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Formel E: Porsche-Pilot Pascal Wehrlein vor Rom: „Alles ist möglich“

Pascal Wehrlein Porsche ©Porsche

In Rom erfolgt der Europa-Auftakt der Formel-E-Weltmeisterschaft. Das deutsche Team Porsche reist zuversichtlich in die italienische Hauptstadt. Mit einem „Doubleheader“ stehen gleich zwei Rennen auf dem Programm.

„Für Rom haben wir einige Verbesserungen auf den Weg gebracht, und wenn wir die auch im Rennen umsetzen können, denke ich, dass alles möglich ist“, sagt Pascal Wehrlein.

Der Deutsche zeigte beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien für sein neues Team eine bärenstarke Leistung, punktete in beiden Rennen und liegt in der Gesamtwertung auf Platz 10. Im ersten Rennen verpasste Wehrlein nur knapp die Pole-Position und erreichte Platz 5, im zweiten Rennen kam der Porsche-Neuzugang auf Platz 10.

„Für mich als Neuling im Team war dieser gute Auftakt besonders wichtig“, weiß Wehrlein. „Wir haben damit gezeigt, welches Potential wir haben. Auf eine Runde waren wir schon sehr stark, nur im Rennen hat uns etwas Speed gefehlt“, bestätigt der 26-jährige Porsche-Pilot.

„Double-Header“ in Europa

Zwei Rennen, zweimal in den Punkten, darauf kann Wehrlein aufbauen. Wegen der eingeschränkten Reisemöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie haben die FIA und die Formel E beschlossen, auch in der „Ewigen Stadt“ zwei Läufe auszutragen.

„In Anbetracht der aktuellen Situation und der unvorhersehbaren Entwicklung der Pandemie in der zweiten Saisonhälfte ist für uns und die Serie jedes gefahrene Rennen wichtig“, stellt Amiel Lindesay, Porsches Einsatzleiter in der Formel E, klar. Daher entschieden die Serienverantwortlichen, das nächste Event am 24./25. April in Valencia -Spanien-Premiere- ebenfalls mit einem „Double-Header“  fortzusetzen.

Für das Porsche-Team eine willkommene Gelegenheit, in Italien zwei Rennen anzugehen, zumal der 3.385 Kilometer langen Kurs im Stadtbezirk Esposizione Universale di Roma ein neues Streckenlayout bekommen hat. „Je mehr Rennen wir fahren, desto besser ist das für uns als Team“, bestätigt Wehrlein.

„Ich freue mich jedenfalls darauf, mehr Zeit im Auto zu verbringen. Es kann ja immer mal sein, dass es am ersten Tag nicht ganz so gut läuft. In diesem Fall ist das Wochenende nicht gleich vorbei, sondern man hat noch eine zweite Chance auf ein besseres Ergebnis“, fügt der Deutsche hinzu.

Amiel Lindesay Porsche©Porsche

Während sich die Fahrer über zwei Rennen en suite freuen, bedeutet der Mehraufwand für die Porsche-Mannschaft Stress pur. „Ein Renntag in der Formel E ist sehr lang“, bestätigt Einsatzleiter Lindesay. „Das Team hat bei einem Double-Header-Event also mehr Stress. Für die Vorbereitung zu Hause macht es dagegen keinen großen Unterschied.

Einzig die Simulation des Grip-Levels ist etwas aufwendiger, weil auf der Strecke ja länger gefahren wird. Ein Großteil der Vorbereitung auf den zweiten Tag ergibt sich aus den im ersten Rennen gewonnenen Erkenntnissen. Was natürlich passieren kann, ist, dass du bei einem Zwischenfall im ersten Lauf für den Rest des Wochenendes weniger Reifen zur Verfügung hast, da ihre Gesamtzahl beschränkt ist“, so der Franzose.

Neue Streckenführung

In Rom erwartet den Formel-E-Teams eine neue Streckenführung, die zudem verlängert wurde. Nach Peking 2014 ist es die zweitlängste in der Geschichte der Formel E. Im Vergleich zur Streckenführung von 2019, als die Formel E zuletzt in Rom gefahren ist, wurden vier 90-Grad-Kurven und eine Schikane eingebaut.

Insgesamt weist der Kurs, der am Palazzo die Congressi und der Piazzale Marconi vorbeiführt, 19 Kurven auf. Die Gerade auf der Via Cristoforo Colomco wurde etwas gekürzt. Im Vorjahr konnte auf Grund der Corona-Pandemie nicht in Rom gefahren werden.

Porsche wird nicht unglücklich darüber sein, da die Deutschen noch nie in der italienischen Hauptstadt gefahren sind- Premiere also für die Porsche-Crew.

„Die neue Strecke ist schnell und mit den vielen Bodenwellen eine echte Herausforderung“, so Wehrlein. „In der Vorbereitung auf Rom ging es für uns vor allem darum, uns an die aktuelle Streckenvariante zu gewöhnen und schon für das erste Rennen eine möglichst perfekte Abstimmung für unseren Porsche 99X Electric zu finden.

Am Renntag selbst hast du in der Formel E wenig Zeit, am Setup zu arbeiten. Umso wichtiger ist es, dass die Basis stimmt“, hofft der Deutsche seinen guten Saisonauftakt wiederholen zu können.

Andre Lotterer: zurück in die Erfolgsspur?

Wehrleins Teamkollege Lotterer zeigt sich ebenso erleichtert, dass auf einer neuen Streckenvariante gefahren wird. „Die neue Strecke hat mit der alten nicht mehr viel Ähnlichkeit“, sagt Lotterer, der mit seinem alten Team DS Techeetah in Rom bereits Erfahrung sammelte. „Deshalb ist es zum Glück kein großer Nachteil, dass unser Team in Rom noch nie gefahren ist“, so der Deutsche, der beim letzten Rennen in der italienischen Hauptstadt die Pole-Position eroberte und Platz 2 erzielte.

Andre Lotterer Porsche ©Porsche

„Es ist natürlich immer ein gutes Gefühl, auf eine Strecke zurückzukehren, auf der man schon erfolgreich war. In Rom stand ich zweimal auf dem Podium, einmal habe ich die Pole geholt. Wie ich von dieser Erfahrung letztlich profitieren kann, werden wir sehen.

Unser Team ist zum ersten Mal in Rom am Start, außerdem fahren wir diesmal eine neue Streckenvariante. Für uns ist das ein Vorteil, da der Erfahrungsvorsprung unserer Konkurrenten dadurch nicht ganz so groß ist“, erklärt Lotterer.

Keine Frage, „Bella Italia“ liegt dem Deutschen, der nach seinem enttäuschenden Abschneiden zum Saisonauftakt in Diriyya -nur Platz 11 und 16- in die Erfolgsspur zurückkehren möchte. „Jeder Rennkilometer bringt uns weiter“, sagt Lotterer.

„Zwei Rennen bedeuten auch zwei Chancen für eine erfolgreiche Performance. In Diriyya war nicht alles optimal, es gab auch viel Positives. So waren wir in den Trainings weit vorne, was immer ein gutes Zeichen ist. Wir haben eine gute Basis, auf der wir aufbauen können. Auf Rom haben wir uns gut vorbereitet und ich hoffe, dass wir uns dort als Team für unsere harte Arbeit belohnen können“, zeigt sich der 39-jährige optimistisch.

Alles ist möglich für Porsche, auch ein Sieg…

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