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DTM: Abschiedsvorstellung der Class1-Ära und von Ex-BMW-Boss Jens Marquardt

Jonathan Aberdein BMW ©BMW

Das große Saisonfinale der DTM 2020 steht unmittelbar bevor. Am kommenden Wochenende (6. bis 8. November) wird in Hockenheim der letzte DTM-Champion unter dem Class1-Reglement ermittelt. Die Audi-Piloten Rene Rast, Nico Müller und Robin Frijns machen den Titel unter sich aus. BMW könnte das Zünglein an der Waage sein.

Für die Münchner gilt es, sich würdig zu verabschieden. „In Hockenheim schließt sich für uns alle ein Kapitel“, sagt Ex-BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

„Wir gehen in die letzten Rennen der DTM, wie wir sie bisher kennen. Wir bedauern, dass das Class-1-Reglement, an dem wir intensiv gearbeitet haben, keine Zukunft hat“, so der 53-Jährige Schwabe. Für Marquardt bedeutet das Ende der Class1-Ära in Hockenheim auch seine persönliche Abschiedsvorstellung nach knapp zehn Jahre an der Spitze als BMW-Motorsportdirektor, der seit 1. November das Pilotwerk für den Prototypenbau der Serienmodelle der BMW Group leitet.

Dreamteam um Motorsportdirektor Jens Marquardt (c)Erich Hirsch

„Auch für mich persönlich schließt sich in Hockenheim ein Kapitel“, sagt Marquardt. „Nach fast zehn Jahren als BMW Group Motorsport Direktor habe ich innerhalb der BMW Group eine neue Rolle übernommen, die mir viel Spaß machen wird.

Doch mein Herz schlägt natürlich weiter für den Motorsport, und es ist mir wichtig, die Saison und unser Werksengagement in der DTM nun gemeinsam mit den Kollegen von BMW Motorsport, unseren Fahrern und BMW DTM Teams in Hockenheim abzuschließen“, erklärt der langjährige BMW-Motorsportverantwortliche.

Es war Marquardts persönliche Entscheidung, sich aus dem Motorsport zurückzuziehen. „Es war meine Entscheidung. Das komplette Management hat mich dabei unterstützt, ich bin sehr dankbar, zehn Jahre lang Motorsport bei BMW gemacht zu haben“, bestätigte Marquardt kurz vor dem Zolder-Rennwochenende Mitte Oktober.

Sportlich war die zweijährige Class1-Ära für BMW eine Enttäuschung. Audi dominierte das Geschehen nach Belieben. Über ein Jahr blieben die Münchner sieglos, ehe Lucas Auer 2020 die Audi-Phalanx durchbrach und am Lausitzring seinen ersten Sieg für BMW feierte. Dazu kam ein weiterer Sieg von Sheldon van der Linde in Assen, den Rest machten die Ingolstädter unter sich aus.

„In Hockenheim endet zudem auch eine insgesamt schwierige Saison – zum einen stark geprägt durch die Corona-Pandemie, zum anderen ist die Saison auch sportlich nicht so verlaufen, wie wir uns das erhofft hatten“, gibt Marquardt unumwunden zu. „Deshalb werden wir jetzt noch einmal alles geben, um beim Finale Highlights zu setzen und unseren BMW M4 DTM würdig zu verabschieden“, so der 53-Jährige.

Auer vor Glock, BMW ©BMW

Lucas Auer hofft auf Happy-End, Robert Kubica setzt auf Rene Rast:

Auer, der seine Premierensaison für die Münchner fährt, wünscht sich ein Happy-End für BMW. „Es werden die letzten Rennen mit diesen legendären Autos“, so der Tiroler. „Die aktuellen DTM-Boliden sind die Königsklasse im Tourenwagensport, und ich werde dieses Wochenende noch einmal genießen, denn diese Autos sind einfach wahnsinnig toll zu fahren. Hockenheim ist immer eine coole Strecke, und ich hoffe, dass wir von Anfang an konkurrenzfähig sind, eine tolle Show bieten und die Saison mit einem Happy End abschließen können“, sagt Auer.

Viel haben die BMW-Piloten nicht zu verlieren, denn die Titel gehen alle nach Ingolstadt. „Wir wollen in Hockenheim wieder konkurrenzfähig sein und das ist keine leichte Aufgabe“, sagt BMW-Pilot Robert Kubica, dem zuletzt in Zolder mit Platz drei ein Befreiungsschlag gelang. „Mit Blick auf die Meisterschaft finde ich es schade, dass kein BMW-Fahrer mehr um den Titel kämpft.

Aber alle drei verbliebenen Kandidaten hätten die große Trophäe verdient. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder erstklassiges Racing erleben würden und natürlich, wenn ich mittendrin wäre. Wenn mich aber jemand fragt, auf wen ich mein Geld setzen würde – es wäre definitiv Rene Rast, so der Pole.

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Stefan Reinhold (Teamchef BMW Team RMG):
„Für uns endet in Hockenheim die kompakte und ungewöhnliche DTM-Saison 2020. Wir haben mit Lucas Auer auf dem Lausitzring gewonnen und haben mit ihm, Marco Wittmann und Timo Glock zudem fünf weitere Podiumsplatzierungen geholt.

Dennoch ist klar, dass die Saison sportlich für uns nicht so verlief, wie wir es uns vorgenommen hatten. Das möchten wir in Hockenheim noch einmal ändern, und unserer Saisonbilanz weitere Top-Platzierungen ganz vorn hinzufügen. Es wird keine einfache Aufgabe, auch weil wir nicht wissen, welches Wetter uns im November dort erwartet.

Aber wir sind gerüstet, und das gesamte Team arbeitet hart dafür, die Saison – und unser Engagement in der DTM in ihrer bisherigen Form – mit einer starken Performance abzuschließen. Wir können auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Wir haben mit Marco Wittmann zwei Mal den Fahrertitel gewonnen und uns auch den Teamtitel gesichert. Ich danke BMW, all unseren Fahrern und meinem Team von ganzem Herzen für diese erfolgreiche Zeit.“

Bart Mampaey (Teamchef BMW Team RBM):
„Diese Saison hat für uns Höhen und Tiefen gebracht. Zu den Highlights gehörten ganz klar Sheldon van der Lindes erster DTM-Sieg in Assen sowie sein erstes DTM-Podium auf dem Lausitzring.

Doch wir haben auch einige schwierige Wochenenden erlebt. Das müssen wir hinter uns lassen, und unser Ziel lautet, die Saison mit weiteren Erfolgserlebnissen abzuschließen. Wir werden beim großen Finale noch einmal alles geben, um bei allen Bedingungen, die im November in Hockenheim zu erwarten sind, bestmöglich aufgestellt zu sein.

Mit dem Finale endet die DTM in ihrer bisherigen Form, und das bedeutet auch für uns die letzten Rennen in dieser Serie, in der wir seit dem Comeback von BMW 2012 angetreten sind. Es war eine aufregende Zeit, in der wir Erfolge gefeiert haben, an die wir uns noch lange erinnern werden. Danke an alle, die in diesen neun Jahren mit ihrer harten Arbeit dazu beigetragen haben: an BMW, an die Fahrer, die mit uns angetreten sind, und natürlich an alle unsere Mitarbeiter im BMW Team RBM.“

Wittmann Marco BMW ©BMW

Marco Wittmann:
„Die Vorfreude auf Hockenheim ist groß. Es ist das letzte Wochenende einer ungewöhnlichen Saison: Wir hatten viele Rennen ohne Fans, und es gab aufgrund von Covid-19 hier und da gewisse Einschränkungen.

Von daher ist es eine Saison, wie es sie bisher noch nicht gab. Was ich am meisten vermisst habe, waren natürlich die Fans, daher hoffe ich, dass wir die Pandemie schnell überstehen und somit auch bald wieder viele Fans an der Rennstrecke haben werden.

Ich persönlich möchte die Saison, die auch für uns als Marke und BMW Familie schwierig war, mit einem guten und erfolgreichen Finale abschließen. Wir waren im Hintertreffen, aber konnten auch vereinzelte Podiumserfolge feiern. Nun heißt es, beim Abschluss in Hockenheim noch einmal anzugreifen und das eine oder andere Podium einzufahren. Das wäre ein schöner Abschluss für die Saison.“

Sheldon van der Linde:
„Es war für mich persönlich bisher eine recht gute Saison, mit meinem ersten DTM-Sieg in Assen als meinem Highlight. Ich würde sagen, dass dies der bisher beste Tag meines Lebens war. Zudem bin ich bei der zweiten Saisonveranstaltung auf dem Lausitzring auf das Podium gefahren.

Von daher bin ich mit meiner Performance in diesem Jahr sehr zufrieden. Ich denke, dass wir starke Leistungen gezeigt haben, wir waren konstant in den Top-5 oder Top-6. Mein Ziel für das Finale lautet ganz klar, den vierten Platz in der Meisterschaftswertung zu holen. Und wenn wir in Hockenheim ein gutes Wochenende haben, dann bin ich sicher, dass wir das auch erreichen werden.“

Timo Glock:
„Zum einen freue ich mich natürlich sehr auf Hockenheim, da es eine meiner Lieblingsstrecken ist. Aber auf der anderen Seite schwingt auch etwas Wehmut mit, weil man weiß, dass es die letzten DTM-Rennen sind.

Zwar soll die DTM mit einer neuen Plattform eine Zukunft haben, aber trotzdem ist es ein komisches Gefühl. Zudem ist es sehr schade, dass ich die letzten Rennen mit einem solchen Auto wie den BMW M4 DTM fahren werde. Es ist einer der beeindruckendsten Tourenwagen, die man fahren kann, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Daher wird es ein emotionales Wochenende, aber ich hoffe natürlich, dass wir einen guten Saisonabschluss hinlegen und in Hockenheim noch einmal ein Highlight setzen können.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei BMW und bei meinem Team bedanken, die wirklich einen sehr, sehr guten Job gemacht haben. All die Jahre, in denen ich beim BMW Team RMG war, waren intensiv und toll. Wir hatten so viele gute Rennen und sehr viel Spaß mit den Jungs. Ein Dank geht auch an alle bei der ITR und im Umfeld der DTM, die mit ihrer harten Arbeit dafür gesorgt haben, dass die Plattform das ist, was sie ist, und dass wir diesen tollen Sport austragen konnten. Wir sind am Ende die, die im Auto sitzen und das umsetzen können, was uns möglich gemacht wird.“

Österreicher-Duell Eng gegen Habsburg,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Philipp Eng:
„Ich freue mich auf das Saisonfinale. Hockenheim ist immer cool und eine sehr interessante, sehr abwechslungsreiche Strecke. Im vergangenen Jahr habe ich dort die Poleposition eingefahren, und ich hoffe natürlich, dass ich das in diesem Jahr wiederholen kann und dass wir einen versöhnlichen Abschluss für eine schwierige Saison haben werden. Das würde ich mir wünschen.“

Jonathan Aberdein:
„Nun also steht das Finale in Hockenheim an, mit den letzten Rennen eines sehr kompakten Jahres. Und es ist auch die letzte Veranstaltung der DTM mit Class-1-Reglement.

Für mich persönlich geht es vor allem darum, das letzte Wochenende in diesem fantastischen Auto zu genießen. Es sind wirklich ganz besondere Rennwagen, sehr performancestark, und ich denke, es sind mit die schnellsten Rennwagen überhaupt.

Es gibt nicht viele Autos, vor allem mit Dach, die so schnell fahren können wie diese. Ich denke, jeder möchte das Jahr – und die Class-1-Ära – mit einem Highlight abschließen. Ich freue mich definitiv schon auf ein hoffentlich erfolgreiches Wochenende.“

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