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Formel E: Porsche nach Saisonauftakt: „Einige Teile nicht ganz gepasst“, Pascal Wehrlein punktet doppelt

Pascal Wehrlein Porsche S7 ©Porsche

Das deutsche Team Porsche hat zum Saisonauftakt in Diriyya erste WM-Punkte mitnehmen können. Neuzugang Pascal Wehrlein punktete in beiden Rennen (P5 + P10) und feierte einen gelungenen Einstand beim Zuffenhausener Sportwagenhersteller.

Andre Lotterer missglückte der Start und musste die Heimreise ohne Punkte im Gepäck antreten.

„Heute lief der Tag nicht optimal“ bestätigte Porsches Formel-E-Einsatzleiter Amiel Lindesay

Das zweite Nachtrennen in der Historie der Formel E verlief nicht nach dem Geschmack von Porsche. Wehrlein, der zur Premiere am Freitag einen bärenstarken fünften Platz für seinen neuen Arbeitgeber erzielte, konnte sich im zweiten Lauf nicht mehr so eindrucksvoll in Szene setzen wie tags zuvor.

„Heute war es eher schwierig“, sagte Wehrlein. „Wenn du im Pulk mitfährst und um dich herum Autos hast, die im ersten Rennen auch schon stark unterwegs waren, ist es nicht einfach, weiter nach vorne zu fahren“, resümierte der Deutsche, der zunächst auf Platz 16 die Ziellinie überquerte.

Dabei musste der Porsche-Pilot in der ersten Qualifying-Gruppe auf Zeitenjagd gehen, ein großer Nachteil wegen der ungünstigeren Grip-Verhältnisse. Mit Startplatz 16 konnte der Freitags-Fünfte nicht allzu happy sein. Im Rennen war Wehrlein zunächst im extrem dich gestaffelten Mittelfeld eingekeilt, der 26-jährige Deutsche behielt bis Rennende seine Position.

Porsche mittendrin Formel E Race 2 Diriyah EPrix ©Porsche

Wehrlein schickt BMW-Neuling Dennis ins Aus

Zudem bekam der Porsche-Neuling eine Durchfahrtsstrafe von der Rennleitung aufgebrummt, als Wehrlein in Runde 17 BMW-Rookie Jake Dennis in die Mauer drängte, der daraufhin mit völlig demolierten Auto ausschied und Feierabend hatte. „Ich habe alles versucht und war dabei einmal etwas zu optimistisch – nach der Durchfahrtstrafe, die ich für dieses Manöver bekam, war keine bessere Platzierung möglich“, stellte Wehrlein klar.

Doch Wehrlein hatte das Glück des Tüchtigen. Durch nachträgliche Zeitstrafen für Vergne (DS Techeetah), Sims (Mahindra), Cassidy (Virgin), Rast (Audi), Blomqvist (Nio) und Nato (Venturi) profitierte der junge Deutsche und rückte im Zeitentableau nach vorne. Wehrlein wurde schließlich als Zehnter gewertet und erhaschte damit noch einen weiteren WM-Punkt.

„Für uns war das alles in allem ein guter Start in die Saison“, resümierte der 26-Jährige. „Vor allem das sehr gute Qualifying am Freitag, die Top-5-Platzierung im Rennen und das Top-Ten-Ergebnis heute machen mich zuversichtlich. Jetzt müssen wir sehen, was wir beim nächsten Rennen in Rom verbessern können. Ich bin sicher, wir werden stärker zurückkommen“, erklärte Wehrlein.

Andre Lotterer: „Wochenende zum Vergessen“

Weniger gut lief es hingegen für Andre Lotterer. Der 39-jährige Deutsche blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, gemessen an den eigenen Ansprüchen. In beiden Rennen verpasste Lotterer die Top Ten. Der gebürtige Duisburger setzte zwar am Freitag im Qualifying mit Platz 7 eine erste Duftmarke und verpasste um Haaresbreite die Super Pole, doch im Rennen wurde Lotterer durchgereicht und zudem von einem Reifendefekt ausgebremst- nur Platz 16.

Andre Lotterer Porsche 2021 ©Porsche

Am Samstag wurde es nicht wesentlich besser. Lotterer verunfallte im dritten freien Training auf einem schnellen Streckenabschnitt mit seinen Porsche 99X Electric, der ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde.

„Für mich war es leider ein Wochenende zum Vergessen“, erklärte ein enttäuschter Lotterer. „Gestern eine Schraube im Reifen, heute der Unfall im freien Training, so dass ich das Qualifying auslassen musste“, haderte der gebürtige Duisburger.

Das Qualifying ging ohne den Deutschen über die Bühne, da der Porsche für das Rennen neu aufgebaut werden musste. In der Kürze der Zeit war es der Porsche-Crew nicht möglich, das Auto rechtzeitig bis zum Qualifying rennfertig vorzubereiten. Somit musste Lotterer das Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen.

„Wir haben etwas riskiert, als wir Andre aus der Boxengasse starten ließen, um dadurch etwas Energie zu sparen“, sagte Einsatzleiter Lindesay. „Leider ist das nicht ganz aufgegangen. Zwei Gelbphasen und der vorzeitige Rennabbruch haben uns nicht in die Karten gespielt“, lautete das Fazit des Franzosen.

Der Porsche-Pilot schaffte es abseits der TV-Bilder immerhin, fünf Positionen auf der Strecke gut zu machen. Hinter Teamkollege Wehrlein erreichte Lotterer das Ziel auf Platz 17. Durch die nach Rennende verhängten Strafen wurde der Deutsche noch auf Platz elf gewertet, blieb aber ohne Punkte.

„Schade, dass wir heute nicht zeigen konnten, welche Fortschritte wir im Vergleich zur Vorsaison gemacht haben“, hielt Lotterer nach dem Rennen fest. „Großer Dank an meine Crew, die das Auto rechtzeitig zum Rennen repariert hat. Jetzt kann es in Rom nur besser werden“, richtete der 39-Jährige seinen Blick nach vorne.

Amiel Lindesay: „Puzzleteile haben nicht gepasst“

Porsches Einsatzleiter Lindesay nahm zum Saisonauftakt aus Saudi-Arabien wichtige Impulse mit. „Trotzdem gibt es viel Positives, dass wir von diesem Saisonauftakt mitnehmen, dazu wichtige Erkenntnisse, die uns weiterbringen“, erklärte der Franzose.

„Nach einem fantastischen Qualifying ging Pascal am Freitag aus der ersten Startreihe ins Rennen und Andre Lotterer aus der vierten – das war eine sehr gute Teamperformance. Das Team hat einen sehr guten Job gemacht und das Auto von Andre rechtzeitig fürs Rennen neu aufgebaut. So ein Rennen ist wie ein Puzzle, und bei uns haben heute einige Teile nicht ganz gepasst. Doch das wirft uns nicht zurück. Wir wissen, was wir können und bleiben zuversichtlich“, gibt sich Lindesay optimistisch.

Nächste Gelegenheit in die Erfolgsspur zurückzukehren gibt es am 10. April beim italienischen Gastspiel in Rom. 

 

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