine gewaltige Meisterschaft. Ich freue mich darauf, unter diesen großen Fahrernamen und großartigen Herstellern dabei zu sein“, so der 19-Jährige Lawson, der den 4,570 Kilometer langen Lausitzring bereits aus früheren Formel-4-Zeiten kennt.

Im Mercedes-Lager werden alle Augen auf das Haupt Racing-Team gerichtet sein, die beim ersten Test in Hockenheim vorne im Zeitentableau zu finden waren. Vincent Abril ist ein erfahrener GT-Pilot, in der DTM aber ein unbeschriebens Blatt.

Umso mehr staunten auch die Medien, als der Monegasse in Hockenheim eine sehr gute Figur abgab. „Ich bin schon in vielen Rennserien gestartet, aber die DTM wird ein Highlight, ganz sicher“, so der Franzose. „Als Kind habe ich mir die DTM-Rennen schon immer im Fernsehen angeschaut und war fasziniert, wie eng es in den Rennen zuging.“

Für Abril ist es seit 2012 das erste Mal, bei dem er sich das Cockpit nicht teilen muss. „Das wird interessant. Erstmals muss ich keine Kompromisse eingehen und kann mich ganz allein auf mich konzentrieren“, hofft Abril auf den großen Wurf in der DTM.

 Haupt Racing Team mit Bilstein Partner @Haupt Racing Team

Sein Markenkollege Lucas Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) war in Hockenheim der Schnellste. „Das Wort Test sagt alles. Es gibt überall noch Verbesserungspotenzial, daher sind die Testtage für mich extrem wichtig“, so der fünfmalige DTM-Sieger. „Mein Team, das sind Vollprofis mit riesiger GT-Erfahrung, dazu kommt meine DTM-Erfahrung. Wir haben einen sehr guten Austausch, deshalb bin ich von unserer Kombination überzeugt“, so der Tiroler, dessen Onkel Serienboss Gerhard Berger ihn als heißen Titelkandidaten sieht.

Test als Standortbestimmung – weil niemand Schnellster, aber auch nicht Letzter sein will

Die Teams müssen in den sechs Testsessions auch Hausaufgaben für die DTM-Dachorganisation ITR erledigen. Dabei geht es um die passende Mischung des neuen Reifenpartners Michelin sowie um das Evaluieren weiterer Fahrzeugdaten für die sogenannte „Balance of Performance“, kurz BoP, die für eine leistungsgerechte Chancengleichheit der unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte von Audi, BMW und Mercedes-AMG sowie den Neueinsteigern Ferrari, Lamborghini und McLaren sorgen soll.

Weil einerseits niemand der Schnellste sein will, aber auch auf keinen Fall am Ende der Zeitenliste auftauchen möchte, dürfte dieser zweite offizielle DTM-Test durchaus eine ernst zu nehmende Standortbestimmung werden.

DTM-Trophy mit dabei

Beim dreitägigen Test auf dem Lausitzring, südlich von Cottbus gelegen, ist auch die DTM Trophy mit von der Partie. In sechs getrennt von der DTM angesetzten Testsessions geht es auch für die Teams aus dieser erfolgreichen Nachwuchsserie um die optimale Vorbereitung für den Auftakt in Monza.

Insgesamt sind 21 FahrerInnen für die Saison eingeschrieben. Während Tim Heinemann zur Titelverteidigung in den Aston Martin Vantage von PROsport Racing wechselt, stellen sich in der DTM Trophy drei Rennfahrerinnen dem Wettbewerb: Sophie Hofmann (Heide-Motorsport) im Audi R8 LMS, Laura Kraihamer (True Racing) im KTM X-Bow und Stephane Kox (Ring-Racing) im Toyota GR Supra.

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