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Formel E: Dragon/Penske Autosport und Bosch machen gemeinsame Sache

Dragon und Bosch in der Formel E© Bosch,Shiv Gohil

Bosch Motorsport und der US-Rennstall Dragon/Penske Autosport haben eine langfristige Technologie- und Entwicklungspartnerschaft in der Formel E vereinbart.

Bosch plant die Entwicklung eines kompletten Antriebsstrangs für Saison 9.

Schon jetzt entwickelt Bosch ein speziell auf die Anforderungen des Formel E-Fahrzeugs abgestimmtes, elektronisches Fahrzeugmanagementsystem mit Hard- und Softwarebausteinen für das Team von Jay Penske, das im Frühjahr erstmals zum Einsatz kommen soll.

Dragon und Bosch Motorsport ©Bosch

Kern des Systems ist die zentrale Fahrzeugsteuerung MS 50.4P. Sie steuert neben den Motorfunktionen und dem zentralen Energiemanagement auch weitere Fahrzeugfunktionen wie die Bremsenergierückgewinnung und das Display im Fahrercockpit. „Die Zusammenarbeit mit Dragon ergänzt unser erfolgreiches Engagement als Seriensponsor der Formel E. Bosch unterstreicht durch die Partnerschaft den Anspruch, führender Anbieter für Antriebslösungen sowohl in der Elektromobilität für Serienfahrzeuge als auch im elektrifizierten Motorsport zu sein“, sagt Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Bei Dragon kommen diese Saison Sergio Sette Camara aus Brasilien und der aus der DTM bekannte Schweizer Nico Müller zum Einsatz. Noch geht der US-Rennstall mit dem Penske EV-4 beim Saisonauftakt am kommenden Wochenende in Saudi-Arabien an den Start, das soll sich jedoch bald ändern. Ab dem Frühjahr zieht Dragon seinen Joker, setzt auf deutsche Wertarbeit, der Penske EV-5 feiert Premiere.

„Wir freuen uns sehr darüber, unsere Reise in die Formel E gemeinsam mit Bosch zu starten und sind sehr dankbar für den Support von Bosch Engineering und der gesamten weltweiten Bosch-Mannschaft“, sagt Jay Penske.

„Über unsere gemeinsame Arbeit schaffen wir für Bosch eine Plattform, um die einzigartige Expertise des Unternehmens bei der Entwicklung Formel-E-spezifischer Technologien zu präsentieren.

Gleichzeitig können wir mit unseren Storytelling-Aktivitäten die Rolle zeigen, die Bosch als Marktführer für die Elektrifizierung der Mobilitätsbranche spielt. Die jetzt beschlossene langfristige Partnerschaft markiert für unser Team einen bedeutenden Wendepunkt. Ich freue mich darauf, in dieser Saison die ersten Früchte unserer Zusammenarbeit auf der Rennstrecke einzufahren, wenn wir im Laufe des Jahres unser neues Penske Autosport-Package einführen“, ergänzt Penske weiter.

Der erste Renneinsatz des innovativen Fahrzeugmanagementsystems ist für das Frühjahr 2021 geplant. Dafür laufen bereits jetzt die Vorbereitungen.

Dragon und Bosch Motorsport ©Dragon,Bosch

Umfangreiches Technik-Paket von Bosch

Die zentrale Fahrzeugsteuerung von Bosch ist das Herz der Fahrzeugelektronik der Elektro-Rennboliden des Teams Dragon/ Penske Autosport.

Bosch hat einen maßgeschneiderten Fahrzeugkabelbaum entwickelt, um eine optimale Integration in die Fahrzeuge zu gewährleisten. Zudem stattet Bosch das Entwicklungsfahrzeug des Teams mit Datenloggern aus, um die Forschungs- und Testmöglichkeiten des Teams zu verbessern.

Um die neue Fahrzeugelektronik bestmöglich an das Gesamtfahrzeug anzupassen, stellt Bosch in der Entwicklung und bei Testfahrten die LTE Cloudlösung RaceConnect zur Telemetrie-Datenübertragung und Datenanalyse zur Verfügung. Damit erhalten die Ingenieure des Rennteams entscheidende Messdaten von Fahrzeug, Antrieb und Reifen, um diese schnell und effizient zu analysieren und zu optimieren.

Müller und Camara wird es freuen, mit neuer deutscher Steuerungstechnik das zukünftige Penske-Auto zu pilotieren. Da bei der Formel E viele Einheitskomponenten durch das Reglement vorgegeben sind, trägt die Leistung des Elektroniksystems maßgeblich zum Erfolg im Rennen bei.

„Unser Ziel in der Optimierung der Steuerungssoftware ist, bei allen Strecken- und Rennbedingungen, immer die optimale Balance zwischen Energieeffizienz und Rundenzeit zu finden, um die Potenziale des Fahrzeugs bestmöglich auszuschöpfen, sagt Dr. Klaus Böttcher, Leiter von Bosch Motorsport.

„Dabei hilft uns der umfassende Know-how-Transfer bei Bosch zwischen Serienentwicklungen und Anwendungen für die Rennstrecke“, ergänzt Böttcher.

Ein Beispiel sind die Energiemanagement-Funktionen der MS 50.4P. Damit wird das Fahrverhalten des Fahrzeugs dynamisch so angepasst, dass mit einer vorgegebenen Energiemenge jeweils die schnellstmögliche Rundenzeit erzielt wird. Zudem sorgt die zentrale Fahrzeugsteuerung für maximale Energierückgewinnungsraten im Zusammenspiel zwischen elektrischer und hydraulischer Bremse, passt Antrieb und Bremse an die individuellen Rennbedingungen an und optimiert so das Fahrzeugfeedback an den Fahrer.

Nicolas Mauduit, EVP und Chief Technical Officer von Dragon: „Die Partnerschaft mit Bosch bedeutet für das Team Zugriff auf wichtige neue Ressourcen, um unsere Entwicklungsaktivitäten noch besser skalieren zu können.

Der Zugang zur einzigartigen Hardware- und Software-Expertise von Bosch unterstützt unser Team im Wettbewerb mit den weltweit größten Fahrzeugherstellern in einer heiß umkämpften Rennserie. Wir haben gemeinsam hart gearbeitet, um in dieser Saison voll durchzustarten – ich freue mich darauf, wenn unser neues, mit Bosch-Elektronik und -Hardware ausgestattetes Penske EV-5-Package in diesem Frühjahr erstmals an den Start geht und unsere intensive Zusammenarbeit erste Ergebnisse zeigt.“

Neben Bosch stattet ein weiteres großes deutsches Technologieunternehmen einen Formel-E-Rennstall aus. ZF und der indische Rennstall Mahindra machen schon seit längerer Zeit gemeinsame Sache. Deutsche Wertarbeit und Ingenieurskunst ist in der Formel E gefragter denn je.

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