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DTM: Rene Rast – Zukunft ist elektrisch, Lukas Podolski gratuliert zum Titelgewinn

René Rast,Shooting DTM Audi Meisterautos ©Audi

Tausendsassa Rene Rast hat mit seinem dritten DTM-Titelgewinn in nur vier Jahren Anfang November DTM-Geschichte geschrieben. In der ewigen Bestenliste der DTM liegt Rast nach Meistertiteln nun gleichauf mit Rennlegende Klaus Ludwig auf Rang zwei.

24 Rennen hat der 34-jährige Audi-Pilot in Rekordzeit mit dem Audi RS 5 DTM gewonnen. Klar, dass auch andere Hersteller Rast mit lukrativen Angeboten anlocken. Doch der dreifache DTM-Champion bleibt den Ingolstädtern loyal und treu, geht im kommenden Jahr für Audi in der FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft an der Seite von Champion Lucas di Grassi an den Start. Die Zukunft ist elektrisch.

„Es ist natürlich ein ganz besonderes Gefühl, jetzt zu den drei besten DTM-Fahrern der Geschichte zu gehören“, sagt Rast zu seinen drei DTM-Titeln. „Das hätte ich mir selbst nie träumen lassen. Ich bin erst vor vier Jahren in die DTM gekommen. Jetzt schon zu den besten DTM-Fahrern der Geschichte zu zählen, ist unglaublich. Das ist auch noch nicht wirklich bei mir angekommen. Das wird man wahrscheinlich erst richtig wahrnehmen, wenn man etwas älter ist und auf das zurückblickt, was man in der Vergangenheit so gemacht hat“, kann Rast sein Glück immer noch nicht fassen.

René Rast,Shooting DTM Audi Meisterautos ©Audi

Gerade beim Saisonfinale in Hockenheim lastete auf Tabellenführer Rast großer Druck, sein schärfster Titelrivale aus dem eigenen Lager Nico Müller rückte durch seinen Sieg am Samstag näher an Rast heran. „Samstagmorgen hatte ich gefühlt mehr Druck“, gibt der Mindener offen zu.

„Da wussten wir nicht wirklich, wie stark wir sind und ob Nico (Müller) wieder so überlegen sein würde wie beispielsweise am Nürburgring. Wenn Nico beide Rennen dominiert hätte, hätten wir zweimal Zweiter werden müssen. Aber am Samstag haben wir gesehen, dass wir im Qualifying schnell waren und auch das Rennen hätten gewinnen können. Deshalb war ich am Sonntag viel entspannter als am Samstag“, so Rast, der am Sonntag in Meistermanier das letzte Rennen in der Class1-Ära der DTM gewinnen konnte.

Dank gilt der ganzen Familie

Hinter jedem erfolgreichen Sportler steht ein privates, starkes Team,die Familie, die den Rücken freihält, Trost spendet, moralische Unterstützung bietet, motiviert und Kraft für die Renneinsätze gibt. „Am Anfang natürlich meinem Vater, meiner Mutter, meiner Schwester – allen in meiner Familie, die früher mit mir zu den Rennen gereist sind“, dankte Rast für seine unglaublich erfolgreiche Karriere.

„Die das alles mitgemacht und mich unterstützt haben. Gerade mein Vater, der immer mit dem Wohnmobil unterwegs war. Ab 2005 hat dann mein Manager (Dennis Rostek) übernommen. Er steht bis jetzt an meiner Seite und hat die Wege geebnet.

Dann natürlich meiner eigenen kleinen Familie mit meiner Freundin Diana, die auch an meiner Seite steht, wenn es mal nicht so gut läuft. Dem Team Rosberg, das den größten Teil zum Erfolg der letzten Jahre beigetragen hat. Die Mechaniker und meine Ingenieure haben vier Jahre lang Tag und Nacht dafür gearbeitet. Und last but not least Audi Sport. Sie haben mir die Chance gegeben, meinen Traum von der DTM doch noch zu verwirklichen und mir in den letzten vier Jahren hammermäßige Autos hingestellt“, zeigt sich der dreifache DTM-Champion von Dankbarkeit erfüllt.

René Rast Audi ©Audi

Die Gratulationen nach seinem dritten Titelgewinnen waren enorm. „Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen. Das muss man erst einmal verarbeiten. Ich habe sie nicht gezählt, aber ich schätze zusammengerechnet über WhatsApp, SMS, E-Mail und die ganzen sozialen Netzwerke waren es über tausend“, so der 34-jährige Audi-Pilot. Ein Glückwunschschreiben eines ehemaligen Fussball-Weltmeisters zählte zu den Gratulanten, wie Rast verriet. „Auch Lukas Podolski, der immer zum Titelgewinn gratuliert hat, war wieder dabei“, freute sich Rast.

Der Wahlösterreicher ist bei Medien und Sponsoren ein gefragter Mann, das Interesse nach seinem dritten DTM-Titelgewinn dürfte sich weiter steigern. Ob Rast in der rennfreien Zeit von Termin zu Termin hetzt? Mitnichten, wie der Audi-Pilot verrät. „Relativ ruhig. Ich war nur einen Tag am Bilster Berg und hatte dort Sponsorentermine. Ansonsten war ich zu Hause und habe die Zeit mit meiner Familie genossen. Ich habe versucht, ein paar Tage auszuspannen. Es war doch ein sehr vollgepacktes Jahr. Die ganzen Dinge, die zu Hause so liegengeblieben sind, muss man auch erst einmal abarbeiten“, sagt der Familienvater, der mit seinem vierjährigen Sohn Liam und seiner Partnerin Diana in Bregenz auf der österreichischen Seite des Bodensees lebt.

Autokauf im Hause Rast

Mit seinen 24 DTM-Siegen und 20 Pole-Positions liebäugelt Champion Rast den erfolgreichen Audi RS 5 DTM privat als Erinnerung zu kaufen. Ein privates Automuseum für später, um seine Erfolge noch einmal Revue passieren zu lassen. Doch das ist gar nicht so einfach wie man denkt. „Die Meisterautos gehen bei Audi immer ins Museum“, sagt Rast. „Ich habe vor, zumindest je ein Auto aus jeder Generation zu kaufen, in der ich Meister geworden bin. Ich hätte als Andenken gerne ein Auto mit dem V8, also das 2017er-Modell, und ein Auto mit dem Vierzylinder-Turbo. Wir sind noch in Gesprächen, wie das ablaufen kann“, bestätigt der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot aller Zeiten.

René Rast,Shooting DTM Audi Meisterautos ©Audi

Die Class1-Ära der DTM dauerte nur zwei Jahre, Audi holte dabei alle Titel, war der dominierende Hersteller in der Turboära. Da kommt bei Rene Rast schon viel Wehmut auf.  „Es schmerzt schon sehr“, sagt Rast ganz offen. „Das waren tolle Rennautos – echte Prototypen, richtig schnell, in Spa von den Rundenzeiten her nicht weit weg von der Formel 2. Diese Autos nach nur zwei Jahren ins Museum zu geben, das fällt sehr schwer. Aber wir müssen einfach happy und zufrieden sein, dass wir überhaupt solche Rennautos fahren durften“, zeigt sich der Audi-Pilot dankbar.

Zukunft ist elektrisch

Rast hat in der DTM alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Werden wir Rast weiterhin in der DTM sehen? Die neue DTM mit dem GT3-Reglement weckt zumindest das Interesse des 34-Jährigen. „Das steht noch nicht ganz fest“, so Rast.

„Ich würde mich freuen, wenn ich weiter in der DTM fahren könnte. Jetzt muss man abwarten, wie ein Doppelprogramm Formel E/DTM aussehen könnte. Wie viele Überschneidungen es gibt. Aber ich würde liebend gerne noch einmal fahren. Die DTM ist immer mein Zuhause gewesen. Wenn ich noch zwei Titel einfahren könnte, wäre ich auf einer Stufe mit Bernd Schneider. Aber nicht nur deswegen würde ich das gerne weiter machen, sondern weil die DTM einfach zu mir gehört“, fügt der Mindener hinzu.

Erfahrung im GT-Sport besitzt Rast allemal. Im ADAC GT Masters fuhr der Audi-Pilot zwei Saisons lang, wo er 2014 den Titel holte. Bei zahlreichen 24-Stunden-Rennen feierte Rast bereits große Erfolge, 2014 gewann der Tausendsassa das 24-Stunden von Spa-Francorchamps. Beim FIA GT World Cup in Macau erreichte Rast einen bärenstarken zweiten Platz.

Man muss abwarten, ob Rast weiterhin einen für ihn passenden Weg in die DTM findet. Dem Elektro-Rennsport gilt die Zukunft. Das Abenteuer Formel E wartet. Überschneidungen des Rennkalenders der Formel E und der DTM machen die Sache nicht gerade einfach. Nach aktuellen Stand gibt es bereits zwei Überschneidungen mit dem DTM-Rennen in Monza und dem deutschen Formel-E-Gastspiel in Berlin, dazu das Rennwochenende mit der DTM auf dem Lausitzring, während in der englischen Hauptstadt London die Formel E wartet.

Elektrisch heißt die weitere Zukunft des Motorsports, das gilt auch für Rast. In Hockenheim stellte die neue DTM das Fünf-Säulen-Programm vor- mit dabei, die DTM Electric. „DTM Electric finde ich sehr cool – auch das ganze Konzept um die DTM herum: DTM, DTM Trophy, DTM Electric, DTM Esports und DTM Classic“, zeigt sich Rast begeistert. „Das ist ein wirklich durchdachtes Konzept, das den Herstellern und Teams jetzt eine gewisse Planungssicherheit und mit der DTM Electric auch eine Zukunftsperspektive gibt. Die Autos haben richtig Qualm – 1.200 PS. Natürlich ist fraglich, was 2023 in Sachen PS davon übrig bleibt. Aber ich glaube, die Zukunft ist auf jeden Fall elektrisch. Die Technologien werden sich weiter entwickeln, die Autos leichter. Wir gehen mit der Zeit und freuen uns darauf“, so Rast.

Viel Zeit zum Ausspannen bleibt dem dreifachen Titelträger nicht. Schon Ende November gehen im spanischen Valencia die offiziellen Formel-E-Testfahrten über die Bühne. Die neue Saison der Elektro-Rennserie beginnt bereits Mitte Januar 2021 in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Welche Erwartungen hat Rast in seiner ersten vollen Saison? „Das ist schwer zu sagen“, sagt der Audi-Pilot.

René Rast, Audi e-tron FE06 #66,2020 Berlin ePrix ©Audi

Beim Berliner Saisonfinale Anfang August sprang der 34-Jährige ins kalte Wasser für Audi, ersetzte den langjährigen Stammpiloten daniel Abt und überzeugte von Anfang an. Ein Tausendsassa eben. Doch Rast übt sich in Zurückhaltung. „Das ist natürlich Neuland für mich. Außer Berlin kenne ich keine Strecke. Es wird eine große Herausforderung für mich, da schnell reinzukommen. Vor allem sind die Events ja eigentlich alle an nur einem Tag.

Das heißt, ich muss brutal schnell lernen. In Berlin hat man gesehen, dass ich, als ich etwas in Fahrt war, einen dritten und einen vierten Platz in den letzten zwei Rennen geholt habe. Das war ganz in Ordnung. Darauf kann man aufbauen. Aber Prognosen sind schwierig. Ich möchte um Podiums kämpfen. Ob das dann am Ende zur Top 10 oder Top 5 reicht, muss man abwarten. Das hängt ja auch davon ab, wie stark wir im Vergleich zur Konkurrenz sind“, so der Teamkollege von Champion Lucas di Grassi.

Rast hätte durchaus bei der Konkurrenz in der Formel E landen können. Angebote lagen vor, wie aus Insiderkreisen zu hören war. Mercedes streckte angeblich seine Füher nach Rast aus. „Ja, das stimmt. Der ausschlaggebende Punkt war am Ende, dass ich mit Audi in der Vergangenheit so viele Erfolge gefeiert habe. Und auch die Nähe zu Audi. Es hat einfach vieles für Audi gesprochen. Audi war mir gegenüber immer loyal, offen und fair. Und ich bin überzeugt, dass auch die Zukunft bei Audi viele spannende Sachen bietet“, entschied sich der Wahlösterreicher für ein Verbleib bei den Ingolstädtern.

Alle Wünsche erfüllt

Seine großen Wünsche sind Rene Rast alle in Erfüllung gegangen. Titel geholt, Zukunft in der Formel E gesichert, was will man mehr. Oder doch? Weihnachten steht vor der Tür.  „Nicht viel. Ich wünsche mir eine schöne Zeit mit der Familie. Zufrieden, glücklich sein, gesund bleiben. Ausspannen, Batterien aufladen. Materiell habe ich gar keine Wünsche. Nach dem Titelgewinn habe ich mir eine neue Systemkamera gegönnt. Ich fotografiere privat sehr gerne. Das ist mein kleines Hobby“, verrät Tausendsassa Rast.

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