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DTM: Timo Glock ist zurück, Arjun Maini steigt als erster Inder ein, Jenson Button sagt ab

Timo Glock_DTM_Warm_Up (c)Erich Hirsch

Große Neuigkeiten in der DTM. Timo Glock bleibt der Serie weiterhin treu. Der BMW-Pilot erhält das zweite Cockpit bei Rowe Racing und wird neuer Teamkollege von Sheldon van der Linde.

Dazu steigt beim Mercedes-Team GetSpeed Arjun Maini als erster Inder in die DTM ein. Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button erteilt der DTM dagegen mit seinem McLaren-Team RJN eine Abfuhr.

DTM-Publikumsliebling Timo Glock bleibt in der DTM. „Ich freue mich wirklich sehr, dass ich der DTM auch 2021 erhalten bleiben kann“, zeigt sich Glock happy über sein Engagement. „Erst einmal möchte ich ein großes Kompliment an Gerhard Berger und die ITR richten, die einen tollen Job gemacht haben, um diese Plattform zu erhalten und ein tolles Starterfeld auf die Beine zu stellen“, ergänzt der 91-fache Ex-Formel-1-Pilot.

Apropos Formel 1. Am Wochenende feiert Glock sein Debüt beim Pay-TV-Sender Sky als TV-Experte beim Saisonauftakt in Bahrain. Schon in der Vergangenheit zeigte der 39-jährige Wahlschweizer sein großes Talent vor der Kamera beim langjährigen Formel-1-Sender RTL.

Glock hat mit den GT3-Autos des Münchner Autoherstellers noch keine allzu großen Erfahrungen gesammelt. Der Deutsche absolvierte bisher drei Langstreckenrennen- zweimal die 12h von Bathurst und im „Dreamteam“ das 24h-Rennen in Spa gemeinsam mit Bruno Spengler und Alex Zanardi.

Dreamteam um Motorsportdirektor Jens Marquardt (c)Erich Hirsch

Doch die neue Herausforderung reizt ungemein, zumal Glock mit dem 21-jährigen van der Linde einen etablierten GT3-Piloten als Teamkollegen im Rowe-Team bekommt. Jung gegen alt, da ist Würze drin.

„Es ist toll, dass ich für ROWE RACING fahren darf. Das Team um Hans-Peter Naundorf ist sehr erfahren und kann schon viele Erfolge vorweisen. Auf der Langstrecke haben sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team und auch mit Sheldon van der Linde, der ein echt schneller, junger Kerl ist. Obwohl ich der ältere von uns beiden bin, kann ich von ihm wahrscheinlich mehr lernen, weil er deutlich mehr Erfahrung mit dem BMW M6 GT3 hat. Schauen wir mal, was wir in dieser Saison schaffen können, es wird sicher ein spannendes Jahr. Ich bin echt gespannt auf die ersten Testfahrten und das erste Rennen in Monza“, so der 130-fache DTM-Pilot.

Timo Glock ,DTM Lausitzring 2020 ©dtm

Für Glock wird es die neunte Saison in der DTM werden. Rowe-Teamchef Hans-Peter Naundorf zählt auf den Erfahrungsschatz des Deutschen. „Für uns ist es absolut fantastisch, mit einem Fahrer wie Timo Glock arbeiten zu dürfen“, sagt Naundorf zu der Verpflichtung des BMW-Werkspiloten.

„Das ist ein weiteres Highlight in der Geschichte unseres Teams. Wir alle können sicher viel von ihm lernen, mit seiner immensen Erfahrung und seiner Expertise wird er für uns in unserem neuen Betätigungsfeld DTM eine sehr große Hilfe sein. Seine fahrerische Klasse ist unbestritten, außerdem ist er ein großer Publikumsliebling, der hoffentlich den Fans auch in unserem Auto viele Freude bereiten wird. Es ist eine große Ehre, Timo Glock für die DTM-Saison 2021 an Bord zu haben“, zollt der Rowe-Teamchef Glock größten Respekt, der seine erste volle Saison bei den Saarländern absolviert.

Glock war von 2013 bis 2020 als BMW-Werksfahrer in der DTM unterwegs und dort einer der bekanntesten und populärsten Fahrer überhaupt. In seiner sportlichen Bilanz finden sich 130 Rennen in der DTM, in denen der gebürtige Odenwalder fünf Siege und zehn weitere Podestplätze feierte. Dazu startete Glock sechs Mal von der Pole Position, erzielte fünf Mal die schnellste Rennrunde und führte in 159 Runden das DTM‑Feld an.

Arjun Maini: erster Inder in der DTM

Das Mercedes-Team GetSpeed aus dem Gewerbepark am Nürburgring steigt ganz neu in die DTM ein. Und angelt sich einen Exoten als Fahrer für den Mercedes-AMG GT3. Arjun Maini wird der erste indischen Fahrer in der deutschen Traditionsserie.

Arjun Maini , GetSpeed @DTM

„Ich kenne die DTM noch sehr aus meiner Zeit in der Formel-3-Europameisterschaft“, sagt Maini. „Sie genießt weltweit einen guten Ruf und ist für mich die perfekte Gelegenheit, mich mit schnellen GT3-Piloten zu messen. Aktuell kann ich natürlich nur schwer einschätzen, wo ich im Vergleich zu meinen Mitstreitern stehe. Unabhängig davon ist jedoch mein Ziel, in der DTM gute Ergebnisse abzuliefern“, fügt der 23-jährige DTM-Rookie hinzu. Für Maini wird es im Übrigen die erste GT3-Serie, an der der Inder teilnimmt.

Sein Weg in die DTM führte den Mercedes-Piloten über die Formel-3-Europameisterschaft und die GP3-Serie bis in die FIA Formel-2-Meisterschaft, wo er 2018 und 2019 am Start war. 2019/2020 bestritt Maini Rennen in der Asian Le Mans Series, holte einen Sieg in der LMP2-Am-Klasse beim 4-Stunden-Rennen in Shanghai und beendete die Saison auf dem fünften Platz.

Neuland für GetSpeed

Das deutsche Team GetSpeed freut sich schon sehr auf das Abenteuer DTM. „Es ist das erste Mal, dass wir uns in einer Performance-orientierten Serie ausschließlich auf einen Fahrer im Fahrzeug konzentrieren können“, sagt Teamchef Adam Osieka. „Das ist eine sehr komfortable Situation, denn bislang galt es immer die unterschiedlichen Vorlieben der Fahrer in einem Fahrzeug bei einem Langstreckenrennen unter einen Hut zu bringen. In der DTM gibt es diesbezüglich keine Kompromisse und ich erwarte packende Rennen und erstklassigen Motorsport“, so der GetSpeed-Verantwortliche.

GetSpeed Mercedes ©DTM

GetSpeed Performance ist seit 2019 fester Bestandteil der internationalen GT3-Szene. Die Wurzel des in Meuspath nahe des Nürburgrings beheimateten Rennstalls ist die Nürburgring-Nordschleife. Seit 2013 ist das Team in der Nürburgring Langstrecken-Serie und beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring erfolgreich unterwegs. Vor zwei Jahren folgte der Wechsel zu Mercedes-AMG und nach nur einem Jahr wurde GetSpeed offizielles Performance-Team. Neben den Nordschleifen-Einsätzen bestritt die Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren Rennen in der GT World Challenge Europe, im International GT Open sowie in der deutschen GT4-Meisterschaft.

Mercedes-Power in der DTM

DTM-Serienboss Gerhard Berger kann sich gleich auf eine ganze Armada von Mercedes-AMG GT3 freuen. Neben GetSpeed gehen mit den Teams von GruppeM, Hubert Haupt Racing (HRT) und Winward Racing (WWR) insgesamt vier Mercedes-Teams an den Start. Womöglich stößt noch das Berliner Mercedes-Team Mücke Motorsport dazu, die laut Medienberichten Ex-DTM-Champion Gary Paffett an der Angel haben.

Jenson Button sagt ab

Last but not least gibt es einen Dämpfer für die DTM. Jenson Button und sein Team RJN haben ihren Start in der DTM abgeblasen. Der Ex-Formel-1-Weltmeister wollte einen McLaren 720S GT3 an den Start bringen. Doch der Brexit und die anhaltende Corona-Pandemie mit all ihren Reisebeschränkungen ließen einen Einsatz bei Serienchef Gerhard Berger offenbar nicht zu. Für 2022 startet RJN einen neuen Versuch, in die DTM einzusteigen.

Wittmann,Rast.Rockenfeller und Button DTM-Finale Rennen1 ©EHirsch

Stattdessen geht das Team RJN, das ihren Sitz in Großbritannien hat, in der GT World Challenge Europe und in der Britischen GT4-Meisterschaft an den Start.

Mit der Absage des Button-Teams verkleinert sich die Anzahl der permanenten GT3-Autos in der DTM auf vier Marken. Audi, BMW, Ferrari und Mercedes buhlen um den DTM-Titel. Das junge Team JP Motorsport tritt mit Gaststarter Christian Klien und den McLaren 720S GT3 bei drei ausgewählten DTM-Rennen (Zolder, Nürburgring, Assen) an.

Es bleibt abzuwarten, ob noch weitere Teams den Weg in die DTM finden. Schon nach Ostern stehen die ersten offiziellen Testfahrten der ITR auf dem Hockenheimring (7./8. April) auf dem Programm.

 

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