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Formel E: Enttäuschung pur bei BMW I Andretti- Nullnummer zum Saisonauftakt

Max Günther im Kampf gegen Oliver Rowland ©FIAFormulaE

Schwacher Auftritt von BMW i Andretti Motorsport. Die Münchner legten beim Diriyah E-Prix in Saudi-Arabien einen enttäuschen Saisonstart hin. Maximilian Günther und Jake Dennis mussten mit null Punkten im Gepäck die Heimreise antreten.

Frustration machte sich im BMW-Lager breit. „Wir haben an beiden Tagen nicht die erhofften Resultate erzielt“, ärgerte sich Teamchef Roger Griffiths.

Damit zählte der deutsch-amerikanische Rennstall zu den großen Verlierern des Formel-E-Saisonauftakts. Alle anderen drei deutschen Teams (Audi, Mercedes, Porsche) sammelten erste WM-Punkte. Mercedes gelang durch Nyck de Vries sogar der Premierensieg in der FIA-Weltmeisterschaft.

Was war da los bei BMW? „Gestern war es schon frustrierend, heute noch mehr, denn beide Fahrer hatten die Chance auf Punkte und sind letztlich ausgeschieden“, zeigte sich Teamchef Griffiths maßlos enttäuscht.

Besonders Maximilian Günther, der vor Saisonbeginn als großer Titelkandidat gehandelt wurde, hatte nicht gerade seinen besten Tag. Der Deutsche flog gleich in beiden Rennen ab. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht darüber, wie die beiden Rennen in Diriyya gelaufen sind“, erklärte ein enttäuschter Günther.

Günther: Gridstarfe beim nächsten Rennen

Günther, der bereits am Freitag nach einem Unfall ausgeschieden war, kollidierte rund zehn Minuten vor Schluss im Kampf um ein Top-Ten-Ergebnis mit Nio-Pilot Tom Blomqvist. „Unmittelbar vor dem Zwischenfall heute musste ich mich gegen Oliver Rowland verteidigen, der hinter mir den Attack Mode genutzt hat“, sagte Günther. „Meine Räder haben beim Bremsen in die Kurve auf der Innenseite blockiert, und ich konnte das Fahrzeug nicht mehr stoppen. So habe ich leider Tom Blomqvist getroffen“, stellte der 23-jährige Bayer fest.

Die Rennleitung nahm sich den BMW-Piloten gehörig zur Brust und verhängte über Günther eine Rückversetzung um 5 Startplätze beim nächsten E-Prix, da der Deutsche die Kollision zu verantworten hatte.

Max Guenther BMW i Andretti Motorsport ©BMW

Rote Flagge

Nach dem Unfall von Günther ging zuerst das Safety-Car auf die Strecke, kurz danach wurde das Rennen mit Roter Flagge ganz abgebrochen. Denn hinter dem Malheur des Deutschen ereignete sich abseits der TV-Bilder der Horrorcrash von Mahindra-Pilot Alex Lynn, der nach einer Kollision mit Mitch Evans (Jaguar) kopfüber in die Streckenbegrenzung rauschte. Lynn kam glücklicherweise mit Prellungen davon und befindet sich auf dem Wege der Besserung.

Günther, der nach einem Fahrfehler am Freitag den BMW i.FE21 in die Mauer knallte und ausschied , konnte seine gute Ausgangsposition beim Qualifying nicht nutzen. Der BMW-Pilot erreichte trotz Gruppe 4, die den besten Grip auf der 2,495 Kilometer langen Strecke vorfand, nur die zwölftschnellste Zeit – im Gegensatz schafften Sam Bird (Jaguar) und die beiden Dragon-Piloten Sette Camara und Nico Müller allesamt den Sprung in die Super Pole.

Günther durfte das Rennen von Startplatz 11 aufnehmen , da der neuntschnellste Lynn (Mahindra) wegen einer Bestrafung vom Vortag -Verschulden einer Kollision mit Bird- drei Startplätze zurückversetzt wurde.

„Im Qualifying haben wir aus unseren Möglichkeiten nicht das Beste herausgeholt“, gab Teamchef Griffiths offen zu. Teamkollege Jake Dennis erging es noch schlechter, der im Qualifying nur auf Position 17 landete.

Batterietausch notwendig

Bei Günthers Auto musste am Samstag die Batterie getauscht werden, die beim Unfall tags zuvor offenbar so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass sie nicht mehr einsatzfähig war. „Der Tag fing bereits mit einer Herausforderung an, denn wir mussten die Batterie nach dem gestrigen Unfall wieder in das Auto von Maximilian einbauen“, sagte Griffiths. „Die Mechaniker haben einen tollen Job gemacht, und wir haben trotz der sehr späten Lieferung der Batterie nur wenige Minuten im Training verloren.“

Im Rennen behielt Günther nach dem Start zunächst Platz 11 und konnte im weiteren Rennverlauf Nissan-Pilot Sebastien Buemi hinter sich lassen- Platz 10. „Im Rennen hatten wir das Gefühl, dass es sich mit Blick auf das Energiemanagement in unsere Richtung entwickelt. Aber es sollte nicht sein“, sagte Teamchef Griffiths.

„Zuvor hatte ich kein Glück mit meinen eigenen Attack Modes, die ich nie wirklich ausnutzen konnte“, wunderte sich Günther selbst. „Trotzdem wären noch ein paar Punkte drin gewesen. Wir werden unsere Lehren aus diesem Wochenende ziehen und ganz sicher stärker zurückkommen“, resümierte der gebürtige Rettenbacher.

Jakes Dennis: Unverschuldet aus dem Rennen gerissen

Keiner der beiden BMW-Piloten sah die Zielflagge. Formel-E-Rookie Dennis war in Runde 17 unverschuldet von Pascal Wehrlein (Porsche) in die Mauer gedrängt worden und musste seinen stark beschädigten BMW iFE.21 in der Folge abstellen. Der Feindkontakt beschädigte die Rad-Aufhängung des Briten, der Feierabend hatte.

Jake Dennis BMW 2021 gegen Alex Sims, Mahindra ©FIAFormulaE

„Das war für uns alle ein ganz schlechter Tag mit zwei Ausfällen“, erklärte Dennis anch dem Rennen. „Mein Rennen lief bis zu meinem Unfall eigentlich ziemlich gut. Ich habe eine Menge Energie gespart, und mit Blick auf die letzten Runden sah es wirklich gut aus.

Dann hat mich zunächst Alexander Sims getroffen, ich habe die Mauer berührt und dabei meine vordere Radaufhängung leicht beschädigt. Aber das Auto war immer noch fahrbar. Dann kam Pascal Wehrlein und hat mich in die Mauer gedrückt. Ich konnte nichts machen“, stellte der 25-jährige BMW-Neuling klar.

Im Qualifying konnte Dennis noch kein Ausrufezeichen setzen. Von Startplatz 17 war es daher sehr schwierig, als Rookie in die Top Ten zu fahren. „Insgesamt hätten wir ein besseres Wochenende haben können. Ich hatte Probleme im Qualifying, die Rennpace war aber gut“, hielt der Brite nach dem Rennen fest.

Der Saisonstart war für BMW i Andretti Motorsport eine herbe Enttäuschung. Jetzt gilt es, sich zu sortieren. „Wir werden nun versuchen, die Rennen in Diriyya hinter uns zu lassen und unseren Fokus auf die Europa-Rennen zu richten“, notierte Teamchef Roger Griffiths. 

Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt es in der italienischen Haupstadt Rom, wo am 10. April der dritte WM-Lauf der Formel E stattfindet.

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