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DTM: Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen sieht sich gut aufgestellt

Kimmo Liimatainen,DTM 2020, Finale Hockenheim ©Audi

Das Team Rosberg geht mit viel Selbstvertrauen in die neue Saison. Teamchef Kimmo Liimatainen hat sich nach dem Weggang von Titelverteidiger Rene Rast einen adäquaten Ersatzpiloten geangelt. Nico Müller wechselt Audi-intern von Abt zu Rosberg.

„Wenn man zuletzt drei Titel gewonnen hat, muss es unser Anspruch sein, wieder um die Meisterschaft zu kämpfen“, sagt der Finne selbstwußt im Interview mit ‚dtm.com‘.

Mit dem gleichen Erfolgsrezept will der 1994 vom ehemaligen Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg gegründete Rennstall mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße in der DTM 2021 angreifen. Müller, der sich in den letzten beiden Jahren dem dreifachen DTM-Champion Rene Rast geschlagen geben musste, versucht beim Rosberg-Team einen neuerlichen Anlauf. „Alle im Team sind darüber sehr happy“, sagte Teamchef Liimatainen.

„Nico hat 2014 bei uns seine erste DTM-Saison bestritten. Jetzt kommt er zu uns zurück, ist viel reifer geworden und wird eine Führungsposition in unserem Team einnehmen. Er kennt auch den Audi R8 LMS, bringt sich schon jetzt Tag für Tag ein, hat gute Ideen. Er arbeitet sehr konsequent, ähnlich wie Rene“, weiß der 42-jährige Finne, der zuvor über 15 Jahre lang als Teammanager bei Rosberg fungierte. Nach 25 Jahren hat Arno Zensen Anfang des Vorjahres die Geschäftsführung an Liimatainen übergeben. Der neue Rosberg-Chef bedankte sich zum Einstand schon mal mit drei Titeln en suite.

„Ich erwarte eine sehr starke Konkurrenz. Die beginnt Audi-intern mit ABT Sportsline und geht weiter über Ferrari, Mercedes, BMW bis zu McLaren – das wird ein starkes DTM-Starterfeld. Wir stellen uns auf sehr intensive, hart umkämpfte Rennen ein“, sieht sich Liimatainen trotzdem gut aufgestellt. Die Stärken seines eigenen Teams kennt Liimatainen aus dem Effeff. „Das ist zum einen unser Teamgeist, der sehr stark ist, dann unser ausgereiftes, erfahrenes Engineering und unsere starke Mentalität, dass wir nie aufgeben.“

Erfolge gehen auf das Jahr 2012 zurück

Der Finne führt den Erfolg seiner bärenstarken Truppe auf das Jahr 2012 zurück. „Der Ausgangspunkt für diese Erfolge liegt aus meiner Sicht einige Jahre zurück. Bis 2011 waren wir mit Audi-Jahreswagen in der DTM am Start. Als wir 2012 erstmals mit aktuellen Audi-Fahrzeugen angetreten sind, haben wir unsere Firma komplett umstrukturiert, das Engineering verändert. Es folgte der erste Sieg mit Edoardo Mortara, mit Jamie Green waren wir schon nah dran und wurden Vizemeister. Das Team hat sich immer weiterentwickelt, und mit Rene hat sich das Puzzle zu einem Ganzen zusammengefügt“, stellt Liimatainen fest.

Neue Strukturen innerhalb des Teams haben der Mannschaft aus Rheinland-Pfalz gutgetan. Alte Zöpfe wurden abgeschnitten, die Erfolge stellten sich ein. „Wir haben einen Mann aus der Formel 1 geholt, der die Rennabteilung neu aufgebaut und aktualisiert hat. Wir haben neue Arbeitsweisen eingeführt, die Zusammenarbeit verbessert. Wir arbeiten heute viel konsequenter“, bestätigt der Finne.

Nico Müller, Kimmo Liimatainen©DTM

Neu im Team: Dev Gore

Mit dem 23-jährigen US-Boy Dev Gore bekommt Speerspitze Nico Müller einen neuen Teamkollegen. Ein junger Fahrer, hierzulande eher unbekannt, der mit seiner Mitgift dem Rosberg-Team offenbar finanziell unter die Arme greift. „Wir haben Dev Gore schon länger auf dem Schirm“, sagt der Teamchef. „Bereits vor drei Jahren hatte ich Kontakt zu seinem Management, als es um die Besetzung unserer beiden Lamborghinis ging. Jetzt hat sich das Management bei uns gemeldet, weil die DTM für jeden Fahrer eine interessante Serie ist. Dev ist ein junger Fahrer, der sicher noch Einiges zu lernen hat. Er wird sich Schritt für Schritt an Nico heranarbeiten, dabei werden ihm bestmöglich unterstützen. Wir sind überzeugt, dass wir eine gute Fahrerkombination haben“, vertraut Liimatainen auf seine beiden neuen Schützlinge.

Gore nahm 2017 an der U.S. F2000 National Championship teil, die er auf Platz 13 abschloss. Danach wechselte der Amerikaner in die Euroformula Open Championship und in den Blancpain GT Series Endurance Cup, wo der in Atlanta lebende US-Pilot erste GT3-Erfahrungen sammelte. Zuletzt war Gore 2019 bei der Toyota Racing Series am Start und erneut im Blancpain GT Series Endurance Cup, wo er Platz 23 erzielte. Es bleibt abzuwarten, wie sich der DTM-Rookie gegen die Etablierten schlägt.

Das Rosberg-Team hat mit dem Audi R8 LMS GT3 bereits erste Testfahrten durchgeführt. Müller drehte letzte Woche in Vallelunga die ersten Runden mit seinem neuen Arbeitsgerät. „Wir sind im Plan, bereiten uns seit rund drei Monaten auf die neue Herausforderung vor, unsere Ingenieure erstellen zahllose Simulationen“, sagt Liimatainen zu den Vorbereitungen. „Der Audi R8 LMS ist ein sehr ausgereifter, schneller und zuverlässiger Rennwagen. In allen GT3-Rennen mischt der R8 vorne mit. Audi war über Jahre sehr fleißig und hat den R8 konsequent weiterentwickelt. Das wird uns zugutekommen“, gibt sich der Rosberg-Teamchef zuversichtlich.

Das technische Reglement in der DTM 2021 hat sich geändert. Anstatt Class1-Turbo-Autos kommen GT3-Fahrzeuge zum Einsatz. „Das sind komplett andere Fahrzeuge als zuletzt die Class-1-Tourenwagen“, weiß Liimatainen. „Wir haben bereits einige Erfahrungen mit GT3-Fahrzeugen. Vor einigen Jahren haben wir den Audi R8 LMS eingesetzt, vor drei Jahren Lamborghini, ein sehr ähnliches Fahrzeug. Wir haben also schon einige Erfahrung und Daten im Haus, das hilft uns. Grundsätzlich ist Physik eben Physik, und auch unsere Arbeitsweise werden wir beibehalten. Wir vertrauen auf unsere Stärken“, so der 42-Jährige.

Kimmo Liimatainen ©DTM,Hoch Zwei

Neues Abenteuer: Extreme E

Die DTM wird im Hause Rosberg hoch eingeschätzt. Der Stellenwert ist enorm. „Die DTM hat eine unheimliche Historie und einen enormen Bekanntheitsgrad“, sagt Liimatainen. „Wenn man auf die Straße geht und die Leute nach der DTM fragt, wissen viele, was gemeint ist. Da gibt es nur wenige Rennserien, wo dies der Fall ist. Dazu trägt auch die internationale Vermarktung bei.

Die DTM ist fast rund um den Globus im TV zu sehen, in Deutschland gibt es mit SAT.1 einen starken Partner“, so der Rosberg-Verantwortliche, der neben der DTM ein neues Abenteuer in 2021 in Angriff nimmt. In der neuen elektrischen Off-Roadserie Extreme E stellt Rosberg eines von insgesamt neun Teams, das unter der Federführung von Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg mit der Australierin Molly Taylor und dem Schweden Johan Kristoffersson an den Start geht. Dort trifft man übrigens wieder auf einen alten Bekannten aus der DTM. Die Abt-Mannschaft nimmt mit Cupra ebenso an der Elektro-SUV-Serie teil.

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