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DTM: Serienchef Gerhard Berger: „Ein perfekter Rene Rast“, Zielvorstellung mit 20 Fahrzeugen von fünf Marken in 2021

Gerhard Berger,DTM Hockenheim ©DTM

Die DTM befindet sich aktuell in der Winterpause, doch hinter den Kulissen wird eifrig für die neue DTM gefeilt und gebastelt. Gerhard Berger zeichnet seit 2017 verantwortlich für die Serie, die im kommenden Jahr mit einem neuen Reglement nach GT3-Format einen Neuanfang startet.

Im Interview mit dem Webportal ‚DTM.com‘ blickt Serienchef Berger, der ab 2021 die alleinige Verantwortung für die Plattform übernimmt, zurück auf die Saison 2020, in der die DTM nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie eine enorme Herausforderung zu meistern hatte. Und mit Bravour bestand- kein einziger positiver Covid-19-Fall.

Ferner spricht der Tiroler über die Zukunft der DTM, den fünf Säulen der breitgefächerten DTM-Plattform sowie Ziele und Erwartungen, Chancen und Herausforderungen. Ziel für die DTM 2021: 20 Fahrzeuge von mindestens fünf Marken.

Berger über die abgelaufene Saison 2020: Kein positiver Covid-19-Fall und ein perfekter Rene Rast

Auf die vergangene DTM-Saison blickt der zehnmalige Grand-Prix-Sieger aus Österreich im Interview zurück. „2020 war eine schwierige Situation. Aber es ist uns gelungen, die geplanten neun Veranstaltungen über die Bühne zu bringen, ohne dass wir einen einzigen positiven Covid-19-Fall zu vermelden hatten“, sagte Berger mit Erleichterung und hofft, dass in der neuen Saison wieder Zuschauer an die Rennstrecken kommen können.

Rene Rast gewinnt Start DTM 2020, Zolder I ©Audi

Sportlich hat Berger der ungleiche Kampf zwischen Audi und BMW enttäuscht, der offene und spannende Titelkampf bis zum letzten Rennen aber begeistert. Über den nun dreimaligen DTM-Champion Rene Rast ist Gerhard Berger voll des Lobes: „Rene Rast vereint für mich alle Elemente eines perfekten Rennfahrers – und obendrein ist er ein netter Kerl.“

Über die DNA der DTM: Hochkarätiger Profi-Rennsport mit einem Fahrer pro Auto, 20 Autos das Ziel

Die DTM wird ab der kommenden Saison erstmals mit leistungsstarken GT-Sportwagen ausgetragen. „Mein großes Ziel sind 20 Fahrzeuge mit mindestens fünf Marken, starke Fahrer und ein Meisterschaftskampf bis zum letzten Rennen“, wünscht sich Berger für die neue DTM. Inzwischen haben sich drei Marken mit McLaren, Mercedes-AMG und Audi fix eingeschrieben. Es fehlen also noch zwei weitere Marken bis zum Saisonstart, der Ende Mai im russischen St. Petersburg erfolgen soll. Sechs Auto stehen bis dato in der Startaufstellung der neuen DTM.

DTM Future 2021 ©DTM

Durch den Reglement-Wechsel sorgt die DTM, so Berger, durch eine größere Markenvielfalt sowie unterschiedliche Motoren mit unterschiedlichem Sound für mehr Möglichkeiten der Fans, sich zu identifizieren. „Die DTM ist hochkarätiger Profi-Rennsport und harter Wettkampf mit einem Fahrer pro Auto und Boxenstopps ohne Minimum-Standzeiten“, erklärt der 61-Jährige die DNA der 1984 eingeführten DTM.

Zielsetzung: Schritt für Schritt mehr Nachhaltigkeit

Im Interview auf DTM.com spricht der 61-jährige Berger auch über den Wandel in der Automobilindustrie und bei Sponsoren. Das im November in Hockenheim vorgestellte, vollelektrische Demonstrationsfahrzeug von Technologiepartner Schaeffler mit über 1.200 PS findet eine enorme Resonanz. „In den nächsten zwölf bis sechszehn Monaten geht es darum, einen Prototyp auf die Rennstrecke zu bringen“, lautet seine Planung.

Das DTM Electric-Demonstrationsfahrzeug, das gemeinsam mit Schaeffler entwickelt wird, sorgte mit seinen Demo-Runden bei den Fahrern für Erstaunen. Hans-Joachim Stuck, Timo Scheider, Daniel Abt und Sophia Flörsch zeigten sich absolut begeistert. Für 2023 ist der Start der DTM Electric anvisiert.

DTM Electric,Hockenheimring, 2020 ©DTM

Dabei spielt Nachhaltigkeit für Berger eine wichtige Rolle. „Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt mehr Nachhaltigkeit zu implementieren. Zwischen 2025 und 2030 wollen wir CO2-neutral werden, und zwar nicht nur, was die Rennautos betrifft, sondern über die ganze Plattform hinweg – inklusiv Partner, die dort vertreten sind.“

Von vollelektrischen Rennfahrzeugen über Hybrid-Technologie bis zu synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff – Gerhard Berger sieht den Motorsport und auch die DTM als Entwicklungstreiber für technische Innovationen. „Daher ist es wichtig, möglichst vielen Technologien auf der DTM-Plattform eine Bühne zu bieten“, sagt der DTM-Chef.

DTM-Plattform mit fünf Säulen für Jung und Alt
Die breitgefächerte DTM-Plattform beschreibt Berger als Faszination Motorsport für Generationen. Es ist „entscheidend, die Fans mit einzubinden. Faszination ist dabei das Stichwort.“

An erster Stelle, sozusagen als „Hardcore Motorsport“, steht dabei der Spitzensport der DTM, aber auch die erfolgreich eingeführte Nachwuchsrennserie DTM Trophy mit seriennahen GT-Sportwagen sowie der gerade angekündigte BMW M2 Cup.

TOURENWAGEN CLASSIC am Salzburgring ©EHirsch

Von wachsender Bedeutung ist auch die DTM Classic mit historischen Rennfahrzeugen, mit denen auch viele Stars vergangener Tage an den Start gehen, was nicht nur die ältere Generation anspricht. Neben der künftigen DTM Electric orientiert sich die DTM Esports an die jungen Motorsport-Enthusiasten. „In der DTM Esports können sich junge Fans selbst verwirklichen, aktiv teilnehmen und ein Teil der DTM werden“, so Berger, der damit hofft, die DTM in eine erfolgreiche Zukunft führen zu können.

 

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