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DTM: Rene Rast feiert dritten Titelgewinn und schreibt Geschichte, die Stimmen aus Hockenheim

René Rast,DTM 2020, Finale Hockenheim ©Audi

Der DTM-Champion 2020 heißt Rene Rast. Der Audi-Pilot gewann in Hockenheim mit seinem Audi RS 5 DTM in souveräner Manier das Saisonfinale und schrieb damit erneut DTM-Geschichte: In vier Jahren dreimal den Titel zu gewinnen, ist zuvor noch keinem Fahrer gelungen.

„Es ist zu schön, um wahr zu sein“, jubelte Rast, nachdem er die Ziellinie im letzten Rennen mehr als zehn Sekunden vor seinem Titelrivalen Nico Müller überquert hatte.

„Wir haben mehr erreicht, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Mit 24 Siegen bin ich nun der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot.

Wir haben den dritten Titel gewonnen – und das nach einem Jahr, das für uns sehr schwierig war. In der ersten Saisonhälfte waren wir zu langsam. Wir haben trotzdem Podien erzielt und genügend Punkte geholt, um an Robin (Frijns) und Nico (Müller) dranzubleiben.

In Zolder sind wir dann durchgestartet, konnten vier Rennen in Folge gewinnen und sind mit einem Vorsprung zum Finale gekommen. Mit einer starken Leistung im Qualifying und im Rennen haben wir heute den Titel geholt. Das Auto war einfach fantastisch. Ich hatte nicht das geringste Problem. Danke an meine Crew, die Mechaniker, das Team Rosberg und natürlich an Audi Sport für das großartige Auto. Ich bin mehr als glücklich“, so der frischgebackene dreifache Champion.

Nico Müller, René Rast,DTM 2020, Finale Hockenheim ©Audi

Nico Müller war der einzig verbliebene Titelkandidat, der Rast den Titel noch streitig machen konnte. „Wir waren heute einfach nicht schnell genug, um Rene herauszufordern“, sagte der Schweizer. „Wir haben gegenüber gestern ein paar kleinere Dinge verändert, von denen wir dachten, dass sie uns helfen würden.

Das ging aber offensichtlich in die falsche Richtung. Das war natürlich frustrierend. Aber wir haben die Meisterschaft nicht hier verloren, sondern schon in Zolder. Rene möchte ich zu einer großartigen Saison gratulieren. Er ist ein würdiger Champion. Wir hatten tolle Kämpfe und vielleicht waren es ja nicht unsere letzten“, sagte der 28-Jährige, der seine große Enttäuschung in der Medienrunde offen preisgab.

Kleiner Trost für den geschlagenen Müller. Zusammen mit Teamkollege Robin Frijns feierte der Abt-Pilot den Titel in der Teamwertung.

Dieter Gass, Maike Frik, Nico Müller, René Rast, Robin Frijns,DTM 2020, Finale Hockenheim ©Audi

Dieter Gass überaus happy

Audi-Motorsportboss Dieter Gass strahlte übers ganze Gesicht, schließlich feierten seine Schützlinge einen fulminanten Sechsfacherfolg zum Abschluss der Class-Ära in Hockenheim. „Dass wir es geschafft haben, das letzte Rennen mit unseren sechs Werksfahrern auf den ersten sechs Positionen zu beenden, sagt alles“, sagte Gass.

„Die DTM war für Audi ein unglaublicher Erfolg, insbesondere die beiden letzten Jahre mit den Vierzylinder-Motoren. In der Class 1 haben wir alles gewonnen, was man gewinnen konnte, 2019 dominiert und auch 2020. Rene hat die Meisterschaft verdient gewonnen.

Nico hat ihm bis zuletzt einen tollen Kampf geliefert. Ich möchte ein dickes Dankeschön an die ganze Mannschaft aussprechen – an alle hier an der Strecke, aber auch an alle zu Hause in Neckarsulm, in Neuburg und in Ingolstadt. Vielen Dank! Es war eine Ehre, mit dieser Mannschaft zusammenzuarbeiten und in der DTM gemeinsam so große Erfolge zu feiern. Nun heißt es: Auf zu neuen Ufern“, sagte Gass zum Ende der DTM 2020. Die Audi-Werksmannschaft fokussiert sich im neuen Jahr ausschließlich auf die Formel E, in der Rast an der Seite von Lucas di Grassi seine erste komplette Saison in Angriff nimmt.

In der letzten werkseitigen DTM-Saison gewann Audi insgesamt 16 von 18 Rennen. 17 Mal startete ein Audi von der Pole-Position, nur einmal konnte Timo Glock (BMW) in die Phalanx der Ingolstädter einbrechen.

Gratulation von höchster Audi-Stelle gab es für den neuen Champion Rast von Markus Duesmann, Vorsitzender des Vorstands von AUDI. „Herzlich Glückwunsch an Rene Rast zum Titel, aber auch an die ‚Äbte‘ für den Teamtitel sowie die gesamte Mannschaft von Audi Sport. Was alle zusammen im letzten Jahr unseres werkseitigen DTM-Engagements erreicht haben, ist wirklich einzigartig“, freute sich Duesmann.

René Rast, Markus Duesmann,DTM 2020, Finale Hockenheim ©Audi

Auch der langjährige BMW-Motorsportdirektor gratulierte Rast zu seiner tollen Leistung. „Gratulation an Rene Rast zu seinem dritten DTM-Meistertitel. Er hat der Rennserie in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt“, sagte Marquardt.

Rast schreibt Geschichte

Im letzten Qualifying der Saison war es – wie bereits sechs Mal zuvor in dieser Saison – Rene Rast, der die Bestzeit setzte. Die Qualifying-Bilanz des 34-Jährigen aus Minden ist eindrucksvoll: sieben Pole-Positions, drei zweite und fünf dritte Startplätze. Von 18 Qualifying-Sessions in dieser Saison war Rast 15 Mal unter den schnellsten Drei und schrieb seinem Punktekonto dadurch insgesamt 32 Zusatz-Punkte nur durch seine Leistungen im Qualifying gut.

2017 hatte Rast in seiner ersten DTM-Saison im Finale in Hockenheim auf Anhieb den Meistertitel gewonnen. 2018 wurde der Pilot des Audi Sport Team Rosberg nach einer einzigartigen Aufholjagd mit sechs Siegen in Folge mit nur vier Punkten Rückstand auf Gary Paffett im Mercedes-Benz noch Vizemeister. 2019 war Rast im ersten Jahr der Class-1-Ära mit den neuen Vierzylinder-Turbomotoren der überragende Fahrer: Bereits im drittletzten Saisonrennen sicherte sich Rast auf dem Nürburgring seinen zweiten DTM-Titel. 2020 nun erneut eine Aufholjagd und die erfolgreiche Titelverteidigung.

Mit seinem dritten Triumph in seiner erst vierten DTM-Saison zieht Rast zudem in der ewigen Bestenliste der DTM-Meister mit Klaus Ludwig gleich, nur Bernd Schneider hat mehr, nämlich fünf Titel.

Rosberg-Team in Hockenheim bärenstark

Rasts Teamkollege Jamie Green zeigte am Sonntag in Hockenheim erneut eine starke Performance und komplettierte das Podium als Dritter. Schon am Samstag bestätigte der DTM-Routinier mit dem selben Ergebnis seinen Aufwärtstrend. „„Ich hatte auch heute wieder tolle Zweikämpfe, das war Motorsport pur“, sagte der Green, der beste Eigenwerbung  für seine sportliche Zukunft betrieb. „Schade, dass diese Ära nun zu Ende geht“, ergänzte Green.

Mike Rockenfeller kam auf Platz vier ins Ziel, machte zu Beginn des Rennes Champion Rast das Leben schwer, als er gleich nach dem Start Rast düpierte. „Am Start konnte ich die Führung übernehmen und habe gehofft, das letzte Rennen der Class-1-Ära zu gewinnen. Aber meine Reifen haben zu stark abgebaut. Das Ergebnis war irgendwie ein Spiegelbild der gesamten Saison“, so der DTM-Champion von 2013. Den Audi-Sechsfacherfolg komplettierten Robin Frijns, der mit 279 Zählern Gesamtdritter in der Meisterschaft wurde, und Loic Duval.

Hier weitere Audi-Stimmen:

Ferdinand Habsburg:

„Es war ein sehr melancholisches Wochenende, mit einer wirklich bizarren Atmosphäre, da es keine Fans für das Finale gab und wir alle traurig waren, das Ende einer großartigen Ära zu sehen.

Es war auch nicht unser bestes Wochenende, aber jetzt müssen wir nach vorne blicken, und ich kann nur sagen, dass ich die Zusammenarbeit mit dem Team und der Mannschaft bei WRT sehr geschätzt habe.“

Fabio Scherer:

„Es ist schade, dass wir nicht mit einem besseren Ergebnis abschließen konnten. Ich hatte gute Qualifying-Sessions, zweimal auf P10, und in Q2 hätte ich ohne einen kleinen Fehler viel weiter vorne liegen können.

In Rennen 1 wollte ich Punkte holen, aber nach der Safety-Car-Phase wurde ich durch ein technisches Problem ausgebremst. In Rennen 2 fehlte es uns an Tempo, und wir wissen nicht genau, warum. Ich möchte dem Team für die großartige Arbeit danken, und ich bin traurig, dass wir nicht mehr in der Lage sein werden, die fantastischen Class-1-Autos zu fahren.

Harrison Newey:

„Ich habe nicht viel zu sagen, ausser einen grossen Dank an das Team, es war eine so angenehme Saison, die Atmosphäre im Team und mit meinen Teamkollegen war fantastisch, WRT ist so ein wunderbarer Haufen Leute…

Es ist sehr schade, dass wir das gute Wochenende in Zolder nicht wiederholen konnten, und es ist so traurig, die Class-1-Autos fahren zu sehen, die wunderbare Maschinen waren, leicht, kraftvoll, mit viel Abtrieb, alles, wovon ein Fahrer träumt…“

BMW in der Class1-Ära chancenlos

Die Class-1-Ära der DTM ist für BMW mit einem enttäuschenden Ergebnis zu Ende gegangen. Zum Abschluss war Jonathan Aberdein als Siebter der bestplatzierte BMW Fahrer. Hinter ihm wurde Timo Glock Achter und beendete die Saison als bestplatzierter BMW Fahrer in der Gesamtwertung mit 120 Punkten auf dem fünften Rang.

Auf den Plätzen neun und zehn kamen Philipp Eng und Sheldon van der Linde ins Ziel. Der Südafrikaner ist in der Fahrerwertung am Ende Sechster.

Seit dem DTM-Comeback 2012 hat BMW dreimal – 2012, 2013 und 2015- den Titel nach München geholt. In der Class-1-Ära musste sich BMW der Überlegenheit der Ingolstädter geschlagen geben.

BMW Jonathan Aberdein ©BMW

Hier die Stimmen aus dem BMW-Lager:

Jens Marquardt:
„Nach dem letzten Rennen der Class-1-Ära der DTM kommt bei uns allen ein wenig Wehmut auf. Seit unserem DTM-Comeback 2012 haben wir bei BMW Motorsport eine großartige Zeit gehabt und viele Titel und Siege gemeinsam gefeiert.

Leider ist die Saison 2020 für uns aus sportlicher Sicht nicht nach Wunsch verlaufen – daran konnten auch die beiden Finalrennen in Hockenheim nichts ändern. Dennoch geht ein großes Dankeschön an das gesamte Team für seinen unermüdlichen Einsatz, die pure Leidenschaft und Bereitschaft, bis zum Schluss zu kämpfen und jederzeit alles zu geben –  egal ob Sieg oder Niederlage, diese Mentalität ist das, was uns bei BMW antreibt und jede Situation meistern lässt.

Aber auch unseren langjährigen und geschätzten DTM-Partnern möchte ich an dieser Stelle Danke sagen für Ihre Treue und Unterstützung sowie die tolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Ich persönlich werde ab jetzt als Fan die zukünftigen Rennen von BMW Motorsport verfolgen.“

Marco Wittmann:
„Ich hatte auf einen versöhnlichen Abschluss der Class-1-Ära gehofft, aber leider waren wir am gesamten Wochenende nicht wirklich konkurrenzfähig. Vor diesem Hintergrund bin ich aus rein sportlicher Sicht ehrlich gesagt froh, dass diese schwierige Saison vorbei ist.

Aber ich blicke gleichzeitig sehr zuversichtlich in die Zukunft, auch nach dem, was Gerhard Berger und sein Team an diesem Wochenende an Plänen für die kommenden Jahre vorgestellt haben. Das sieht alles sehr vielversprechend aus. Ein ganz großer Dank geht an das gesamte Team, sowohl bei RMG als auch bei BMW Motorsport. Dass sie diese Saison unter den stark erschwerten Pandemie-Bedingungen durchgezogen haben, verdient höchsten Respekt.

Die letzten Monate mit den vielen aufeinander folgenden Rennen waren für sie sehr hart. Teilweise sind sie zwischen den Rennen überhaupt nicht nach Hause gekommen. Von daher haben wir uns jetzt alle erstmal eine Pause verdient.“

Timo Glock:
„Es ist natürlich schade, dass die DTM, wie wir sie kennen, nun zu Ende geht. Aber irgendwo geht immer mal eine Tür zu und dafür eine andere auf.

Deswegen muss man nach vorne schauen und abwarten, was die Zukunft bringt. Es ist natürlich nur ein kleiner Trost, dass ich als bester BMW-Fahrer die Saison abschließe, weil es nicht unser Ziel war, Fünfter zu werden. Audi hat in diesem Jahr einfach einen besseren Job gemacht, das muss man anerkennen.

Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, bin ich aber mit meiner Leistung ganz happy. Ich kann mich nur bei meinen Jungs und dem ganzen RMG Team bedanken. Alle haben in den letzten Jahren einen super Job gemacht und mir immer ein super Auto zur Verfügung gestellt. Deshalb gehe ich am Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dieser Saison.“

Lucas Auer:
„Das war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Absolutes Highlight war mein Sieg auf dem Lausitzring. Gegen Ende hatten wir dann leider nicht mehr die Mittel, um an diesen Erfolg anknüpfen zu können.

Ich bin trotzdem dankbar für diese Saison und für die Unterstützung durch das BMW Team RMG und BMW Motorsport. Jetzt schaue ich positiv in die Zukunft und freue mich auf das, was kommt.“

Philipp Eng:
„Mit diesem Rennen geht für mich ein sehr charakterbildendes Jahr zu Ende, in dem nicht viel geklappt hat, wenn ich ehrlich bin. Ich habe schon im Qualifying und auch in den letzten Rennrunden versucht, jeden Meter im BMW M4 DTM zu genießen, denn wer weiß, ob und wann ich noch einmal ein so schnelles Rennauto fahren werde.

Vielen Dank an alle im BMW-Team RBM für drei tolle Jahre, in denen ich Freundschaften fürs Leben geschlossen habe. Danke auch an BMW Motorsport, dass ich überhaupt die Chance bekommen habe, in der DTM zu fahren. Jetzt bin ich sehr gespannt auf die nächsten Herausforderungen in meiner Karriere. Ich bin noch jung und habe in den kommenden Jahren viel vor.“

Jonathan Aberdein:
„Das war ein sehr hartes Rennen. Im Vergleich zu gestern konnten sich unsere Konkurrenten noch einmal deutlich steigern. Ich habe alles gegeben und mit Platz sieben noch einmal einige Punkte geholt.

Aber ehrlich gesagt war das alles, was ich heute erreichen konnte. Dennoch bedanke ich mich beim BMW-Team RBM für die tolle Unterstützung in dieser Saison. Ich denke, im direkten Vergleich zu unseren BMW-Kollegen haben wir in den letzten Rennen meistens gut ausgesehen, auch wenn ich natürlich lieber um Siege und Podestplätze gefahren wäre.“

Sheldon van der Linde:
„Ich habe immer davon geträumt, einmal diese großartigen Fahrzeuge in der DTM zu fahren. Das durfte ich nun zwei Jahre lang tun und in dieser Saison meinen ersten Sieg feiern.

Das war sehr wichtig für mich. Schade, dass es nun mit den Class-1-Fahrzeugen vorbei ist. Vielen Dank an das BMW-Team RBM und an BMW Motorsport für ihre Unterstützung. Ich fühle mich hier zu Hause.“

 

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