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DTM: Tabellenführer Rast nach Triple-Sieg- “ Kein einfaches Rennen“

Davide Maino, Robin Frijns, René Rast, Ferdinand Habsburg,DTM 2020, Zolder II ©Audi

Rene Rast hat einfach einen Lauf. Mit seinem dritten Sieg in Folge in Zolder übernahm der DTM-Titelverteidiger erstmals die Führung in dieser Saison.

„Vor zwei Wochen sah es noch so aus, als könnten wir die Meisterschaft nicht gewinnen“, sagte der Audi-Pilot nach dem insgesamt 22. Sieg seiner DTM-Karriere.

„Innerhalb von anderthalb Wochen das Ding so zu drehen ist ein gigantisches Gefühl. Ich bin megahappy. Robin (Frijns) war heute extrem stark, hat nach seinem Boxenstopp und auch zum Schluss viel Druck gemacht. Es war kein einfaches Rennen“, beschrieb der 33-jährige Tabellenführer seine Gefühlslage.

„Letzten Samstag war es für mich einfacher, weil ich nicht so unter Druck war als heute“, sagte Rast gegenüber ‚bildpresse2010.blog‘. „Er hat großen Druck auf mich ausgeübt, es schien, er war heute wesentlich konkurrenzfähiger als letzte Woche. Ich habe meinen Rückspiegel gecheckt, er kam deutlich näher heran. Es ist dann immer eine Art Kampf am Ende, wenn du bemerkst, der Fahrer hinter dir kriegt dich noch. Es ist kein gutes Gefühl“, führte der neue Tabellenführer weiter aus.

Rast vor Frijns,DTM 2020, Zolder II ©Audi

Der Rosberg-Pilot kommt seinen Ziel des dritten DTM-Titels immer näher. Pole-Position, Sieg und die schnellste Runde im Samstagsrennen für Rast, der im Endspurt der Meisterschaft einen gewaltigen Zahn zulegte. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung von Rast auf Müller, gar 15 Punkte auf Frijns- Hitchchock-Krimi lässt grüßen.

Nico Müller weggekegelt

Markenkollege Nico Müller musste im Titelkampf einen weiteren Rückschlag einstecken. Der Schweizer kam im Qualifying nicht über Startplatz acht hinaus.

WRT Audi RS 5 DTM #10 (WRT Team Audi Sport), Harrison Newey, Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #51 (Audi Sport Team Abt Sportsline), Nico Müller,DTM 2020, Zolder II ©Audi

Im Startgetümmel wurde der bisherige Tabellenführer ausgerechnet von Markenkollege Harrison Newey (WRT) und Timo Glock (BMW) abgedrängt und bis auf den vorletzten Platz durchgereicht.

 

Nach einem frühen Boxenstopp fuhr Müller noch auf Rang sechs nach vorn, trotzdem verlor der Abt-Pilot die Tabellenspitze an Rast.

„Es ist unglaublich, dass man in kurzer Zeit so viel haben kann, was gegen einen läuft“, zeigte sich Müller enttäuscht, der den Verlust der Tabellenführung gefasst hinnahm.

„Heute war wieder so ein Tag. Das Qualifying ist schon nicht gut gelaufen. Und weil das noch nicht gereicht hat, wurde ich in Kurve zwei erst einmal schön weggekegelt und war am Ende des Feldes. Danach war es die richtige Entscheidung, früh reinzukommen. So konnte ich einige Plätze gutmachen. Nur an Fabio (Scherer) bin ich nicht vorbeigekommen“, resümierte der Abt-Pilot.

Frijns in Lauerstellung

Teamkollege Frijns hatte am vergangenen Wochenende wertvolle Punkte durch einen Faux-Pas in der Boxenausfahrt verloren. Weil sein Auto anschließend Feuer fing, musste das Audi Sport Team Abt Sportsline den Audi RS 5 DTM vor Ort komplett neu aufbauen.

„Die Jungs haben einen super Job gemacht“, sagte Frijns. „Ich war im Rennen zeitweise schneller als Rene, aber die Umstände waren heute gegen uns.

Nach dem Safety-Car-Restart wollte ich (Ferdinand) Habsburg überholen, Rene hat aber geschickt dafür gesorgt, dass ich hinter Habsburg bleibe.

Nach meinem Boxenstopp habe ich Rene attackiert, aber er hatte selbst Push-to-Pass und DRS, weil noch zwei andere Autos vor uns lagen, und konnte so meine Angriffe abwehren“, fasste der Niederländer zusammen.

Abt-Teamchef Thomas Biermeier sieht sich erstmals in dieser Saison als Jäger konfrontiert, benötigt das richtige Gespür, seine beiden Titelaspiranten wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

„Es ist ganz einfach. Wir müssen zusammen gewinnen, zusammen verlieren und auch zusammenhalten“, sagte Biermeier gegenüber ‚bildpresse2010.blog‘. „Selbstverständlich versuchen wir beide Piloten entsprechend zu motivieren, geben nicht auf, das ist ja auch klar. Jeder im Team weiß, dass auch wir uns verbessern müssen. Andererseit können wir morgen gewinnen. Für das morgige Rennen bin ich ziemlich optimistisch und bin mir sehr sicher, dass wir zurückkommen“, so die Kampfansage des bayerisches Teamchefs.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass sah nach dem Audi-Dreifacherfolg zufrieden aus und freut sich auf den spannenden Titelkampf. „Rene (Rast) ist hier bisher nicht zu schlagen. Robin (Frijns) hat heute alles versucht und war am Ende nah dran.

Es ist nun richtig eng in der Meisterschaft, und ich freue mich schon auf das morgige Rennen und die nächste Runde im Titelkampf“, so der Audi-Verantwortliche.

Erstmals am Stockerl: Ferdinand Habsburg

Bärenstarke Leistung von WRT-Pilot Ferdinand Habsburg im Kunden-Audi, der mit Platz drei erstmals in seiner DTM-Karriere das Stockerl erklomm.

„Natürlich bin ich überglücklich“, freute sich der Österreicher. „Ich habe mein Bestes gegeben und meinen zweiten Startplatz sehr gut genutzt.

Am Ende habe ich die Runden heruntergezählt, ich wollte auf keinen Fall einen Fehler machen. Dann wurde endlich das Schild für die letzte Runde gezeigt.

Bei der Zieldurchfahrt habe ich endlos den Funkknopf gedrückt und meine Freude herausgeschrieben. Mein Team hat davon heute Abend bestimmt Kopfschmerzen. Ich bin so überglücklich und stolz, erstmals auf dem Podium zu stehen. Und es ist ja auch das erste Podium für mein Team WRT. Das werden wir feiern“, ergänzte der Salzburger.

Da gab es ein Sonderlob von Audi-Motorsportchef Dieter Gass ob der glanzvollen Vorstellung. „Das Highlight des Rennens war für mich der dritte Platz von Ferdinand Habsburg“, sagte  Dieter Gass. „WRT hat verdient das erste Podium eines Kundenteams in der modernen DTM-Ära geholt“, so Gass.

Habsburg startete schon zum zweiten Mal in diesem Jahr aus der ersten Reihe, musste im Rennen nur Robin Frijns vorbeilassen und verteidigte anschließend Platz drei erfolgreich gegen BMW-Werksfahrer Jonathan Aberdein.

Fabio Scherer und Harrison Newey komplettierten mit den Plätzen fünf und sieben das bisher beste Ergebnis der Mannschaft von Vincent Vosse in der DTM.

Endlich wieder Punkte für Rosberg-Pilot Jamie Green, der letztendlich Platz acht erreichte. Obwohl der Brite in der zehnten Runde von BMW-Pilot Philipp Eng „umgedreht“ wurde- Eng erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe, schaffte der Brite es in die TopmTen. Erst in der letzten Runde überholte Green mit einem beherzten Manöver noch Timo Glock (BMW).

Mike Rockenfeller,DTM Nürburgring I 2020 ©Audi

Nichts zu holen gab es dagegen für das Phoenix-Team. Am Auto von Mike Rockenfeller, der von Platz zehn ins Rennen ging, wurde schon vor dem Start eine undichte Stelle an einer Ölleitung festgestellt, nach vier Runden war Schluß für den DTM-Champion von 2013.

„Im Qualifying habe ich aus verschiedensten Gründen keine Grip gefunden, besonders an der Vorderachse“, sate „Rocky“ gegenüber ‚bildpresse20120.blog‘. „Ich bin ein wenig gerutscht, wir waren überhaupt nicht happy damit. Nach dem Qualy waren wir alle ziemlich frustriert. Es hat aber nichts mit der Strategie zu tun. Ich war nicht schnell genug“, führte Rockenfeller weiter aus.

Rockenfeller sah bald ein, dass es kein Sinn machte, mit technischen Problemen weiterzufahren. „Wir probierten im Rennen ein paar Dinge aus, die nicht klappten. Letzte Woche waren wir hier stärker. Wir haben die Pace für das Rennen. Für morgen probieren wir weiter etwas aus, wir haben hier nicht viel zu verlieren“, sagte der Phoenix-Pilot.

Teamkollege Benoît Tréluyer wurde bei seinem ersten Einsatz im Audi nach einer Durchfahrtstrafe 14. Der Franzose vertritt in Zolder seinen Landsmann Loic Duval, der an diesem Wochenende beim Langstreckenklassiker „Petit Le Mans“ in den USA im Einsatz ist.

René Rast führt vor dem letzten der vier Zolder-Rennen mit 277 Punkten vor Nico Müller (267) und Robin Frijns (262). Damit kann jeder der drei Titelkandidaten Zolder als Spitzenreiter verlassen.

 

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