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Formel E: Porsche strahlt Zuversicht zum Saisonauftakt aus- „Von allen Teams die steilste Lernkurve“

Pascal Wehrlein Porsche ©Porsche

Am Freitag geht es endlich los. Die Formel-E-Weltmeisterschaft startet am kommenden Wochenende (26./27. Februar) in Diriyya (Saudi-Arabien) in die neue Saison.

Mittendrin, statt nur dabei ist Porsche.

Das deutsche Team strahlt sehr viel Zuversicht aus. Nach der erfolgreichen Rookiesaison gibt es nur eine Zielsetzung beim Zuffenhausener Sportwagenhersteller: „Wir wollen Rennen gewinnen und Weltmeister werden“, bestätigt Amiel Lindesay, Porsches Einsatzleiter der Formel E.

Dazu hat sich Porsche neu aufgestellt. Neben dem bisherigen Stammpiloten Andre Lotterer engagierte der Sportwagenhersteller den deutschen Pascal Wehrlein als neuen Teamkollegen.

Dazu hat . die Rolle des Technischen Projektleiters Formel E übernommen. Malte Huneke, der diese Position seit Beginn des Porsche Formel-E-Programms bekleidete, verantwortet jetzt die Gesamtfahrzeugentwicklung aller Rennfahrzeuge von Porsche Motorsport.

Mit dieser Personaländerung strebt Porsche den ersehnten Titel in der Elektro-Rennserie an. Der Saisonauftakt in Saudi-Arabien weckt schöne Erinnerungen an das Formel-E-Debüt der Schwaben. Andre Lotterer feierte im November 2019 mit dem Porsche 99X Electric auf Platz Zwei einen glänzenden Einstand.

Fehlende Konstanz

Die Konstanz in der abgelaufenen Saison hat gefehlt, doch für einen Formel-E-Neuling schlug sich Porsche achtbar. „Unsere Rookiesaison war wie eine Achterbahn“, bestätigt Lindesay.

„Uns hat ganz einfach die nötige Konstanz gefehlt, die du brauchst, um am Ende weit vorn zu sein. Im ersten Jahr ist das aber ganz normal. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen.

Mit den Erfahrungen aus unserer Debütsaison können wir uns jetzt auf die Performance auf der Strecke konzentrieren und darauf, unser Auto schneller zu machen. Wenn uns das gelingt, erreichen wir auch unsere Ziele: Wir wollen Rennen gewinnen und Weltmeister werden“, erklärt der Franzose.

Andre Lotterer wartet noch auf Premierensieg

„Die Formel E ist eine sehr schwierige Meisterschaft“, weiß Lotterer. „Um Erfolg zu haben, muss alles passen. Du musst dich möglichst weit vorne qualifizieren, problemlos durchs Rennen kommen und beim Energiemanagement eine gute Strategie haben.

Außerdem brauchst du eine gute Balance im Auto. Die große Herausforderung für uns wird sein, auf alle Situationen gut vorbereitet zu sein, um – falls mal etwas nicht nach Plan läuft – schnell reagieren zu können.

Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind als Team mit den Aufgaben gewachsen und haben im Vergleich zur Vorsaison große Entwicklungsschritte gemacht. Doch das müssen wir jetzt auch abrufen, und zwar immer dann, wenn es darauf ankommt“, so der 39-jährige gebürtige Duisburger, der nach 36 Formel-E-Rennen für DS Techeetah und Porsche immer noch auf seinen Premierensieg wartet.

Lotterer ist mit den Vorbereitungen zur neuen Saison sehr zufrieden. Der Porsche 99X Electric wurde weiterentwickelt, ein neuer Antriebsstrang soll für den nötigen Schub sorgen. „Wir haben von allen Teams die steilste Lernkurve“, sagt der Deutsche.

„Da kann man schon eine gute Performance erwarten. In unserer Rookiesaison haben wir viel gelernt. Auch bei unseren Testfahrten haben wir gesehen, dass unsere Ingenieure bei der Weiterentwicklung des Porsche 99X Electric einen tollen Job gemacht haben.

Dadurch hat sich natürlich auch unsere Zielsetzung geändert. In unserer ersten Saison wollten wir Podiumsplätze. Die haben wir erreicht. Jetzt wollen wir Siege. Natürlich ist der Druck dadurch größer, doch ich bin sicher, den halten wir aus“, so Lotterer.

Lotterer mag den Kurs in Diriyya

Der Diriyya E-Prix wird auf einem 2,494 Kilometer langen Stadtkurs mit 21 Kurven ausgetragen, der durch alte Festungsanlagen und vorbei an traditionellen Lehmbauten führt. „Das ist eine echte Fahrerstrecke, sehr anspruchsvoll“, sagt Lotterer, dem vor allem gefällt, dass es nicht so viele 90-Grad-Kurven und Haarnadeln gibt wie auf den meisten anderen Formel-E-Kursen.

Andre Lotterer, Porsche©Porsche

„In den ersten 14 Kurven geht es nur links, rechts, bergauf, bergab, schnell, langsam. Als Fahrer hast du gar keine Zeit, auf die Energie zu achten. Erst nach Kurve 14 kannst du mal aufs Lenkrad schauen.“ Auf was es vor allem ankommt? „Die Schwierigkeit ist, dein Auto so einzustellen, dass es in verschiedenen Situationen gut funktioniert. Es ist auch nicht einfach, einen guten Rhythmus zu finden. Und falls der Wüstenwind Sand auf die Strecke weht, kann es sehr rutschig sein“, bestätigt der Deutsche.

Pascal Wehrlein: Rennen gewinnen

Während Lotterer bereits erfolgreich Rennen für Porsche bestritt, feiert sein Teamkollege Pascal Wehrlein das Debüt als Porsche-Werksfahrer. Der ehemalige Formel-1-Pilot (Manor und Sauber) fuhr zuletzt beim indischen Rennstall Mahindra Racing in der Formel E, kennt die Szene aus dem Effeff. 17 Rennen bestritt der 26-jährige Deutsche in der Formel E, Platz Zwei war sein bisher bestes Ergebnis.

Für Wehrlein bedeutet der Wechsel zu Porsche etwas Besonderes. „Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes“, so Wehrlein.

„Porsche ist schließlich einer der erfolgreichsten Automobilhersteller im Motorsport. Für mich ist es eine Ehre und große Motivation, Teil der Porsche-Motorsport-Familie zu sein.

Ich kenne die Formel E inzwischen recht gut und weiß, worauf es in dieser Rennserie ankommt. In der Vorbereitung auf die neue Saison haben wir ausgiebig getestet und sind dadurch gut gerüstet für die Herausforderungen, die auf uns warten. Wir haben alles, um Rennen zu gewinnen. Und genau das ist unser Ziel“, sagt der DTM-Champion von 2015.

Pascal Wehrlein ©Porsche

Der Saisonauftakt hat es in sich. Beide Rennen werden erstmals unter Flutlicht als Nachtrennen ausgetragen. Für Wehrlein nichts Neues, der bereits in seiner Formel-1-Zeit unter ähnlichen Bedingungen Rennen fuhr.

„Ich fahre sehr gerne in der Nacht“, sagt der Deutsche. „Das ist eine ganz besondere Atmosphäre. Alles kommt einem viel schneller vor. Die Strecke wird hell erleuchtet sein. Trotzdem musst du dich als Fahrer sehr konzentrieren, weil dein Sichtfeld kleiner ist und du deine Referenzpunkte schlechter erkennst. Wenigstens wird man nicht von der Sonne geblendet“, ergänzt Porsches Neuzugang.

Für Wehrlein bedeutete der Wechsel von Mahindra zu Porsche eine extrem lange Rennpause. Exakt vor 363 Tagen fuhr der 26-jährige Deutsche sein letztes Formel-E-Rennen für Mahindra in Marrakesch. Danach wurde Wehrlein für das „Berliner Sixpack“ zum Saisonfinale nicht mehr berücksichtigt und durch den Briten Alex Lynn ersetzt.

„Ich kann es kaum erwarten“, fiebert Wehrlein seinem ersten Renneinsatz für Porsche entgegen. „Die Pause war für mich extrem lang, schließlich bin ich mein letztes Rennen fast genau vor einem Jahr in Marrakesch gefahren. Natürlich haben wir zwischendurch getestet und dabei gute Fortschritte gemacht.

Doch das ersetzt keine Rennen. Jeder im Team brennt darauf, die bei den Tests gewonnenen Erkenntnisse im Rennen umzusetzen. Ich hoffe auf einen erfolgreichen Saisonstart in Diriyah und darauf, dass der Rest der Saison wie geplant über die Bühne geht“, fügt Wehrlein noch hinzu.

Amiel Lindesay: Flexibilität ist unser Alltag

Im Porsche-Lager freuen sich alle, dass es endlich losgeht. „Wir können kaum erwarten, bis es nach der langen Pause endlich losgeht“, bestätigt auch Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E.

Amiel Lindesay,Porsche©Porsche

„Der Start einer neuen Saison ist immer aufregend, vor allem für uns. Wir sind diesmal viel besser vorbereitet und gehen auch mit größeren Erwartungen an den Start als in der Vorsaison.

Die war, bedingt durch die Pandemie, sehr kurz. Für uns als Rookie-Team war das im vergangenen Jahr ein großes Handikap, weil uns durch die ausgefallenen Rennen wichtige Streckenerfahrungen verloren gegangen sind. Jetzt hoffen wir alle auf eine komplette und für uns erfolgreiche Saison 2021″, wünscht sich Lindesay. 

Für die Teamverantwortlichen bei Porsche war es nicht immer einfach, die Motivation des Teams und die Fahrer bei Laune zu halten. „Das war schon eine Herausforderung“, gibt Lindesay zu.

„Wir sind ein Rennteam und wollen Rennen fahren. Der Lockdown war – trotz aller virtuellen Möglichkeiten, die wir für die Weiterentwicklung des Porsche 99X Electric nutzen konnten – ein tiefer Einschnitt. Dazu kam dann noch die Absage des Saisonauftakts in Chile.

Doch wir sind es gewohnt, auf neue Entwicklungen schnell zu reagieren. Flexibilität ist unser Alltag. Der Teamspirit und der Zusammenhalt waren immer da, und deshalb gehen wir hochmotiviert ins Jahr 2021.

Ein erfolgreicher Saisonstart hilft natürlich. Viel wichtiger ist jedoch, mit einem perfekt vorbereiteten Auto an den Start zu gehen und immer 100 Prozent Leistung abzuliefern. Daran haben wir in den vergangenen Monaten gearbeitet. Der Rest kommt von allein“, ergänzt der Franzose.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich Porsche zum Saisonauftakt schlägt und wie die Premiere von Wehrlein ausfällt. Kann gar Andre Lotterer seinen ersten Formel-E-Sieg einfahren?

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