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DTM: BMW mit weiterer Leistungssteigerung, Lucas Auer mit Stockerlplatz in Zolder

Lucas Auer mit Pokal, BMW ©BMW

Der Aufwärtstrend bei BMW hält an. In Zolder schaffte Lucas Auer zum zweiten Mal in dieser Saison einen Podestplatz- Platz drei.

„Ich bin super happy für meine Jungs und mich“, freute sich der Tiroler diebisch.

„Wir alle geben alles und hatten schon großartige Highlights in dieser Saison, aber auch einige Tiefs. Jetzt wieder einen Pokal nach Hause zu holen, freut mich riesig“, sagte Auer.

In Zolder durchbrach BMW die Audi-Phalanx im Qualifying. 20 Bestzeiten im Qualifying en suite feierten die Ingolstädter, doch in Belgien war Schluss damit.

Bestes Qualifying-Ergebnis für BMW

Am Sonntag schaffte es nämlich Timo Glock auf abtrocknender Strecke die schnellste Zeit in den neu aufgetragenen Asphalt der 4,011 Kilometer langen ‚Old-School‘-Strecke zu brennen. „Am Vormittag die Pole-Position zu holen, war großartig“, lächelte Glock. „Wir hatten es bei schwierigen Bedingungen perfekt getimt“, so der ehemalige Formel-1-Fahrer.

Timo Glock, Pole-Setter, BMW ©BMW

Und es kam noch besser. Sheldon van der Linde komplettierte die erste Startreihe für das Sonntagsrennen als Zweiter und machte somit das beste Qualifyingergebnis von BMW in dieser Saison perfekt.

Da sprach auch BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt ein großes Lob an seine beiden Schützlinge aus. „Wir hatten ein tolles Qualifying. Gratulation an Timo Glock und Sheldon van der Linde zur ersten BMW-Frontreihe in dieser Saison.“

Für DTM-Boss Gerhard Berger kam der Aufwärtstrend von BMW gerade zur rechten Zeit. „Erfreulich war auch die Performance von BMW, die komplette erste Startreihe heute und der Podiumsplatz im Rennen“, so Berger. „Ich freue mich auf die verbleibenden Rennen“, zeigte sich der Österreicher zufrieden.

Im Rennen konnte BMW ihre hervorragende Ausgangsposition nicht nutzen. Ein Spiegelbild der Saison, Audi holte den Sieg.

Titelverteidiger Rene Rast (Audi), der aus der zweiten Startreihe ins Rennen ging, legte einen Raketenstart hin und quetschte sich zwischen Glock und van der Linde und schoss in Führung. Auch Mike Rockenfeller konnte das BMW-Duo passieren.

Glock dagegen drehte sich nach einer Berührung mit Ferdinand Habsburg (WRT Audi) in den ersten Kurven ins Kiesbett, auch Habsburg machte unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Kiesbett. Anstatt Spitzenreiter war Glock, hinter Habsburg, nur noch Letzter.

Timo Glock dreht sich nach dem Start,DTM Zolder 2020 ©DTM

„Mein Start ins Rennen war leider nicht optimal, und in Kurve eins habe ich einfach zu spät gebremst“, ärgerte sich Glock. „Ich habe das Auto verloren, Ferdinand Habsburg berührt und mich weggedreht“, beschrieb der BMW-Pilot die unglückliche Situation.

Van der Linde kam besser weg, reihte sich hinter dem Audi-Führungsduo auf Platz drei. Doch nach drei Runden machte Lokalmatador und Titelaspirant Robin Frijns (Audi) ernst und schnappte sich den Südafrikaner mit einem sehr harten Manöver.

„Rennen zwei ist gefahren, und es war sehr enttäuschend“, so van der Linde. „Der Start war recht gut, und auch die Pace hat gepasst. Ich war Dritter, habe dann eine Position an Robin Frijns eingebüßt und lag eine Zeit lang auf P4, habe mich aber im Auto sehr gut gefühlt“, sagte der 21-Jährige.

Safety-Car wirbelt Feld durcheinander

Dann wurde es so richtig dramatisch. Frijns holte sich in der Box neue Reifen, die laut DTM-Reglement nicht vorgeheizt werden dürfen. Der Niederländer unterschätzte den Grip der kalten Reifen und rutschte im Linksbogen der langen Boxenausfahrt gegen die Leitschienen- Radaufhängung vorne rechts gebrochen. Das Safety-Car müsste ausrücken.

Davon profitierten nun jene Fahrer, die ihren Pflichtboxenstopp bereits absolviert hatten und nun Positionen gutmachen konnten. Dazu gehörten aus dem BMW-Lager Auer und Glock.

„Der Start war schon super, und ich bin richtig gut nach vorn gekommen“, grinste Auer. „Unsere Boxenstopp-Strategie war die richtige, und natürlich haben wir vom Safety Car profitiert. Beim Restart ging es noch einmal richtig rund, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Ich bin happy, dass wir das so nach Hause gebracht haben“, freute sich der Kufsteiner über seinen dritten Platz.

Lucas Auer, P3,Zolder ©BMW

Glock, der nach seinem Ausflug ins Kiesbett neue Reifen aufziehen ließ, kam wieder ins Rennen zurück und schaffte am Ende noch Platz vier. Der 38-jährige Wahlschweizer musste sich vehement gegen das WRT-Trio Fabio Scherer, Harrison Newey und Ferdinand Habsburg wehren, um den vierten Platz nach Hause zu retten.

„Am Ende bin ich mit viel Glück durch die Safety-Car-Phase noch Vierter geworden, und darüber können wir sehr happy sein, denn das Auto war rundherum ziemlich beschädigt“, schmunzelte Glock. „Insgesamt denke ich, dass wir eine gute Basis für das kommende Wochenende haben“, hofft Glock den Aufwärtstrend beim zweiten Rennwochenende (16.10. bis 18.10.) in Zolder zu wiederholen.

Mit Marco Wittmann (Platz 8) und van der Linde (Platz 10) schafften zwei weitere BMW-Piloten die Top Ten, die das Pech hatten, ihren Pflichtboxenstopp erst nach der Safety-Car-Phase absolvieren zu können.

Jens Marquardt zufrieden mit Qualifying-Performance

„Das zweite Rennen in Zolder an diesem Wochenende war ein echtes Wechselbad der Gefühle“, sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

„Am Start hat es dann leider nicht reibungslos funktioniert. Das müssen wir uns nun genauer anschauen, warum unsere Starts an diesem Wochenende nicht so gut geklappt haben.

Die erste Runde war etwas chaotisch, nach einer Kollision war Timo dann mit Riesenrückstand am Ende des Feldes. Unsere beiden Autos, die aufgrund ihrer hinteren Platzierungen einen frühen Boxenstopp absolviert haben, wurden durch das Safety Car nach vorne gebracht. Gegen Ende hatten sie es natürlich extrem schwer mit den älteren Reifen. Deshalb ging nach vorne hin nichts mehr. Aber mit Lucas Auer auf Platz drei und Timo auf Rang vier am Ende trotzdem ein verdientes Ergebnis.

Nach dem Safety Car war das Feld zweigeteilt. Marco Wittmann konnte sich am Ende gut behaupten und vor Nico Müller bleiben. Wahrscheinlich wäre noch mehr drin gewesen, aber die Bedingungen waren für alle gleich.

Ich denke, wir haben an diesem Wochenende wertvolle Erfahrungen gesammelt und eine gute Basis für Zolder II gelegt. Die Qualifying-Performance kann so bleiben, aber wir hoffen natürlich auf etwas bessere Starts und Safety-Car-freie Rennen. Wir werden noch einmal voll angreifen“, hofft der 53-jährige BMW-Verantwortliche auf weitere Podestplätze am kommenden Wochenende.

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager

Marco Wittmann (P8):

„In einem verrückten Rennen, das vor allem durch die Safety-Car-Phase beeinflusst war, war ich im Prinzip das bestplatzierte Auto, das nicht vorher gestoppt hatte.

Deshalb bin ich mit dem Rennverlauf und unserer Pace recht zufrieden. Für mich persönlich war das Safety Car etwas unglücklich. Mehr war deshalb heute einfach nicht drin.“

Sheldon van der Linde in Zolder ©BMW

Sheldon van der Linde (P10):

„Leider kam dann das Safety Car, was massiven Einfluss auf mein Rennen hatte, da ich eine Menge Rundenzeit verloren habe. Es war also sehr enttäuschend für mich.

Ich denke, heute wären wesentlich mehr Punkte drin gewesen. Aber: Wir haben in den letzten acht oder neun Rennen gepunktet, und das müssen wir am nächsten Wochenende fortsetzen. Ich bin optimistisch.“

Jonathan Aberdein (P11):
„Es war wieder ein hartes Rennen. Ich hatte einen guten Start und lag auf Platz sechs, aber leider kam das Safety Car zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Das hat uns für das restliche Rennen auf Rang elf zurückgeworfen. Ich denke, heute hätten wir definitiv mehr verdient. Aber wir nehmen es mit Fassung, analysieren das und versuchen, uns am nächsten Wochenende zu verbessern.“

Philipp Eng (P14):

„Es war ein Tag zum Vergessen. Ich habe mir von Startplatz 15 aus keine Illusionen gemacht, dass wir Großes erreichen können. Aber unser Auto war gut, allerdings kam das Safety Car einfach unglücklich für uns.

Ich habe dann auch noch eine Drive-Trough bekommen, wegen eines Verstoßes beim Restart, danach war nicht mehr viel drin. Es gilt, das nun abzuhaken, und am nächsten Wochenende hier in Zolder wieder so schnell im Kreis zu fahren, wie es geht.“

 

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