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Formel E: Dragon ärgert die Großen- Camara und Müller beide in Top Five

Nico Muller (CHE) Dragon Penske Autosport, Penske EV-4 ©FIAFormulaE

Die Formel E ist immer für Überraschungen gut. Bester Beweis war der sensationelle Auftritt von Dragon Penske Autosport, die mit beiden Autos in den Top Five landeten.

Sergio Sette Camara feierte mit Platz 4 sein bisher bestes Ergebnis in seiner Formel-E-Karriere, Nico Müller kam gleich hinter dem Brasilianer auf Platz 5 ins Ziel.

Der Saisonauftakt verlief für den US-Rennstall nach Maß. „Erstmal bin ich mit dem Auftakt zufrieden und happy für das ganze Team, welches für viel harte Arbeit belohnt wurde“, freute sich Müller nach seiner Galavorstellung.

Dabei kämpfte der Schweizer im Freien Training noch mit großen Problemen. Am Freitag „küsste“ Müller mit der Heckpartie des Penske-EV4 die Mauer und musste für das ganze Renn-Wochenende mit nur noch drei Hinterreifen auskommen.

„In FP2 hatte ich einen leichten Kontakt mit der Mauer, habe die halbe Session dadurch verpasst und hatte ab da für Q1, R1, FP3, Q2 und R2 nur noch 3 Hinterreifen zur Verfügung“, sagte Müller gegenüber „bildpresse2010.blog“. „Dann trotzdem eigentlich 2 Mal in Superpole zu kommen war schon top“, zeigte sich der Dragon-Pilot zufrieden.

Nico Muller (CHE) Dragon Penske Autosport, Penske EV-4 ©FIAFormulaE

Rennleitung streicht Quali-Zeit

Nicht zufrieden war der Schweizer dagegen mit der Entscheidung der Rennleitung, ihn am Freitag seine schnellste Runde im Qualifying zu streichen. Müller schaffte es nämlich in Gruppe 4 mit der fünftschnellsten Zeit in die Super Pole einzuziehen, doch die Zeitenjagd des Dragon-Fahrers war vergebene Liebesmüh.

Ohne Tempo rauszunehmen beendete Müller seine fliegende Runde -genauso wie Nio-Pilot Tom Blomqvist und Nick Cassidy (Virgin)- unter Gelber Flagge, als Teamkollege Camara mit Verbremser in der Streckenbegrenzung landete. „Das war ein absoluter Witz“, zeigte sich der Dragon-Pilot im Sat.1-Interview leicht angesäuert. Ärgerlich für Müller.

Das Pech des Schweizers sollte weiter anhalten, als der Penske-EV4 bei der Anfahrt zur finalen Startaufstellung schlapp machte und unvermittelt stehenblieb. Von der Boxengasse aus ging der Dragon-Fahrer ins Rennen und überquerte schließlich als 23. die Ziellinie. Ein gebrauchter Tag für den Schweizer. Für Teamkollege Camara lief es nicht viel besser, der schon nach zwei Runden eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam -zu niedrige Temperaturen an der Batteriekühlung- und am Ende auf Platz 20 eintrudelte.

Zweites Rennen, neues Glück

Das Samstagsrennen verlief dagegen ganz nach dem Geschmack des brasilianisch-schweizerischen Dragon-Duos. Camara und Müller nutzten den Vorteil, im Qualifying aus Gruppe 4 auf Zeitenjagd zu gehen. Camara schaffte sensationell den Einzug in die Superpole mit Platz 2 hinter Virgin-Pilot Robin Frijns.

Müller unterstrich mit Platz 6 ebenfalls seine gute Form, die erste Super-Pole für den Schweizer in der Formel E. „Ja unsere single Lap war echt gut“, lachte Müller übers ganze Gesicht. „Auch gerade in Anbetracht dessen, dass die freien Trainings alles andere als gut liefen.“

Nico Muller (CHE) Dragon Penske Autosport, is interviewed after Qualifying ©FIAFormulaE

Der Schweizer, der am Donnerstag erst seinen 29. Geburtstag feierte, verpasste um ein Haar eine größere Party. „Am Samstag war sogar die Pole drin, war ich doch nach S2 auf Augenhöhe mit Robin“, sagte Müller zu „Bildpresse2010.blog“. „Ich habe dann aber in T17 ein kleines bisschen zu viel gewollt, bin mit einem Rad auf den Staub neben der Ideallinie gekommen und weggerutscht“, so der Dragon-Pilot, der auf Startplatz 6 fuhr.

Teamkollege Camara war noch einen Tick schneller in der Super Pole und ging hinter Pole-Setter Frijns aus der ersten Startreihe ins Rennen.

Dragon-Duo behauptet sich in Spitzengruppe

Camara konnte seine guten Ausgangsposition nach dem Start nicht halten, Bird quetschte sich entschlossen an den Brasilianer vorbei , um sich auf die Verfolgung auf den Führenden Niederländer Frijns zu machen. Müller dagegen behauptete zunächst seine Position gegenüber Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) und verteidigte geschickt gegen den Franzosen.

Wer meinte, die beiden Dragons werden im weiteren Rennverlauf durchgereicht, wurde eines Besseren belehrt. Beide Dragon-Fahrer blieben clever und nervenstark, Gefahr drohte nur auf Grund des übermäßigen Energieverbrauchs. „Im Rennen dann da vorne sich halten zu können, die Nios zu überholen und trotzdem einigermassen mit der Energie gut haushalten zu können, war echt erfreulich“, notierte Müller.

„Die Effizienz ist sicherlich noch eher unsere Schwäche“, gibt der Dragon-Pilot offen zu. „Aber da hoffe ich, dass wir sobald das neue Auto kommt, auch nochmal einen Schritt machen können“, setzt der Schweizer große Hoffnung auf den Penske-EV5, das mit Unterstützung des deutschen Technologiepartners Bosch die Großen in Zukunft ärgern möchte.

Großer Profiteuer: das Dragon-Duo

Camara und Müller kamen nach einem turbulenten Rennen zunächst geschlossen auf die Plätze 6 und 7 ins Ziel, mussten lediglich Virgin-Rookie Nick Cassidy und Titelverteidiger DS Techeetah ziehen lassen. Da sowohl Vergne als auch Cassidy eine 24-Sekunden-Zeitstrafe – Nichtaktivierung des zweiten Attack Mode- aufgebrummt bekamen, rückte das Dragon-Duo noch auf Platz 4 und 5 vor.

Am Ende gab es also doch noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für den 29-jährigen Schweizer. Ein zweites Geschenk verkündete gestern Kimmo Liimatainen, Geschäftsführer beim Team Rosberg, der den DTM-Vizemeister zurück holte und ihn für die DTM 2021 fix verpflichtete.

Für beide Drachen-Piloten waren es die besten Formel-E-Ergebnisse in ihrer Karriere, die ersten Punkte in der Elektro-Rennserie. Teamchef Jay Penske war sicherlich sehr erfreut über den gelungenen Saisonauftakt.

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