Zum Inhalt springen

Formel E : Nick Cassidy feiert bei Virgin grandioses Formel-E-Debüt, Robin Frijns knapp am Sieg vorbei

Nick Cassady,Formula E 2020-2021: Diriyah ePrix I ©Virgin, Sam Bagnall / LAT Images

Formel-E-Rookie Nick Cassidy feierte bei Envision Virgin Racing ein gelungenes Debüt beim Saisonauftakt in Diriyya. Pole-Setter Teamkollege Robin Frijns musste sich mit Platz 2 begnügen und sammelte seine ersten WM-Punkte.

„Ich bin wirklich glücklich nach diesem Rennen, denn wir waren definitiv einer der Stärksten auf der Strecke“, frohlockte Cassidy nach seiner Galavorstellung am Samstag.

Nick Cassidy (NZL) Envision Virgin Racing, talks to team ©FIAFormulaE

Der Neuseeländer ließ bereits im Qualifying am Freitag aufhorchen, als er als Viertschnellster die Zeitenjagd beendete. Statt in die Superpole einzuziehen, musste sich Cassidy hinten im Starterfeld anstellen. Der Grund war die Streichung seiner fliegenden Runde, die der Kiwi unter Missachtung der gelben Flagge hinlegte. Dennoch zeigte Cassidy das Potenzial, mit dem Virgin-Auto schnelle Rundenzeiten zu fahren.

Der 26-jährige Cassidy konnte im Rennen nicht mehr viel ausrichten und blieb punktelos- Platz 19. „Für mein erstes Formel-E-Rennen bin ich nicht dort gestartet, wo ich wollte, aber ich habe einfach versucht, das zu lernen, was ich konnte, mit Blick auf morgen und darauf, einige Runden zu fahren“, so der Neuseeländer.

Frijns ohne Qualifying:

Teamkollege Robin Frijns ging es nicht viel besser, der zwei Plätze vor Cassidy auf Platz 17 ins Ziel kam. Der Niederländer hatte das Handicap, von ganz hinten das Rennen aufzunehmen, da er das Qualifying nicht mitmachen konnte. Im Freien Training setzte Frijns sein Dienstauto derart in die Mauer, dass das Virgin-Team es nicht rechtzeitig schaffte, den demolierten Wagen wieder startklar zu bekommen. „Der heutige Tag war ein bisschen eine Talfahrt“, ärgerte sich Frijns über sein Missgeschick.

Samstagsrennen: erste Pole-Position für Frijns

Das britisch-chinesische Team mit Sitz in Silverstone steckte aber den Kopf nicht in den Sand für das zweite Rennen, im Gegenteil.

Die Crew hatte Frijns‘ Auto so perfekt vorbereitet, dass der „fliegende“ Niederländer sowohl im Qualifying als auch in der Super-Pole in einer eigenen Liga fuhr – Pole-Position, die erste in seiner Formel-E-Karriere.

Teamkollege Cassidy ließ erneut als Rookie im Qualifying aufhorchen – Platz11. Da Mahindra-Pilot Alex Lynn eine Grid-Stafe um drei Plätze hinnehmen musste, ging der Neuseeländer von Startplatz 10 ins zweite Nachtrennen.

Im Rennen balgten sich Frijns und Ex-Teamkollege Sam Bird (Jaguar) lange Zeit um den Sieg, mit dem glücklicheren Ende für den Briten. Der Niederländer führte das Rennen über weite Strecken an und kontrollierte das Geschehen an der Spitze, musste aber kurz vor einer Gelbphase seinen zweiten Attack Mode einlegen.

Im weiteren Verlauf des Rennens tauschte der Virgin-Pilot regelmäßig die Führung mit Bird, von hinten drohte Gefahr durch die beiden DS Techeetah-Piloten Jean-Eric Vergne und Titelverteidiger Antonio Felix da Costa.

Den möglichen Sieg von Frijns vereitelte eine späte Safety-Car-Phase, die schließlich zum vorzeitigen Rennabbruch führte, als Mahindra-Pilot Lynn ein ‚Horrorcrash“ ereilte. Eine Schlussattacke des Niederländers gegen Bird kam daher nicht mehr zustande. Frijns musste sich mit Platz 2 zufriedengeben.

Robin Frijns, Virgin ©Virgin, Zak Mauger / LAT Images

„Es hat heute viel Spaß gemacht, mit Sam zu kämpfen“, sagte Frijns nach dem Rennen. „Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass Sam an bestimmten Stellen der Strecke schneller war als ich, aber es war ein tolles Duell.

Leider haben wir unseren zweiten Attack Mode kurz vor der Gelbphase genommen, was uns nicht geholfen hat, aber das ist das Risiko, das man im Rennsport eingeht. Trotzdem, ein Podium nach einem schwierigen Tag gestern – das nehme ich“, freute sich der Niederländer diebisch, der seinem Team damit den 30.Podestplatz in ihrer Formel-E-Historie bescherte.

Cassidy ärgert die Großen

Cassidy bot ebenso eine wirklich bemerkenswerte Leistung und ärgerte die Großen in den Top Ten. Der Neuseeländer, der in der neuen DTM-Saison 2021 mit Ferrari an den Start geht, lieferte nicht nur viel Power, sondern glänzte auch mit gutem Energiemanagement.

Gegen Rennende saß der Rookie dem Meisterteam DS Techeetah im Nacken, doch zu einem Angriffsversuch sollte es wegen des vorzeitigen Rennabbruchs nicht mehr kommen. Cassidy kam als Fünfter ins Ziel- sensationell.  Da der Neuseeländer jedoch während einer Full-Course-Yellow-Unterbrechung zu schnell unterwegs war, brummte ihm die Rennleitung nachträglich eine 24-Sekunden-Zeitstrafe auf- Platz 14. Aus der Traum von ersten WM-Punkten.

„Am Ende dachte ich, ich hätte die beiden DS Techeetah-Autos im Griff, und wäre das Rennen länger gewesen, hätten wir wohl um einen Podestplatz kämpfen können“, erklärte der Kiwi nach dem Rennen.

„Aber dann folgte der Verstoß gegen Full-Course-Yellow. Trotzdem kann ich viel Zuversicht aus dem heutigen Tag mitnehmen, denn zu wissen, dass wir die Pace hatten, um in der ersten Reihe zu stehen und um das Podium zu kämpfen, ist mehr, als ich von meinem ersten Formel-E-Wochenende erwartet habe“, zeigte sich Cassidy nach seinem starken Debüt zuversichtlich.

Frijns und Cassidy ©FIAFormulaE

Sonderlob für Cassidy gab es hinterher von Teamkollege Frijns und Virgin-Geschäftsführer Sylvain Filippi. Die Feuertaufe des neuen Audi e-tron FE07 und das Auftreten gefiel dem Virgin-Verantwortlichen sichtlich. „Es ist auch beruhigend, die Pace des Autos zu sehen, besonders im Qualifying“, notierte Filippi.

„Das gibt uns Zuversicht für andere Strecken in dieser Saison, auf denen das Überholen noch schwieriger ist. Auch die Rennpace ist gut, aber daran werden wir bis zum nächsten Event in Rom hart arbeiten.“

Zumindest nach diesen Wochenende hat das Kundenteam Virgin mehr Punkte mitgenommen als die Audi-Werksmannschaft.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: