Zum Inhalt springen

DTM: Frijns-Sieg nach aktionreichen Nürburgring-Rennen -die Stimmen aus dem Audi-und BMW-Lager

Robin Frijns,DTM Nürburgring Sprint 2020 ©Audi

Der elfte Saisonlauf auf dem Nürburgring hatte es in sich. Nicht weniger als dreimal musste das Safety-Car bei Robin Frijns dritten Saisonsieg ausrücken.

„Das war heute im Auto ziemlich nervenaufreibend“, sagte der „Fliegenden Holländer“ Frijns nach seinem zweiten DTM-Sieg en suite. Bereits in der Vorwoche gewann der Niederländer auf dem Grand-Prix-Kurs in der Eifel ein Rennen.

„Jedes Mal, wenn ich mir etwas Vorsprung herausgefahren hatte, kam das Safety-Car“, schmunzelte Frijns. „Als René in den letzten Runden direkt hinter mir lag und permanent Push-to-Pass und DRS nutzen konnte, wusste ich, dass ich mir nicht den kleinsten Fehler leisten durfte.

Mein Auto war großartig und der Schlüssel zum Sieg heute mein guter Start“, resümierte der 29-jährige Abt-Pilot, der in der Meisterschaft Tabellenführer und Teamkollege Nico Müller ziemlich auf die Pelle rückte. Müller, der Platz fünf erzielte, liegt nur noch 13 Punkte vor seinem Freund und Teamkollegen Frijns. Ein Abt-interner Meisterschaftskampf par excellence zeichnet sich ab.

Das Samstagsrennen auf der 3,6 Kilometer kurzen Sprintvariante des Nürburgrings bot ziemlich viel Rennaktion. Frijns im Audi setzte sich mit einem fulminanten Raketenstart gegen Pole-Setter Rene Rast durch und gab die Führung bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand.

„Der Start war entscheidend“, bestätige der zweimalige DTM-Champion Rast, der mit Platz zwei ebenfalls Boden in der Meisterschaft gut machte. „Am Freitag hatten wir im ersten freien Training ein technisches Problem und auch nach dem zweiten Training konnte ich keinen Start üben. Das heute war mein erster echter Start – und der war nicht gut“, ärgerte sich Rast.

„Ich wollte Robin erst in der letzten Runde überholen, aber vielleicht habe ich etwas zu spät attackiert“, sagte der Titelverteidiger. „Es war ein sehr schwieriges Rennen. Ein zweiter Platz ist nicht mein Ziel, aber noch immer ein gutes Ergebnis“, resümierte der Rosberg-Pilot, der 36 Punkte Rückstand auf Müller aufweist.

Re-Start sorgt für Positionsveränderungen

Rast fiel im Rennen nach dem zweiten Re-Start, der nach Indy-Car-Manier in Zweierreihen durchgeführt wurde, sogar hinter BMW-Pilot Marco Wittmann auf den dritten Platz zurück. Der BMW-Pilot nutzte die Gunst der Stunde und schob sich mit einem gekonnten Überholmanöver außen an Rast vorbei. Doch Rast ließ sich nicht lumpen und holte sich Platz zwei beim dritten und letzten Restart wieder zurück. Offenbar gab es einen kleiner Nachteil, beim Re-Start die Innenseite der Strecke nutzen zu müssen.

„Es sah so aus, als sei der zweite Platz beim Restart ein Nachteil“, bestätigte Marco Wittmann. „René erging es in der Safety-Car-Phase zuvor genau wie mir. Daher ist es ein wenig schade, aber Platz drei ist vollkommen okay“, freute sich der Franke nach Platz drei, der schon vor einer Woche die gleiche Platzierung in der Eifel belegt hatte.

Marco Wittmann P am Nürburgring ©BMW

BMW bei der Musik

Es war überhaupt erfreulich, dass BMW im Qualifying und von den Longruns mit Audi mithalten konnte. Gleich fünf BMW-Piloten erreichten eine Top Ten-Ergebnis, entsprechend positiv fiel das Fazit von Rudolf Dittrich ,Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung, aus.

„Das war eine großartige Teamleistung mit dem Podesterfolg von Marco Wittmann, Platz vier für Philipp Eng und insgesamt fünf BMW M4 DTM in den Top-10“, zeigte sich Dittrich über das Abschneiden seiner Schützlinge erfreut.

„Herzlichen Glückwunsch an alle zu diesem starken Rennsamstag. Mich freut nicht nur unser Ergebnis an sich, sondern die Tatsache, dass wir vom Speed her im Qualifying deutlich konkurrenzfähiger waren und über die Renndistanz auf Augenhöhe mit den Audis kämpfen konnten. Das zeigt, dass sich unsere Arbeit seit dem vergangenen Wochenende gelohnt hat. Das Rennen war sehr ereignisreich, und es gab einige unnötig harte Manöver“, resümierte der BMW-Verantwortliche.

Besonders Wittmann und Philipp Eng konnten mit der Audi-Pace mithalten, der Aufwärtstrend der Münchner war unübersehbar. „Ich bin von Platz sechs gestartet und als Dritter ins Ziel gekommen“, so Wittmann.

„Von dort, wo wir gestartet sind, wieder auf das Podium zu fahren, ist ein Erfolg. Ich hatte einen guten Start. Die Kupplungsprobleme aus der vergangenen Woche scheinen aussortiert.

Es war ein spannendes Rennen mit drei Safety-Car-Phasen. Bei zwei von ihnen konnten wir profitieren und uns nach vorn arbeiten. Die letzte Safety-Car-Phase hat uns dann aber womöglich den zweiten Platz gekostet“, ergänzte der zweifache DTM-Champion.

Für Philipp Eng scheint der Knoten in dieser Saison geplatzt zu sein. Der Salzburger zeigte schon im Qualifying seine Klasse und war mit Platz vier bester BMW-Pilot. „Das Auto war wirklich super“, freute sich Eng. „Es war ein wenig unglücklich mit dem Safety Car. Es hätte perfekt in unsere Karten gespielt, wenn das Safety Car eine Runde früher gekommen wäre, aber es war wie es war.

Somit habe ich beim Boxenstopp einen Platz verloren und dadurch ist mir auch ein Podium verwehrt geblieben“, resümierte der Salzburger.

Philipp Eng P4 am Nürburgring ©BMW

Platz vier bedeutete das beste Saisonergebnis für Eng, der die drei Re-Starts schon mit einem mulmigen Gefühl anging. „Ein Re-Start bringt dich immer aus deinem Rhytmus“, gibt Eng gegenüber ‚bildpresse2010.blog‘ offen zu. „Es ist ziemlich schwierig gewesen, immer im Ryhtmus zu bleiben. Es war der Schlüssel fürs Rennen, im Rythmus zu bleiben. Wenn die Autos beim Re-Start so eng zusammenkommen, sieht es zwar für die Zuschauer im TV spektakulär aus, aber im Cockpit ist die Adrenalinausschüttung extrem hoch. Du willst nach vorne kommen, aber gleichzeitig keine Plätze verlieren. Meine Herzfrequenz war sicherlich sehr hoch – drei Mal im Rennen“, bestätigte der Salzburger.

Nico Müller: Meisterschaftskampf spannend

Für Tabellenführer Nico Müller verlief das Samstagsrennen unter dem Motto „Schadensbegrenzung“. „Ich hing hinter René fest, der kaum Grip zu haben schien, deshalb haben mich in den ersten Kurven zwei BMW überholt“, sagte der Schweizer, der Platz fünf in der Eifel erreichte.

Nach dem ersten Restart kam es für den Audi-Piloten noch dicker. „Ich war zwischen zwei Autos eingequetscht, wurde von hinten getroffen und umgedreht“, so Müller, der von Wittmann und Markenkollege Jamie Green einen Schubser bekam- mit fatalen Folgen. Müller drehte sich und musste anschließend von letzten Platz dem Feld hinterherjagen.

„Das ist etwas frustrierend, denn heute war definitiv mehr drin“, sagte Müller, der mit Wut im Bauch eine imposante Aufholjagd startete und seine Extraklasse bewies.

Nico Müller,DTM NürburgringII 2020 ©Audi

Mit einem frühen Boxenstopp und der mit Abstand schnellsten Rennrunde schaffte Müller noch Platz fünf. Sonderlob gab es dafür von Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Dass Nico, nachdem er umgedreht wurde, noch auf Platz fünf vorgefahren ist, war mega“, zollte Gass höchsten Respekt. Damit verteidigte der Abt-Pilot Platz eins in der Meisterschaft, der Vorsprung schrumpfte jedoch gewaltig.

Hier weitere Stimmen aus beiden Lagern:

Dieter Gass, Audi-Motorsportchef:

„Wow, was für ein Rennen!. Robin war heute herausragend. Er hat kein einziges Mal Push-to-Pass oder DRS gehabt und sich trotzdem vorne gehalten. Das war eine extrem starke Leistung. Auch, dass er sich bei all den Safety-Cars und Restarts null Fehler geleistet hat. Fantastisch! René hat mit Platz zwei einen Doppelsieg für Audi perfekt gemacht.“

Timo Glock (BMW), P10:

„Mein Rennen war eigentlich in der ersten Runde schon etwas gelaufen, nachdem ich hinten rechts von Loïc Duval getroffen worden war.

Dadurch war die Balance nicht mehr vorhanden. Zudem hatten wir auch bei unserem Boxenstopp Pech, bei dem ich anstehen musste und gemeinsam mit Lucas ans Ende des Feldes gefallen bin. Danach habe ich versucht, mich noch etwas nach vorn zu kämpfen und wenigstens noch einen Punkt mitgenommen.

Ich freue mich natürlich für das BMW Team RMG und Marco über den Podestplatz.“

Lucas Auer (BMW), P12:

Der erste Stint war okay. Durch den Boxenstopp bin ich jedoch wieder zurückgefallen. Im Anschluss daran hatte ich mit einem anderen Fahrer Kontakt und dadurch wurde mein Auto sehr beschädigt.

Leider schaffen wir es aktuell generell nicht, dass ich mich hundertprozentig wohl fühle. Dann wird es natürlich schwierig.“

Jonathan Aberdein (BMW), P6:

Unter dem Strich denke ich, dass es mit Marco auf dem dritten Platz, Philipp auf Rang vier und mit mir als Sechstem ein starkes Rennen für BMW war.

Wir haben die Lücke vom vergangenen Wochenende auf jeden Fall geschlossen. Das ist sehr erfreulich. Ich persönlich hatte leider keinen guten Start, und auch beim vorletzten Restart habe ich noch einen Platz verloren. Insgesamt aber war die Pace auf jeden Fall stark. Ich freue mich auf morgen.“

Sheldon van der Linde (BMW), P8:

Was für ein Rennen. Drei Safety-Car-Phasen – manche von ihnen haben mir in die Karten gespielt, die letzte jedoch nicht. Manchen Jungs fehlt einfach ein wenig der Respekt auf der Strecke.

Das ist ein wenig ärgerlich, denn wir haben dadurch den sechsten Platz verloren. Nachdem wir von Platz elf ins Rennen gegangen waren, sah es zwischenzeitlich eigentlich sehr vielversprechend aus, aber am Ende haben wir leider trotzdem noch ein paar Plätze und Punkte verloren.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: