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Formel E: „Raubkatze beißt zu“, Sieger Sam Bird: „Im Moment so unglaublich glücklich“, Horrorunfall von Lynn mit Evans endet glimpflich

Sam Bird Jaguar ©Jaguar

Sam Bird ist zurück auf dem Siegespodest. Der 34-jährige Brite feierte seinen ersten Saisonsieg für seinen neuen Rennstall Jaguar Racing beim Diriyah EPrix.

„Ich bin im Moment so unglaublich glücklich“, strahlte ein überaus zufriedener Sam Bird.

In der Tat zeigte der Jaguar-Pilot eine fehlerfreie Vorstellung und katapultierte sich mit seinem Premierensieg für die „Raubkatze“ auf Platz 2 in der Meisterschaft. Es war Birds zehnter Formel-E-Sieg, der als einzige Formel-E-Fahrer in jeder Saison einen E-Prix gewinnen konnte.

Sam Bird (GBR) Panasonic Jaguar Racing, Jaguar I-Type 5 ©Jaguar

„Es war ein großer Schritt für mich, mich von meiner Familie bei Envision Virgin Racing zu lösen und zu Jaguar Racing zu wechseln“, sagte Bird nach dem Rennen. „Aber sie haben mich mit offenen Armen empfangen, und mir neue Dinge beigebracht. Ich freue mich, dass ich diesen Sieg erringen konnte.

Wir haben in der Vorsaison wirklich hart zusammengearbeitet, und obwohl es einige Herausforderungen gab, haben wir für dieses Ergebnis gearbeitet. Das ist für alle – nicht nur für die Menschen in Riad, sondern auch für das Team in der Fabrik und alle bei Jaguar, die unermüdlich an diesem Projekt gearbeitet haben.

Wir gehen aus diesem Wochenende in einer starken Position heraus und ich freue mich auf das Rennen in Rom“, lobte der Sieger seine neue Mannschaft.

Jaguar Racing: Platz 1 in der Teammeisterschaft

Strahlend in der Jaguar-Box zeigte sich Teamchef James Barclay absolut happy. „Ein absolut fantastischer Start in die Saison – zwei Podiumsplätze in zwei Rennen, ein dritter Platz und ein Sieg sind ein wirklich brillanter Start für Jaguar in dieser unglaublich hart umkämpften Weltmeisterschaft“, so Barclay.

„Es ist ein echter Beweis für die harte Arbeit und das Fachwissen des Teams, das gemeinsam an allen Leistungsbereichen gearbeitet hat, einschließlich des neuen Jaguar I-Type 5. Es ist großartig, Saudi-Arabien als Tabellenführer zu verlassen, und wir werden hart daran arbeiten, diesen positiven Schwung auch in Rom fortzusetzen“ bilanzierte der britische Teamchef stolz.

Mit dem dritten Platz von Evans am Freitag und dem Sieg Birds im Samstagrennen übernahm die „Raubkatze“ die Führung in der Teammeisterschaft vor Mercedes.

Faires Duell gegen Ex-Teamkollegen Robin Frijns

Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Robin Frijns (Virgin) lieferte sich Bird im zweiten Nachtrennen das ganze Rennen einen sehenswerten und fairen Zweikampf um den Sieg. Immer wieder wechselte die Führung zwischen dem Briten und dem Niederländer.

Bird ging nach Platz 3 in der Super-Pole aus der zweiten Startreihe ins Rennen und eröffnete unmittelbar nach Rennbeginn die Jagd nach Pole-Setter Frijns. In der ersten Kurve quetschte sich der Jaguar-Pilot an Sette Camara (Dragon) vorbei auf Platz 2. Jetzt war der Weg frei für den Kampf um den Sieg gegen Frijns.

„Robin war so respektvoll und es war ein Vergnügen, gegen ihn zu fahren. Es ist genau das, was man von seinem Kaliber erwartet. Es war wirklich sehr, sehr gut“, zollte der Sieger seinem früherem Stallgefährten großen Respekt.

Sobald Bird oder Frijns ihre Attack Modes aktivierten, nutzte der Konkurrent die Situation und angelte sich wieder die Führung zurück. Am Ende war Bird der glückliche Sieger, der einen letzten Gegenangriff von Frijns gar nicht mehr befürchten musste. Der Brite fuhr den Sieg unter Roter Flagge ein, nachdem zuvor das Safety-Car ausrückte.

Das Rennen wurde nämlich vorzeitig abgebrochen, da Birds Teamkollege Mitch Evans im hinteren Mittelfeld kämpfend einen folgenschweren Unfall mit Mahindra-Pilot Alex Lynn hatte.

Mitch Evans ,Panasonic Jaguar Racing, Jaguar I-Type 5 ©Jaguar

Glück im Unglück: Horrorunfall von Alex Lynn nach Kollision mit Evans

In Runde 26 wurde Evans in einen heftigen Unfall mit Lynn (Mahindra) verwickelt. Im Kampf um Platz 14 wurde der Mahindra-Pilot zwischen der Mauer und Evans‘ Jaguar eingequetscht und flog durch die Luft. „Er erwischte mein Hinterrad und hatte einen Flugzeugabsturz, der ziemlich übel aussah“, sagte Evans gegenüber ‚The race‘.

Lynn landete kopfüber und schlitterte in Richtung Auslaufzone, bevor er nach 60 Metern zum Stehen kam. Die Streckenposten und das medizinische Team konnten den verunfallten Lynn aus dem völlig zerstörten Mahindra-Boliden herausziehen.  Der 27-jährige Lynn wurde daraufhin für vorsorgliche Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht und später wieder entlassen.

Der Crash erinnerte an den spektakulären Horrorunfall von Nick Heidfeld in der Premierensaison der Formel E 2014 in Peking, als der ehemalige Venturi-Pilot von Nico Prost in die Luft katapultiert wurde.

„Das Wichtigste ist, dass es Alex nach seinem Unfall gut geht“, gab Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill Entwarnung. „Es war ein schlimmer Unfall, aber es ist ein Beweis für die kontinuierliche Arbeit, die die Formel E und die FIA in Sachen Sicherheit leisten, dass Alex nur ein paar Beulen und Prellungen erlitten hat und in Rom wieder mit uns fahren wird“, beruhigte Gill die Formel-E-Gemeinde.

Für Evans war der Samstag ein frustrierender, der von Startposition 18 ins Rennen ging, nachdem er auf seiner schnellsten Runde im Qualifying von Oliver Rowland (Nissan) aufgehalten wurde. Der Neuseeländer, der bis zum Rennabbruch außer Reichweite der Top Ten lag, kam wegen des Unfalls nicht ins Ziel.

„Das Rennen war vom hinteren Ende der Startaufstellung aus immer schwer zu fahren“, zeigte sich Evans frustriert. „Ich habe versucht, nach vorne zu kommen, aber am Ende habe ich beim Start einige Plätze verloren. Obwohl das enttäuschend ist, hatten wir als Team ein großartiges Wochenende. Wir haben auf beiden Seiten der Garage viele Punkte gesammelt. Wir werden viel aus diesem Wochenende mitnehmen und hoffentlich die Dinge für Rom vorantreiben“, so der Jaguar-Pilot.

 

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