Zum Inhalt springen

DTM: Heute Weltfrauentag- einzige DTM-Siegerin Ellen Lohr

Winner Ellen Lohr, Motorsports / DTM: german touring cars championship 1992 ©DTM

Heute am Weltfrauentag widmen wir uns den Fahrerinnen der DTM. Genau zehn Pilotinnen gingen seit 1984 an den Start. Den Anfang machte Lella Lombardi auf Alfa Romeo, zuletzt versuchten sich 2012 Rahel Frey (Audi) und Susie Stoddart (Mercedes).

Am Erfolgreichsten war aber eine Deutsche. Ellen Lohr hat als einzige Frau ein Rennen zur DTM gewonnen.

Unvergessen: DTM-Triumph von Ellen Lohr

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder schnelle Frauen in der DTM haben“, sagt die heute 55-jährige Lohr, die aus Mönchengladbach stammt. Ellen Lohr hat wahrlich Motorsport-Geschichte geschrieben.

Am 24. Mai 1982 in Hockenheim hat die Deutsche keinen geringeren als Formel-1-Weltmeister und Mercedes-Teamkollegen Keke Rosberg und den späteren DTM-Rekordchampion Bernd Schneider niedergerungen. „Ja, dieser Sieg 1992 war der Höhepunkt meiner Karriere. Es beeindruckt mich immer wieder, wie viele Menschen sich noch daran erinnern“, erzählt Lohr.

Zum Ende der DTM-Saison 1987 bestritt Ellen Lohr drei Rennen im Alpina-BMW M3 und fuhr auf dem Salzburgring als Zweite sogleich einen Podiumsplatz heraus. Am gleichen Wochenende und an gleicher Stelle wurde sie damals Deutsche Formel-Ford-Meisterin.

Ein Angebot, als BMW-Werksfahrerin fest in die DTM zu wechseln, lehnte sie jedoch ab, wollte ihre Formel-Karriere fortzuführen. Doch 1991 nahm sie schließlich ein Mercedes-Angebot von Norbert Haug an. „Einen richtigen Werksvertrag mit Gehalt und allem, was dazugehört, konnte ich nicht ausschlagen.“ Ein Jahr später stand sie ganz oben auf dem Siegerpodest. 

Ellen Lohr Mercedes, DTM

Lella Lombardi erste Pilotin in der DTM – Lohr die erste und einzige Siegerin

Lohr ist die bisher erste und einzige DTM-Siegerin. Die erste Frau in der DTM war 1984 Lella Lombardi, die bei einem DTM-Gaststart in Hockenheim für Alfa Romeo ins Cockpit stieg Die Italienerin fuhr auf Anhieb auf Platz 7, durfte die Punkte jedoch als Gaststarterin nicht behalten. Übrigens war Lombardi die einzige Frau in der Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, die 1975 beim Großen Preis von Spanien mit Platz 6 WM-Punkte sammeln konnte. Lombardi starb 1992 im Alter von 50 Jahren an einer Krebserkrankung.

Die erste Frau auf dem Podium war 1986 Beate Nodes (Ford Sierra) als Dritte auf der AVUS in Berlin. Die löwenmähnige Deutsche ging in insgesamt vier DTM-Saisons 28 Mal an den Start. Sie starb 2008 im Alter von 44 Jahr an Herzversagen.

Ellen Lohr und Annette Meuvissen,Motorsports / DTM: german touring cars championship 1991 ©DTM,HOCH ZWEI

Auch eine „Miss“ gab sich in der DTM die Ehre. Mercedes Stermitz aus der Steiermark, eine ehemalige „Miss Österreich“ versuchte sich 1988 bei BMW und bestritt 12 Rennen für den Füssener Rennstall BMW M Linder. Im selben Jahr ging die gebürtige Düsseldorferin Annette Meeuvissen ebenfalls für BMW an den Start. Insgesamt 59 DTM-Rennen gingen auf das Konto der Deutschen, die bis 1991 der DTM angehörte. Meeuvissen starb 2004 im Alter von nur 42 Jahren.

Ein schweren Stand hatten auch die DTM-Pilotinnen, die zwischen 2006 und 2012 von Audi und Mercedes auf Punktejagd gingen. Die Schottin Susie Stoddart, die später den heutigen Mercedes-Sportchef Toto Wolff heiratete, erzielte im Mercedes einige Top-Ten-Platzierungen.

Bei Audi waren die Belgierin Vanina Ickx, die Britin Katherine Legge und die Schweizerin Rahel Frey in der DTM engagiert, die allesamt ohne Top-Material auskommen mussten. Frey war es vorbehalten, als letzte Fahrerin in der DTM 2012 Punkte zu erhaschen, als sie in Valencia auf Platz 7 kam.

Rahel Frey, Audi©EHirsch

„Women in Motorsport“ – auch der Weltverband FIA ist engagiert

Mittlerweile steigen die Chancen für Frauen wieder, in der Männerdomäne Motorsport Fuß zu fassen. Die Formel-Serie W Series, bei der nur Frauen antreten dürfen, hat sich etabliert. Die Premierensiegerin der W Series, Jamie Chadwick, fungiert mittlerweile als Test-und Entwicklungsfahrerin beim britischen Formel-1-Rennstall Williams.

„Generell gibt es im Motorsport heutzutage viele Bestrebungen, mehr Frauen zu beteiligen“, stellt Ellen Lohr klar. „Dazu zählen unter anderem die W-Series als Formel-Rennserie nur für Frauen, die im Rahmen der DTM debütierte, die Initiative ‚Women in Motorsport‘ des Automobil-Weltverbandes FIA oder die von Susie Wolff gegründete Organisation ‚Dare to be different‘.“

Für die ehemalige Mercedes-Pilotin wird sich das geänderte Reglement in der DTM, von Class1- auf GT3-Autos, für die Pilotinnen auszahlen. „Durch den Wechsel der DTM zu GT3-Rennwagen kommt jetzt die beste Zeit für eine Frau, um in der DTM erfolgreich zu sein“, ist sich Lohr sicher.

Ellen Lohr (c)Erich Hirsch

„Die körperlichen Voraussetzungen, die im Motorsport benötigt werden, sind auch bei Frauen gegeben“, bekräftigt Lohr. „Es hat viele Jahre nicht wirklich Fortschritte gegeben, aber jetzt geht es Schlag auf Schlag. Es wachsen im Nachwuchsbereich gerade starke Generationen heran, die auf einem guten Level sind, um schon bald in der DTM zu bestehen“, so die Deutsche.

Auch 2021 werden Fahrerinnen auf der DTM-Plattform aktiv sein. Sophie Hofmann aus dem sächsischen Waldenburg wird in der Nachwuchsserie DTM Trophy an den Start gehen. Die 22-Jährige pilotiert einen Audi R8 LMS des Teams Heide-Motorsport. Wer weiß, vielleicht tritt Hofmann eines Tages in die Fußstapfen von Ellen Lohr, und gewinnt als nächste Fahrerin ein DTM-Rennen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: