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DTM: BMW- Robert Kubica legt Feuerwerk hin, Feuerdrama bei Philipp Eng

 Robert Kubica (POL), BMW DTM Zolder 2020 ©BMW

Wie Phoenix aus der Asche. BMW-Pilot Robert Kubica überraschte in Zolder alle und schaffte mit einer bärenstarken Vorstellung auf Platz drei erstmals einen Podestplatz.

Endlich ist der Knoten beim Polen zum Saisonende geplatzt. „Das ist ein großartiger Moment für das gesamte ART Grand Prix Team nach einer schwierigen Saison“, jubelte der 35-jährige gebürtige Krakauer.

Mit seinem besten Saisonergebnis war Kubica zudem bester BMW-Pilot, der in einem von vielen Ausfällen geprägten Rennen die Gunst der Stunde nutzte. „Herzlichen Glückwunsch an Robert Kubica und ART Grand Prix zum ersten DTM-Podium mit dem BMW M4 DTM“, zollte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt dem Polen ein Sonderlob.

„Ich freue mich, dass die harte Arbeit unseres privaten Kundenteams kurz vor Ende der Saison mit diesem dritten Platz belohnt wurde“, so der 53-jährige BMW-Verantwortliche, der in seinem letzten Rennen als BMW-Motorsportdirektor- ab 1. November leitet Marquardt das Pilotwerk für den Prototypenbau der Serienmodelle innerhalb des BMW-Konzerns – eine überragende Leistung des Polen präsentiert bekam.

Kubica konnte in den zuvorliegenden 15 DTM-Rennen nur einmal die Top Ten erreichen, Platz zehn in Assen war bis Sonntag sein bisher bestes Saisonergebnis. In einem verrückten Rennen legte der Pole eine nahezu perfekte Strategie hin.

„Ich bin sehr happy, keine Frage“, sagte Kubica. „Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Doch man muss die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten. Das war heute der Fall. Unsere Strategie war perfekt“, erklärte der Art-Pilot seine Leistung.

Dabei wäre Kubicas Galavorstellung beinahe beim Pflichtboxenstopp in Runde 19 zunichte gemacht worden. „Nur lief beim Boxenstopp nicht alles perfekt, was aber niemand bemerkt hat“, verriet Kubica. „Der Lollypop ging nicht hoch. Also bin ich irgendwann einfach losgefahren, sonst würde ich jetzt noch da stehen“, schmunzelte der 35-Jährige. In der Rookie-Saison hatte sein Team Art GP immer wieder mit gut getimten Boxenstopps zu kämpfen. Doch Kubica lies sich nicht beirren, setzte den Plan für ein erfolgreiches Rennen perfekt um.

Robert Kubica (POL), BMW DTM Zolder 2020 ©BMW

Der DTM-Neuling hielt sich aus allen Scharmützeln dieses Rennens raus und holte sich als letzter Fahrer frische Reifen an der Box ab. Mit einem Overcut nach dem Boxenstopp blieb Kubica vor seinem Markenkollegen Timo Glock. Und es kam noch besser. Kubica schnappte sich den mit Reifenproblemen kämpfenden Ferdinand Habsburg (Audi) und schob sich auf Platz drei.

Mehr wollte Kubica nicht mehr riskieren, obwohl Audi-Titelaspirant Nico Müller in Sichtweite lag. „Ich hatte dann Nico Müller vor mir und war in dieser Phase auch etwas schneller, aber am Ende war es wichtiger, mit den Reifen zu haushalten und den dritten Platz ins Ziel zu bringen“, sagte Kubica.

Mit seiner ganzen Routine schonte der Art GP-Pilot die Hankook-Reifen und fuhr damit seinen ersten Podestplatz sicher nach Hause. „Es ist mir gelungen, einen Vorsprung auf meine Verfolger herauszufahren und dann den dritten Platz ins Ziel zu bringen“, so der überglückliche DTM-Rookie.

Die Kundenteams in Zolder trumpften überhaupt mächtig auf. Schon am Samstag schaffte Habsburg im Kunden-Audi von WRT ebenfalls mit Platz drei sein bisher bestes DTM-Ergebnis seiner Karriere und setzte einen drauf, als der Salzburger am Sonntag seine erste Pole-Position erreichte.

Hinter Kubica schaffte es Timo Glock auf Platz vier. Zwei weitere Top Ten-Plätze gab es für BMW, Sheldon van der Linde und Marco Wittmann holten als Siebter und Achter ebenfalls Punkte. BMW-Boss Marquardt war dennoch nicht ganz zufrieden. „Darüber hinaus ist das Rennen für uns leider enttäuschend verlaufen, auch wenn Sheldon van der Linde und Marco Wittmann als Siebter und Achter ebenfalls noch Zähler einfahren konnten“, sagte Marquardt.

Feuer bei Philipp Eng

Die wohl heißeste Szene des Sonntags lieferte wortwörtlich Philipp Eng mit seinem Markenkollegen und Landsmann Lucas Auer. Beim Re-Start kollierten die beiden Österreicher in Turn 4 in einer 90-Grad-Kurve. Eng fuhr innen, Auer außen, beide ließen sich offenbar nicht genug Platz zum Einlenken und gerieten heftig aneinander. Die Räder beider BMWs verfingen sich, Auer legte daraufhin eine unfreilwillige Flugeinlage ab, die Gott sei Dank glimpflich verlief.

Der Kufsteiner fing sein Arbeitsgerät gekonnt im Kiesbett ab und rettete sich an die Box. „Es gab einen großen Crash in der Anfangsphase, und nach dem Indy-Restart hatten er und ich Kontakt“, so Auer. „Danach war mein Rennen zu Ende. Wir müssen es uns nochmals ansehen, sollte nicht passieren, ist aber passiert“, sagte der Kufsteiner, der mit einer gebrochenen Radaufhängung Feierabend hatte.

Philipp Eng, DTM Zolder 2020 ©DTM,Photo by Hoch Zwei

Bei Eng dagegen sprühten die Funken an seinem blauen BMW M4, kurz danach stieg Feuer auf, Flammen aus dem linken Radkasten des Mondseers sorgten für einen Schreckmoment. „Es war unglücklich, wie es passiert ist“, sagte Eng zum Hergang des Unfalls. „Wir waren ziemlich eng beinander, gaben uns gegenseitig genug Platz. Ich habe einen Schlag bekommen von links außen. Unsere Räder berührten sich, es war eine sehr, sehr unglückliche Situation. Es ist schade, gerade unter Teamkollegen. Das sollte nicht passieren und wird auch nicht wieder geschehen“, erklärte Eng das Mißgeschick.

Der 30-Jährige konnte seinen brennenden BMW M4 rechtzeitig am Streckenrand abstellen und unverletzt verlassen. Der Brand wurde durch die Streckenposten in Windeseile gelöscht. „Hut ab an die Streckenposten, die den Brand an meinem Auto so schnell unter Kontrolle gebracht haben“, lobte Eng die Rettungsaktion der Marshalls.

BMW-Motorsportdirektor Marquardt zeigte sich erleichtert. „Am wichtigsten ist, dass Philipp Eng unverletzt aus seinem Auto herausgekommen ist. Vielen Dank an die Streckenposten in Zolder, die sehr gut auf den Brand an seinem Auto reagiert haben“, so der BMW-Boss.

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Marco Wittmann (P8):
„Es war ein schwieriges Wochenende für mich. Wir waren von der Pace her leider nicht konkurrenzfähig.

Ich konnte weder im Qualifying noch im Rennen etwas ausrichten. Ich hoffe, dass es beim Finale in Hockenheim besser aussehen wird.“
 
Timo Glock (P4):
„Das war ein verrücktes Rennen. Nach rund acht Runden war schon fast die Hälfte des Starterfeldes raus. Ich habe mich darauf konzentriert, mich aus allen Zwischenfällen herauszuhalten und die Reifen zu managen.

Das hat gut funktioniert, und ich bin mit Platz vier zufrieden, auch wenn ich natürlich lieber auf dem Podium gestanden hätte. Gleichzeitig freue ich mich sehr für Robert. Er verdient dieses Podium, denn er ist ein sehr starkes Rennen gefahren.

Er hat sich Rennen für Rennen herangetastet und nun den verdienten Lohn für seine Arbeit eingefahren.“

Jonathan Aberdein (Ausfall):
„Mein Rennen war frühzeitig zu Ende. Ich hatte einen Kontakt mit Fabio Scherer bei der Anfahrt auf Kurve acht.

Vielleicht war es eine Fehleinschätzung von mir, aber ich muss mir das noch ein bisschen genauer ansehen, um zu verstehen, was tatsächlich passiert ist. Das war ein enttäuschendes Ende eines ansonsten starken Wochenendes.“
 
Sheldon van der Linde (P7):
„Ich hatte einen guten Start und konnte in der ersten Runde zwei Positionen gutmachen. Von da an gab es viel Chaos und zwei Safety-Car-Phasen. Zwar konnte ich meine Position halten, aber unsere Strategie war dahin.

Wir haben versucht, auf die beiden Safety Cars zu reagieren, aber die anderen waren heute cleverer. Die Punkte für Platz sieben sind okay, aber wir wollen auf dem Podium sein und gewinnen. Das war an diesem Wochenende leider nicht der Fall.

Wir pushen weiter, um die Saison in Hockenheim mit einem guten Resultat abzuschließen.“

 

 

 

 

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