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Formel E: Jean-Eric Vergne gewinnt ausfallreichen Rom E-Prix, Rene Rast auf P6

Race Winner Jean-Eric Vergne (FRA), DS Techeetah in parc ferme ©FIAFormulaE

Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) gewann den actiongeladenen Rom E-Prix vor den beiden Jaguar-Piloten Sam Bird und Mitch Evans. 

Drei deutschen Fahrer schafften die Top Ten, Rene Rast erreichte als bester Deutscher Platz 6. Gleich sieben Fahrer sahen die Zielflagge nicht.

Update:

Nick Cassidy bekam nachträglich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt. Grund: Unfallverursacher in Turn 7 nach Kollision mit Jake Dennis (BMW).

Der Neuseeländer fällt damit auf P16 zurück, Nio-Pilot Tom Blomqvist erbt den 10.Platz und damit einen WM-Punkt.

Start hinter dem Safety-Car

Die Rennleitung entschied das Rennen hinter dem Safety-Car zu starten. Kaum war der dritte Saisonlauf freigegeben, war Pole-Setter Stoffel Vandoorne (Mercedes) seine Führung schon wieder los. Der hinter ihm drängelnde Deutsche Andre Lotterer lenkte nicht frühzeitig ein, Vandoorne hatte keinen Platz mehr einzulenken, beide blieben in der Mauer hängen. Lotterer bekam für diese Aktion eine 5-Sekunden-Strafe von der Rennleitung aufgebrummt.

Mercedes-Teamchef Ian James zeigte sich im „ran-racing“-Interview enttäuscht. „Es ist schon ärgerlich, dass wir den Vorteil nicht mehr haben. Es ist schon nervig“, ärgerte sich James.

Power Overuse bei Rowland, Müller und Camara

Nissan-Pilot Oliver Rowland war der lachende Dritte, erbte die Führung. Doch lange währte die Freude nicht, der Brite bekam wegen Power Overuse eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt- weg war die Führung. Die gleichen Strafen erhielten später auch beide Dragon-Piloten Sergio Sette Camara und Nico Müller.

Nach sechs Runden lag erstmals Audi-Pilot Lucas di Grassi in Front, der von DS Techeetah-Piloten Jean-Eric Vergne bedrängt wurde. Dahinter positionierten sich Robin Frijns (Virgin), Nyck de Vries (Mercedes) und Porsche-Pilot Pascal Wehrlein.

Nach drei Runden schnappte sich Sam Bird im Jaguar Andre Lotterer- Platz 6. Und die Überholmanöver sollten im weiteren Rennverlauf weitergehen.

Vergne konnte sich zuerst die Führung angeln, nach dessen ersten Attack-Mode musste sich der Franzose wieder auf Platz 4 anstellen. Gegen Rennmitte zündeteten die weiteren Top Five-Fahrer ihren Attack Mode. Während BMW-Pilot Maximilian Günther sich Porsche-Piloten Lotterer schnappte-Platz 9, holte sich di Grassi in Runde 13 erstmals seinen Attack Mode ab.

Die Fahrer verloren in regelmäßiger Reihenfolge ihre Positionen beim Attack Mode am Obelisken, der weit weg der Ideallinie lag. Vergne versuchte als Führender seinen Verfolgern zu entwischen- vergeblich. Di Grassi schnappte sich mit einem harten Manöver Virgin-Pilot Robin Frijns-Platz 2.

Während sich der amtierende Champion Antonio Felix da Costa im hinteren Mittelfeld mit Rene Rast im Audi herumschlagen musste, zündete Teamkollege Vergne seinen zweiten Attack Mode- sehr früh für diese Phase, doch das zahlte sich im weiteren Rennverlauf aus.

Da die Teams verschiedene Strategien für den Attack Mode nutzen, wechselte die Führung permanent. In Runde 17 ging Vergne mit Power-Unterstützung erneut in Führung, der den Niederländer Nyck de Vries (Mercedes) passierte. Danach holten sich de Vries, Frijns und Bird ebenfalls ihren zweiten Attack Mode ab, di Grassi nutzte die Gelegenheit und schob sich hinter Vergne auf Platz 2.

Zu diesen Zeitpunkt waren die beiden Porsche-Piloten Wehrlein und Lotterer als beste Deutsche auf den Plätzen 8 respektive 9.

Lucas di Grassi verliert Sieg nach technischen Gebrechen, beide Mercedes-Piloten crashen

Jaguar-Pilot Bird, der kein optimales Qualifying hinter sich hatte- nur Platz 10- machte jetzt Ernst und schnappte sich de Vries-Platz 3. Vorne attackierte die Grassi vehement den Spitzenmann Vergne, doch zunächst ohne Erfolg. Doch nach 20 Runden knackte der Brasilianer den Franzosen und ging wieder in Führung. Teamkollege Rast konnte sich zwischenzeitlich auf Position 9 vorarbeiten. 

Doch die Freude über die Führung für di Grassi verstummte bald. Urplötzlich hatte der Audi e-tron FE07  einen Leistungsabfall-technisches Versagen- die Führung dahin, der Sieg war futsch.

Mercedes-Pilot Vandoorne wollte an den ausrollenden di Grassi vorbei und verließ die Ideallinie. Das hatte weitreichende Folgen.

Der Belgier übersah beim Überholmanöver ein Schlagloch, verlor die Kontrolle des Mercedes Silver Arrow 02 und das Heck des Belgiers brach aus. Teamkollege de Vries konnte hinter ihm nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in Vandoornes Auto- eine bittere Pille für Mercedes. Beide Piloten fielen aus.

Jetzt war der Weg frei für Vergne, der hinter dem E-Mini des Saftey-Car den Sieg nach Hause brachte. Ein Restart wurde nicht mehr durchgeführt.

„Es war so rutschig am Anfang, ich bin happy über den Sieg“, zeigte sich Vergne erleichtert, der erstmals mit den neuen DS Techeetah-Antriebsstrang an den Start ging. „Tut mir leid für Lucas, ich weiß nicht was er hatte. Ich hoffe, gegen ihn morgen wieder kämpfen zu können“, sagte der Franzose, der sich den Siegesschluck redlich verdient hatte.

Jean-Eric Vergne (FRA), DS Techeetah, DS E-Tense FE21 celebrates winner ©FIAFormulaE

Nutznießer dieser Ausfallorgie waren auch beide Jaguar-Piloten, die noch das Stockerl erklommen. Bird auf 2, Evans auf 3, wichtige Punkte im Titelkampf für die „Raubkatze“.

Drei Deutsche in die Top Ten

Rene Rast konnte ebenfalls davon profitieren und erreicht als bester Deutscher Platz 6. „Ich habe hart dafür kämpfen müssen“, sagte Rast. „Ich hatte ein gutes Energiemanagement und habe mich Platz für Platz nach vorne gekämpft. Es war nicht einfach“, fügte der Audi-Pilot hinzu, der das Kunstwerk schaffte, von Startplatz 20 bis auf Platz 6 vor zu fahren.

Dahinter landete Wehrlein auf Platz 7, Max Günther holte mit P9 erstmals WM-Punkte. Obwohl der BMW-Pilot im Kampf gegen Felix da Costa noch einen Dreher bei hoher Geschwindigkeit hatte, konnte Günther weiterfahren und die Punkte ins Ziel retten.

Lotterer hätte auch noch die Top Ten erreicht, doch die 5-Sekunden-Strafe wegen des Unfalls mit Vandoorne machten ihm einen Strich durch die Rechnung-Platz 16.

In der WM übernahm Bird die Führung mit 43 Punkten vor Frijns (34 Punkte) und de Vries, der 32 Punkte auf seinem Konto hat. Bester Deutscher ist Rene Rast mit 21 Punkten auf Platz 6.

Morgen gibt es bereits das nächste Rennen und man darf nach dieser actionreichen Vorstellung in der italienischen Hauptstadt gespannt sein, ob Vandoorne und di Grassi zurückschlagen können.

Ergebnis Rom EPrix I:

Ergebnis Rom EPrix I ©FIAFormulaE

 

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