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DTM: Müller in Meistermanier, Audi vorzeitig Herstellermeister- die Stimmen

Nico Müller ,DTM Nürburgring Sprint 2020 ©Audi

Mit einem überlegenem Sieg hat sich der DTM-Meisterschaftsführende Nico Müller (Audi) im zweiten Rennen auf der Nürburgring Sprintstrecke eindrucksvoll zurückgemeldet.

Der Schweizer deklassierte förmlich die Konkurrenz und hatte am Ende einen komfortablen  Vorsprung von über elf Sekunden auf Teamkollegen Robin Frijns. Müllers Markenkollege Rene Rast kam mit über 19 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel.

„Erst fünf, sechs Runden vor dem Rennende war ich nicht mehr so besorgt – aber selbst dann weiß man ja nie, was noch passiert“, sagte der Schweizer nach seinem fünften Saisonsieg.

Müller schaffte den Turnaround nach einer eher mäßigen Punkteausbeute in den zwei vorangegangen Rennen und meldete sich eindrucksvoll zurück.

„Nach zwei schlechten Tagen am vergangenen Sonntag und am gestrigen Samstag war das ein erfolgreicher Tag heute. Das Überholen von Robin Frijns war kein Problem.

Ich denke, er hat gesehen, dass ich schnell ankam. Aber zwischen uns ist das immer smart und fair“, so der Schweizer, der nach sieben Runden zum entscheidenden Move gegen Freund und Teamkollege Robin Frijns ansetzte.

Start of the race, 4 Robin Frijns,DTM Nürburgring Sprint 2020 ©Audi

Ein Sonderlob für Müller gab es Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir haben auch heute wieder eine insgesamt sehr starke Audi-Leistung gesehen“, so Gass. „Nico hatte in den letzten beiden Rennen etwas Pech. Dass er sich so zurückgemeldet hat, ist fantastisch und freut mich für ihn.“

Abt-Teamchef Thomas Biermeier einfach nur happy

Teamchef Thomas Biermeier zollte seinen beiden Meisterschaftsaspiranten ebenfalls größten Respekt, sein Team legte den Nürburgring-Fluch mit vier Siegen endgültig ab. „Ich hatte schon etwas Bauchweh, bevor wir hier herkamen“, gab der gebürtige Oberbayer zu.

„Ich bin so stolz auf das Team. Es ist unglaublich, was beiden Fahrer in den letzten zehn Tagen geleistet haben. Fast keine Fehler gemacht, drei Rennwochenenden mit Assen hintereinander so erfolgreich abgeliefert. Ich bin ziemlich happy“, fasste Biermeier das Abschneiden zusammen. Ein Doppelsieg für das Abt-Team, das einfach nicht zu schlagen war.

„Ich habe mir früh einen Bremsplatten eingefangen und hatte dadurch Untersteuern in Linkskurven“, sagte der Zweitplatzierte Frijns, der im Titelkampf noch alle Trümpfe in der Hand hat.

„Daher habe ich mich auch nicht so sehr gewehrt, als Nico Müller an mir vorbei ist. Ich habe dann versucht, dran zu bleiben doch der Abstand wurde immer größer.

Zudem musste ich auf meine Reifen achten und habe gemerkt, dass die Reifen von Nico besser waren als meine. Der zweite Platz ist jedenfalls okay. Ich werde versuchen, aus jedem Rennen das maximale heraus zu holen. In Zolder will ich mir die Punkte wieder zurückholen“, hofft der Niederländer beim Heimspiel zu kontern.

Müller und Frijns,DTM Nürburgring Sprint 2020 ©Audi

Die Audi-Festspiele komplettierte Titelverteidiger René Rast, der trotz Podiumsplatz nicht ganz zufrieden war. „Der Boxenstopp hat leider nicht perfekt funktioniert, hinten rechts gab es ein Problem mit einer Radmutter“, so Rast.

„Aber das war letztlich nicht entscheidend. Im ersten Stint konnte ich mithalten. Im zweiten hatte ich von Beginn an wenig Grip. Wir hatten keine Antwort. In der Meisterschaft wird der Abstand langsam größer, das ist etwas frustrierend. ABT ist uns im Augenblick einfach einen Schritt voraus.

Doch es sind noch sechs Rennen, noch ist alles offen. Man weiß ja nie, ich gebe nicht auf, die beiden unter Druck zu setzen“, so der amtierende DTM-Champion, der ob der Pace der Abt-Piloen etwas ratlos wirkte.

Herstellertitel an Audi

In der Herstellerwertung ist bereits nach dem zweiten Saisondrittel alles klar- Audi hat sich vorzeitig den Herstellertitel gesichert.

„Toll ist auch, dass wir schon so früh zwei der drei Meistertitel sicher haben“, freute sich Gass ob des ersten Titels in dieser Saison. „Wir sind angetreten, im letzten Jahr mit dem Audi RS 5 DTM noch einmal alles zu geben. Die Ergebnisse sprechen für sich. Das ist ‚Vorsprung durch Technik‘ pur.

Schon jetzt möchte ich der ganzen Mannschaft und den Mitarbeitern in Ingolstadt, Neuburg und Neckarsulm dafür danken, dass sie sich in dieser letzten Saison mit den Class-1-Rennwagen noch einmal derart reingehängt haben. Nach drei harten Rennwochenenden am Stück hat nun jeder vor dem Endspurt eine kleine Verschnaufpause verdient“, sagte der gebürtige Hesse.

BMW: diesmal nicht bei der Musik dabei

Im BMW-Lager setzte der Südafrikaner Sheldon van der Linde ein Ausrufezeichen, der mit Platz vier bester BMW-Pilot vor Marco Wittmann wurde. Van der Linde konnte mit einem Undercut Wittmann Platz vier entreißen.

BMW-Armada in der Eifel, Timo Glock ©BMW

„Ich bin sehr glücklich mit dem heutigen Rennen“, so van der Linde. „Der sechste Platz im Qualifying war sehr wichtig für das Rennen. Ich habe zwar keinen guten Start erwischt und Plätze verloren, diese konnte ich aber wieder aufholen.

Das Auto war wirklich gut zu fahren heute und die Pace war echt stark. Auch die Strategie war sehr gut. Wir sind früh an die Box gekommen, und der Undercut hat geklappt. Somit hatten wir einen sehr langen zweiten Stint, aber das Auto hat sich bis zum Ende richtig gut angefühlt“, so der 21-Jährige.

Hier weitere Stimmen aus dem Audi- und BMW-Lager:

Ferdinand Habsburg, P6:

„Kein schlechtes Wochenende, muss ich sagen. Der Höhepunkt war sicherlich die Leistung im zweiten Qualifying und das erste Mal in der ersten Reihe zu stehen.

Es war wirklich cool und eine gute Belohnung für die Mechaniker und Ingenieure, mit denen wir in dieser Saison einige harte Momente erlebt haben. Es war schön, dorthin zu kommen, wo wir meiner Meinung nach hingehören.

Eine andere Sache, die für mich etwas ganz Besonderes war, war, dass es das erste Mal war, dass mein Freund Pater Wolfgang, der vor kurzem Priester geworden ist, mit mir beim Rennen war. Das hat mir auf der mentalen Seite sehr geholfen und gibt mir Kraft für die nächsten Rennen.“

Fabio Scherer, P14:

„Dieses Wochenende hatten wir mit Sicherheit eine deutliche Steigerung, und wir gehen jetzt in die richtige Richtung. Wir haben unsere Leistung im Qualy und auch unser Renntempo deutlich verbessert, wie sich in Rennen 1 bis zu dem Zwischenfall im Rennen zeigte, der uns aus dem Rennen brachte.

Wir hatten heute in Q2 ein kleines technisches Problem, sonst hätten wir das wiederholen können, was uns am Samstag gelungen ist. Im Rennen, auf einer Strecke, auf der das Überholen so schwierig ist, konnten wir nicht viel machen, aber das Tempo war gut.“

Rudolf Dittrich (Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung):
„Leider hat es heute nicht zu einem weiteren Podium gereicht. Wir müssen in diesem Jahr anerkennen, dass Nico Müller, Robin Frijns und René Rast die Messlatte darstellen.

Dennoch haben Sheldon van der Linde und Marco Wittmann auf den Plätzen vier und fünf gute Leistungen gezeigt. Ich gratuliere Nico Müller zum Rennsieg und Audi zum Gewinn des Herstellertitels. Für uns geht es jetzt an den kommenden Rennwochenenden darum, noch ein paar Highlights zu setzen.“

Marco Wittmann, P5:

Ich hatte einen guten Start und eine gute Anfangsphase, in der ich Ferdinand Habsburg überholen konnte. Ich bin eigentlich relativ zufrieden hinter den ersten Drei gefahren. Leider haben wir das Rennen ein wenig mit den Boxenstopp-Strategie verloren, als uns Sheldon durch seinen Undercut überholt hat.

Es ist ein wenig enttäuschend, wenn man im ersten Stint wirklich alles gibt und dann in der Boxengasse einen Platz verliert. Gestern war ich Dritter, heute Fünfter – unter dem Strich ist das ganz okay.“

Timo Glock, P8:

Von der Balance war es ganz okay, aber mir hat einfach zu viel Top-Speed auf der Geraden gefehlt. Dieses Problem haben wir seit drei Rennen und sind daher ein wenig gefangen.

Dadurch müssen wir im Rennen immer schon sehr früh viel DRS verwenden, um mithalten zu können. Am Ende geht dann leider nicht viel mehr als Platz acht.“

Lucas Auer, P13:

„Ich war Zehnter und bin nach dem Boxenstopp am Ende des Feldes wieder herausgekommen. Der Boxenstopp war zwar gut, aber ich denke, wir müssen die Strategie nochmal analysieren. Viele der Konkurrenten haben uns durch den Undercut überholt.

Wir wissen, dass die Audis schwer zu überholen sind. Wenn der Fall eintritt, dass man viele Plätze verliert, wird es natürlich sehr schwierig. Ansonsten war heute zumindest das Qualifying deutlich besser.“

Philipp Eng, P12:

Das gestrige Rennen war super, heute war es richtig schlecht. Ich hatte stumpfe Waffen und konnte nicht kämpfen. Ich hatte keine Balance, das Auto war sehr unruhig und alles in allem deutlich schlechter als gestern.“

Jonathan Aberdein , P10:

„Mit dem zehnten Platz kann man natürlich nicht zufrieden sein. Ein kleiner Trost ist, dass wir uns immerhin vom 13. Rang noch in die Punkte verbessert haben.

Gestern haben wir eine starke Pace gezeigt, diese schien heute jedoch etwas verschwunden zu sein. Dennoch werden wir natürlich weiterkämpfen.“

 

 

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