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Formel E: Nico Müller gelingt Husarenstück- Platz 2 in Valencia

Nico Muller (CHE), Dragon Penske Autosport, 2nd position, kisses his trophy © FIA FormulaE

Nico Müller sorgte mit Platz 2 für eine faustdicke Überraschung beim Valencia E-Prix. Der Dragon-Pilot profitierte dabei von einem umsichtigen Energiemanagement, das den Schweizer in den letzten Rennminuten nach vorne spülte.

„Es ist eine großartige Belohnung für jeden im Team“, konnte Müller sein Glück kaum fassen. „Wir haben es verdient, ein Podium zu feiern, und ich bin super glücklich für meine Teamkollegen.“

„Wir wissen, woran wir arbeiten müssen, um für morgen und den Rest der Saison bereit zu sein, aber das war ein wohlverdientes Podium. Wir haben alle Informationen mitgenommen und es zu etwas gebracht“, sagte Müller nach seinem Überraschungscoup.

Der US-Rennstall Dragon/Penske Autosport, der seit dieser Saison mit Bosch als technischer Partner zusammenarbeitet, fokussierte sich auf Effizienz und Energiemanagement. Eine Strategie, die perfekt aufging.

Zunächst das Glück auf seiner Seite

Als der Regen einsetzte und sich die dramatischen Ereignisse des Rennens entwickelten, schlug die Gunst der Stunde von Müller. Der 29-jährige Schweizer hatte zunächst kein optimales Qualifying, ging nur von Startplatz 22 ins Rennen. Nächster Nackenschlag für Müller war eine frühe Durchfahrtsstrafe, da er zuviel Energie rekuperierte.

Müller fuhr auf dem regennassen 3,376 Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo vor den Toren Valencia jedoch im weiteren Rennverlauf ein sehr umsichtiges und kluges Rennen. Zunächst hatte der Dragon-Pilot zweimal Glück, dass er trotz unfreiwilligen Ausflug ins Kiesbett mit dem Penske EV-4 weiterfahren konnte. Zahlreiche Fahrer wie Maximilian Günther (BMW) oder Teamkollege Sergio Sette Camara machten ebenso Bekanntschaft mit dem Kiesbett, das ihnen zum Verhängnis wurde und ausschieden.

Nico Muller (CHE), Dragon Penske Autosport, Penske EV-5©FIA FormulaE

Sehr kluges Energiemanagement

Während es zu zahlreichen Positionskämpfen kam, hielt sich Müller aus allen Scharmützel auf der Strecke heraus, immer im Blick sein Energiemanagement. Das zahlte sich am Rennende aus. „Von P22 gestartet, hatten wir das Gefühl, dass wir eine Kombination aus Strategie und Chaos brauchen, um nach vorne zu kommen“, sagte Müller nach dem Rennen.

„Mit einer Durchfahrtsstrafe und zwei Ausflügen ins Kiesbett hatten wir anfangs mehr Chaos, als wir wollten. Zum Glück hatten wir im Nassen eine gute Pace, das Auto fühlte sich wirklich gut an, und ich konnte Energie sparen und gleichzeitig Plätze auf der Strecke gutmachen. Das war der Schlüssel“, verriet der Schweizer sein Erfolgsgeheimnis.

Dabei half ihm Teamkollege Camara unfreiwillig, der nach einer unverschuldeten Kollision mit Jaguar-Pilot Mitch Evans im Kiesbett landete und die insgesamt fünfte Safety-Car-Phase auslöste. Nach dem Re-Start wenige Sekunden vor dem Schwenken der Zielflagge ging beinahe dem halben Feld die Energie aus. Die Rennleitung strich zum fünften Mal etwas Akkuleistung, doch Müller besaß noch den nötigen Energieüberschuss, um in den letzten Runden an den kraft- und saftlosen Autos vorbeizugehen. 

Nico Müller und Penske Team nach P2 © Shiv Gohil, Dragon

Teamchef Jay Penske überglücklich

Am Ende holte sich Müller hinter Mercedes-Pilot Nyck de Vries sein erstes Podium in der FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. Die Freude bei Teambesitzer und Teamchef Jay Penske war natürlich riesengroß.“Heute sind uns einige Dinge in den Weg gefallen, die uns die Möglichkeit gegeben haben, in die Punkte zu fahren“, freute sich Penske.

„Aber das Team war diszipliniert, reaktionsschnell und agil in seiner Technik, was Nico die Möglichkeit gab, sein Tempo zu kontrollieren und dieses wohlverdiente Podium zu erreichen. Ich bin stolz auf jeden im Team, der diese Chance ergriffen und das Ergebnis maximiert hat.

Jedes Teammitglied ist sich bewusst, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um diesen Schwung fortzusetzen, mehr Punkte zu holen und konstant um Podiumsplätze zu kämpfen. Gemeinsam mit unseren neuen technischen Partnern bei Bosch sind wir entschlossen, diese Ziele zu erreichen. Nach unserer heutigen Leistung freue ich mich auf den morgigen 6. Saisonlauf und auf die zukünftigen Ergebnisse unserer Bemühungen“, resümierte der Amerikaner.

In der Gesamtwertung machte Müller einen gehörigen Sprung nach vorne und rangiert mit 30 Punkten auf Platz 9 der Weltmeisterschaft. Es bleibt spannend, wie sich das Dragon-Team heute (ab 13:30 bei Sat.1) beim zweiten Rennen schlägt.

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