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Formel E: Wie Phönix aus der Asche, Andre Lotterer holt erste WM-Punkte

Andre Lotterer Porsche Valencia ©Porsche

Andre Lotterer ist in die Erfolgsspur zurückgekehrt. In Valencia schaffte der Deutsche nach einer tadellosen Vorstellung Platz 2 und holte sich seine ersten WM-Punkte. Der Knoten beim Porsche-Piloten ist geplatzt.

„Ich freue mich sehr über meinen Podiumsplatz. Endlich die ersten Punkte“, atmete Lotterer tief durch.

Dem 39-jährigen Porsche-Fahrer fiel nach dem Glanzstück auf dem Circuit Ricardo Tormo ein riesengroßer Stein vom Herzen. Die Erleichterung nach der besten Saisonleistung war Lotterer sichtlich anzumerken. „Ich hoffe sehr, dass damit der Knoten geplatzt ist“, so der Deutsche nach dem Sonntagsrennen.

Samstagsrennen: ein gebrauchter Tag

Noch am Samstag knüpfte Lotterer nahtlos an den bisher enttäuschenden Saisonstart an. Nach einem vielversprechenden Qualifying mit Startplatz 5 beförderte der Deutschen im Zweikampf mit Norman Nato (Venturi) den Schweizer Sebastien Buemi (Nissan) ins Aus. „Ich habe ihn gar nicht gesehen“, gab Lotterer offen zu. „Ich war da außen mit dem Nato fokussiert und auf einmal war er da. Das sieht natürlich blöd aus“, entschuldigte sich der erfahrene Deutsche, der für sein Malheur eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam.

Mit dem zweiten Venturi-Fahrer Edo Mortara legte sich Lotterer wenig später an. Der Porsche-Pilot, der mit Bremsproblemen zu kämpfen hatte, schickte den Italo-Schweizer ins Kiesbett. Es gab mächtig Ärger für Lotterer. „Die Bremse ist in den passiven Modus gegangen“, begründete der 39-Jährige den Zwischenfall.

Die Rennleitung fackelte nicht lange und verhängte gegen den Deutschen eine Strafe in Form einer Rückversetzung um drei Startplätze für das Sonntagsrennen.

Lotterer vor Rast ©Porsche

Wie Phönix aus der Asche :

Das zweite Valencia-Rennen verlief dagegen ganz nach dem Geschmack von Lotterer. Die Porsche-Crew hatte über Nacht offenbar an den richtigen Stellschrauben gedreht, den Porsche 99X Electric perfekt vorzubereiten. Wie Phönix aus der Asche kam Lotterer zurück.

Bereits im Freien Training markierte er die Bestzeit vor seinen Teamkollegen Pascal Wehrlein. „Es ist immer gut, in der Formel E vorne zu sein“, freute sich der Porsche-Pilot. „Das gibt immer etwas Selbstvertrauen. Ich brauche nur, dass es mal rund läuft“, notierte Lotterer.

Im Qualifying zeigte Lotterer erneut eine bärenstarke Leistung, die mit Platz 2 honoriert wurde. Auf Grund der Strafe vom Vortag rückte er auf Startplatz 5 zurück. Im Rennen blieb Lotterer cool, fuhr clever und nervenstark und hielt sich aus allen Scharmützeln raus. Der verdiente Lohn war ein Podiumsplatz. Lotterer überquerte als Dritte die Ziellinie, doch da der zweitplatzierte Nato noch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt bekam, rückte der Porsche-Fahrer noch auf Platz 2 vor.

„Als Team haben wir dieses Ergebnis verdient, wir arbeiten alle hart“, freute sich der Deutsche über seine ersten WM-Punkte. „Heute haben wir gezeigt, dass wir auch auf so einer für die Formel E eher untypischen Strecke eine gute Performance abliefern können. Auf einer Runde waren wir in dieser Saison schon immer schnell. Diesmal haben wir im Rennen bewiesen, dass wir auch in Sachen Energiemanagement effizient sind“, bestätige Lotterer.

Lotterer jubelt ©Porsche

Im Porsche-Lager machte sich große Erleichterung ob der besten Saisonleistung von Lotterer breit. „Das ist ein fantastisches Ergebnis für das Team und natürlich auch für Andre“, jubelte Einsatzleiter Amiel Lindesay.

„Er hatte bisher eine harte Saison. Heute ist er sehr clever gefahren, sehr effizient, und ich bin zuversichtlich, dass wir auch die kommenden Rennen auf diesem Level bestreiten können“, so der Franzose. Lotterers Teamkollege Pascal Wehrlein verließ das spanische Renn-Wochenende mit zwei Nullnummern. „Pascal hatte unter anderem Schwierigkeiten mit der Balance des Autos, nachdem er im Qualifying erneut sehr stark unterwegs war. Das werden wir analysieren, um in Monaco wieder vorne mit dabei zu sein“, notierte Lindesay.

Kurios: Vor dem Valencia-Rennwochenende waren Lotterer und Premierensieger Jake Dennis (BMW) noch die einzigen Piloten im Fahrerfeld ohne WM-Punkte. Am Sonntag standen beide Fahrer auf dem Siegespodest.

Für Lotterer gab es von Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport, ein Sonderlob. „Ein riesiges Kompliment an Andre. Ich möchte mich beim gesamten Team bedanken, das einen hervorragenden Job gemacht hat“, sagte Enzinger.

Für den Steirer war die Spanien-Premiere ein Wechselbad der Gefühle. „Der Valencia E-Prix hat gezeigt, wie schnell die Emotionen im Motorsport von einem Extrem ins andere kippen können. Nach einem herausfordernden Samstag für alle Beteiligten ist der heutige zweite Platz für Andre ein großer Erfolg“, so der Österreicher.

In der Meisterschaft gab Lotterer die Rote Laterne an Nio-Pilot Tom Blomqvist ab, mit seinen 18 Punkten machte er einen Sprung auf Platz 16. In der Teamwertung belegt das Porsche-Team Rang 6.

In knapp zwei Wochen steigt das prestigeträchtige Rennen in Monaco (8. Mai). Dort wäre es für Porsche ein Traum, ganz oben auf dem Siegespodest zu stehen. „Unser erster Sieg rückt näher“, verspricht Porsches Motorsportchef Enzinger. Vielleicht schon in Monaco…

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