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Formel E: Porsche vor Valencia-Premiere- gelingt der erste Sieg und kehrt Andre Lotterer in die Erfolgsspur zurück?

Andre Lotterer,Porsche,Formula E 2020-2021: Rome ePrix I ©Sam Bloxham / LAT Images

Bienvenido a Valencia. Premiere der Formel E in Spanien. In Valencia findet auf dem 3,376 Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo der erste spanische E-Prix in der Geschichte der Formel E statt. Beim ‚Doubleheader‘ am kommenden Wochenende (24.4./25.4.) strebt das deutsche Porsche-Team den ersten Sieg in der Elektro-Rennserie an.

Die große Frage: gelingt Pascal Wehrlein der ersehnte Premierensieg und kehrt Teamkollege Andre Lotterer in die Erfolgsspur zurück?

„Wir machen Fortschritte und lernen jedes Rennwochenende dazu“, sagt Amiel Lindesay, Porsches Einsatzleiter. „Was wir aktuell erwarten können, sind Podiumsplatzierungen. Was wir wollen, sind Siege“, gibt der Franzose die Parole aus.

Pascal Wehrlein Tag Heuer Porsche ©Porsche

Pascal Wehrlein: Gelingt in Valencia der Premierensieg?

Siege in der Formel E fehlen noch in der Sammlung von Porsche Motorsport. Zuletzt war der Aufwärtstrend im Porsche-Lager unverkennbar, insbesondere Pascal Wehrlein bot in Rom eine bärenstarke Vorstellung. Mit Platz 3 konnte der 26-jährige Deutsche seinen ersten Podestplatz für den Zuffenhausener Sportwagenhersteller erzielen. Doch der DTM-Champion von 2015 will mehr- der erste Sieg in der Formel E soll her.

„Auch wenn noch nicht alles nach Wunsch für uns läuft, wissen wir, woran wir arbeiten müssen, um regelmäßig gute Platzierungen und hoffentlich bald auch den ersten Sieg zu holen“, stellt Wehrlein klar. „Ich hoffe, dass wir für Valencia schon einiges davon umsetzen können“, so der Porsche-Neuzugang.

Qualifying top, Potential ausbaufähig:

Der Porsche 99X Electric zählt grundsätzlich zu den Top-Autos in der Formel E, im Qualifying stehen beide Porsche-Piloten regelmäßig in den Top Ten im Zeitentableau. Wie zuletzt in Rom, als Andre Lotterer im Samstagsrennen von Startplatz 2 aus ins Rennen ging, Teamkollege Wehrlein nahm am Sonntag das zweite Rennen von Platz 3 in Angriff.

„Im Qualifying ist unser Auto eines der schnellsten, und auch im Rennen fehlt nicht viel“, weiß auch Lindesay. „Es sind wenige Details, die noch nicht ganz passen. Die müssen wir zusammenfügen, dann sind auch Siege möglich“, sagt der Porsche-Verantwortliche, der den Premierensieg herbeisehnt.

Doch kommen wir zum Pferdefuß bei Porsche: die Rennpace ist noch ausbaufähig. An einigen Stellschrauben müssen die Porsche-Leute weiter drehen, um den Porsche 99X Electric noch effizienter zu machen. Das Potential des Porsche-Boliden konnten Wehrlein und Lotterer noch nicht voll entfalten. „Im Porsche 99X Electric steckt zweifellos mehr Potential, als wir bisher zeigen konnten“, bestätigt Lindesay. „Dieses Potential müssen wir finden und dann sicherstellen, dass wir es über ein ganzes Rennwochenende nutzen können“, so der Franzose.

Gelingt der große Wurf?

Viel Zeit zu Verbesserungen blieb der Porsche-Crew nach dem Rom E-Prix nicht, 14 Tage zwischen den beiden „Doubleheaders“ in Italien und Spanien ließen nicht viele Rückschlüsse zu. „Für große Pausen war da keine Zeit“, sagt Lindesay. „Wir haben unsere Schlüsse aus den Rennen in Rom gezogen, haben analysiert, was gut gelaufen ist und was nicht so gut, und haben unser Auto im Hinblick auf Valencia effizienter gemacht.“

Porsche hat bekanntlich über den Winter einen neuen Antriebsstrang entwickelt, der diese und nächste Saison zum Einsatz kommt. „Mit dem neuen Auto verfügen wir auf jeden Fall über eine sehr gute Basis“, sagt Lindesay. „Es liegt jetzt an uns, das maximale Leistungsvermögen von Auto, Fahrer und Team voll auszuschöpfen. Wenn uns das gelingt, sind wir vielleicht schon in Valencia nicht nur im Qualifying vorne mit dabei, sondern auch im Rennen.“

Dabei hofft der Franzose auf seinen Schützling Wehrlein, der sich bisher bei seinem neuen Arbeitgeber sehr gut geschlagen hat. Nach seinen vorzeitigen Abschied bei seinen früheren Team Mahindra, konnte der Deutsche das letztjährige Saisonfinale in Berlin beim „Sixpack“ nur in der Zuschauerrolle verfolgen. Doch der Speed ist dem Ex-Formel-1-Piloten in der Zwangspause nicht abhanden gekommen.

„Ich hatte ja eine etwas längere Auszeit als die meisten meiner Konkurrenten, weil ich die vorige Saison für mein damaliges Team nicht ganz zu Ende gefahren bin“, so der Deutsche. „Jetzt zu sehen, dass sich diese Pause nicht negativ auf meine Fahrweise ausgewirkt hat und ich in meinem neuen Team von Anfang an gute Ergebnisse vorweisen kann, das freut mich schon“, zeigt sich Wehrlein mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden.

Was noch fehlt, ist der erste Sieg. „In Diriyya die erste Startreihe, in Rom das erste Podium – das ist ein positiver Trend, mit dem ich sehr gut leben kann“, bestätigt Wehrlein den Aufwärtstrend.

Andre Lotterer Porsche Rom E-Prix ©Porsche

Andre Lotterer zurück in die Erfolgsspur?

Dagegen erlebte Teamkollege Andre Lotterer bisher eine enttäuschende Saison. Vier Rennen, null Punkte, das hatten wohl nur die wenigsten Beobachter auf den Zettel. Der 39-jährige Deutsche, der vor Saisonbeginn zum Kreis der Titelanwärter gezählt wurde, gehört im Qualifying zu den Schnellsten.

In Rom ging der Porsche-Pilot aus der ersten Startreihe hinter Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne ins Rennen, doch bereits nach der ersten Kurve war der Traum von einem Top-Resultat ausgeträumt. Zu ungestüm wollte der Deutsche den Belgier passieren, beide Fahrer kollidierten. Der Porsche-Crash ruinierte Lotterer den Tag. Am Ende sprang nur ein enttäuschender 14. Platz heraus. Der Porsche-Pilot ärgerte sich am meisten über die verpasste Chance.

„Vom Speed her haben wir in Rom gezeigt, dass wir vorne mithalten können, vor allem im Qualifying“, sagt Lotterer vor dem Valencia-Rennen. „Da sind wir richtig gut. Ein Wochenende mit null Punkten ist natürlich bitter, aber wie gesagt: Wir müssen den Kopf hochhalten und weiterkämpfen“, kämpft der Deutsche endlich um seine ersten WM-Punkte.

Viel Zeit zum Grübeln blieb dem Porsche-Piloten nach dem Rom-Desaster nicht, die Arbeit und Vorbereitung auf Valencia wartete schon. „Mit Engagement und harter Arbeit“, so Lotterer, verarbeitete der erfahrene Formel-E-Pilot die Nullnummer in Italien. „Für mich ging es quasi direkt in den Simulator“, bestätigte der Deutsche seine Vorbereitung auf die Spanien-Premiere.

Jetzt gilt es für Lotterer, der Abwärtsspirale entgegenzusteuern. Dazu wären Punkte notwendig. „Ein Ziel ist sicherlich, die ersten Punkte in dieser Saison zu holen“, stellt der Deutsche klar. „Ich hoffe, dass es mir in Valencia gelingt, endlich auch im Rennen an der Spitze mitzufahren“, gibt sich Lotterer zuversichtlich.

„Das ist keine typische Formel-E-Strecke und macht sicherlich auch nicht so viel Spaß wie die in Rom. Auch wenn das Streckenlayout für die Rennen anders sein wird, haben wir die Testdaten in der Box und wissen so ungefähr, was auf uns zukommt“, so der Deutsche.

Bekannte Location, neues Glück

Die zwölf Teams und 24 Fahrer feiern Renn-Premiere beim Valencia E-Prix. Bisher hat die Formel E die spanische Rennstrecke seit der vierten Saison für offizielle Testfahrten vor Saisonbeginn genutzt, nunmehr erfolgt dort zum ersten Mal ein Rennen- und das mit einem „Double-Header“.

Streckenlayout Valencia ©FIAFormulaE

Die Teststrecke wird allerdings nicht 1:1 für das Rennen abgebildet, vielmehr hat die Formel E eine modifizierte Streckenvariante mit 15 Kurven für die Saisonläufe fünf und sechs designt. Eingangs der Zielgeraden gibt es jetzt eine enge Schikane, ausgangs der Gegengerade sorgt eine zusätzliche enge Kurvenkombination für mehr Spektakel.

„Das ist keine typische Formel-E-Strecke und macht sicherlich auch nicht so viel Spaß wie die in Rom“, bestätigt Lotterer. „Auch wenn das Streckenlayout für die Rennen anders sein wird, haben wir die Testdaten in der Box und wissen so ungefähr, was auf uns zukommt.“ Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, um erste WM-Punkte zu sammeln. Mal schauen, ob Wehrlein endlich der Premierensieg gelingt?

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