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DTM: Triumvirat Müller, Frijns und Rast balgen um den DTM-Titel, Vorentscheidung in Zolder?

Frijns,Rast,Müller,DTM Nürburgring Sprint 2020 ©DTM

1, 2, 3 im Sauseschritt. Audi macht mit drei Fahrern den DTM-Titel 2020 unter sich aus. Tabellenführer Nico Müller (242 Punkte), Teamkollege Robin Frijns (224 Punkte) und Titelverteidiger Rene Rast (195 Punkte) balgen um den prestigeträchtigen Titel.

Am Wochenende und die Woche darauf steht Zolder innerhalb von acht Tagen mit vier Rennen im Mittelpunkt der DTM. Eine Vorentscheidung könnte bereits in Belgien fallen.

Neben dem Audi-Triumvirat besitzen noch zwei BMW-Piloten (Sheldon van der Linde 88 Punkte und Marco Wittmann 86 Punkte) sowie das Audi-Phoenix-Team mit Loic Duval und Mike Rockenfeller je 87 Punkte rein rechnerisch Chancen auf den DTM-Titel, doch angesichts der Überlegenheit von Müller & Co konzentriert sich der Titelkampf auf die drei alles überragenden Fahrer der Saison.

René Rast, Nico Müller,DTM NürburgringII 2020 ©Audi

„Man hat am Nürburgring gesehen, wie schnell man Punkte einbüßen kann“, läßt Abt-Pilot Nico Müller Vorsicht walten, der zuletzt in der Eifel zwei der vier Rennen gewann, wegen eines Sensorproblems und einer Kollision aber auch zweimal „nur“ Fünfter wurde und wichtige Meisterschaftspunkte einbüßte.

Der Schweizer fährt in der Form seines Lebens, schwebt auf Wolke sieben und die Geburt seines Sohnes Fynn verleiht Müller zusätzliche Flügel.  Die raren freien Rennwochenenden nutzte der 28-jährige Audi-Pilot gemeinsam mit Sohnemann und Partnerin Victoria Paschold für Ausflüge in die Schweizer Berge, wie Müller via Soziale Medien twitterte.

Dass mit Robin Frijns sein derzeit härtester Rivale im Titelkampf der eigene Teamkollege im Abt-Team ist, verleiht dem Audi-Dreikampf zusätzliche Brisanz. Doch Müller sieht das ganz entspannt, schließlich pflegen der Schweizer und der Niederländer eine Freundschaft. Gemeinsam ging es im Sommer in den Urlaub.

„Robin und ich sind befreundet und bekommen diese spezielle Situation bisher gut hin. Ich glaube, dass wir so eng zusammenarbeiten macht uns im Vergleich zu den anderen Teams gerade so stark“, erklärt Müller.

Lokalmatador Robin Frijns

Für Frijns heißt es bei seinem Heimspiel in Zolder, der nur im knapp 40 Kilometer entfernten Lanaken wohnt, Punkte auf seinen Freund und Teamkollegen gutzumachen.

„Ich lebe nur 30 Minuten entfernt und kenne die Strecke sehr gut“, sagt der Niederländer. „Zolder ist eine kleine Nordschleife, die keine Fehler verzeiht – das mag ich. Im Qualifying muss eine gute Runde gelingen, denn das Überholen ist in Zolder extrem schwierig.

Ich war dort schon letztes Jahr schnell – und mit meiner Qualifying-Pace in diesem Jahr rechne ich mir gute Chancen aus. Es gibt noch drei Wochenenden, sechs Rennen und viele Punkte, da kann noch alles passieren“, sagt Frijns.

Robin Frijns,DTM Nürburgring 2020 ©DTM,Hoch Zwei

„Wir müssen weiter hart arbeiten und schauen, wo wir nach dem zweiten Zolder-Wochenende stehen. Dann heißt es ‚all in!‘ beim Finale in Hockenheim“, hofft der Niederländer den Titelkampf bis zum Saisonfinale Anfang November in Hockenheim offen zu halten.

Lachender Dritte Rene Rast?

Last but not least möchte Titelverteidiger Rene Rast noch im Titelkampf eingreifen. Rast vom Audi Sport Team Rosberg hat allerdings bereits 47 Punkte Rückstand auf Müller und 29 auf Frijns.

„Der Abstand ist bei den letzten Rennen leider relativ konstant geblieben, wir kommen einfach nicht näher“, grübelt der zweimalige DTM-Champion. „Wir haben nur noch drei Wochenenden, und es muss schon viel passieren, um Nico und Robin noch einzuholen. Aber natürlich geben wir nicht auf“, kämpft Rast in Zolder im Titelkampf weiterhin ein Wörtchen mitsprechen zu können. Rast weiß ganz genau, dass das Abt-Team diese Saison extrem gut aufgestellt ist.

Rast und Frijns,DTM 2020, Lausitzring Sprint ©Audi,DTM

Die Strecke in Zolder mögen alle drei Titelkandidaten. „Im vergangenen Jahr war Zolder neu für mich“, sagt Nico Müller, der im Vorjahr Platz drei und acht erreichte. „Die Strecke ist aufregend, „oldschool“ – eine echte Herausforderung und mit unseren DTM-Autos echt spektakulär. Es gibt in diesem Jahr einen neuen Asphalt, vermutlich also noch mehr Grip. Das heißt für uns noch mehr Spaß im Auto“, so der Tabellenführer.

Frijns holte sich 2020 schon fünfmal die Pole-Position und startete als einziger Fahrer im Feld bei allen zwölf Rennen von einem der besten drei Startplätze. 26 Punkte sammelte Frijns in dieser Saison allein im Qualifying, 21 Müller, 17 Rast.

Auch der Titelverteidiger hat gute Erinnerungen an Zolder. „Ich habe dort im vergangenen Jahr das Sonntagsrennen gewonnen“, sagt Rast. „Die Strecke ist ziemlich cool. Sie liegt mitten in der Natur. Es gibt kaum Auslaufzonen. Ich stimme Robin zu: Das ist wie eine kleine Nordschleife.“

Audi-Motorsportchef Dieter Gass sieht den Audi-Dreikampf ganz entspannt. „Ich hoffe, dass wir in Zolder auch dieses Mal wieder faszinierenden Rennsport sehen werden“, so Gass.

„Im vergangenen Jahr war BMW dort stark. Nachdem uns die Titel in der Hersteller- und der Teamwertung nicht mehr zu nehmen sind, geht es jetzt darum, auch den Fahrertitel sicherzustellen. Das wäre ein perfekter Abschluss für die Class-1-Ära der DTM, die von Audi ganz massiv geprägt wurde“, so der Audi-Verantwortliche.

Beweis gefällig? 22 von 30 DTM-Rennen hat Audi mit dem aktuellen RS 5 DTM seit 2019 gewonnen, 69 von 90 möglichen Podien erzielt, 24 von 30 Pole-Positions (zuletzt 19 in Folge), 76 von 90 Top-3-Platzierungen im Qualifying und 23 von 30 schnellsten Rennrunden- beeindruckende Zahlen…

 

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