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DTM: AVL Racing wird offizieller BoP-Partner der DTM

AVL Software ©DTM

Die DTM hat für die Einstufung der GT3-Rennautos den österreichischen Automobil-Dienstleister AVL Racing engagiert.

Das über 11.000 Mitarbeiter zählende Unternehmen mit Hauptsitz in Graz in Österreich ist aktuell in 15 Rennserien involviert, darunter auch die Formel 1 und die US-Stockcar-Rennserie NASCAR.

„Seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet AVL mit der Software VSM Race daran, verschiedene Fahrzeug- und Antriebssysteme miteinander zu vergleichen“, erläutert Ellen Lohr, die zum Jahresbeginn als Motorsport-Direktorin bei AVL Racing fungiert.

„Unser Anspruch ist es, mit unseren Ingenieuren und zusammen mit der ITR eine effektive BoP als Fundament für spannenden Motorsport zu erstellen“, stellt die Ex-DTM-Siegerin klar.

Ellen Lohr (c)Erich Hirsch

Key der DTM-BoP ist die von AVL eigens entwickelte Software VSM Race (Vehicle Simulation Model), die für höchste Chancengleichheit der GT3-Autos sorgen soll.

Gerhard Berger kein Freund der BoP

DTM-Serienboss Gerhard Berger ist die BoP (Balance of Performance) bekanntlich ein Dorn im Auge, doch dem Tiroler blieb nichts anderes übrig, als diese für das neue GT3-Reglement zu akzeptieren. Der Österreicher beschreitet mit der Verpflichtung von AVL einen ganz andere Richtung als es die GT3-Konkurrenzserie ADAC GT Masters vorgibt, die ihre BoP bei der SRO des Franzosen Stephane Ratel erwirbt.

„Wir haben uns für AVL entschieden, weil das Unternehmen über Dekaden an Erfahrung verfügt, über jahrelang optimierte Systeme und erfahrenes Personal, auch aus dem GT3-Rennsport“, stellt Michael Resl, DTM Director Competition & Technology klar.

Der 51-jährige ITR-Technikverantwortliche weiß, wovon er spricht. Schließlich war Resl 17 Jahre lang bei AVL in diversen Spitzenfunktionen tätig, ehe der Österreicher vor einem Jahr bei der ITR anheuerte.

„Gemeinsam gehen wir einen neuen Weg mit einer technisch vereinheitlichten, umfassenden Simulation, mit virtuellen Rennwagen und virtuellen Rennfahrern, die zu einer möglichst einheitlichen Performance der DTM-Fahrzeuge führt“, hofft Resl eine für alle involvierten DTM-Teams faire Lösung der BoP zu finden.

DTM GT3 bei Demoruns, Hockenheimring, 2020 ©DTM

Zentrales Herzstück: Software VSM Race

AVL setzt bei der Fahrzeug-Simulation und Berechnung der BoP auf jahrzehntelange Erfahrung im Motorsport, vor allem in den Bereichen Antriebsstrangentwicklung, Fahrzeug-Simulation, Prüfstände und Prototypen-Herstellung.

Das zentrale Element der BoP-Berechnung ist die von AVL über Jahre entwickelte Software VSM Race (Vehicle Simulation Model). Die vielfältig einsetzbare Software VSM Race gibt den AVL-Ingenieuren beispielsweise die Möglichkeit, zwischen zwei Trainingssessions in kürzester Zeit mittels Cloud Computing bis zu 100.000 Runden zu simulieren.

Keine Dominanz erwünscht

Mit der AVL-Software soll sichergestellt werden, dass keine Dominanz an einem Rennwochenende vorherrscht. Die GT3-Rennwagen von Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und McLaren- nach aktuellen Stand- werden über eine DTM-eigene BoP eingestuft, die für höchste Chancen-Gleichheit sorgen soll, um spannende und actiongeladene Rennen zu garantieren.

Dabei werden in erster Linie unterschiedliche Fahrzeug-Konzepte wie Front-, Mittel- und Heckmotor sowie Motoren-Varianten – Acht- oder Zehnzylinder, Turbo- oder Saugmotor – berücksichtigt. Die Angleichung des Leistungsspektrums erfolgt unter anderem durch Anpassungen des Fahrzeuggewichtes, der Fahrhöhe, des Lufteinlasses bzw. des Ladedrucks.

Keine leichte Aufgabe für AVL Racing, die natürlich unter dem wachsamen Auge der Medien und der Teams stehen.

DTM-BoP: Daten, Daten, Daten…

Im Gegensatz zum ADAC GT Masters, der IMSA oder der GT Challenge Europe, die unter anderem die Erkenntnisse eines realen Testfahrers integrieren, setzen ITR und AVL RACING in ihrer engen Zusammenarbeit auf modernste, virtuelle Laborbedingungen unter Einbeziehungen eines großen Datenbestands sowie eigener Datenzuflüsse aus Testfahrten, Trainings und Rennen der DTM-Saison.

Bei der BoP-Modellerstellung in einem virtuellen Umfeld ist der Ausschluss von Umgebungsfaktoren oder tageszeitabhängigen Temperaturunterschieden wichtig. Allerdings werden bei der Erstellung der streckenabhängigen BoP-Vorgaben sehr wohl Wetter und Streckenbeschaffenheit berücksichtigt, da Temperatur und Umgebungsluftdruck einen relevanten Einfluss auf die Motorleistung haben, ebenso wie das tatsächliche Haftungs-Niveau von unterschiedlichen Fahrzeugen ungleich genutzt werden kann.

Es bleibt spannend, wie die virtuelle BoP der DTM einschlägt, die von AVL Racing ausschließlich in der DTM zum Einsatz kommt. In der Rahmenserie DTM Trophy hat die DTM eine eigene BoP für die GT4-Fahrzeuge entwickelt, die bei der Premiere im Vorjahr sehr gut ankam.

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