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DTM: DTM-Asse in Daytona, die Pläne der Werkspiloten für 2021

DTM Nuerburg, Nürburgring, ©DTM,Hoch Zwei

Die DTM erfindet sich neu. Als GT3-Serie ohne die Herstellerprogramme von Audi und BMW legt sie beim Saisonauftakt Mitte Juni im italienischen Monza los. So die Pläne von DTM-Boss Gerhard Berger.

Die Pläne der Werksfahrer von Audi und BMW sehen unterschiedlich aus. Ob sie den Weg in die neureformierte DTM finden, bleibt weiterhin offen.

Fest steht, dass einige Fahrer am kommenden Wochenende beim 24-Stunden-Klassiker von Daytona an den Start gehen- die Sonne Floridas lockt.

Gleich sieben Piloten mit DTM-Vergangenheit aus dem Vorjahr geben sich zum Auftakt der Langstrecken-Saison 2021 in Daytona die Ehre. In unterschiedlichen Klassen (Dpi, LMP2, LMP3, GTLM, GTD) mit insgesamt 50 Autos steigt die 59. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Daytona International Speedway.

Mit dem „Roar before the 24“ hat für die Fahrer und Teams die finale Vorbereitung für Daytona am letzten Wochenende begonnen. Der offizielle Test vor dem ersten GT-Highlight des Jahres hatte dabei erstmals ein neues Format. Neben den Testsessions stand auch ein Qualifikationsrennen auf dem Programm, in dem die Startpositionen für den Langstreckenklassiker ausgefahren wurden.

Premiere für Marco Wittmann und Timo Glock

Mittendrin, statt nur dabei ein BMW-DTM-Trio. Premiere für Marco Wittmann und Timo Glock im BMW M8 GTE. Während Wittmann bereits vor fünf Jahren in der GTD-Klasse des Rennens antrat, ist Glock erstmals bei diesem Highlight-Event in Florida dabei. Einen ersten Vorgeschmack, was die Debütanten erwartet, bot das Qualifikationsrennen.

„Es war sehr spannend für mich, den Start zu fahren und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die ganzen Abläufe funktionieren, auch im Auto“, sagte Glock.

BMW M6 GT3 Daytona Test ©BMW

„Es lief recht gut. Doch natürlich war es eine Challenge, zum ersten Mal in Daytona zu fahren, und dann auch noch im Nassen. Mein klares Ziel war, so viel wie möglich zu lernen und das Auto ganz zu lassen. Das hat wunderbar funktioniert, und ich bin bis jetzt sehr happy.

Es macht wirklich viel Spaß, und ich freue mich auf das nächste Wochenende. Meine Eindrücke sind sehr positiv, das Team ist super, die Jungs machen einen tollen Job, und es ist sehr angenehm, mit ihnen zu arbeiten. Jetzt werden wir sehen, was das nächste Wochenende bringt“, zeigte sich der 37-jährige Glock erfreut, der für das Team BMW Team RLL startet.

Glock teilt sich das Cockpit der Nummer 25 mit Ex-DTM-Champion Bruno Spengler, Connor De Phillippi und dem Österreicher Philipp Eng, ebenfalls ein DTM-Pilot aus der Vorsaison. Für den Ex-Formel-1-Piloten wird Daytona, gleichzeitig Auftaktveranstaltung der IMSA-Saison 2021, nur ein kurzes Gastspiel werden. Glock bestreitet nur das Rennen in Florida, seine drei Teamkollegen Spengler/De Philippi/Eng gehen auch bei den weiteren Rennen der US-amerikanischen Sportwagenserie an den Start.

Allerdings hat BMW sein IMSA-Programm mit Werksunterstützung mächtig rasiert. Nur bei den vier „großen“ Rennen in Daytona, Sebring, Watkins Glen und beim Petit Le Mans gehen die Münchner an den Start. Acht weitere IMSA-Rennen gehen erstmals ohne BMW-Beteiligung über die Bühne.

Engs Einsatz in USA erwünscht

Für den Österreicher Eng geht die Reise 2021 Richtung USA. Eng wird für BMW die vier IMSA-Einsätze in Angriff nehmen. „Ich freue mich sehr darauf, mit dem BMW Team RLL und sehr guten Teamkollegen die vier IMSA-Langstreckenrennen zu fahren“, so Eng.

„Ich hoffe, dass wir die Daytona-Siege aus den vergangenen beiden Jahren wiederholen können und dass ich die Chance bekomme, um den Endurance-Titel zu kämpfen. 2019 habe ich nach Sebring die Fahrerwertung angeführt, danach waren jedoch keine IMSA-Renneinsätze mehr für mich geplant. Daher freue ich mich umso mehr auf diese Saison.

Philipp Eng BMW Motorsport ©BMW

„Wir haben alles aussortiert, was für nächstes Wochenende wichtig ist. Es war in Sachen Vorbereitung ein sehr erfolgreicher Test. Auch Dinge wie Sitzpositionen, Fahrerwechsel-Training und so weiter haben wir super umgesetzt. Das Auto läuft wirklich gut, wir sind alle happy, und jetzt freue ich mich darauf, wenn es endlich in das 24-Stunden-Rennen geht“, fiebert der 29-jährige Österreicher seinem ersten Renneinsatz 2021 entgegen.

Wittmann hofft auf DTM

Für den zweiten BMW-Debütanten im BMW M8 GTE Marco Wittmann ging der Start schon vielversprechend los. Wittmann fuhr beim Qualifying für das Qualifikationsrennen die schnellste Zeit-Pole Position.

„Es ist klasse, wieder in Daytona zu fahren“, freut sich der Franke. „Ich trete zum ersten Mal im BMW M8 GTE an, und das macht wahnsinnig viel Spaß.

Der ‚Roar’ hat für uns sehr gut angefangen. Es war auch super cool für mich, das Qualifying zu fahren und das Auto auf Platz eins und damit die Pole zu stellen. Im Qualifyingrennen hat bei uns leider nicht alles ganz so funktioniert, wie es sollte, und daher gehen wir von Platz sechs ins 24-Stunden-Rennen.

Aber damit ist noch nichts verloren, denn 24 Stunden sind lang. Wir nutzen nun die nächsten Tage, um dann gut gerüstet ins Rennen zu gehen, und wir werden unser Bestes geben, um dort ganz nach vorn zu kommen. Generell ist die Stimmung gut, der Spirit ist toll“, so der zweifache DTM-Champion.

Wittmann tritt gemeinsam mit den Vorjahressiegern John Edwards, Jesse Krohn und den langjährigen DTM-Piloten Augusto Farfus in der GTLM-Klasse an. Auch für Wittmann bleibt Daytona ein einmaliges Gastspiel, der Bayer liebäugelt mit einem Weiterverbleib in der DTM. Derzeit laufen hinter den Kulissen Gespräche mit BMW und Kundenteams, die sich womöglich für einen Einsatz in der DTM engagieren.

Was machen Lucas Auer und Jonathan Aberdein?

Senkrechtstarter Sheldon van der Linde, der letzte Saison seinen DTM-Premierensieg mit BMW feierte, bleibt bei BMW und kümmert sich um die Weiterentwicklung des neuen BMW M4 GT3. Das neue GT3-Fahrzeug löst den BMW M6 GT3 ab und soll ab der Saison 2022 weltweit bei Kundenteams zum Einsatz kommen.

Van der Linde wird darüberhinaus für BMW diverse GT3-Rennen 2021 bestreiten, in Daytona ist der Südafrikaner nicht mit von der Partie.

Hingegen bleibt die Zukunft von Lucas Auer und Jonathan Aberdein ungewiss. In welchen GT3-Serien das Duo antritt, steht derzeit noch nicht fest.

Audi- und BMW-Fahrer gemeinsam

In Daytona gibt es für Glock & Co ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen DTM-Kollegen Robert Kubica. Der Pole, im Vorjahr im BMW-Kundenteam Art Grand Prix unterwegs, gibt seine Premiere in Florida in der LMP2-Klasse in einem Oreca 07-Gibson Prototypen. Kubica teilt sich das Cockpit mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg, der in der DTM zuletzt bei Audi im WRT-Kundenteam engagiert war.

Der 23-jährige Habsburg fokussiert sich offenbar 2021 mehr in Richtung Langstreckensport und geht im Februar in der Asian-Le-Mans-Serie (AsLMS) in der LMP2-Klasse an den Start.

Aus dem Audi-Lager gehen in Daytona Mike Rockenfeller und Loic Duval an den Start. Routinier Rockenfeller besitzt noch einen gültigen Vertrag bei den Ingolstädtern und bleibt Werksfahrer. Der DTM-Champion von 2013 wird Einsätze im Audi R8 LMS GT3 bestreiten, darüberhinaus liebäugelt „Rocky“ mit dem LMDh-Projekt, das Audi ab Anfang 2023 in Angriff nehmen möchte.

In Florida kämpft Rockenfeller in der DPi-Klasse mit einem Cadillac DPi um den prestigeträchtigen Sieg, ebenso wie sein ehemaliger Teamkollege Loic Duval. Der Franzose kehrt der DTM den Rücken und widmet sich mehr dem Langstreckensport in der Saison 2021.

Bleiben Rast & Co der DTM erhalten?

Der dreifache DTM-Champion Rene Rast bleibt bei Audi weiterhin Werksfahrer wie sein DTM-Dauerrivale Nico Müller. Rast wird für die Ingolstädter seine erste volle Formel-E-Saison bestreiten und hofft auf einem Weiterverbleib in der DTM. Abhängig vom Rennkalender und Terminüberschneidungen könnte der 33-jährige Rast in der GT3-DTM zum Einsatz kommen. Verschiedene GT3-Rennen für Audi im Laufe der Saison sind angedacht.

Beim Schweizer Nico Müller ist die Situation ähnlich. Müller fährt ein weiteres Jahr in der Formel E für den US-Rennstall Dragon und soll bei GT3-Rennen von Audi eingesetzt werden. Ob Müller im Abt-Team in der DTM einen Startplatz erhält, bleibt bis dato unbekannt.

Robin Frijns WEC ©WRT

Anders die Situation bei Robin Frijns. Der Audi-Vertrag lief Ende 2020 aus, eine Vertragsverlängerung gab es nach dem DTM-Ausstieg der Ingolstädter nicht mehr. Jedoch bleibt der Niederländer dem Hersteller mit den Vier Ringen treu. In Audis Kundenteam Virgin Racing trifft Frijns in der Formel E auf Rast und Müller.

Dazu gab das belgische WRT-Team, das zwei Jahre lang in der DTM als Audi-Kundenteam beschäftigt war, kürzlich bekannt, mit Frijns in der WEC in der LMP2-Klasse die Saison 2021 zu bestreiten. Womöglich könnte der Niederländer weitere GT3-Rennen für WRT angehen, für die er in der Vergangenheit erfolgreich an den Start ging.

In der WEC trifft Frijns auf alte DTM-Bekannte. Der Schweizer Fabio Scherer und der Franzose Loic Duval gehen ebenfalls in der LMP2-Klasse in der Langstrecken-Weltmeisterschaft an den Start.

Offen bleibt hingegen die Zukunft von Routinier Jamie Green. Bis dato steht nicht fest, welches Betätigungsfeld der 37-jährige Brite dieses Jahr machen wird.

Apropos Daytona: In Florida kommen übrigens ehemalige DTM-Asse wie Maro Engel, Filipe Albuquerque, Kamui Kobayashi, Oliver Jarvis, Bruno Spengler und Augusto Farfus zum Einsatz.

 

 

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