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Formel E: Mercedes-Wochenende voller Höhen und Tiefen, Nyck de Vries verteidigt Tabellenführung

Nyck de Vries, Mercedes©Mercedes, LAT Images

Schwieriger Tag für das Mercedes-EQ Formel E Team beim zweiten Rennen des Diriyah E-Prix. Auftaktsieger Nyck de Vries verteidigte mit P 9 die Tabellenführung, Stoffel Vandoorne blieb mit P13 punktelos.

„Nach dem erfolgreichen ersten Saisonrennen gestern, erlebten wir heute einen schwierigen Tag“, konstantierte Teamchef Ian James.

Es war für Mercedes kein einfacher Tag. Nach einem Unfall von Edoardo Mortara (Venturi Racing) bei Startübungen nach dem Ende des 3. Freien Trainings, als der Italo-Schweizer ungebremst mit 140 km/h in die Streckenbegrenzung krachte, erteilte die FIA sowohl Mercedes als auch dessen Kundenteam Venturi aus Sicherheitsgründen keine Startfreigabe für das Qualifying.

Softwarefehler im Mercedes-Auto

Da die Mercedes-Crew nach einer gründlichen Analyse den Vorfall nachvollziehen und Änderungen an der Software vornehmen konnte, löste sich das Problem und die Rennleitung erteilte Grünes Licht für den Start. „Nach dem Unfall von Edo in einem unserer Kundenautos konnten wir nicht am Qualifying teilnehmen“, sagte James. „Wir konnten das Problem beheben und es ist ihm zum Glück nichts passiert. Das ist das Wichtigste dabei“, fiel dem Briten ein Stein vom Herzen.

Mortara ließ sich im Krankenhaus vorsichtshalber checken, verzichtete jedoch auf einen Rennstart.

Die beiden Mercedes-Piloten de Vries, der am Vortag seinen Premierensieg in Saudi-Arabien feierte, und Vandoorne gingen natürlich mit einem großen Handicap ins Rennen. Ohne Quali-Zeit mussten sie von den Plätzen 20 und 22 im hinteren Starterfeld ins Rennen gehen.

„Die Nicht-Teilnahme an der Qualifikation hat unseren gesamten Tag beeinträchtigt, da wir dadurch vom Ende des Feldes in ein unheimlich ereignisreiches Rennen gehen mussten“, sagte Teamchef James. „Von den Startplätzen 20 und 22 sollte es von Anfang an ein schwieriger E-Prix für uns werden“, war dem Briten schon klar.

Zudem tauschte Mercedes den Antriebsstrang des Belgiers sicherheitshalber, die mit einer Strafe der FIA einherging. Da eine Zurückversetzung um 20 Plätze für solche Aktionen nicht möglich war, wurde Vandoorne eine 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt.

Stoffel Vandoorne,Mercedes©Mercedes, LAT Images

„Bei Stoffel haben wir angesichts der Startposition strategisch gehandelt und bewusst eine Strafe in Kauf genommen, um mit Blick auf die Power Units für die nächsten Rennen gut aufgestellt zu sein“, begründete James die Vorsichtsmaßnahme. „Im Gegenzug hatte er es dafür heute durch die Stop-and-Go-Strafe umso schwerer, Plätze gutzumachen.“

Vandoorne war damit chancenlos und überquerte zunächst als 18. die Ziellinie. Da es nach dem Rennen zahlreiche Strafen hagelte (Durchfahrtstrafen, 24-Sekunden-Zeitstrafe) , kam der Belgier im Endklassement noch auf P13, blieb allerdings punktlos.

„Ich verlasse die Strecke mit gemischten Gefühlen“, sagte Vandoorne. „Gestern hatten wir mit Nycks Sieg und meiner Aufholjagd bis in die Punkteränge einen guten Start in die Saison. Heute war es ein schwieriger Tag, an dem wir nicht am Qualifying teilnehmen konnten.

Im Rennen war es sehr schwierig, weiter nach vorne zu kommen und so gingen wir leider leer aus. Alles in allem blicke ich aber zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben ein gutes Paket und ein starkes Auto – darauf kommt es an. Jetzt gilt es, beim nächsten Rennen in Rom zurückzuschlagen“, fasste der 28-jährige Ex-Formel-1-Pilot zusammen.

De Vries mit schnellster Rennrunde

Dafür holte Teamkollege de Vries die Kastanien aus dem Feuer. Nach einem soliden Rennen machte der Niederländer sechs Positionen gut und kam zunächst auf P14. Mit den nachträglichen Bestrafungen (Vergne, Cassidy, Rast, Blomqvist und Sims) rückte der Tabellenführer noch in die Top Ten auf P9. Zudem erhielt der 25-jährige Mercedes noch einen weiteren Punkt für die schnellste Rennrunde, die eigentlich Audi-Pilot Rene Rast zunächst zustand.

Nyck de Vries vor Evans,S7_Riad, Samstag, 27. Februar 2021 ©Mercedes,LAT Images

Da der dreifache DTM-Champion seine schnellsten Rundenzeit außerhalb der Top Ten (Platz 17) erzielte, erbte de Vries den Punkt. Dem Niederländer war es recht, der Vorsprung in der Meisterschaft auf Verfolger Sam Bird (Jaguar) vergrößerte sich damit auf sieben Punkte.

„Auf meinen ersten Sieg von gestern folgte heute ein frustrierendes Rennen“, sagte der Formel-E-Tabellenführer. „Alle waren auf einer ähnlichen Strategie unterwegs und so kamen wir nicht weit nach vorne. Aber solche Tage gehören zum Rennsport dazu.

Persönlich fühlte ich mich stark, wir hatten ein gutes Paket und es ist schade, dass wir am Ende so viele Safety-Car-Phasen hatten, denn wir hätten mit drei Prozent mehr Energie im Vergleich zu unseren direkten Konkurrenten in der Schlussphase gut ausgesehen.

Am Ende konnten wir von den Strafen doch noch profitieren und drei Punkte aus diesem Tag mitnehmen. Es war dennoch ein positives Wochenende für uns. Natürlich war es schade, dass wir im Qualifying nicht starten durften, aber wir waren hier von Anfang an schnell und hatten auch heute eine starke Pace. Darauf können wir aufbauen“, resümierte de Vries.

Teamchef James war ob der Leistung seines Schützlings zufrieden. „Nyck konnte von den Penalties profitieren und ist im Ergebnis in den Punkten gelandet“, freute sich der Brite.“Er zeigte auch heute eine gute Pace und konnte sich im Verlauf des Rennens um einige Positionen verbessern.“

Für den Mercedes-Verantwortlichen blieb die Erkenntnis, dass die Dominanz vom Vortag nicht auf Dauer ausgelegt ist.  „Es ist schwierig, einen Rückblick in Diriyya nicht mit einem Klischee zu beginnen, denn es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Wochenende voller Höhen und Tiefen“, resümierte James.

„Nach Nycks Sieg gestern hatten wir uns den heutigen Tag natürlich anders vorgestellt. Aber wir sind uns immer bewusst gewesen, dass es auch schwierige Tage geben würde, aus denen wir lernen müssen. Hoffentlich bleibt dies der einzige Tag dieser Art für uns und wir können ab dem nächsten Rennen wieder an die gestern gezeigte Performance anknüpfen.“

Dazu hat Mercedes beim dritten Saisonlauf in Rom am 10. April Gelegenheit, ihre eindrucksvolle Leistung vom Freitag abzurufen.

 

 

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