Zum Inhalt springen

DTM: Rene Rast, „König von Zolder“, Nico Müller über Jamie Green verärgert

René Rast,DTM 2020, Zolder II ©Audi

DTM-Titelverteidiger Rene Rast ist einfach nicht zu stoppen. Der Audi-Pilot feierte innerhalb einer Woche vier Siege en suite in Zolder. Der „König von Zolder“greift nach der Titelkrone, der dritte DTM-Titel winkt beim Saisonfinale ((7./8. November) auf dem Hockenheimring.

„Ich bin ziemlich sprachlos“, sagte Rast nach seinem insgesamt 23. DTM-Sieg.

Müller und Rast,DTM 2020, Zolder II ©Audi

Innerhalb von neun Tagen dreht Rast die Meisterschaft, mit 47 Punkten Rückstand auf Müller ging er nach Zolder und reiste mit 19 Punkte Vorsprung auf den Schweizer wieder ab- eine beeindruckende Serie des 33-Jährigen. Sage und schreibe 109 von 112 möglichen Punkte angelte sich der Deutsche in Belgien.

„Mit den vielen Safety-Cars war es heute ein sehr schwieriges Rennen“, so Rast. „Es hätte viel schiefgehen können. Aber es ist alles für uns gelaufen. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen, und mein Audi RS 5 DTM war auch heute wieder gigantisch“, freute sich der Rosberg-Pilot.

Robin Frijns im Pech, Nico Müller über Jamie Green verärgert

Enttäuschung dagegen bei den beiden Titelaspiranten und Abt-Piloten Robin Frijns und Nico Müller. Der Niederländer Frijns ging nach einem guten Qualifying mit Platz drei direkt hinter Rast ins Rennen, doch nach zwei Runden war der Traum des ersten DTM-Titels ausgeträumt. Frijns wurde unverschuldet durch eine Kollision zwischen BMW-Pilot Jonathan Aberdein und Fabio Scherer (Audi) aus dem Rennen gerissen- Riesenpech für den Lokalmatador.

„Ich hatte Fabio kurz zuvor überholt und gar nicht mitbekommen, was hinter mir passiert“, sagte Frijns. „Auf einmal verspürte ich einen harten Schlag, und das Rennen war vorbei. Das ist sehr enttäuschend“, zeigte sich der 29-jährige geknickt. Mit 41 Punkten Rückstand besitzt der Abt-Pilot nur noch Außenseiterchancen auf den Titel beim Saisonfinale in Hockenheim.

Der Aufreger des Tages lieferte Jamie Green, auf den Rasts schärfster Verfolger Nico Müller nicht gut zu sprechen war. „Besonders frustrierend war, dass sich Jamie (Green) auf kalten Reifen so massiv gewehrt hat, das war unnötig“, ärgerte sich Müller maßlos. Der Abt-Pilot kam in Runde 12  zum Pflichtboxenstopp für neue Reifen und lief zwei Runden später direkt auf Markenkollege Green auf, der mit noch kalten Reifen wieder auf die Strecke ging.

Anstatt Müller vorbeizulassen, der seine Reifen bereits auf Betriebstemperatur hatte, verteidigte sich Green vehement gegen einen Überholvorgang des Schweizers. Die Rennleitung ordnete Platztausch an, da der Brite in der Schikane abgekürzt und sich somit einen Vorteil verschafft hatte.

Müller war geladen, ließ seinen Ärger bei Sat.1-Kommentator Matthias Killing aus. „Jamie, keine Ahnung was der macht. Anscheinend sind die besten Tage rum. Tut mir leid, das zu sagen. Er hatte seinen Kopf heute irgendwie woanders, es war ziemlich frustrierend“, polterte der sonst besonnene Schweizer.

In der anschließenden Pressekonferenz beruhigten sich die Gemüter, der Ärger war jedoch noch nicht verflogen. „Es ist unnötig, wenn sich Markenkollegen ins Auto fahren. In einer Situation, in der ein Fahrer um den Titel kämpft, ist das nicht nicht notwendig“, so der Abt-Pilot.

Müller,DTM 2020, Zolder II ©AudiDTM 2020, Zolder II

Dessen Teamchef Thomas Biermeier zeigte sich am Kommandostand empört ob der unnötigen Aktion Greens und gestikulierte wild in Richtung Rosberg-Team. „Wir sind mit Rene das ganze Jahr immer fair umgegangen, aber das braucht es nicht“, erklärte Biermeier seine Aufgeregtheit. „Er (Green) soll sich aus dem Titelkampf raushalten“, erzürnte sich der Abt-Verantwortliche.

Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen sah die Situation ganz anders, verteidigte seinen Schützling Green. „Was soll ich sagen. Er (Biermeier) hat seine Sicht, wir haben unsere“, sagte  Liimatainen gegenüber ‚bildpresse2010.blog‘. „Die Jungs sind da draußen, um Rennen zu fahren. Jamie kam von der Box heraus und lag vor Nico. Jeder hat nach meiner Meinung das Recht, seine Position zu verteidigen.

Ok, dann fuhr er in der Schikane geradeaus und der Renndirektor entschied, dass er seine Position zurückgeben muss. Das war für mich nicht verständlich, denn Nico hat Jamie nicht überholt, er war noch vor ihm. Es gab die Entscheidung der Rennleitung, die wir respektieren. Das sagten wir Jamie. Jedoch zu sagen, wir seien nicht fair, finde ich nicht fair“, erklärte der finnische Rosberg-Teamchef.

Audi-Kundenteam WRT zeigt Zähne

Es war das Renn-Wochenende, auf das alle im WRT-Team gewartet haben. Beim Heimspiel erzielte die belgische Mannschaft um Teamchef Vincent Vosse das beste DTM-Ergebnis seit ihrem Debüt im vergangenen Jahr.

Ferdinand Habsburg stach besonders heraus, der am Samstag mit Platz drei und am Sonntag die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere für das WRT-Team erreichte. Der Österreicher sorgte damit für einen weiteren Meilenstein bei Audi. Es war die 15. Pole-Position für die Ingolstädter- neuer Rekord.

Ferdinand Habsburg,DTM 2020, Zolder II ©WRT

„Die Ergebnisse sprechen für sich, es ist gut, dass wir es als Team geschafft haben, und zwar hier in Belgien“, freute sich Habsburg. „Jetzt können wir uns ein wenig ausruhen und dann mit dem Audi RS 5 DTM in Hockenheim ein tolles letztes Rennen fahren“, so der Salzburger.

Habsburg kämpfte als Pole-Setter lange Zeit um ein Spitzenresultat, doch Reifenprobleme des Österreichers verhinderten eine weitere Sensation. Dennoch eine bärenstarke Vorstellung Habsburgs, die Teamchef Vosse sichtlich Freude bereitete. „Es ist ein sehr gutes Wochenende, auf das wir schon lange gewartet hatten, und eine fantastische Arbeit des gesamten Teams, das alle Herausforderungen angenommen hat“, sagte Vosse.

„Wir holten einen Podiumsplatz und eine Pole-Position, wir waren das erste Privatteam, das das geschafft hat, wir haben Rennen 2 eine Zeit lang angeführt, wir hatten eine gute Pace und gute Ergebnisse mit den drei Autos“, zeigte sich der belgische Teamchef erfreut, zumal auch seine beiden anderen Schützlinge Fabio Scherer (Platz fünf) und Harrison Newey (Platz sieben und neun) Punkte einsammeln konnten.

„Trotzdem müssen wir verstehen, warum wir in Rennen 2 einen solchen Leistungsabfall in Ferdinands Reifen hatten, das müssen wir analysieren. Es ist schade, dass es passiert ist, weil dadurch ein weiterer möglicher Podiumsplatz verhindert wurde, aber das schmälert unsere Zufriedenheit heute Abend nicht. Jetzt haben wir noch einen Lauf in Hockenheim, um zu versuchen, noch besser zu werden und die Saison mit einem Hoch zu beenden“, hofft der 48-jährige Belgier auf weitere Überraschungen seines Teams.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass war über den Doppelsieg sehr zufrieden, haderte aber mit dem Schicksal des WRT-Kundenteams. „Ich habe heute gemischte Gefühle“, so Gass. „Natürlich freuen wir uns über den Doppelsieg durch Rene und Nico – erneut ein fantastisches Ergebnis für Audi.

Aber es tut mir sehr leid für Ferdinand Habsburg und Robin Frijns. Habsburg hat im Qualifying eine fantastische Leistung gezeigt, für die er im Rennen leider nicht belohnt wurde. Auch Robin hätte ein gutes Ergebnis holen können, wäre er nicht unverschuldet aus dem Rennen gerissen worden“, resümierte der Audi-Verantwortliche.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: