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Formel E: Audi mit magerer Ausbeute- Rene Rast verpasst Top Ten, Lucas di Grassi punktet zweimal

Audi e-tron FE07 #33 (Audi Sport ABT Schaeffler), René Rast,Formula E, Diriyah E-Prix 2021 ©Audi

Das deutsche Team Audi Sport Abt Schaeffler erlebte einen durchwachsenen Saisonauftakt in Saudi-Arabien. Rene Rast zeigte am Freitag mit Platz Vier eine Top-Leistung in Diriyya, im zweiten Lauf reichte es nicht für die Top Ten.

Teamkollege Lucas di Grassi sammelte mit den Plätzen 9 und 8 zweimal WM-Punkte. Unter dem Strich eine magere Ausbeute für die Ingolstädter in ihrer Abschiedssaison.„Nach dem Qualifying war heute nicht mehr viel drin“, hielt Rast nach dem zweiten Rennen fest. Der Deutsche musste nach seinen bärenstarken Auftritt vom Vortag am Samstag in der ersten Qualifikationsgruppe auf Zeitenjagd gegen. Doch darauf wurde nichts. Rast verpasste nämlich den Zeitpunkt rechtzeitig über die Ziellinie zu kommen, um seine fliegende Runde in Angriff zu nehmen.

Oliver Rowland bremst Rast aus

„Wir wollten so viele Autos wie möglich in unserer Gruppe vor uns fahren lassen, damit wir den bestmöglichen Grip haben“, sagte Rast zu Sat1. „Wir wollten als Letzter rausfahren und hatten es ganz knapp getimt, wir hatten so 5, 6 Sekunden Puffer. Diese 5, 6 Sekunden waren direkt in der Runde aus der Boxengasse weg“, ärgerte sich der dreifache DTM-Champion, der von Nissan-Pilot Rowland aufgehalten wurde. „Leider ist Oliver Rowland so langsam gefahren, dass uns am Ende die Zeit ausgegangen ist. Das war natürlich sehr hart.“

„Der hatte das mitgekriegt, das wir auf Messers Schneide rausfahren“, so der 34-jährige Audi-Pilot vor Startbeginn bei Sat1. Damit war die Chance auf ein Top-Resultat dahin, Rast musste von Startplatz 19 ins Rennen gehen. Der Deutsche zeigte nichtsdestotrotz eine ansprechende Leistung und kämpfte sich bis auf Platz 10 vor. Zudem fuhr der Wahlösterreicher mit dem Audi e-tron FE07 die schnellste Rennrunde, die mit einen WM-Punkt honoriert wird.

René Rast,Formula E, Diriyah E-Prix 2021 ©Audi

Rast sammelt Durchfahrtsstrafen: zweimal erwischt

Doch mit den insgesamt zwei WM-Punkten wurde es leider nichts. Als das Rennen wegen eines Horror-Unfalls von Alex Lynn im Mahindra vorzeitig abgebrochen wurde, bekam der Deutsche nach Rennende noch zwei Durchfahrtsstrafen von der Rennleitung aufgebrummt.

Einmal wegen Geschwindigkeitsüberschreitung einer Full-Course-Yellow-Phase (erlaubt sind maximal 50 km/h), die Zweite auf Grund der Nicht-Aktivierung des obligatorischen zweiten Attack Modes, den Rast wegen des vorzeitigen Rennabbruchs nicht mehr betätigen konnte. Die beiden Vergehen wurden in eine 24-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt, der Audi-Pilot flog somit aus den Top Ten. Damit verlor der Deutsche auch den einen WM-Punkt für die schnellste Rennrunde, den nur die Top Ten-Fahrer unter sich ausmachen. Mercedes-Pilot Nyck de Vries erbte durch die Bestrafungen Rasts den einen Zähler.

Dennoch zeigte sich Rast mit der Performance des Audi-Boliden zufrieden, mit Platz 4 sammelte er wichtige Punkte für die Meisterschaft. „Wir nehmen aber auf jeden Fall die Erkenntnis mit nach Hause, dass wir ein schnelles Auto haben und in dieser Saison um Siege kämpfen können“, notierte Rast.

Rast besorgt ob der beiden schweren Unfälle

Für den Deutschen zählte am Samstag nach den beiden schweren Unfällen von Edo Mortara (Venturi) im Freien Training und Alex Lynn (Mahindra) am Meisten die Gesundheit und das Wohlergehen der beiden Crash-Piloten. „Am wichtigsten ist, dass es Alex und auch Edo (Mortara) nach ihren schweren Unfällen den Umständen entsprechend gut geht“, so der Audi-Pilot. Ein Sportsmann eben durch und durch.

Teamchef Allan McNish: Viel riskiert, nichts gewonnen

Nach dem vielversprechenden Auftakt vom Freitag nahm Teamchef Allan McNish das weniger erfolgreiche zweite Rennen gelassen. „Das war heute ein Tag, wie er in der Formel E immer passieren kann“, so McNish. „Bei Rene haben wir viel riskiert, ihn als letztes Auto auf die Strecke zu schicken. Darüber kann man natürlich streiten.

Allan McNish,Formula E, Diriyah E-Prix 2021 ©Audi

Aber wenn man in der ersten Qualifying-Gruppe nichts riskiert, dann steht man ohnehin ganz hinten. Am Ende fehlten ihm nur ein paar Tausendstelsekunden. Wir verlassen Diriyah auf jeden Fall mit dem guten Gefühl, dass wir ein starkes Paket haben. Schade, dass es bis Rom so lange dauert. Von mir aus könnten wir gleich morgen das nächste Rennen fahren“, bilanzierte der Schotte.

Lucas di Grassi: Ergebnis Nebensache

Für Formel-E-Routinier Lucas di Grassi endete der Saisonstart mit zwei Top Ten-Resultaten. Auf Platz 8 und 9 nahm der Brasilianer seine ersten WM-Punkte im Gepäck mit nach Hause. Di Grassi machte am Samstag im Qualifying nach zwei starken ersten Sektoren einen kleinen Fehler, der den Formel-E-Champion von 2017 vier Zehntelsekunden kostete. Die Folge: nur Startplatz 15. „Lucas war im Qualifying auf einer schnellen Runde, ehe er einen kleinen Fehler gemacht hat“, sagte Teamchef McNish.

Lucas di Grassi,Formula E, Diriyah E-Prix 2021©Audi

Di Grassi klagte im Rennen über starkes Übersteuern. Trotzdem fightete der Brasilianer bis zum Schluß und konnte vorerst drei Positionen wettmachen. Durch die nachträglich verhängten Zeitstrafen rutschte der Audi-Pilot noch auf Platz 8 und sammelte weitere WM-Zähler. „Das war ein verrücktes Rennen“, sagte di Grassi. „Aber mein Ergebnis ist angesichts des Mega-Unfalls, den Alex Lynn hatte, nebensächlich. Gut, dass er soweit okay ist.“, atmete der 36-jährige Wahlmonegasse tief durch.

Teamchef Mc Nish und seine Truppe müssen sich noch bis zum 10. April gedulden, ehe der Rom E-Prix auf dem Programm steht.

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