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DTM: 24 Stunden Nürburgring- Jubiläumssieg für BMW, Sheldon van der Linde holt Podestplatz

Siegespodest 24h Nbr BMW Audi BMW 2020 ©BMW

Was für ein verrücktes 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Wetterchaos in der Eifel, Rote Flaggen und am Ende mit BMW ein strahlender Sieger.

Nick Catsburg, Alexander Sims und Nick Yelloly gewannen im BMW M6 GT3 durch eine starke Aufholjagd am Sonntag die 48. Auflage des Langstrecken-Klassikers.

Knapp dahinter erreichte Mirko Bortolotti, Christopher Haase und Markus Winkelhock mit dem Audi R8 LMS Platz zwei, DTM-Pilot Sheldon van der Linde, Augusto Farfus, Jens Klingmann und Martin Tomczy, ebenfalls im BMW M6 GT3 unterwegs, komplettierten das Siegerpodium auf Platz drei.

„Es ist einfach nur fantastisch, dieses Rennen gewonnen zu haben“, strahlte Alexander Sims. „Es fühlt sich fast ein wenig merkwürdig an, am Ende so eines harten Rennens vergleichsweise erholt zu sein, weil wir die Pause in der Nacht hatten. Dennoch ist es ein großartiges Gefühl.

Wir haben es schon seit langem versucht, erst mit dem BMW Z4 GT3 und dann mit dem BMW M6 GT3. Das macht den heutigen Triumph speziell“, so der frühere Formel-E-Pilot von BMW.

ROWE BMW Sieger 24h Nürburgring ©BMW

Es war ein Jubiläumssieg für BMW in der „Grünen Hölle“. Das ROWE Racing Team sorgte für den 20. Triumph des Münchner Herstellers Marke bei diesem Langstreckenklassiker, genau 50 Jahre nach der ersten Auflage des Eifel-Marathons.

Zehn Jahre lang dauerte die Durststrecke von BMW bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring, die schließlich da Rowe Racing-Team ein Ende setzte. Entsprechend große Erleichterung bei BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. „Was für ein fantastischer Sieg“, jubelte Marquardt.

„50 Jahre nach dem ersten Gesamtsieg für BMW bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring schließt sich nun mit dem 20. Triumph ein Kreis.

Herzlichen Glückwunsch an die gesamte Mannschaft von ROWE Racing sowie an die Fahrer Nick Catsburg, Alexander Sims und Nick Yelloly. Sie haben sich auch durch die Schwierigkeiten, die wir vor allem im Nassen hatten, nicht aus dem Konzept bringen lassen und in den letzten Stunden bei zunächst abtrocknender Strecke und dann wieder einsetzendem Regen eine grandiose Aufholjagd gezeigt.

Dank einer perfekten Teamleistung haben alle Verantwortlichen immer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Schlussphase, in der es um jede Sekunde ging, war unfassbar nervenaufreibend. Wir haben mit dem BMW M6 GT3 bereits viele Anläufe genommen, dieses für BMW Motorsport extrem wichtige und traditionsreiche Rennen zu gewinnen. Nun hat es geklappt, und die Freude darüber ist riesig“, freute sich der BMW-Boss.

Start 24h Nürburgring ©BMW

In einem turbulenten Regenrennen, das über Nacht wegen zu starken Regens für rund neun Stunden unterbrochen werden musste, prägte ein höchstspannender Kampf zwischen Audi und BMW die 24 Stunden Nürburgring. Ein ständiger Wechsel zwischen Regen und Trockenheit machte es den Teams nicht einfach, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen.

Bevor die Rote Flagge nach sieben Stunden Renndauer am Samstagabend gegen 22.33 Uhr geschwenkt wurde und zur Rennunterbrechung bis 8 Uhr Sonntahmorgen führte, lag Mercedes auf der Siegerstrasse. Pole-Setter Maro Engel im Mercedes-AMG Team HRT und der Italiener Raffaele Marciello (Mercedes-AMG Team GetSpeed), der einen bärenstarken ersten Doppelstint hinlegte, sorgten zunächst für eine Mercedes-Doppelführung.

Als der Regen in den Nachtstunden stärker wurde, kam es zu turbulenten Szenen und zahlreichen Unfällen auf der Nordschleife, in denen auch Mercedes involviert war. In Führung liegend fielen beide Mercedes-GT3-Autos aus.

Nach der Wiederaufnahme des Rennens am Sonntagmorgen änderte sich das Blatt, fortan bestimmten Audi und BMW das Geschehen.

Als die Strecke abzutrocknen begann, wurden die BMW-Teams immer schneller und schlossen zur Spitze auf. In einer hochspannenden Schlussphase traf das ROWE Racing Team bei der Reifenwahl genau die richtigen Entscheidungen und übernahm dadurch die Führung.

Das Audi Sport Team Car Collection, das auf den ursprünglich eingeplanten vierten Piloten Robin Frijns wegen eines grippalen Infekts verzichten musste, verzockte sich bei der Reifenwahl, als urplötzlich wieder Regen einsetzte- statt Regen- fuhr man noch eine Runde länger mit Slicks, ein fataler Fehler, wie sich letztendlich herausstellte. Audi versuchte zwar mit einer Aufholjagd BMW doch noch den Sieg zu entreißen, doch der Plan ging nicht auf- Platz zwei. 15 Sekunden fehlten am Ende auf den Sieg.

BMW Team Schnitzer, Augusto Farfus (BRA), Jens Klingmann (GER), Martin Tomczyk (GER), Sheldon van der Linde (RSA) ©BMW

Tolle Geste von Schnitzer Motorsport

BMW-DTM-Pilot van der Linde im Schnitzer-BMW brannte nach Wiederaufnahme des Rennens am Sonntagmorgen ein wahres Feuerwerk ab und brachte BMW in Schlagdistanz um den Sieg. Mit Ex-DTM-Champion Martin Tomczyl, Ex-DTM-Pilot Augusto Farfus und Jens Klingmann schaffte der Südafrikaner schließlich Platz drei- Podium.

„Ich freue mich sehr über unser Podium und natürlich auch über den Sieg für BMW“, zeigte sich van der Linde erfreut. „ROWE Racing hatte im Rennen eine tolle Pace und hat verdient gewonnen. Wir haben für uns das Maximum herausgeholt. Vor allem heute Morgen beim Restart war unser Auto richtig gut.

Es ist schön, dass BMW nach zehn Jahren nun wieder ganz oben steht. Unseren dritten Platz widmen wir Charly Lamm. Es hätte ihn sicher wahnsinnig gefreut, hier mit dem BMW M6 GT3 auf das Podium zu kommen“, so der 21-jährige Südafrikaner.

Hinter dem Schnitzer-Quintett erreichten die DTM-Piloten Lucas Auer, Philipp Eng, Marco Wittmann und Ex-DTM-Pilot Tom Blomqvist für das zweite Rowe-BMW-Auto den vierten Platz.

Audi: Müller und Rast zweiweise in Front

DTM-Tabellenführer Nico Müller schaffte Platz fünf. Wegen einer 32-Sekunden-Strafe für das Phoenix-Team um Müller, Frank Stippler, Dries Vanthoor und Frederic Vervisch fiel das Audi-Quintett zuerst bis auf Platz 12 zurück, konnten danach wieder zeitweilig die Führung behaupten. Nach einem Ausritt Vanthors fiel die Phoenix-Truppe wieder zurück, konnte letzten Endes das renne auf Platz fünf beenden.

Audi R8 LMS #1 (Audi Sport Team Phoenix), Nico Müller/Frank Stippler/Dries Vanthoor/Frédéric Vervisch ©Audi

Nicht viel besser erging es DTM-Titelverteidiger Rene Rast, der mit Mattia Drudi, Kelvin van der Linde und Christopher Mies Platz sechs erreichten. Nach der Wiederaufnahme am Sonntagmorgen ging Rast mit dem Audi R8 LMS an die Spitze, eine  Stop-and-Go-Strafe für ein Missachten von Flaggensignalen warf das Audi Sport Team Land jedoch auf Platz zwölf zurück. Immerhin machten Rast & Co noch sechs Plätze gut.

Rene Rast im Interview ©ADAC 24h

Mercedes: Reifen verabschiedet sich selbstständig

Nach der Wiederaufnahme des Rennens am Sonntagmorgen kämpft das Mercedes-AMG Team HRT AutoArenA um einen Spitzenplatz. Patrick Assenheimer, Dominik Baumann, Dirk Müller und Doppelstarter Maro Engel erreichten schließlich Platz acht.

In den Morgenstunden machte Ex-DTM-Pilot Engel als Fahrer des Re-Starts sofort Druck nach vorne und schafftes es bis auf die vierte Position. Ein mißlungener Boxenstopp zwang die Mercedes-Truppe jedoch zweimal außerplanmäßig die Box anzusteuern. Ein Reifen machte sich sich auf der Zielgeraden selbständig.

Mercedes-Reifen allein auf weiter Flur ©ADAC 24h,Veranstalter

Porsche ohne Chance auf den Sieg

Porsche zählte vor dem Renn-Wochenende zu den Sieganwärtern. Doch die Vorfälle vom 24h-Langstreckenklassiker in Le Mans vor einer Woche, als drei positive COVID-19-Tests bei Porsche die Runde machte, sorgte vorsorglich für eine Veränderung des Fahrer-Line-Ups. Sicher keine idealen Vorraussetzungen für das Rennen in der Eifel.

Als bestes Porsche-Team erreichte Mathieu Jaminet, Lars Kern, Lance David Arnold und Ex-DTM-Pilot Maxime Martin Platz sieben.

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