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Formel E in Valencia: Nyck de Vries gewinnt verrückte Spanien-Premiere im Regen vor Nico Müller

Nyck de Vries (NLD), Mercedes Benz EQ, EQ Silver Arrow 02 © FIA FormulaE

Nyck de Vries hat das Premierenrennen der Formel E in Valencia gewonnen. Der Mercedes-Pilot siegte in einem actionreichen fünften Saisonrennen vor Dragon-Pilot Nico Müller und Stoffel Vandoorne.

Bester Deutscher wurde Rene Rast als Fünfter, die drei weiteren deutschen Fahrer schieden aus.

Update:

Nach dem Rennen wurde das Ergebnis ab Position 7 korrigiert. Antonio Felix da Costa, Alex Lynn und Sam Bird wurden disqualifiziert, da sie allesamt die maximale Energiemenge von 33 kWh überschritten hatten. Somit verlieren die drei Piloten ihre WM-Punkte. Platz 7 erbte Lucas di Grassi (Audi), Jake Dennis- der seine ersten vier WM-Punkte einfuhr- rangiert auf Platz 8 vor Jean Eric Vergne, der Platz 9 einnimmt. Nio-Pilot Oliver Turvey erhält trotz Platz 10 keinen WM-Punkt, da er nicht die Ziellinie überqueren konnte.

Hier das endgültige Klassement:

Korrigiertes Ergebnis Valencia I ©FIA FormulaE, Alkamel

Was für ein verrücktes Rennen. Am Ende ging der Hälfte des Feldes der Saft aus, das Resultat wurde gehörig durcheinandergewürfelt. 

Nachdem es vor dem Rennen geregnet hatte, erfolgte der Rennstart bei der Valencia-Premiere hinter dem Safety-Car- sehr zur Enttäuschung von Sat.1-Formel-E-Experte Daniel. Abt.

Pole-Setter Stoffel Vandoorne hatte vor Rennstart großes Pech. Anstatt von der Pole musste der Belgier von ganzen hinten starten. Das Mercedes -Team setzte bei Vandoorne einen Reifen im Qualifying ein, der nicht bei der FIA gemeldet war. Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) ging daher von der Pole ins Rennen, daneben Max Günther im BMW.

Felix da Costa führte das Feld im Regengischt von Valencia vor dem Deutschen Günther an. Das Rennen war ein Ritt auf der Kanonenkugel. Porsche-Pilot Andre Lotterer lag aussichtsreich auf Position 5, Teamkollege Pascal Wehrlein auf P9.

Audi-Pilot Lucas di Grassi war der erste Fahrer, der eine Strafe aufgebrummt bekam, da am Audi e-tron FE07 ein neues Getriebe eingebaut wurde. Dragon-Pilot Nico Müller war als Nächstes dran, da der Schweizer zu viel Energie rekuperierte.

Gleich vier Safety-Car-Phasen prägten das total verrückte Rennen. Die erste Aufregung lieferte Lotterer, der im Kampf gegen Norman Nato (Venturi) in der Schikane zur Kurzanbindung Nissan-Pilot Sebastien Buemi ins Heck krachte und den Schweizer ins Aus beförderte. Durchfahrtsstrafe für den Deutschen, das Safety-Car des E-Mini Pacesetter rückte zum ersten Mal aus.

Nyck de Vries bläst zum Angriff, Günther im Kies:

Nach dem Re-Start bestimmte Felix da Costa erneut das Tempo, während Mahindra-Pilot Alex Lynn BMW-Pilot Maximilian Günther attackierte. Rene Rast (Audi) fiel dagegen bis auf Position 22 zurück, Vandoorne lag auf Position 18.

Felix da Costa konnte sich einen komfortablen Vorsprung von über vier Sekunden auf die Verfolger herausfahren, dahinter trickste de Vries Lynn und Günther auf der Außenbahn aus – Platz 2.

31 Minuten vor Rennende ging der Brite Lynn an Günther vorbei, der mit der Pace im Regen Probleme bekam. Zu diesen Zeitpunkt lagen die späteren Podiumsgewinner Müller und Vandoorne noch auf den Positionen 16 respektive 23. Müller lieferte sich zuvor mit seinen ewigen DTM-Kontrahenten Rene Rast ein Scharmützel, beide fanden sich im Kiesbett wieder, konnten aber weiterfahren.

Dagegen konnte Günther nach Runde 10 nicht mehr weiterfahren. Der Deutsche verlor beim Anbremsen in Turn 2 das Auto, das Heck brach aus und der BMW-Pilot landete im Kiesbett- das bittere Aus. „“Die Hinterachse hat blockiert“, erklärte ein enttäuschter Günther im Sat1-Interview.

Max Gütnher im Kiesbett Valencia © FIA FormulaE

Weitere Safety-Car-Phasen: 

Das Safety-Car müsste erneut ausrücken, um Günthers Auto zu bergen. Den Re-Start war wieder eine Angelegenheit von Felix da Costa, der zunächst nichts anbrennen ließ. Doch de Vries ließ nicht locker, schloß immer mehr zum Portugiesen auf und griff nach der Führung. Dahinter lagen die beiden Mahindra-Piloten Sims und Lynn unisono auf den Positionen 3 und 4. Wehrlein war zu diesen zeitpunkt als bester Deutscher auf Platz 7.

In Runde 15 musste der E-Mini Pacesetter erneut auf die 3, 376 Kilometer lange Strecke. Dragon-Pilot Sette Camara verabschiedete sich nach einem Duell gegen Jaguar-Pilot Evens im Kiesbett, dessen Teamkollege Müller wenige Sekunden später von Mercedes-Pilot Vandoorne bewußt außerhalb der Strecke in Turn 8 gedrängt wurde- Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für den Belgier.

Während für Evans ebenfalls Schluss war, führte Felix da Costa erneut das Feld nach dem re-Start an. Dahinter lauerten de Vries, Sims und Nissan-Pilot Oliver Rowland auf ihre Chance. Die nächste Aufregung zeigten Lotterer und Edo Mortara (Venturi), die nebeneinader in Turn1 um die Plätze kämpfen. Der Deutsche kollidierte mit den Italo-Schweizer, beide landeten wo- natürlich im Kiesbett.

Ein arbeitsreicher Tag für Safety-Car-Pilot Bruno Correira, der zum vieren Mal den Rest des Feldes zusammenführten durfte. Für Wehrlein ging es zu diesen Zeitpunkt nicht mehr weiter, ein sicherheitsrelevantes Bauteil an der Bremse des Porsche 99X Electric sorgte für einen vorzeitigen Feierabend.

E-Mini Pacesetter Valencia © FIA FormulaE

Energie-Management entscheidet Rennen:

Dann wurde es nochmal richtig verrückt. 25 Sekunden und eine Rennrunde vor dem Schwenken der Zielflagge erfolgte der nächste Re-Start. Zunächst behielt Felix da Costa erneut die Oberhand, doch die Rest-Energie reichte nicht mehr, den Sieg nach Hause zu retten. De Vries sagte Danke und wurde als Rennsieger abgewunken.

Weitere Piloten wie Nato (Venturi), Sims und Rowland ging der Saft aus, Müller und Vandoorne profitierten von ihrem klugen Energiemanagement. Auch Rene Rast und Teamkollege di Grassi konnte noch WM-Punkte sammeln.

Hinter Müller und Vandoorne folgten Cassidy und Rast. Auf den Positionen 6 und 7 landeten Virgin-Pilot Robin Frijns und Felix da Costa. Lynn, Bird und di Grassi komplettierten die Top Ten.

Nicht klar war, ob sich die Renn-Ingenieure mit der Energiemenge verrechneten oder ob die Renn-Leitung auf Grund der vier Safety-Car-Phasen zu viel an Energie den Pilot raubte.

Mercedes übernimmt Meisterschaftsführung

In der Meisterschaft angelte sich de Vries nach seinem zweiten Saisonsieg die Tabellenführung zurück mit 57 Punkten vor Teamkollege Vandoorne, der neuen Punkte Rückstand aufweist. Mercedes hat auch in der Teamwertung die Führung übernommen. Der Vorsprung auf Jaguar beträgt 23 Punkte.

Der sechste Saisonlauf steht bereits morgen am Sonntag um 14.00 Uhr auf dem Programm- erneut in Valencia.

Ergebnis 5. Saisonlauf Valencia E-Prix:

Ergebnis Valencia ©FIA FormulaE , alkamel

 

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