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DTM: Kahlschlag geht weiter- BMW trennt sich von Traditionsteams Schnitzer und RBM

Herbert Schnitzer jr BMW ©EHirsch

Die schwarze Woche für den deutschen Motorsport geht in die nächste Runde. BMW verkündet am Freitag die werksseitige Trennung der beiden Traditionsteams Schnitzer und RBM.

Nach dem Abschied aus der Formel E nach der Saison 2021, den BMW am Mittwoch bekanntgab, setzen die Münchner ihre Kahlschalg fort. Jetzt trifft es die langjährigen Einsatzteams von Schnitzer aus Freilassing und die belgische RBM-Mannschaft.

Dagegen wird die Zusammenarbeit mit dem BMW-Team RMG um Teamchef Stefan Reinhold fortgesetzt, die sich zukünftig um die Entwicklung des neuen BMW M4 GT3 kümmern.

Die motorsportliche Neuausrichtung im Hause BMW fordert also weitere Opfer. Nach dem vorzeitigen Ende der Class-1-DTM mussten die Aufgabengebiete für den werksseitigen Auftritt von BMW angepasst werden, hieß es in der Pressemittelung der Münchner.

Die Trennung von BMW ist besonders eine bittere Pille für das Schnitzer-Team aus Freilassing. Denn der oberbayerische Rennstall um Teamchef Herbert Schnitzer jun. war bisher in der Test-und Entwicklungsarbeit des neuen BMW M4 GT3 involviert. Für das Traditionsteam von Schnitzer ein weiterer heftiger Nackenschlag, das von BMW ab der Saison 2017 nicht mehr für die DTM berücksichtigt wurde.

BMW Schnitzer 24h nbg ©BMW

„Wir bedauern sehr, dass die Zusammenarbeit mit BMW Motorsport vor dem Hintergrund der Veränderungen im Motorsport nicht mehr fortgeführt werden kann. Doch natürlich verstehen und respektieren wir dies“, sagte Schnitzer-Teamchef Herbert Schnitzer jun. zur Beendigung der Zusammenarbeit mit BMW.

Die Mannschaft aus Freilassing übernahm erst dieses Jahr mit der Test- und Entwicklungsarbeit des neuen BMW M4 GT4 eine wesentliche Rolle bei BMW. Es ist das neue Top-Fahrzeug der Münchner im Kundensportprogramm, das ab der Saison 2022 Premiere feiert. „Das Projekt ist die Zukunft“, sagte Schnitzer jun. erst im August im Interview mit ‚bildpresse2010.blog‘. Die weitere Test- und Entwicklungsarbeit muss Schnitzer nun an RMG abtreten.

RMG löst Schnitzer ab

Mit der Trennung von Schnitzer übernimmt das bisherige DTM-Einsatzteam RMG die Test- und Entwicklungsarbeit des BMW M4 GT3. „Wir freuen uns sehr auf unsere neue Aufgabe als Entwicklungsteam für den BMW M4 GT3 und danken BMW Motorsport für das in uns gesetzte Vertrauen“, sagte Teamchef Stefan Reinhold.

Seit den 1960er Jahren war Schnitzer Motorsport eines der prägenden und erfolgreichsten Teams im internationalen GT- und Tourenwagensport – und immer auf BMW-Rennwagen unterwegs. Die Loyalität zu den Münchnern wurde groß geschrieben.

Zahlreiche große nationale und internationale Triumphe in renommierten Meisterschaften und bei legendären Langstreckenrennen wie auf dem Nürburgring oder in Le Mans sichern dem BMW-Team Schnitzer auf ewig einen bedeutenden Platz in der BMW-Historie. Die Leistungsfähigkeit des Teams wurde zuletzt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring unter Führung von Herbert Schnitzer jun. bewiesen, bei dem das Team den dritten Platz erreichen konnte.

„Wir sind stolz darauf, dass wir Schnitzers über so viele Jahrzehnte gemeinsam mit BMW den internationalen Motorsport geprägt haben und blicken gerne auf all die großen Erfolge zurück, die wir zusammen in den verschiedensten Kategorien gefeiert haben“, so Schnitzer jun. „Es macht uns auch sehr stolz, ein fester Teil der Motorsporthistorie von BMW zu sein. Wir danken BMW Motorsport für diese lange, einzigartige Partnerschaft. BMW war unser Leben und unsere Leidenschaft“, führte der Freilassinger Teamchef fort.

Bart Mampaey bedauert Abschied

Neben Schnitzer Motorsport muss auch das belgische Traditionsteam RBM um Teamchef Bart Mampaey seinen Hut nehmen. „Es ist sehr schade, aber wir respektieren, dass BMW Motorsport die Zusammenarbeit mit uns als Werksteam nicht fortsetzen kann“, sagte Mampaey in einer ersten Stellungnahme.

Bert Mampaey, Teamchef BMW-RBM-Team (c)Erich Hirsch

Mit dem Team RBM verbindet die BMW seit 25 Jahren zahlreiche großartige Erfolge auf der internationalen Motorsportbühne. Schon Bart Mampayes Vater Julien arbeitete mit BMW erfolgreich zusammen. 1995 gegründet, wurde die Mannschaft 2006 nach dem Gewinn des Tourenwagen-Europa- und Weltmeistertitels offizielles BMW-Werksteam.

Danach folgten zwei weitere Tourenwagen-Weltmeistertitel. Mit seinen besonderen Leistungen hatte die Truppe um Bart Mampaey großen Anteil daran, dass BMW zu einem der erfolgreichsten Hersteller in der Tourenwagen-WM wurde. Seit dem Comeback-Jahr 2012 war das BMW-Team RBM eines der BMW-Werksteams in der DTM und feierte in dieser Serie neun Rennsiege.

„Ich möchte mich bei BMW für die großartige Partnerschaft bedanken, die wir 25 Jahre lang hatten“, bedankte sich Teamchef Mampaey bei BMW. „Von Anfang an bis zum Schlussakkord in der DTM war BMW immer an unserer Seite, und unsere Beziehung wird eine starke bleiben, auch wenn wir kein Werksteam mehr sind.

Die Zeiten ändern sich, und wir alle stehen vor einer herausfordernden Zukunft. Als RBM werden wir vorerst unsere Rennsportaktivitäten reduzieren. Das bedeutet aber nicht, dass das Kapitel Motorsport für uns beendet ist. Wir möchten im Rennsport weitermachen und sehen, welche Optionen sich uns bieten.

Ich denke aber auch, dass wir die Werte und Fähigkeiten von RBM auch in andere Branchen als im Motorsport einbringen können. Man sagt immer: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Deshalb bin ich sehr gespannt, welche Chancen sich in der Zukunft bieten“, blickt Mampaey positiv in die Zukunft.

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