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Formel E: Mercedes vor Saisonauftakt – „Teamdynamik ist unheimlich wichtig“

Mercedes-Benz EQ Formel E Team ©Mercedes

Am Wochenende geht das deutsche Team Mercedes in seine zweite Saison. Nach dem Premierenjahr in der Formel E steigt die Erwartungshaltung bei Mercedes.

„Mit dem letzten Rennwochenende in Berlin hat Mercedes eine mittelmäßige Saison in ein sehr gutes Ergebnis umgesetzt“, sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei ‚ran.de‘. „Die Erwartungshaltung ist damit hinaufgesetzt, aber damit muss man umgehen können“, so der Österreicher.

Die Schwaben setzen auf Kontinuität. Im Cockpit des weiterentwickelten Mercedes-EQ Silver Arrow 02 sitzt erneut die belgisch-niederländische Fahrerpaarung Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries.

Beide Mercedes-Piloten feierten in der letzten Saison beim Finalrennen in Berlin einen Doppelsieg und haben die Erwartungshaltung für diese Saison weiter nach oben geschraubt.

Toto Wolff: Teamdynamik ist ungemein wichtig

Mercedes ist von den vier deutschen Teams das Einzige, das ohne einen deutschen Piloten die erste Weltmeisterschaft der Formel E bestreitet. Weder in der von Mercedes beherrschten Formel 1 noch in der Formel E fährt ein deutscher Fahrer für den deutschen Automobilhersteller.

Pascal Wehrlein, der inzwischen bei Porsche angedockt hat, galt lange Zeit als der deutsche Fahrer, der bei Mercedes ganz nach oben stürmen könnte. „Bildpresse.2010“ wollte es genauer wissen und hat bei Toto Wolff nachgehakt.

„Diese Frage mussten wir uns in der Formel 1 schon lange gefallen lassen“, entgegnete der Mercedes-Motorsportchef. „Pascal war ja mal bei uns und das hat nicht sein wollen. Aber bei uns ist es immer so, wir versuchen rein auf das Potential des Fahrers zu schauen, im Auto und außerhalb des Autos.

Die Teamdynamik ist ungemein wichtig. Nur wenn diese Kombination eingespielt ist, kann man auch gewinnen. Deswegen hat sich eine deutsche Lösung nach Nico Rosberg nicht ergeben“, führt der 49-jährige Wiener weiter aus.

Mercedes: Mit neuen Antriebsstrang zum WM-Titel?

Mercedes hat über die Winterpause am Vorjahresauto Verbesserungen durchgeführt und den zum Einsatz kommenden Mercedes-EQ Silver Arrow 02 mit einen neuen Antriebsstrang ausgestattet.

„Hinter uns liegt eine herausfordernde und vor allem auch lehrreiche Debütsaison, daran besteht kein Zweifel“, sagt Teamchef Ian James.

„Jetzt müssen wir versuchen, diesen Schwung in die neue Saison mitzunehmen. Für uns alle liegt der Fokus jetzt auf größtmöglicher Präzision und herausragende Spitzenleistung.

Das heißt, dass wir auf den Erkenntnissen aus der vergangenen Saison aufbauen und uns in den Bereichen steigern müssen, die wir als verbesserungswürdig ausgemacht haben.

Das ist ein entscheidender Punkt in der Formel E: Wenn man ein starkes Paket besitzt, muss man als Team sicherstellen, dass man dann auch Rennen für Rennen konstant seine Leistung abruft.

Wenn uns das gelingt, sind wir in einer guten Position, um in dieser Saison um Podestplätze und Siege zu kämpfen, aber noch ist es viel zu früh, um Prognosen abzugeben“, mahnt James zur Vorsicht.

Mercedes,S7_Valencia_Test ©Mercedes, LAT Images

TV-Experte Daniel Abt kann die Chancen von Mercedes schwer beurteilen. „Mercedes ist generell sehr schwer einzuschätzen“, so der Ex-Formel-E-Pilot auf ‚ran.de‘. „Sie waren immer ganz gut dabei, aber nie in einer Position, wo man dachte, jetzt haben sie eine Formel1-artige Dominanz. Ich denke mal, dass sie auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden werden. Allerdings sehe ich da keine Dominanz“, erklärt der Deutsche weiter.

Ähnlich sieht es Toto Wolff, der die Ausgewogenheit in der Elektro-Rennserie hervorhebt. „Daniel hat wahrscheinlich aus zwei Gründen recht. Wir sind erst letztes Jahr so wirklich mit dem eigenen Team und den eigenen Strukturen zur Sache gegangen. Dann ist das Reglement in der Formel E anders, sodass wirklich nie jemand in der Meisterschaft davonlaufen kann, alleine schon vom Qualifyfing-Reglement. Deswegen bleibt es immer ausgewogen und spannend bis zum Ende“, so der Mercedes-Boss.

Stoffel Vandoorne: Schöne Erinnerungen an das Vorjahr

Das erste Kräftemessen mit der Konkurrenz erfolgt am Freitag und Samstag beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien. Zwei Nachtrennen in Diriyya bilden den Start in die Formel-E-Weltmeisterschaft. Die Vorfreude im Mercedes-Lager ist deutlich zu spüren. 

„Es ist ein schönes Gefühl, dass es jetzt endlich wieder losgeht“, bestätigt Stoffel Vandoorne. „Das Adrenalin, der Druck und die Anspannung vor einem Rennen lassen sich in der Winterpause nicht reproduzieren.

Das kommt erst, wenn man mit dem Team zusammen ist und sich auf das Rennen vorbereitet. Ich freue mich sehr darauf, dieses Gefühl wieder zu spüren, auch, weil es zum ersten Mal in der Formel E ein Nachtrennen geben wird. Das ist etwas Neues und ich freue mich darauf, herauszufinden, wie sich diese Strecke bei Nacht fahren lässt und wie die Lichtverhältnisse sein werden.

Das wird sicher einige Herausforderungen mit sich bringen. Alles in allem gehe ich optimistisch in das Wochenende. Ich mag die Strecke sehr, da sie eine der anspruchsvollsten im Formel-E-Kalender ist.

Gleichzeitig konnte ich hier in der Vergangenheit schon einige gute Ergebnisse einfahren. Hoffentlich können wir darauf aufbauen und mit zwei guten Resultaten in die Saison starten“, fiebert der Belgier dem Saisonstart entgegen. Vandoorne kommt mit schönen Erinnerungen zurück an die 2.494 Kilometer lange Strecke im Nahen Osten. Zweimal erreichte der 28-jährige ehemalige Formel-1-Pilot Platz Drei und bescherte Mercedes damit einen gelungenen Einstand in der Formel E.

Teamkollege Nyck de Vries sehnt ebenso den Startschuss für Saison 7 herbei. „Auf diesen Moment haben wir lange warten müssen“, so de Vries. „Seit dem Saisonfinale in Berlin ist einige Zeit vergangen. Wir wären zu Beginn dieses Jahr gerne in Santiago gefahren, aber dann musste der Saisonauftakt aus den bekannten Gründen verschoben werden.

Umso mehr freuen wir uns jetzt darauf, endlich wieder auf die Strecke zu gehen und Rennen zu fahren. Wir hatten viel Zeit, um die Daten aus der vergangenen Saison zu analysieren und zu versuchen, uns in jeder Hinsicht und in allen Details zu verbessern. Hoffentlich bringt uns das ein bisschen mehr Performance ein. Wir sind alle heiß darauf, uns in dieser Woche in Diriyya zum ersten Mal in dieser Saison mit der Konkurrenz zu messen“, sagt der 26-jährige Niederländer.

De Vries konnte bei seiner Formel-E-Premiere im Vorjahr in Diriyya Platz Sechs erzielen und ließ damit aufhorchen. Wie die Kräfteverhältnisse in dieser Saison mit den vier deutschen Autoherstellern tatsächlich stehen, weiß keiner. „Ein richtiges Gefühl dafür, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen, erhalten wir ohnehin erst jetzt in Diriyya“, sagt Teamchef Ian James.

Übrigens geht Mercedes mit einem neuen Namen an den Start. Im Einklang mit der neuen Markenausrichtung heißt das Team ab sofort Mercedes-EQ Formel E Team.

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